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WDR-Nachrichten aus Westfalen-Lippe , 09.10.2018 :

Nazi-Schmierereien im lippischen Barntrup

09.10.2018 - 10.52 Uhr

Rund 40 rechtsextreme Schmierereien

Zweiter Vorfall dieser Art in zwei Wochen

Bürgermeister fordert mehr Polizeipräsenz

Ein Zeitungsausträger hatte am frühen Dienstagmorgen (09.10.2018) Farbschmierereien an Hausfassaden und Pkws in der Barntruper Innenstadt entdeckt. Die Polizei fand später insgesamt rund 40 gesprühte rechtsmotivierte Symbole wie Hakenkreuze oder Runen.

Ähnlicher Vorfall vor zwei Wochen

Der Bielefelder Staatsschutz dehnt nun seine Ermittlungen aus, er wurde bereits bei der ersten "Schmiererei-Attacke" vor zwei Wochen eingeschaltet. Die Polizei sucht jetzt Zeugen, die zwischen Montagnacht gegen 22.00 Uhr und Dienstagmorgen 02.25 Uhr auffällige Beobachtungen gemacht haben.

Bürgermeister fordert mehr Polizeipräsenz

Barntrups Bürgermeister Jürgen Schell machte sich bereits am Dienstagmorgen bei den Leuten, deren Eigentum beschmiert wurde, ein Bild von der Lage. Er habe keine Ahnung, wer dahintersteckt, sagte Schell dem WDR anschließend wörtlich. Ihm sei jedenfalls in dem Ort kein Problem einer "tiefgreifenden rechtsradikalen Gesinnung bekannt".

Schell forderte, die Polizei müsse mehr Präsenz zeigen, Streife fahren. Barntrup habe nur einen Ortspolizisten, und der sei nicht nachts unterwegs.

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Lippische Landes-Zeitung, 27.09.2018:

Spraydose aufgetaucht

Barntrup. In der Nacht zum Dienstag sind etliche Gebäude, Fahrzeuge und Schaufenster in Barntrup mit Farbe beschmiert worden(die LZ berichtete).Der oder die Täter sprayten unter anderem auch verfassungswidrige Symbole, so dass der Staatsschutz Bielefeld ermittelt. Eine der verwendeten Spraydosen soll jetzt in der Nähe des Schlosses gefunden worden sein, schreibt die Polizei, die bislang aber nicht kontaktiert wurde. Die Ermittler bitten den Finder, sich mit der Polizei in Lemgo unter Tel. (05261) 9330 in Verbindung zu setzen.

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Lippische Landes-Zeitung, 26.09.2018:

Hakenkreuze: Staatsschutz ermittelt

Barntrup (sf). War es ein Dumme-Jungen-Streich, eine politisch motivierte Tat oder ein Racheakt in der Nachbarschaft? In der Nacht zum Dienstag haben Unbekannte Häuser, Schaufenster und Pkws in der Barntruper Innenstadt beschmiert. Und zwar mit Schimpfwörtern, Hakenkreuzen, SS-Zeichen und fremdenfeindlichen Parolen. Der Staatsschutz aus Bielefeld ermittelt.

Ein Café, ein Restposten-Geschäft, eine Apotheke, ein Kosmetikstudio, eine Schneiderei, ein Imbiss und mehrere Autos im Bereich der westlichen Mittelstraße und der Unteren Straße sind mit gelber Acrylfarbe besprüht worden. Die Polizei und der Staatsschutz sprechen von 13 bekannten Fällen, schließen aber weitere Geschädigte nicht aus. Ein Anwohner hatte gegen 3.30 Uhr Geräusche gehört. Zum Glück, so ein Bürger, fand die Sprühattacke zu einer Zeit statt, in der der Morgentau bereits die Fahrzeuge benetzt hatte, so dass die Farbe mit einigem Aufwand entfernt werden konnte. "Wäre es trocken gewesen, hätte man die Autos neu lackieren müssen", unterstreicht der Anwohner. Auffällig ist, dass lediglich der westliche Teil der Mittelstraße und Unteren Straße betroffen ist. Teils mit Hass-Parolen und rechtem Gedankengut, teils aber auch mit satanistischen Sprüchen und Fäkalsprache, Rechtschreibfehler inklusive.

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Radio Lippe, 25.09.2018:

Staatsschutz ermittelt wegen rechter Schmierereien

In Barntrup hat der Staatsschutz mittlerweile gut zwei Dutzend rechtsgerichtete Sprayereien entdeckt. Unbekannte haben Autos, Fensterscheiben und Hauswände mit Hakenkreuzen, Runen und fremdenfeindlichen Parolen beschmiert.

Heute Morgen sprach der zuständige Bielefelder Polizeisprecher Michael Kötter zunächst von rund der Hälfte der Fälle. Die Ermittler bitten weiter um Zeugenhinweise. Sie gehen von weiteren noch nicht bekannten Opfern aus, die sich bitte auch melden sollen. Die Ermittlungen stehen noch ganz am Anfang.

Im Internet haben sich viele Barntruper heute schockiert gezeigt. Wann genau die Schmierereien passiert sind, ist noch unklar. Bei solchen politisch motivierten Taten ermittelt immer der Bielefelder Staatsschutz und nicht die lippische Polizei.


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