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1 Veranstaltung - Nachrichten: Detmold: Neonazistisch dominierter "Lichterspaziergang" , 23.01.2023 :

Tages-Chronologie von Montag, 23. Januar 2023

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Veranstaltungskalender:



- Montag, 23. Januar 2023 um 14.00 Uhr -


Verlegung von Stolpersteinen mit dem Künstler Gunter Demnig


Treffpunkt:

Sachsenstraße 25
32756 Detmold


In kleinem feierlichen Rahmen, gestaltet durch Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Drake-Realschule, werden durch den Künstler Gunter Demnig im Beisein von Bürgermeister Frank Hilker Stolpersteine für Mitglieder der Familie Buchholz vor dem Haus Sachsenstraße 25 verlegt.

Im Anschluss erfolgt das Setzen eines Stolpersteines für Paula Paradies vor dem Haus Krumme Straße 20.

Schülerinnen und Schüler des Christian-Dietrich-Grabbe-Gymnasiums gestalten die Verlegung einer Stolperstein-Schwelle zur Erinnerung an die jüdische Schule und ihre Schülerinnen, Schüler und Lehrerinnen, Lehrer in der Gartenstraße 6.


Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.

www.gfcjz-lippe.de

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Pressespiegel überregional


Jüdische Allgemeine Online, 23.01.2023:
Verleugnete Opfer der NS-Zeit

MiGAZIN, 23.01.2023:
Historikerin / Kinder aus Migranten-Familien in NS-Gedenken einbeziehen

Südwestrundfunk, 23.01.2023:
Angeklagter soll für Polizisten Todesstrafe gefordert haben / Prozess gegen mutmaßlichen "Reichsbürger" in Trier

Westfalen-Blatt, 23.01.2023:
Münster: 5.000 gegen die AfD

MiGAZIN, 23.01.2023:
Streit vorläufig beigelegt / Neue Infotafel am Regensburger Dom distanziert sich von "Judensau"

Jüdische Allgemeine Online, 23.01.2023:
Debatte um Roger Waters: Messe Frankfurt sieht keinen Grund zur Absage

MiGAZIN, 23.01.2023:
Erfolg vor Gericht / Polizei lehnt Bewerber mit Nazi-Tattoo ab

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Montag, 23. Januar 2023


Am 26. Januar 2023 liest Robert Domes (in der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold) aus seinem Roman "Waggon vierter Klasse - Eine Spurensuche in der Nachkriegszeit" ("cbt", München, 2021).

Am 27. Januar 2023, 11.00 Uhr, laden die Stadt Blomberg und die Kirchengemeinden - um die Erinnerung aufrechtzuerhalten - zu einer Gedenkfeier - auf dem jüdischen Friedhof an der Reinickendorfer Straße ein.

Am 23. Januar 2023 verlegte Gunter Demnig in Detmold am Haus Sachsenstraße 25 vier Stolpersteine für die jüdische Familie Buchholz, sowie vor dem Haus Krumme Straße 20 einen, für die Jüdin Paula Paradies.

Am 23. Januar 2023 gestalteten Schülerinnen sowie Schüler der Heinrich-Drake-Realschule in Detmold die Verlegung einer Stolperstein-Schwelle zur Erinnerung an die frühere jüdische Schule in der Gartenstraße 6.

Im Juni 2015 stimmte der Rat der Stadt Schieder-Schwalenberg einer Beschlussvorlage, "sich intensiv und mutig mit einem dunklen Kapitel deutscher Geschichte auseinanderzusetzen ( ... )", übereinstimmend zu.

Am 20. Januar 2023 wurde die Broschüre "Verstrickungen" (2022) über die Szene der Corona-Leugnenden im Regierungsbezirk Detmold - durch die "Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus OWL" - präsentiert.

Zwischen dem 14. Januar, 16.00 Uhr, bis 15. Januar 2023, 10.30 Uhr, beschmierten Pandemie-Leugnende die Hauswand der Arztpraxis Damsch am Ackerweg in Petershagen-Lahde mit vier "Impf-Mörder"-Parolen.

