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Neue Westfälische , 29.11.2018 :

AfD-Politikerin unterstützt Holocaust-Leugner

Von Dirk-Ulrich Brüggemann

Kiel / Bielefeld. In einem weiteren Fall wird der AfD Nähe zu Rechtsextremen vorgeworfen. So soll nach Medienberichten die AfD-Landesvorsitzende von Schleswig-Holstein, Doris von Sayn-Wittgenstein, einen Verein von Holocaust-Leugnern im thüringischen Guthmannshausen in der Nähe von Weimar unterstützt haben.

Der Verein "Gedächtnisstätte" war in Guthmannshausen 1992 mit dem Ziel gegründet worden, ziviler und deutscher Kriegsopfer zu gedenken. Zu den Gründungsmitgliedern gehörte auch die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck aus Vlotho. Die 90-Jährige verbüßt zur Zeit in Bielefeld eine Gefängnisstrafe. Der Verein war ins Visier des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes geraten, weil auf dessen Veranstaltungen in "geschichtsrevisionistischer Manier" deutsche Kriegsverbrechen "relativiert und die Kriegsschuld des NS-Regimes geleugnet" werden.

In einem Internetblog lobte eine Autorin namens Doris von Sayn-Wittgenstein die Veranstaltungen des Vereins, "die den Horizont erweitern, statt den Geist zu manipulieren". Menschen, die die "Gedächtnisstätte" besuchen, würden "in den Medien angeprangert und man versucht, sie geschäftlich zu ruinieren". "Für unser ganzes Volk ist die Zeit gekommen, grundsätzlich umzudenken. Fast 70 Jahre Krieg und Entmündigung sind genug", schrieb Sayn-Wittgenstein. Gegenüber der Welt leugnete die 64-jährige, die in Arolsen geboren wurde, die Urheberschaft dieser Zeilen nicht. Die schleswig-holsteinische AfD-Fraktion befasst sich mit den Vorwürfen.

Bildunterschrift: In der Kritik: Doris von Sayn- Wittgenstein (AfD).

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Norddeutscher Rundfunk, 28.11.2018:

Schmeißt die AfD-Fraktion Sayn-Wittgenstein raus?

28.11.2018 - 20.54 Uhr

Die Fraktion der AfD im Schleswig-Holsteinischen Landtag will in ihrer nächsten Sitzung über den Ausschluss der Abgeordneten und AfD-Landesvorsitzenden Doris von Sayn-Wittgenstein aus der Fraktion beraten. Das gab der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Claus Schaffer, am Mittwochabend bekannt. Sayn-Wittgenstein war wiederholt wegen möglicher Kontakte zu rechtsextremistischen Kreisen in die Kritik geraten und nach den jüngsten Vorwürfen scheint das Maß jetzt voll zu sein.

Unterstützung eines rechts-extremistischen Vereins

Wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet, soll Sayn-Wittgenstein zur Unterstützung eines Vereins aufgerufen haben, der vom Verfassungsschutz als rechts-extremistisch eingestuft wird. Dieser Verein stehe auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD, so der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Schaffer. Zur Unterstützung dieses Vereins aufzurufen, sei inakzeptabel, erklärte die AfD-Fraktion in einer Pressemitteilung.

Sayn-Wittgenstein hatte sich in einer Fraktionssitzung zu den Vorwürfen geäußert. Daraufhin habe der Fraktionsvorstand beschlossen, über den Ausschluss der Abgeordneten in ihrer nächsten Fraktionssitzung am 4. Dezember zu beraten, so Schaffer. Die Vorgehensweise sei in enger Abstimmung mit dem AfD-Fraktionsvorsitzenden Jörg Nobis gefallen, der sich derzeit mit dem Ältestenrat des Landtages in Israel aufhält.

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Kieler Nachrichten Online, 28.11.2018:

AfD-Fürstin droht Rauswurf aus der Fraktion

28.11.2018 - 18.57 Uhr

Die AfD-Fraktion will über den Ausschluss der schleswig-holsteinischen Landeschefin Doris Fürstin von Sayn-Wittgenstein beraten. Anlass ist ein Bericht, wonach die Politikerin am 18. Dezember 2014 im Internet um Unterstützung für eine Gedächtnisstätte im thüringischen Guthmannshausen geworben hat.

Von Christian Hiersemenzel

Kiel. Doris Fürstin von Sayn-Wittgenstein droht der Rauswurf aus der AfD-Fraktion. Anlass ist ein Bericht in "Die Welt", wonach die schleswig-holsteinische Politikerin am 18. Dezember 2014 im Internet um Unterstützung für eine Gedächtnisstätte im thüringischen Guthmannshausen geworben hat. Die AfD-Fraktionssitzung soll am 4. Dezember 2018 stattfinden.

Laut niedersächsischem Verfassungsschutz dient die Gedächtnisstätte Guthmannshausen in Thüringen einer "revisionistischen, antisemitischen und fremdenfeindlichen Geschichtsbetrachtung und -verbreitung".

