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1 Veranstaltung - Nachrichten , 08.09.2020 :

Tages-Chronologie von Dienstag, 8. September 2020

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Veranstaltungskalender:



- Dienstag, 8. September 2020 um 18.00 Uhr -


Stolpersteine reinigen - gegen das Vergessen


Treffpunkt:

Jakobi-Kirche
Radewiger Straße 12
32052 Herford


- Eine Anmeldung ist nicht nötig, es wird jedoch um das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes gebeten.


In der Hansestadt Herford gibt es momentan 107 Stolpersteine für die durch die nationalsozialistische Diktatur ermordeten Jüdinnen und Juden, sowie 16 Stolpersteine für ermordete Herforderinnen und Herforder aus dem politischen oder religiösen Widerstand, sowie zur Erinnerung an die Opfer der Euthanasie-Morde.

Rassismus gefährdet das vielfältige Zusammenleben aller Menschen in unserer Gesellschaft. Insbesondere nach dem rassistischen Anschlag in Hanau im Februar 2020 äußern Migrantinnen, Migranten und von Rassismus Betroffene, dass sie sich nicht mehr sicher fühlen.

Wir laden alle Interessierten ein, sich gemeinsam an die Menschen, die damals in Herford gelebt haben, zu erinnern und um über die Notwendigkeit des Erinnerns einerseits, sowie des solidarischen Miteinander-Lebens andererseits ins Gespräch zu kommen.


Grußworte:

Tim Kähler, Bürgermeister Herford

Jürgen Müller, Landrat Kreis Herford

Norbert Burmann (angefragt)


Auf dem Spaziergang werden die Stolpersteine gereinigt, Christoph Laue wird von den Geschichten der Bewohnerinnen und Bewohner Herfords, die Opfer des Nationalsozialismus wurden, erzählen.


Eine Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Wochen des Kreises Herford vom 3. September bis zum 20. November 2020.


Veranstalterinnen: Fachstelle NRWeltoffen im Kreis Herford in Kooperation mit Kuratorium Erinnern Forschen gedenken e.V., Musikschule Herford, Verein für Interkulturelle Begegnungen e.V., Integrationsrat der Hansestadt Herford, Jüdische Gemeinde Herford-Detmold und Kurdisches Bündnis für Integration und kulturelle Vielfalt.

www.gegenrechts.info

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queer.de, 08.09.2020:

Latzel predigt trotz Anklage weiter

08.09.2020 - 12.31 Uhr

Evangelischer Hass-Pastor

Als wäre nichts geschehen, predigt der berüchtigte Hass-Pastor aus Bremen weiter - und geht sogar auf Tour nach NRW. Unterdessen legte das Gericht den Termin für die Verhandlung fest.

Der Bremer Pastor Olaf Latzel wird sich am 20. November der Anklage wegen Volksverhetzung stellen müssen. Das teilte das Amtsgericht der Hansestadt am Dienstag mit. Als weitere Termine sind der 25. und der 30. November angesetzt. Wegen des großen öffentlichen Interesses und der Abstandsregeln im Zuge der Corona-Pandemie soll die Verhandlung im Bremer Innenstadt-Konzerthaus "Die Glocke" stattfinden.

Das Amtsgericht hatte erst letzte Woche bekanntgegeben, dass es ein Verfahren gegen den homophoben Pastor der St.-Martini-Innenstadtgemeinde zugelassen habe (queer.de berichtete am 04.09.2020).

Latzel hatte in den letzten Jahren immer wieder mit Äußerungen gegen Homosexuelle, Muslime oder Frauen für Kritik auch innerhalb der Kirche gesorgt. Das Fass zum Überlaufen brachte die Veröffentlichung von Latzels "Eheseminar" im letzten Herbst auf YouTube, in dem er wiederholt gegen Homo- und Transsexuelle hetzte. In dem Vortrag bezeichnet Latzel die "Homo-Lobby" und den "ganzen Gender-Dreck" als "teuflisch", CSD-Besucher seien außerdem "Verbrecher" und "gelebte Homosexualität" sei "vor Gott ein Gräuel" sowie "todeswürdig" (queer.de berichtete am 23.04.2020).

Wochenend-Predigten in Bremen und Preußisch Oldendorf

Trotz der Anklage predigt Latzel weiter - am Sonntag hielt er einen 45-minütigen Vortrag in seiner Heimatkirche, den er auch online stellte. Auf YouTube sahen inzwischen 19.000 Menschen seine Predigt über eine "merkwürdige Trennung".

Wegen seiner Prominenz ging Latzel am Wochenende auch auf Tour: Er predigte am Samstagabend auf Einladung eines christlichen Freundeskreises bei einer Open-Air-Veranstaltung im Industriegelände von Preußisch Oldendorf, einer 32.000 Einwohner zählenden Stadt in der Region Ostwestfalen-Lippe im äußersten Nordosten von Nordrhein-Westfalen. Laut der "Neuen Westfälischen" protestierten zwei Privatpersonen mit Regenbogenfahnen, während 160 Latzel-Fans dem Stargast bei der Predigt mit dem Thema "Ist Jesu der Herr deines Lebens?" lauschten.

Gegenüber der tageszeitung verteidigte Latzel seine unbarmherzige Haltung gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten: "Jeder kann für seine Dinge einstehen. Ich sage das, was in der Bibel steht."

Die evangelische Landeskirche in Bremen wartet unterdessen ab. Sie hatte zwar wegen der homophoben Äußerungen ihres Mitarbeiters bereits im Mai ein Disziplinarverfahren gegen Latzel eingeleitet. Dieses ruht aber bis zum Urteil des weltlichen Gerichts - also genießt Latzel noch mindestens zweieinhalb Monate Narrenfreiheit. (dk)

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