Am 23. Januar 2023 fand in Detmold der neunundfünfzigste "Lichterspaziergang" - mit 25 Teilnehmenden - hierin: Heidrun Ulrich, Burkhart Weecke, Jörg Reckmeyer, Rolf-Arno Maertzke und Jürgen Alhäuser, statt.


www.jg-hf-dt.de

www.zellentrakt.de

www.blomberg-lippe.de

www.blomberg-lippe.de/Stadtgeschichte-n-/Historisches-Blomberg/Juden-in-Blomberg

www.gfcjz-lippe.de

www.schieder-schwalenberg.de

www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/s-t/1777-schwalenberg-nordrhein-westfalen

www.mbr-owl.de

www.minden-luebbecke.de/Service/Integration/NRWeltoffen

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Neue Westfälische - Herford und Enger / Spenge, 23.01.2023:
Kriegstrauma und Verdrängen

Lippische Landes-Zeitung, 23.01.2023:
Gegen das Vergessen

Lippische Landes-Zeitung, 23.01.2023:
"Die Initiative muss von den Bürgern ausgehen"

Westfalen-Blatt Online, 23.01.2023:
Aus Corona-Leugnern werden Putin-Versteher

Mindener Tageblatt Online, 23.01.2023:
"Impf-Mörder"-Parolen an Arztpraxis in Lahde: Jetzt ermittelt der Staatsschutz

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Neue Westfälische - Herford und Enger / Spenge, 23.01.2023:

Kriegstrauma und Verdrängen

Herford. Gemeinsam laden die Konrad-Adenauer-Stiftung und das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken zu einer Lesung am Donnerstag, 26. Januar, um 19 Uhr in die Synagoge der Jüdischen Gemeinde, Komturstraße 21, ein. Anlass ist der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Aus seinem neuen Buch wird Robert Domes lesen. Der Roman "Waggon vierter Klasse" erzählt von Alois Roth, der auf Grund seines Lebenswandels von den Nazis deportiert wurde und schließlich im Konzentrationslager Mauthausen starb. In dem berührenden Buch erzählt Robert Domes zugleich von einem mutigen Flüchtlingsmädchen, das nach dem Krieg ein neues Leben beginnt. Das Buch beruht auf wahren Begebenheiten und gründlicher Recherche. Sensibel erzählt der Autor von Kriegstrauma und Verdrängen, von der Frage nach Schuld und der Suche nach der Wahrheit, vor allem aber von der Unfähigkeit, zu sprechen und zu trauern. Der Eintritt zu der Lesung ist frei.

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Lippische Landes-Zeitung, 23.01.2023:

Gegen das Vergessen

Blomberg. Am 27. Januar 1945 wurden das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und die beiden Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Auschwitz steht seither als Synonym für mehr als sechs Millionen Juden, viele Sinti und Roma, Homosexuelle, Behinderte sowie politische und kirchliche Oppositionelle, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden. Seit 1996 wird der Tag der Befreiung der Auschwitz-Lager bundesweit als Gedenktag begangen.

In Blomberg laden die Stadt und die Kirchengemeinden für Freitag, 27. Januar, zu 11 Uhr zu einer Gedenkstunde auf dem jüdischen Friedhof an der Reinickendorfer Straße ein, um die Erinnerung wach zu halten und an die kommenden Generationen weiterzugeben. Neben Bürgermeister Christoph Dolle werden auch Pfarrerin Bettina Hanke-Postma sowie Schüler des Hermann-Vöchting Gymnasiums sprechen.

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Lippische Landes-Zeitung, 23.01.2023:

"Die Initiative muss von den Bürgern ausgehen"

"Stolpersteine" erinnern vielerorts an die Opfer des Holocaust / In Schieder-Schwalenberg gab es 2015 eine erste Initiative, einen solchen Stein zu verlegen / Nun kommt wieder Bewegung in die Sache

Martin Hostert

Schieder-Schwalenberg. Stolpersteine erinnern in vielen Orten Lippes an die Opfer des Nationalsozialismus - etwa in Barntrup, in Lemgo, in Bad Salzuflen und Detmold. In Blomberg sind sieben Stolpersteine geplant, in Detmold wird es ebenfalls weitere geben, auch in Lage läuft die Diskussion. In Schwalenberg hingegen ist das Thema derzeit nicht mehr aktuell, soll es aber wieder werden.

Rückblick: Im Juni 2015 hatte der Rat einer Beschlussvorlage einstimmig zugestimmt: Der Rat ermutige dazu, "sich intensiv und mutig mit einem dunklen Kapitel deutscher Geschichte auseinanderzusetzen", hieß es vor siebeneinhalb Jahren in der Vorlage des damaligen Bürgermeisters Gert Klaus. Es ging darum, vor dem stadteigenen Gebäude Marktstraße 5, also der städtischen Galerie "Haus Bachrach", einen Stolperstein zu verlegen. Dort hatte die Familie Bachrach gelebt, die den Novemberpogromen 1938 zum Opfer fiel.

