www.hiergeblieben.de

Neue Westfälische - Lübbecke (Altkreis) , 17.05.2017 :

Zwischen Bibeln und Neonazis

Landtagswahl: Bibeltreue sowie nationalistische und rechtsextreme Parteien haben auch im Lübbecker Land ihre Anhänger - die Spaßpartei hat allerdings mehr Fans

Von Frank Hartmann

Lübbecker Land. Während die etablierten Parteien und Neulinge wie die Alternative für Deutschland (AfD) zur Landtagswahl im Zentrum der Aufmerksamkeit standen, haben auch extrem konservative und extrem rechte sowie bibeltreue Parteien Wählerstimmen erhalten - zum Teil in dreistelliger Höhe.

Aufbruch C

Die Grundlagen von "Aufbruch C - Christliche Werte für eine menschliche Politik" sind die zehn Gebote und die Bergpredigt. Kreisweit bekam die Partei 426 Stimmen, davon 72 in Espelkamp, 31 in Lübbecke, 24 in Rahden, 16 in Hüllhorst, 9 in Stemwede und 6 in Pr. Oldendorf.

In Petershagen, das wie Hille ebenfalls zum Wahlkreis 88 (Minden-Lübbecke I) gehört, kamen die Bibeltreuen auf 42 Stimmen, in Hille waren es deren 6.

NPD

Etwas weniger Stimmen als die Christenpartei, kreisweit 409, erhielt die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD), die der Verfassungsschutz als rechtsextrem und demokratiefeindlich bezeichnet. In Lübbecke gaben 36 Wähler der NPD ihre Stimme, in Espelkamp 34, in Hüllhorst 28, in Rahden 21, in Pr. Oldendorf 12 und in Stemwede 7.

In Petershagen haben die Rechtsextremen 36 Stimmen erhalten, in Hille 28.

Die Rechte

In der Partei "Die Rechte" organisieren sich laut Verfassungsschutz überwiegend aggressiv-kämpferisch auftretende Neonazis. Sie kam im Mühlenkreis auf 42 Stimmen, davon 3 in Lübbecke, jeweils 2 in Espelkamp, Hüllhorst und Stemwede sowie jeweils 1 in Rahden und Pr. Oldendorf. In Hille erhielten die Neonazis 7 Stimmen, in Petershagen 2.

Republikaner

Die Republikaner (REP) stellen die deutsche Bevölkerung über alles und befürworten Assimilation statt Integration. Dafür erhielten sie im Kreis Minden-Lübbecke insgesamt 95 Stimmen, davon 9 in Lübbecke, 4 in Espelkamp, jeweils 3 in Rahden und Pr. Oldendorf, 2 in Hüllhorst und keine in Stemwede. In Petershagen gaben 12 Wähler den Republikanern ihre Stimme, in Hille war es einer.

Bezogen auf sämtliche im Kreisgebiet abgegebenen Zweitstimmen am vergangenen Sonntag kam der Aufbruch C auf 0,29 Prozent, die NPD auf 0,28 Prozent, die Rechte auf 0,03 Prozent und die Republikaner auf 0,07 Prozent.

Dass die Wähler auch Spaß verstehen, zeigte sich am Abschneiden von "Die Partei". 2004 gegründet von Redakteuren des Satiremagazins Titanic, gilt sie als Spaßpartei mit parodistisch-satirischem Charakter. Sie kam im Kreisgebiet auf 753 Stimmen (0,52 Prozent) und hat auch im Wahlkreis 88 ihre Anhänger: 50 in Stemwede, 49 in Lübbecke, jeweils 42 in Espelkamp und Hüllhorst sowie 28 in Pr. Oldendorf, 23 in Rahden. Mehr Stimmen holte sie in Petershagen (68) und in Hille (59).

Bildunterschrift: Am Tag nach der Wahl: Schmiererei an der Beuthener Straße in Espelkamp.


zurück