Eka von Kalben fordert AfD zur Trennung auf

Grünen-Fraktionschefin Eka von Kalben, die am Mittwoch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem besuchte, forderte die AfD-Fraktion zur Trennung auf. Mit in Israel ist auch AfD-Fraktionschef Jörg Nobis.

Sein Stellvertreter Claus Schaffer teilte mit, dass der Verein in Thüringen auf der Unvereinbarkeitsliste der Partei AfD stehe. Die weitere Vorgehensweise sei in engem Kontakt mit dem Fraktionschef abgestimmt worden.

Bildunterschrift: Doris von Sayn-Wittgenstein (AfD) muss kommende Woche mit ihrem Rauswurf aus der Fraktion rechnen.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung Online, 28.11.2018:

AfD-Politikerin unterstützt Verein von Holocaust-Leugnern

28.11.2018 - 15.19 Uhr

Von Justus Bender

Die AfD sieht sich in einem weiterem Fall mit dem Vorwurf der Nähe zu Rechtsextremen konfrontiert. Die AfD-Vorsitzende in Schleswig-Holstein, Sayn-Wittgenstein, hat offenbar einen Verein von Holocaust-Leugnern unterstützt.

Die AfD-Vorsitzende von Schleswig-Holstein, Doris von Sayn-Wittgenstein, soll am 18. Dezember 2014 zur Unterstützung eines Vereins von Holocaust-Leugnern aufgerufen haben. In einem "Standpunkt" genannten Internetblog lobte eine Autorin namens Doris von Sayn-Wittgenstein den Verein "Gedächtnisstätte" in Guthmannshausen, auf dessen Veranstaltungen nach Angaben des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes "in geschichtsrevisionistischer Manier" deutsche Kriegsverbrechen "relativiert und die Kriegsschuld des NS-Regimes geleugnet" werden.

Sayn-Wittgenstein hingegen schrieb, der Verein mache Veranstaltungen, "die den Horizont erweitern, statt den Geist zu manipulieren". Menschen, welche die "Gedächtnisstätte" aufsuchten, würden "in den Medien angeprangert und man versucht, sie geschäftlich zu ruinieren". Dies sollte "uns jedoch nicht davon abhalten, uns dem Diktat deutschfeindlicher Interessengruppierungen zu beugen", schrieb Sayn-Wittgenstein. "Im Gegenteil: Es sollte Ansporn sein ,sich jetzt erst recht einzubringen! ( ... ) Für unser ganzes Volk ist die Zeit gekommen, grundsätzlich umzudenken. Fast 70 Jahre Krieg und Entmündigung sind genug." Nach Angaben der Zeitung "Die Welt", die zuerst über den Blogeintrag berichtet hatte, leugnete Sayn-Wittgenstein die Urheberschaft auf Anfrage nicht. Ein Sprecher der schleswig-holsteinischen AfD-Fraktion sagte dieser Zeitung am Mittwoch, es fänden Besprechungen zu den Vorwürfen statt. Eine Stellungnahme wird für den Nachmittag erwartet.

Der Verein "Gedächtnisstätte" wurde 1992 mit dem vorgeblichen Ziel gegründet, zivilen deutschen Kriegsopfern zu gedenken. Gründungsvorsitzende des in neonazistischen Kreisen verwurzelten Vereins war die schon etliche Male wegen Volksverhetzung verurteilte und gegenwärtig inhaftierte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel. Sie bezeichnet den Holocaust als "Lüge" und hatte 2005 geschrieben, Adolf Hitler sei "eben nicht vom geglaubten Holocaust oder seiner angeblichen Kriegsbesessenheit zu verstehen", "sondern nur von einem göttlichen Auftrag im weltgeschichtlichen Rahmen".

Am Rande des diesjährigen Vereinssommerfestes sagte der gegenwärtige Vorsitzende Wolfram Schiedewitz: "Je länger diese Dinge zurückliegen, desto mehr Geschichten werden erzählt, die völlig aus der Luft gegriffen sind. Und die uns natürlich nur belasten sollen, aber keine weiß noch Bescheid, dass es eigentlich anders war."

Schiedewitz kritisierte zudem die aktuellen Prozesse gegen SS-Wachmänner der Konzentrationslager. Laut dem nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz agitiert der Verein "gegen den demokratischen Verfassungsstaat". Sayn-Wittgenstein rief in ihrem Blogeintrag ihre Leser zu einer aktiven Unterstützung des Vereins und seiner Ziele auf. "Geben Sie der Gedächtnisstätte daher die verdiente Unterstützung, damit von dort weitere Impulse zur Selbstbestimmung des deutschen Volkes ausgehen können und werden Sie Mitglied!"

Bildunterschrift: Lob für Holocaust-Leugner: Die AfD-Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein, Doris Sayn-Wittgenstein.


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