"Die Verwaltung wird beauftragt, die Bevölkerung allgemein sowie Vereine und Institutionen (etwa Kirchengemeinden) individuell über das Vorhaben zu informieren und zu einer offenen und unterstützenden Haltung zu bewegen", hieß es damals weiter. Denn: "In der Stadt gibt es keine sichtbaren Hinweise auf das Leben und Schicksal jüdischer Familien." Im Januar 2018 flackerte das Thema erneut kurz auf, seitdem ruht es.

Die LZ fragte im Rathaus nach und erfuhr von Bürgermeister Jörg Bierwirth: Eine Schwalenberger Bürgerin habe ihm gegenüber jüngst erneut den Anstoß gegeben, die Angelegenheit wieder aufzunehmen. Bierwirth freue das sehr, er stellt aber klar: "Mir ist ganz wichtig, dass ein solches Engagement von der Bürgerschaft ausgeht, von Vereinen, Verbänden oder Privatpersonen." Auch der erste Anstoß 2015 sei von den Bürgern gekommen, nämlich vom Jugendkreis Schieder, was er sehr begrüßt habe.

Damals gab es sogar eine Ausstellung im Haus Bachrach. Doch als Sozialarbeiterin Linda Hermanns-Janßen den Arbeitsplatz gewechselt habe, sei die Idee allerdings nicht weiter verfolgt worden. Der Bürgermeister: "Wir hatten das Thema, zumindest was den Ort Schwalenberg und die Familie Bachrach betrifft, soweit ausgearbeitet."

Bierwirth sagt, er habe in den vergangenen Jahren "den einen oder anderen" immer wieder ermuntert, das Vorhaben weiterzuführen.

Das sei ein ehrenamtliches Projekt, er unterstütze es. "Ich würde es begrüßen, dass wir zumindest in Schwalenberg vor unserer städtischen Galerie Haus Bachrach einen solchen Stein verlegen würden. Die Zeit dafür ist sehr reif." Aber, macht der Bürgermeister auch klar: "Der Kunstverein erinnert ja mindestens einmal im Jahr mit einer Aktion an die Pogromnacht." Mit Lesungen, Aktionen, Schüler-Projekten. "Solche Aktionen finde ich sogar noch besser als die Stolpersteine, die ergänzend wären. Die Geschichte wird den Menschen dadurch sehr nahe gebracht." Er sei froh, dass der Kunstverein die Erinnerung an das Grauen des Holocaust immer wieder aufgreife.

Kontakt zum Autor: MHostert@lz.de

Bildunterschrift: Der Kunstverein erinnert seit Jahren an die Reichspogromnacht - etwa wie hier 2021 mit eindrucksvollen Lichteffekten auf der Fassade von Haus Bachrach. Die Verlegung eines Stolpersteines vor dem Haus würde dieses Engagement ergänzen.

Bildunterschrift: Ein Stolperstein in Bad Salzuflen erinnert an Kurt Andermann, der von den Nazis verschleppt und ermordet wurde. Das Vorhaben, einen solchen Stein auch in Schwalenberg zu verlegen, ruht seit Jahren.

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Westfalen-Blatt Online, 23.01.2023:

Aus Corona-Leugnern werden Putin-Versteher

23.01.2023 - 18.44 Uhr

Herforder Beratungsstelle hat Szene in OWL und ihre Telegram-Kanäle 20 Monate lang beobachtet

Herford. Die endende Pandemie und der Wegfall staatlicher Eingriffe haben Corona-Leugnern ihr Thema genommen. Doch sie haben ein neues: "Jetzt geht es darum, die Sanktionen gegen Russland zu kritisieren", sagt Dario Schach von der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus in Ostwestfalen-Lippe (MBR). Sie hat ihren Sitz in Herford und wird von Bund und Land finanziert.

Von Christian Althoff

20 Monate hat die Beratungsstelle die Szene so genannter Corona-Leugner beobachtet und jetzt einen 108 Seiten starken Bericht vorgelegt. "Wir haben zwischen Januar 2021 und August 2022 etwa 600 Protestveranstaltungen in Ostwestfalen-Lippe dokumentiert und bei einem Fünftel der 115 einschlägigen Telegram-Kanäle die Postings ausgewertet."

