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1 Veranstaltung - Nachrichten , 15.09.2020 :

Tages-Chronologie von Dienstag, 15. September 2020

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Veranstaltungskalender:



- Dienstag, 15. September 2020 um 16.45 Uhr -


Kranzniederlegung und Gedenkfeier zum 76. Jahrestag der Hinrichtung von Heiko Ploeger


Treffpunkt:

Haupteingang Friedhof "Zum Ewigen Frieden"
Straße: Zum Ewigen Frieden
32049 Herford


Zum Gedenken an den am 15. September 1944 hingerichteten Metallarbeiter Heiko Ploeger und zur mahnenden Erinnerung an den nationalsozialistischen Terror, laden wir zur Gedenkfeier mit Kranzniederlegung ein.


Begrüßung:

Friedel Böhse, Arbeit und Leben im Kreis Herford DGB / VHS e.V.


Worte des Gedenkens sprechen:

Für die Stadt Herford: Tim Kähler, Bürgermeister Stadt Herford sowie Dieter Begemann, Historiker und ehemaliger Stadtarchivar.


Beiträge:

Die Veranstaltung wird von Beiträgen des Herforder Gewerkschafts-Chors begleitet.


"Für Wahrheit, Freiheit und Gerechtigkeit" steht auf dem Grabstein des Herforder Arbeiters Heiko Ploeger. Heiko Ploeger war ein einfacher, liebenswürdiger Mensch. Er war bescheiden, hilfsbereit und eher unauffällig. Auffällig wurde lediglich sein Streben für "ein freies Deutschland".

Gemeinsam mit anderen Arbeitern hörte Heiko Ploeger ausländische Rundfunksender ab und tauschte heimlich Meinungen aus über die Auswirkungen des Krieges auf die Situation der Arbeiter.

Sie träumten nicht vom revolutionären Umsturz, waren aber davon überzeugt, dass Hitler den Krieg nicht gewinnen konnte und dass nach dem Zusammenbruch ein demokratisch-sozialistisches System aufgebaut werden würde, welches vor allem für die Arbeiter und Arbeiterinnen mehr Rechte und bessere Lebensbedingungen bedeutet hätte.


Am Abend des 18. Januar 1944 wurde Heiko Ploeger in seiner Wohnung in Herford verhaftet und in das Bielefelder Polizeigefängnis gebracht. Sein einziger Trost in dieser schlimmen Zeit im Gefängnis, aber auch Ausdruck seiner tiefen Verzweiflung und Leiden waren die Briefe an seine Frau Henny.

Heiko Ploeger wurde des Hochverrates angeklagt und Ende Juni 1944 in das Gefängnis nach Hamm verlegt. Für die Nationalsozialisten war er "ein gefährlicher Hetzer und Kriegsverbrecher". Die NS-Richter des Oberlandesgerichtes Hamm verurteilten Heiko Ploeger am 17. August 1944 zum Tode. Am 15. September 1944 wurde Heiko Ploeger gemeinsam mit anderen Widerstandskämpfern in Dortmund hingerichtet. Er wurde ermordet auf der Grundlage eines Gerichtsurteils, das "im Namen des Volkes" gesprochen wurde.

Es war die Absicht der NS-Machthaber, die Menschen, die Widerstand gegen ihr Regime leisteten, nicht nur physisch zu vernichten. Auch ihre Namen, so hatte es Propagandaminister Goebbels verlangt, sollten für immer aus der Geschichte gestrichen werden. Es ist ein Anliegen dieser Veranstaltung zu zeigen, dass es unmöglich ist, die Spuren eines Menschen völlig auszulöschen.

Heiko und Henny Ploeger kannten sich seit den 1920er Jahren. Sie lebten eine sehr innige Beziehung und waren auch in ihren politischen Überzeugungen verbunden. In den Anfangsjahren der NS-Diktatur verteilten sie in Herford heimlich Flugblätter gegen das Regime. Nach der Verhaftung ihres Mannes im Januar 1944 lebte Henny Ploeger nur noch in der Hoffnung auf die Zeit danach. Als er ermordet wurde, verlor sie jeden Lebensmut. Schwer erkrankt starb sie ein halbes Jahr später.


Mit dieser alljährlichen Gedenkfeier wollen der DGB-Kreisverband Herford, Arbeit und Leben im Kreis Herford DGB / VHS e.V., das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken sowie die Stadt und der Kreis Herford an das Schicksal von Heiko Ploeger erinnern und mahnen, dass so etwas nie wieder geschieht.

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Lippische Landeskirche, 15.09.2020:

Ökumenisches Grußwort zum jüdischen Neujahrsfest

NRW / Kreis Lippe. Die fünf katholischen (Erz-)Bistümer und die drei evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen haben ein gemeinsames Grußwort an die jüdischen Gemeinden zum jüdischen Neujahrsfest Rosch HaSchana gesendet. Darin schreiben sie: "Möge sich für Sie alle der alte traditionelle Neujahrsgruß bewahrheiten, der vom "Eingeschrieben werden im Buch des Lebens" spricht."

Die Bischöfe und Kirchenleitungen erklären zur Situation in Deutschland: "Wir stehen auch mit Blick auf die erschreckenden antisemitischen Entwicklungen entschieden an Ihrer Seite und wirken aktiv allen Formen judenfeindlicher Haltungen entgegen." Anlässlich des Festjahres "1.700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland", das im Jahr 2021 bundesweit begangen wird, beabsichtigen die Kirchen, mit ihrem Engagement dazu beizutragen, dass jüdisches Leben als Teil unserer vielfältigen Gesellschaft erlebbar werde, heißt es weiter.

Dieter Bökemeier, Pfarrer für Ökumene und Mission der Lippischen Landeskirche, betont: "Wir sind uns sehr bewusst, dass es ein großes und unverdientes Geschenk ist, dass wir mit der örtlichen Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold in einem so freundschaftlichen Austausch sind. Gemeinsam werden wir auch weiterhin Begegnungen und den Dialog der Religionen fördern und uns entschieden für den Schutz jüdischen Lebens in Lippe einsetzen."

Mit dem jüdischen Neujahrsfest, das in diesem Jahr zwischen dem 18. und dem 20. September gefeiert wird, beginnt der wichtigste Festkreis im jüdischen Jahr, der mit dem Versöhnungsfest Jom Kippur endet. Mit Rosch HaSchana (wörtlich: Kopf des Jahres) beginnt nach jüdischer Zählung das Jahr 5781.

Das vollständige Grußwort im Anhang. Informationen zum Festjahr "Jüdisches Leben in Deutschland" gibt es unter www.2021jlid.de.

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