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Westfalen-Blatt / Herforder Kreisblatt , 12.01.2021 :

Trauer um Prof. Dr. Ernst Stresemann

Herford (HK). Das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken trauert um sein langjähriges Vorstandsmitglied und großen Förderer Prof. Dr. Ernst Stresemann, der im Alter von 96 Jahren am 1. Januar in Bad Salzuflen gestorben ist.

"Er war ein besonderer Mensch, der die Idee des Gedenkens an die Opfer des Holocaust mit wahrhaftiger Überzeugung mitgetragen und gelebt hat", heißt es in einem Nachruf. Bei einer Gedenkveranstaltung im Jahr 2011 zur Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee habe er gesagt: "Wer das Grauen selbst erlebt hat, den lässt es nicht mehr los."

Stresemann war seit den Anfängen des Vereins Kulturen in der Region im Vorstand und als Förderer tätig. Mit den Gründungsmitgliedern habe er für die Umwidmung des Zellentrakts in eine Gedenkstätte gekämpft, um hier einen Ort der Begegnung und Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus zu begründen. "Er förderte Ausstellungen ideell durch gute Ratschläge, durch langjährige Vorstandsarbeit und durch großzügige finanzielle Unterstützung", ebenso Initiativen zum Neubau der Synagoge.

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Neue Westfälische / Herforder Kreisanzeiger, 15.04.2010:

Wolfgang Spanier leitet jetzt das Kuratorium

Jutta Heckmanns zur Ehrenvorsitzenden ernannt / Festakt zum fünfjährigen Bestehen der Gedenkstätte Zellentrakt / 8.000 Besucher

Von Christoph Laue

Herford. Das Kuratorium "Erinnern Forschen Gedenken" hat am Dienstagabend den früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Spanier zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er löst Jutta Heckmanns ab, die Ehrenvorsitzende wurde. Sie war langjährige Vorsitzende des 1989 gegründeten Vorgängerverein "Kulturen in der Region" und leitete das Kuratorium seit der Gründung 1997.

In den neuen nunmehr zehnköpfigen Vorstand wurden außerdem gewählt: Miriam Sölling als stellvertretende Vorsitzende sowie Friedel Böhse, Cornelis Holtkamp, Jochen Krössin, Christoph Laue, Swantje Meyer zur Heide, Beatrice Stresemann, Prof. Dr. Ernst Stresemann und Sonja Wehmeier.

Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung feierte das Kuratorium mit zahlreichen Gästen das fünfjährige Bestehen der Gedenkstätte Zellentrakt, die im April 2005 in Anwesenheit des damaligen Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Paul Spiegel, eröffnet wurde.

Jutta Heckmanns berichtete über die erfolgreiche Arbeit mit elf Ausstellungen und etwa 8.000 Besuchern in den Ausstellungen, davon etwa 50 Prozent Schüler, dazu zahlreichen Einzelveranstaltungen mit weiterer großer Besucherresonanz.

Insgesamt sei das Ziel, eine dauerhafte Stätte der aktiven und aktuellen Auseinandersetzung mit den schlimmsten Zeiten der Geschichte in Raum Herford zu installieren, mit großem Erfolg erreicht worden. Gerade der authentische Ort, die pädagogischen Angebote und die Darstellung anhand persönlicher Schicksale hätten bei vielen Besuchern tiefe Eindrücke hinterlassen, von denen auch die Einträge im Gästebuch zeugen. Natürlich bestehen Wünsche nach einem weiteren Ausbau und weiterer institutioneller Absicherung der Gedenkstätte, die als Nebenstelle des Stadtarchivs Herford ehrenamtlich vom Kuratorium getragen wird.

Bürgermeister Bruno Wollbrink bestätigte in seinem Grußwort die Bedeutung der Gedenkstätte, sicherte dauerhafte Unterstützung zu und lobte das ehrenamtliche Engagement des Kuratoriums, machte aber auch die notwendige institutionelle Anbindung an das Stadtarchiv deutlich.

Nach der Jahreshauptversammlung hatte der neue Vorsitzende von den Plänen des Kuratoriums berichtet: Die Zwangsarbeits-Ausstellung läuft noch bis zum 18. Juli 2010. Geplant sind eine Rekonstruktion der fehlenden Gefängnisgitter. Die nächste Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens. Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule" mit regionalbezogenen Erweiterungen wird ab September 2010 gezeigt.

Die Bibliothek der Familie Elsbach wird demnächst wieder nach Herford zurückkehren und soll in würdigen Rahmen im Elsbach-Haus präsentiert werden. Fortgesetzt wird der interreligiöse Dialog mit Filmvorführungen in Synagoge, Moschee und Kirchen. Die Gedenktage 9. November und 27. Januar werden mit Veranstaltungen begleitet. Im Herbst wird Helga Kohne die bisher unbekannte Geschichte des "Blutraubs" (Waisenhauskindern in der UdSSR wurde gewaltsam Blut für verwundete Wehrmachtssoldaten abgezapft) präsentieren.