Laut NRW-Innenministerium setzen sich die Corona-Protestler aus Kritikern, Impf-Gegnern und Corona-Leugnern zusammen. Linksextremisten und Nazis gehörten dazu, aber auch Esoteriker, "Reichsbürger" und die bürgerliche Mitte. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung in NRW, so das Ministerium im April 2022, lehne die Corona-Politik ab.

Keine Abgrenzung zu Rechtsextremen

Die Autorinnen und Autoren des jetzt veröffentlichten Berichts verwenden den Begriff Corona-Leugner als Vereinfachung. "Einige Demonstranten leugnen die Existenz des Virus tatsächlich und behaupten, geheime Mächte hätten die Pandemie inszeniert." Die Szene sei aber heterogen. "Die meisten würden sich wohl der gesellschaftlichen Mitte zurechnen", sagt Jannik Kohl von der MBR. Doch habe man beobachtet, dass von Beginn an antisemitische Verschwörungstheorien dazugehört hätten und eine Abgrenzung dazu und zu Rechtsextremen nicht erfolgt sei.

Die MBR hält Corona-Demos für problematisch, weil dort vertretene Inhalte häufig menschenverachtend, demokratie- und wissenschaftsfeindlich seien und damit zum Teil deckungsgleich mit Inhalten extremer Rechter. Sich von Rechtsextremisten zu distanzieren, hieße, eigene Einstellungen zu hinterfragen. "Deshalb finden auf den Demos Neonazis immer wieder Raum."

Ex-Polizist und YouTuber Tim Kellner aus Lippe

Ein Beispiel für die Mitwirkung Rechter ist der Ex-Polizist und YouTuber Tim Kellner aus Lippe, der in Paderborn und Lippstadt an Demos teilnahm und laut NRW-Innenministerium ein "rechtsextremistischer Influencer" ist. "Wir haben auch schon Teilnehmer identifiziert, die bereits für die Freilassung der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck demonstriert haben", sagt Dario Schach. In Telegram-Gruppen hätten sich Rechtsextreme unter die Gruppenmitglieder gemischt. So hätte Gerd Ulrich aus Detmold, ehemals Leiter der "Einheit Hermannsland" der inzwischen verbotenen "Heimattreuen Deutschen Jugend" (HDJ), Mitfahrgelegenheiten angeboten und berichtet, dass seine Kinder seit Wochen nicht mehr zur Schule gingen.

Protest-Zentren Bielefeld und Paderborn

Als regionale Zentren der Proteste haben die Autoren Bielefeld und Paderborn ausgemacht, wo im Frühjahr 2022 jeweils bis zu 3.000 Menschen auf die Straße gegangen seien. Die Organisatoren aus den beiden Städten hätten zusammengearbeitet: "Die Bielefelder haben Redner nach Paderborn geschickt, und die Paderborner haben den Bielefeldern ihre Lautsprecheranlage geliehen", sagt Dario Schach.

Kommuniziert werde vor allem in den Telegram-Kanälen "Bielefeld steht auf" (3.700 Abonnenten) und "Grundrechte-Pb" (1.900 Abonnenten). Im Bielefelder Kanal seien Fake News zur Pandemie, antisemitische Verschwörungstheorien und demokratiefeindliche Forderungen gepostet worden.

Vernetzung intensiviert und Zugehörigkeitsgefühl gestärkt

Nach dem zweiten harten Lockdown hätten die Lockerungen im Mai 2021 dazu geführt, dass die Zahl der Protestierenden eingebrochen sei und in einigen Städten so genannte "Spaziergänge" nicht mehr stattgefunden hätten. Es habe eine Verlagerung ins Private gegeben, schreiben die Autoren: "Man traf sich in kleiner Runde zu Picknicks, zu Wanderungen oder zum Grillen."

So seien die Vernetzung intensiviert und das Zugehörigkeitsgefühl gestärkt worden. "Die eigenen politischen Überzeugungen wurden durch soziale und emotionale Bindungen zu Gleichgesinnten angereichert." Ende 2021 habe dann wieder das öffentliche Demonstrieren dominiert, nachdem die Impf-Debatte Fahrt aufgenommen habe.

Die Rolle der AfD

Als "parlamentarischen Arm" der Protestbewegung sehen die MBR-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die AfD, deren Funktionäre an Protesten der Corona-Leugner teilgenommen hätten. "Einige haben Verschwörungstheorien und Hetze über Soziale Netzwerke geteilt." Grundsätzlich werde die AfD aber kontrovers diskutiert. Für einige sei sie die einzig wählbare Partei, andere sähen sie als Teil einer großen Verschwörung.

