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Lippische Landes-Zeitung , 13.01.2022 :

Zwei Steine kommen später

Ende Januar werden in Detmold Erinnerungsorte für die Opfer der NS-Zeit geschaffen / Die Tafeln für das Ehepaar Kauders müssen noch warten / Dann sollen auch die Herzberg-Stolpersteine verlegt werden

Yvonne Glandien

Detmold. Nicht neun, sondern nur sieben Stolpersteine werden Ende Januar in Detmold verlegt. Bei den Gedenktafeln für das jüdische Ehepaar Kauders, das von Nazis verschleppt wurde und in Auschwitz umgekommen ist, gibt es eine Verzögerung. Da die Steine an der letzten frei gewählten Adresse verlegt werden sollen, ist der Gedenkort für Eduard und Frieda Kauders die Lange Straße 36. Dieser Bereich liegt aber im ersten Abschnitt der Bauarbeiten, die bald in der Innenstadt beginnen.

"Wir wollen die Stolpersteine aber auch nicht für ein halbes Jahr an einem vorübergehenden Ort verlegen", erklärt Pressereferent Marius Roll. Daher wolle man mit den beiden Gedenksteinen warten und sie direkt im Anschluss an die Arbeiten an ihrem richtigen Platz verlegen. Die anderen sieben Steine, die künftig an die Familie Valk, die Schwestern Lükermann und Hildegard Kleesiek erinnern sollen, sind davon aber nicht betroffen.

Einen neuen Platz soll es aber auch für die bisher einzigen Gedenksteine in der Innenstadt geben. Für die Herzberg-Stolpersteine stehe fest, dass diese nach Abschluss der Arbeiten an ihre eigentliche Adresse in der Langen Straße 71 verlegt werden sollen. Die fünf Gedenktafeln waren 2020 zunächst in der Karlstraße eingelassen geworden. Der damalige Bürgermeister Rainer Heller hatte eine Absichtserklärung unterzeichnet, die deutlich macht, dass die Karlstraße nicht der finale Gedenkort bleiben soll. Marius Roll macht klar: Bürgermeister Hilker trägt diese Absicht voll mit. Die Herzberg-Steine sollen nach Ende der Bauarbeiten verlegt werden. In Zukunft soll es zudem einfacher werden, solche Gedenksteine in der Stadt zu verlegen. "Deswegen gab es ja auch den Ratsbeschluss im Oktober, nach dem nun nicht mehr Grundstückseigentümer ihre ausdrückliche Einstimmung geben müssen", sagt Roll.

Künstler spricht im Haus Münsterberg

Verantwortlich für das Projekt Stolpersteine zeichnet der Künstler Gunter Demnig. International haben er und sein Team seit dem Jahr 2000 bereits mehr als 75.000 Steine verlegt, die an die Opfer des Holocausts erinnern.

Gunter Demnig wird am Freitag, 28. Januar, im Haus Münsterberg zu Gast sein. Sein Vortrag mit anschließender Diskussion beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei. Demnig skizziert darin sowohl seinen künstlerischen Werdegang als auch Entstehung und Bedeutung des Projekts Stolpersteine.

Die Verlegung der neuen Steine in Detmold Ende Januar findet auf Grund der Pandemie in nicht-öffentlichem kleinen Kreis statt.

Bildunterschrift: Die Stolpersteine für die Familie Herzberg sind im Juni 2020 in der Karlstraße verlegt worden. Sobald die Arbeiten in der Langen Straße beendet sind, sollen sie ihren Ort wechseln.

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- Freitag, 28. Januar 2022 um 19.30 Uhr -


Vortrag von Gunter Demnig: "Stolpersteine - Spuren und Wege"


Veranstaltungsort:

Haus Münsterberg
Hornsche Straße 38
32756 Detmold


Hinweis: Die dann gültigen Corona-Schutzregeln, zur Zeit Nachweis von 2G, sind einzuhalten.


Gunter Demnig, der seit 1992 mit seinen Projekt "Stolpersteine" an das Schicksal der Menschen erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden, skizziert in dem Vortrag seinen künstlerischen Werdegang von 1968 bis heute. Er berichtet auch über sein Projekt "Stolpersteine", mit dem er über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt geworden ist:

www.gunterdemnig.de


Im Anschluss an den Vortrag steht Gunter Demnig für Diskussionen und Gespräche zur Verfügung.


Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V. im Rahmen der Reihe "Erinnern und Gedenken 2022" vom 26. Januar bis 23. März 2022 der Buchhandlung Kafka & Co., Chorgemeinschaft Cantus - Novus und Freunde, Forum Offenes Detmold, Geschwister- Scholl Gesamtschule Detmold, Stadt Detmold, Stadtarchiv Detmold, Stadtbibliothek Detmold, Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Detmold.

www.gfcjz-lippe.de

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Am 28. Januar 2022 lädt die "Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V." zu einem Vortrag des Bildhauers Gunter Demnig unter dem Titel "Stolpersteine - Spuren und Wege" in Detmold ein.

Am 4. Dezember 2017 wurde das - "Gedenkbuch für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Detmold" - der Historikerin Gudrun Mitschke-Buchholz aus Detmold, als digitale Fassung freigeschaltet.

Am 31. März 2011 hat der Rat der Stadt Detmold mehrheitlich den Beschluss gefasst, individuelle Formen des Erinnerns und Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in der Stadt Detmold zu unterstützen.

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www.gedenkbuch-detmold.de

www.stadtarchiv.detmold.de

www.jg-hf-dt.de

www.gfcjz-lippe.de


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