Die Stolperstein-Aktion wird mit der nächsten Verlegung im März 2011 und der Einbeziehung weiterer Verfolgungs-Gruppen fortgesetzt. Margot Friedländer soll nochmals auch zu Lesungen in Schulen eingeladen werden. Die bewährten Kooperationen, u.a. mit der Jüdischen Gemeinde, MARTa und verschiedenen Arbeitskreisen wird fortgesetzt und die Internetpräsenz www.zellentrakt.de ausgebaut.

Bildunterschrift: Neuer Vorstand: (v. l.) Cornelis Holtkamp, Swantje Meyer zur Heide, Sonja Wehmeier, Christoph Laue, Ehrenvorsitzende Jutta Heckmanns, 1. Vorsitzender Wolfgang Spanier, 1. Stellvertreterin Miriam Sölling, Jochen Krössin. Nicht auf dem Foto: Friedel Böhse, Beatrice Stresemann, Prof. Dr. Ernst Stresemann.

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Westfalen-Blatt / Herforder Kreisblatt, 15.04.2010 :

Jutta Heckmanns mit Ehrenvorsitz geehrt

Wolfgang Spanier leitet das Kuratorium - seit 2005 fast 8.000 Besucher im Zellentrakt

Herford (wst). Seit 2005 erinnert die Gedenkstätte Zellentrakt im Rathaus die Herforder daran, dass auch ihre Stadt zwölf Jahre lang unter der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten stand. Auf fünf Jahre erfolgreiche Aufklärungsarbeit blickte das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken jetzt bei einer Feierstunde im Rathaus zurück.

In der vorangegangenen Jahreshauptversammlung hatten die Mitglieder des Kuratoriums die langjährige Vorsitzende Jutta Heckmanns, die schon den 1989 gegründeten Vorgängerverein "Kulturen in der Region" geleitet hatte, per Akklamation zur Ehrenvorsitzenden bestimmt.

In ihrem Rückblick auf fünf Jahre Zellentrakt erläuterte sie, dass seit 2005 genau 7.880 Besucher, darunter 4.550 Schülerinnen und Schüler die Gedenkstätte besucht hätten. Seit der Ausstellung "Anne Frank war nicht allein", mit der sie am 5. April 2005 eröffnet wurde, fanden dort zehn weitere Ausstellungen und zahlreiche Veranstaltungen statt. Die 65-Jährige äußerte den Wunsch, dass "jeder im Laufe der Schulzeit die Gedenkstätte Zellentrakt besucht, damit das Bewusstsein entsteht, dass auch in Herford die Nazis gewütet haben und wir allzeit wachsam bleiben müssen".

Die Vorschau auf kommende Veranstaltungen hielt der ehemalige Bundestagsabgeordnete Wolfgang Spanier, den die Mitglieder zum neuen Vorsitzenden gewählt hatten. Anfang September wird die Ausstellung "Wir leben in einer Oase des Friedens" den Besuchern eine Schule für jüdische Mädchen und ihr tragisches Ende vorstellen. Sie wurde auch von drei Herforderinnen besucht.

Außerdem verlegt Künstler Gunter Demnig weitere Stolpersteine. Bereits jetzt erinnern 72 Steine an Herforder Bürger, die Opfer des Nationalsozialismus wurden, weitere 35 Stolpersteine sind geplant. Im März 2011 kommt Demnig wieder nach Herford. Spanier hofft, dass auch Margot Friedländer Herford nochmals besucht. Die Lesung soll dann in einer Schule stattfinden. Dies sei der besondere Wunsch der Autorin, die das Konzentrationslager überlebte und gerade in ihre Heimatstadt Berlin zurückgekehrt ist.

Neben Wolfgang Spanier gehören dem neu gewählten Vorstand die stellvertretende Vorsitzende Miriam Sölling sowie Sonja Wehmeier, Swantje Meyer zur Heide, Cornelis Hartkamp, Jochen Krössin, Stadtarchivar Christoph Laue, Friedel Böhse, Beatrice und Prof. Dr. Ernst Stresemann an.

Bildunterschrift: Der neue Vorstand des Kuratoriums Erinnern Forschen Gedenken: Die Ehrenvorsitzende Jutta Heckmanns (vorne, links) und der Vorsitzende Wolfgang Spanier (vorne, rechts) sowie (von links) Christoph Laue, die stellvertretende Vorsitzende Miriam Sölling, Sonja Wehmeier, Swantje Meyer zur Heide, Cornelis Hartkamp und Jochen Krössin.

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Am 1. Januar 2021 verstarb (im Alter von 96 Jahren) in Bad Salzuflen Ernst Stresemann - ein langjähriges Vorstandsmitglied des "Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V." und der "Gedenkstätte Zellentrakt".

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