Die AfD selbst habe versucht, an Verschwörungserzählungen anzuknüpfen. So habe sie 2020 im Gütersloher Kreistag über eine Resolution abstimmen lassen, mit der sie das Aussetzen des Impfens gefordert habe, weil die Impfstoffe "in die DNA des Menschen" eingriffen. Und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD im Kreistag Lippe, Sabine Reinknecht, habe im Mai 2021 auf einer Kundgebung in Bad Oeynhausen ein Banner mit der Aufschrift "Stoppt den Great Reset" getragen. Mit "Great Reset" ist gemeint, dass geheime (jüdische) Eliten eine neue Weltordnung etablieren wollen, um alle Menschen beherrschen zu können.

Unterstützung des russischen Angriffs auf die Ukraine

Die in einigen Telegram-Kanälen geäußerten Überzeugungen und Absichten, eigene Schulen und Dörfer zu gründen, zeugen nach Ansicht der MBR von einer Entfremdung von der demokratischen, diskutierenden Mehrheitsgesellschaft. Die bewusste soziale Isolierung unter Gleichgesinnten fördere ein weiteres Abdriften in Verschwörungserzählungen, heißt es in dem Bericht. Dario Schach: "Am Ende des Prozesses steht ein geschlossenes verschwörungsideologisches Weltbild, das völlig unabhängig von der Corona-Pandemie existiert und sich anschlussfähig an andere Krisen zeigt."

Dieses werde durch die Unterstützung des russischen Angriffs auf die Ukraine durch "bedeutende Teile der Bewegung" deutlich. "Der Diskurs innerhalb der Szene tendiert zu einer Beendigung des Krieges zuungunsten der Ukraine", sagt Dario Schach. Deshalb beschreibe der Ausdruck "Corona-Leugner" auch nicht mehr die aktuellen Ziele. In Verschwörungstheorien werde Russland zum Teil als Spielball "geheimer Mächte" dargestellt, die eine neue Weltordnung schaffen wollten.

Bildunterschrift: Gerd Ulrich (rechts), ehemals Leiter der "Einheit Hermannsland" der inzwischen verbotenen "Heimattreuen Deutschen Jugend", nimmt an Mahnwachen teil wie hier am 21. Januar in Detmold.

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Mindener Tageblatt Online, 23.01.2023:

"Impf-Mörder"-Parolen an Arztpraxis in Lahde: Jetzt ermittelt der Staatsschutz

23.01.2023 - 13.47 Uhr

Lea Oetjen

Petershagen-Lahde. Schrift und Pfeile waren kaum zu übersehen: Mit roter und blauer Farbe haben Unbekannte die Hauswand der Arztpraxis Damsch am Ackerweg in Petershagen-Lahde beschmiert - um genau zu sein mit "Impf-Mörder"-Graffitis. Jetzt hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen.

Die Tat liegt bereits einige Tage zurück, eine Anfrage der Redaktion ist aber erst Montag beantwortet worden. Laut Michael Kötter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Bielefeld und des Staatsschutz, seien die Schmierereien irgendwann in der Zeit von Samstag, 14. Januar, 16 Uhr bis Sonntag, 15. Januar, 10.30 Uhr auf die Fassade gesprüht worden. Pressesprecher Kötter sieht darin "Parolen der Impfgegner-Szene".

Aus diesem Grund ermittle auch der Staatsschutz. Eine erste Anzeige haben zwar Beamte der hiesigen Kreispolizeibehörde getätigt, wie Pressesprecher Thomas Bensch bestätigt. Wenn eine politisch motivierte Straftat vorliegen könnte, ermittelt aber der Staatsschutz weiter, erläutert Michael Kötter. "Dazu werden zunächst Sachverhalte aus den einzelnen Kreispolizeibehörden zur Prüfung an den Staatsschutz weitergeleitet."

Matthias Damsch, der praktizierende Arzt in der beschmierten Praxis, möchte sich zu der Aktion nicht äußern. Bereits am Sonntag ließ er die Schriftzüge entfernen.

Zeugen, die Angaben zu der Tat machen können, sollen sich an die Kriminalinspektion Staatsschutz wenden unter der Telefonnummer 0521 / 5450.

Bildunterschrift: Unbekannten schmierten "Impf-Mörder"-Parolen an die Arztpraxis am Ackerweg in Lahde.

Bildunterschrift: Die Pfeile zeigen zum Eingang der Hausarztpraxis. In demselben Gebäude ist auch das Gyncolleg Weserland angesiedelt.

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