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Neue Westfälische , 17.10.2017 :

Holocaust-Leugnerin (88) zu Freiheitsstrafe verurteilt

Volksverhetzung: Die Vlothoerin besucht eine Veranstaltung in einer Gaststätte in Berlin-Lichtenrade / Dort erklärt sie, dass in Auschwitz "keine Millionen und auch keine Hunderttausende umgebracht" worden seien

Vlotho / Berlin (brm). Die notorische Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck aus Vlotho ist vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen Volksverhetzung zu sechs Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Auch kündigte die 88-Jährige noch im Gerichtssaal Berufung gegen das Urteil an.

Haverbeck wurde vorgeworfen, in Berlin auf einer öffentlichen Veranstaltung in Berlin-Lichtenrade im Januar letzten Jahres geäußert zu haben, dass es den Holocaust nicht gegeben habe und "nichts echt" sei an den Gaskammern des Konzentrationslagers Auschwitz. In der Gaststätte hatte die Holocaust-Leugnerin laut Angeklagte auch behauptet, dass in Auschwitz "keine Millionen und auch keine Hunderttausende umgebracht" worden sein. Der Prozess dauerte mehr als vier Stunden. Als Beweis wurde auch ein Filmmitschnitt der Veranstaltung gezeigt.

Am 23. November muss sich Ursula Haverbeck vor dem Landgericht Detmold ebenfalls wegen Volksverhetzung verantworten. Bei zwei Prozessen vor dem Amtsgericht Detmold war sie zu Freiheitsstrafen von acht und zehn Monaten verurteilt worden. Gegen beide Urteile hatte sie Berufung eingelegt. Diese Berufungen sollen nun im November verhandelt werden.

Eigentlich war dieser Prozess bereits für Juli terminiert. Doch zu diesem Datum hatte sie dem Gericht ein ärztliches Attest präsentiert, dass den Prozess platzen ließ. Erst die amtsärztliche Untersuchung bescheinigte der Holocaust-Leugnerin die Verhandlungsfähigkeit. Im August hatte das Landgericht Verden Haverbeck zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Die Angeklagte hatte zusammen mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann das "Collegium Humanum" in Vlotho als Treffpunkt für Holocaust-Leugner und Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet geleitet. Die in den 1960er Jahren gegründete rechtsextreme Vereinigung und deren Teilorganisation "Bauernhilfe e.V." wurden 2008 vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) verboten.

Bildunterschrift: Verurteilt: Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck.


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