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www.hiergeblieben.de vom 8. August 2012 , 13.09.2018 :

Herford: Erika Zemaitis stimmte gegen Synagogen-Zuschuss

Am 7. August 2012 gab Erika Zemaitis, als Mitglied im Herforder Stadtrat im Juni 2010 europaweit in die Schlagzeilen geraten, ihren Austritt aus der Partei "Die Linke" bekannt. Darüber berichten heute, am 8. August 2012, das Westfalen-Blatt und Radio Herford.

Kein Alleinstellungsmerkmal der NPD

Über einen Zuschuss zum Bau der Synagoge stimmte am 18. Juni 2010 der Rat der Stadt Herford ab. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen, allerdings stimmte ein Stadtratsmitglied gegen die Unterstützung der Jüdischen Gemeinde - wörtlich: gegen das "Partikularinteresse einer Religionsgemeinschaft". Die Gegenstimme kam aber nicht etwa von der (im Stadtrat nicht vertretenen) NPD, sondern von der Abgeordneten der Partei "Die Linke", Erika Zemaitis.

Stadtverband der Partei "Die Linke" solidarisierte mit Erika Zemaitis

Der gesamte Herforder Stadtverband der Partei "Die Linke", stellte sich nach öffentlicher Kritik hinter das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten. In einem Kommentar vom 2. Juli 2010 unter dem zynischem Titel "Für kulturelle Vielfalt und Gleichbehandlung" hieß es wörtlich:

"Innerhalb der Arbeitsgruppe Haushalt erarbeitete Erika Zemaitis diesen Standpunkt mit den Mitgliedern des Stadtverbandes der Linken. Eine andere Beschlusslage, wie von der Kreissprecherin behauptet, hat es nicht gegeben. Auch darf die Kritik an Inge Högers Beteiligung an der zum Teil durch islamistische Gruppen organisierten "Free-Gaza"-Mission nicht dadurch kompensiert werden, dass die Herforder Synagoge als pro-jüdisches "Gegenargument" instrumentalisiert wird. Politisch stehen die Probleme in keinem Zusammenhang."

Synagoge 70 Jahre nach Zerstörung wieder aufgebaut

Die Synagoge Herford ist der Sitz der Jüdischen Kultusgemeinde Herford-Detmold. Die heutige Synagoge wurde erst 70 Jahre nach der Zerstörung während der Novemberpogrome 1938 an der Stelle der ursprünglichen Synagoge an der Komturstraße in der Herforder Neustadt wieder aufgebaut. Sie wurde am 13. März 2010 eingeweiht, an dem Festakt war unter anderem Charlotte Knobloch, die damalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, beteiligt.


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