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1 Artikel , 23.07.2021 :

Pressespiegel überregional

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Blick nach Rechts, 23.07.2021:
Zum NSBM kurz über die Grenze

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Blick nach Rechts, 23.07.2021:

Zum NSBM kurz über die Grenze

Von Horst Freires

Stück für Stück kommen Rechtsrock-Live-Events zurück aus dem Corona-Dornröschenschlaf. Für alle Metal-Anhänger von Pagan bis Satanismus, von Gewaltverherrlichung hin zu Hass-Musik und bis zum Nationalsozialistischen Black Metal (NSBM) bot das traditionelle Eternal Hate Fest im tschechischen Nyrsko am vergangenen Wochenende eine internationale Performance, die einmal mehr auch deutsche Fans anlockte.

Auch die 18. Auflage des im Vorjahr wegen Corona abgesagten Festivals gleich hinter der deutschen Grenze kokettierte wieder mit dem programmatisch stramm rechten NSBM-Stil. Dazu passte dann der Headliner-Auftritt von "Der Tod und die Landsknechte", ein erstmals 2019 kreiertes Projekt von Ronald Wolf Möbus (zeitweise Mitglied der in der NSBM-Szene heroisierten Band "Absurd") und dem im Raum Zwickau umtriebigen Paul M., besser bekannt als "Bile", aktiv bei den rechtsextremen Bands "Leichenzug", "Blitzkrieg", "Halgadom" und "Camulos".

Mit zum diesjährigen Eternal Hate-Line-Up gehörten auch "Infernal War" aus Polen, die sich früher "Infernal SS" nannten und 2014 beim Hot Shower-Festival in Norditalien zum NSBM-Programm gehörten. Und aus Polen in Nyrsko ebenfalls am Start: "Deus Mortem". Zuletzt scheiterten deren Gigs in Europa mehrmals wegen des Vorwurfs, die Bandmitglieder seien zum Teil dem rechten Milieu zuzuordnen.

Die Organisatoren im 5.000 Einwohner zählenden Nyrsko bemühen sich stetig, eine klangvolle deutsche Band auf die Bühne zu stellen, um sich Besucher aus dem Nachbarland zu sichern. Daher trat dort bereits 2019 "Leichenzug" auf, die Band, die im sächsischen Verfassungsschutzbericht 2013 aufgeführt wurde.

Antisemitische Klänge und Schießtraining

Zu den deutschen Nyrsko-Stammbesuchern zählen auch die Mitglieder der selbst ernannten Germanitas Othala Schwarzmetall-Bruderschaft (GOSB), die es seit 2014 gibt und die ganz im Stile eines Rocker-Dresscodes Kutten mit diversen Patches tragen. Die kleine GOSB-Reisegruppe hat das Eternal Hate Fest dazu genutzt, das eigene mehrtägige Jahrestreffen damit zu verknüpfen. Durch einen auf YouTube zusammengestellten Reise- und Festival-Bericht wird ein knapper Einblick in den Trip gewährt. Dazu werden die Bilder neben Eternal Hate-Klängen mit selbst ausgewählter Musik garniert, darunter auch der 1999 eingespielte antisemitische Song "Jewclan" von der inzwischen nicht mehr existierenden Band Vilkates aus Chemnitz. Dazu wie selbstverständlich integriert ins Reiseprogramm von GOSB: Ein Besuch auf einem Schießübungsplatz.

Bildunterschrift: Aus dem Werbevideo deutscher NSBM-Anhänger - Screenshot YouTube.

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