www.hiergeblieben.de

Gütersloher Volkszeitung / Die Glocke Online , 11.08.2017 :

AfD-Spitzenkandidatin spricht in Gütersloh

11.08.2017 - 20.10 Uhr

Gütersloh (din). Geschützt durch ein starkes Polizeiaufgebot hat die AfD am Freitag auf dem Berliner Platz eine Wahlkampfkundgebung mit ihrer Spitzenkandidatin Dr. Alice Weidel abgehalten. Die Polizei hielt die Gegendemonstranten auf Distanz. Bis auf eine kurze Rangelei gab es keine Zwischenfälle.

Keine 100 Meter trennten Wahlkämpfer und Demonstranten, die durch Absperrgitter vor dem Alten Amtsgericht zurückgehalten wurden. Die Gütersloher Polizei erhielt Verstärkung von einem Zug einer Hundertschaft aus Bielefeld.

An die 150 Protestler hatten sich mit Trillerpfeifen und Rappeln ausgestattet, darunter Jusos, Sozialdemokraten, Sozialisten, Gewerkschafter und Anhänger der Initiative Pulse of Europe. "Alice im Wunderland" stand auf einem Plakat, dahinter das alte abgerissene Gütersloher Rathaus. Ihre Ablehnung brachten die Demonstranten lautstark zum Ausdruck und skandierten "Haut ab, haut ab ... "

Bei der AfD ging es derweil zu wie bei anderen Parteien auch: Fotos und Selfies mit der Spitzenkandidatin, und zwei junge und wohl instruierte Mädchen sprachen Weidel auf mangelnde Freizeitangebote in Gütersloh an.

Auf der Bühne geißelte der Direktkandidat Udo Hemmelgarn aus Harsewinkel die Politik der großen Koalition und bekannte, er sei politisch erst aktiv, seit die Kanzlerin ihre Europa- und ihre Flüchtlingspolitik für alternativlos erklärt habe.

Alice Weidel, geboren in Gütersloh und aufgewachsen in Harsewinkel ("hier ist meine Heimat") forderte die Demonstranten auf zuzuhören, bevor sie die jungen Menschen als "Bildungsmisere der Bundesrepublik Deutschland" abkanzelte. Gehör fand sie bei knapp 200 Anhängern vor der Bühne, die aus ganz OWL angereist waren.

Eine Pressekonferenz mit Weidel im Vorfeld musste die AfD absagen, "da überraschenderweise heute in allen Konferenzräumen des Parkhotels Gütersloh Wartungsarbeiten stattfinden", wie eine Sprecherin erklärte. Im Parkhotel hieß es auf Nachfrage, es habe nur eine Anfrage vorgelegen, keine Buchung. Es gebe tatsächlich Wartungsarbeiten im Haus. Mit der AfD habe die Absage nichts zu tun. Nach Informationen der "Glocke" gab es aber Platz für eine Hochzeitsgesellschaft.

Udo Hemmelgarn sagte der "Glocke", er sei am Mittwochnachmittag im Parkhotel gewesen und habe Zimmer für Alice Weidel und den finanzpolitischen Sprecher Peter Boehringer sowie eine Sicherheitskraft gebucht. In dem Zusammenhang habe er nach einem Tagungsraum für etwa zehn Personen gefragt. Man habe ihm gesagt, das sei kein Problem. Der Name der Partei AfD sei dabei nicht gefallen. Die Absage habe er dann überraschend am Freitagmorgen erhalten.

Was die Spitzenkandidatin politisch zu sagen hatte, lesen Sie am Samstag in der "Glocke".

Bildunterschrift: Im Regen und freihändig hielt die Spitzenkandidatin der AfD, Dr. Alice Weidel, ihre Wahlkampfrede auf dem Berliner Platz. An die 200 Anhänger, die aus ganz Ostwestfalen-Lippe angereist waren, harrten vor der Bühne aus.


zurück