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Lippische Landes-Zeitung , 12.09.2017 :

Termine / "Drei Söhne" im Kino

Lemgo. Im Hansa-Kino findet am morgigen Mittwoch die Erstaufführung des Films "Drei Söhne" statt. Organisatoren sind die Lippische Gesellschaft für Politik und Zeitgeschichte sowie die alte Garde der "Frauen für Lemgo". Beginn ist um 17 Uhr. Für Schüler, die die Aufführung besuchen, übernimmt die Gesellschaft die 5 Euro Eintritt. Kartenreservierungen: Tel. (05261) 188500.

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- Mittwoch, 13. September 2017 um 17.00 Uhr -


Film-Erstaufführung: "Drei Söhne" (Dokumentarfilm Deutschland 2017, Regie: Birgit-Katrin Weber, 87 Minuten) in Anwesenheit der Filmemacherin Birgit-Karin Weber


Veranstaltungsort:

Hansa-Kino
Neue Torstraße 33
32657 Lemgo

www.kino-lemgo.de


- Reservierungen unter: (05261) 188500


Raphael Wallfisch ist ein international bekannter Cellist, André Laks ein Philosophieprofessor, Thomas Frankl ein Galerist. So unterschiedlich die individuellen Lebensläufe der drei Männer auch sind, so eint sie doch die Vergangenheit ihrer Eltern: Denn sowohl Raphaels Mutter als auch die Väter von André und Thomas sind Künstler. Und sie sind Überlebende von Auschwitz.

Die Filmemacherin Birgit-Karin Weber vereint nun in ihrem Film "Drei Söhne" die Geschichten dieser Menschen, indem sie die Söhne über das Leben von und mit den Eltern erzählen lässt. Dabei wird nicht nur das schwere Schicksal der Überlebenden deutlich, sondern es zeigt sich auch die Bürde der nachfolgenden Generation, die Zeit ihres Lebens mit dem Trauma der Eltern leben musste und es stückweise auch übernommen hat. Denn alle Söhne fühlen sich dafür verantwortlich, die Kunst der Eltern weiter in die Welt zu tragen.

So unterstützt Raphael seine Mutter, die bekannte Anita Lasker-Wallfisch, bei ihren Auftritten und Lesungen mit seiner Musik, Thomas führt in Wien eine Galerie, in der er die Kunst seines Vaters Adolf Frankl ausstellt und André kümmerte sich zeitweise um die Wiederveröffentlichung der Musik seines Vaters Szymon Laks.

In langen Interviews, in denen die große Vertrautheit zwischen den Befragten und der Filmemacherin deutlich wird, sprechen sie offen und ehrlich über die inneren Konflikte, die diese Lebensaufgabe mit sich bringt - und auch über die Mauer des Schweigens, die in allen Elternhäusern aufgebaut wurde und die eine Aufarbeitung der Thematik umso schwieriger macht.

Unterlegt wird Webers Dokumentarfilm von Szymon Laks Kompositionen, die den Ton der Erzählung setzen und sie noch um eine interessante Ebene erweitern. "Drei Söhne" ist ein Dokumentarfilm, der mit großer Ruhe und Tiefe ein wichtiges und vielschichtiges Thema behandelt. Und der dank seiner wunderbar ausgewählten Protagonisten kluge Reflexionen über den Umgang mit Historie und persönlichen Erinnerungen ermöglicht.


Die Lemgoerin Teda Wellner und der Kreis "Frauen für Lemgo" haben das Entstehen dieses Filmes ideell und finanziell gefördert. Er hat das Prädikat "besonders wertvoll" erhalten.


Veranstalterinnen: Lippische Gesellschaft für Politik und Zeitgeschichte e.V. in Kooperation mit den "Frauen für Lemgo".


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