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3 Veranstaltungen - Nachrichten , 05.09.2020 :

Tages-Chronologie von Samstag, 5. September 2020

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Veranstaltungskalender:



- Samstag, 5. September 2020 um 11.00 Uhr -


Führung durch das Forum Jacob Pins


Veranstaltungsort:

Forum Jacob Pins im Adelshof
Westerbachstraße 35 - 37
37671 Höxter

www.jacob-pins.de


Eine Führung, die über Jacob Pins, seine Kunst, das Schicksal der jüdischen Bürgerinnen und Bürger von Höxter und die Geschichte des Adelshofes informiert. Es wird auch ein Filmporträt des israelischen Fernsehens über Jacob Pins angeboten.


Jacob Pins

Der jüdische Maler und Grafiker Jacob Pins wurde am 17. Januar 1917 in Höxter geboren. Er floh vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Palästina. Seinen Eltern gelang die Ausreise nicht, sie wurden 1941 ins Ghetto Riga deportiert und später vergast. Jacob Pins hatte schon 1959 erstmals seine Heimatstadt wieder besucht und stiftete ihr 2003 einen umfangreichen künstlerischen Nachlass. Im September 2003 wurde ihm für sein Versöhnungswerk die Ehrenbürgerschaft der Stadt Höxter verliehen. Jacob Pins starb am 4. Dezember 2005 in Jerusalem.


Jacob Pins Gesellschaft

Die im Jahr 2003 gegründete Jacob Pins Gesellschaft - Kunstverein Höxter e.V. verwaltet die Hunderte von Werken umfassende Stiftung und hat sich zum Ziel gesetzt, neben der Dokumentation und Vermittlung des künstlerischen Schaffens von Jacob Pins auch ausgewählten zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Prägung ein Ausstellungsforum zu bieten.

Mit der Verwaltung der Stiftung übernimmt die Jacob Pins Gesellschaft zugleich die Verpflichtung, das Andenken an die Eltern Dr. Leo Pins und Ida Pins und an alle Jüdinnen und Juden aus Höxter, die Opfer der Shoa wurden, zu bewahren, zu dokumentieren und durch eine ständige Ausstellung wach zu halten.


Monographie über Jacob Pins

Die Monographie "Jacob Pins - Künstler Sammler Freund" von Christine Longère und Dr. Manfred Strecker kann über den Buchhandel oder bei der Jacob Pins Gesellschaft bezogen werden.


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- Samstag, 5. September 2020 um 15.00 Uhr -


Demonstration: Bünde Solidarisch - Für eine solidarische Stadt - Nein zu AfD und rassistischer Hetze


- Aktuelle Informationen: www.facebook.com/events/910118786149772


Auftaktkundgebung:

Bahnhof Bünde
Bahnhofstraße 82
32257 Bünde


Bünde ist keine Insel

Rassismus, Antisemitismus und Verschwörungsideologien finden auch in Bünde eine zunehmend aggressive Gefolgschaft. In Sozialen Medien und an den Stammtischen wird systematisch Hetze verbreitet. Mit der AfD tritt in Bünde eine Partei an, die eine Präsenz im Stadtrat dazu missbrauchen will, die Angriffe auf alle zu verstärken, die nicht in ihr reaktionäres Weltbild passen. Dem werden wir uns entschlossen entgegen stellen.

Gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft und eine solidarische Stadt

Zugleich und zuvorderst treten wir aber dafür ein, aktiv eine solidarische Stadt zu entwickeln.

Denn auch hier sind Menschen direkt betroffen von den Auswirkungen globaler Krisen einerseits, von konkreten Bedrohungen andererseits. Viele drohen zurückzubleiben: Menschen ohne sichere Arbeit, die ihre Miete nicht mehr zahlen können oder kein Zuhause haben; geflüchtete Menschen, die in Gemeinschaftsunterkünften leben müssen oder an den europäischen Außengrenzen entrechtet werden; Menschen, die von Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung betroffen sind oder gar Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt werden; Angehörige von Risiko-Gruppen, Betroffene von häuslicher Gewalt und Schulkinder, die abgehängt werden.

Wir stehen gemeinsam auf für eine antirassistische, soziale und klimagerechte Zukunft - für ein besseres Leben für alle. Auch in der Krise zeigen wir, dass es solidarisch geht - wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.


Wir fordern:

Einen gesellschaftlichen Pakt gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsterrorismus

Soziale Absicherung für alle

Sichere Räume für selbstbestimmte Kinder- und Jugendarbeit: Atlantis bleibt! Villa bleibt! Timeout bleibt!

Gesicherte Finanzierung von zivilgesellschaftlichen Initiativen

Sicherer und guter Wohnraum für alle: Unabhängig von Geldbeutel und Aufenthaltsstatus

Für das Recht auf Schutz und Asyl - Beitritt Bündes zum Bündnis "Sichere Häfen"

Ein klimaneutrales Bünde


Deshalb: Wählt solidarisch!


Zu der Demonstration rufen auf:

AG Migration und Vielfalt in der SPD - Kreisverband Herford
Aleviten Gemeinde Bünde und Umgebung e.V.
Die Linke - Ortsverband Bünde
Die Partei - Kreisverband Herford
Fridays For Future Bünde
Initiative 9. November Bünde
Juso-AG Bünde
NaturFreunde Herford
Rise up for Justice Bielefeld
Verein International Bünde e.V.
Villa Bünde


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- Samstag, 5. September 2020 um 15.00 Uhr -


75 Jahre nach der Befreiung: Alles für den Frieden

- Mahnen und Gedenken zum Antikriegstag 2020


Veranstaltungsort:

Sowjetischer Soldatenfriedhof
Lippstädter Weg
33758 Schloß Holte-Stukenbrock
Ortsteil Stukenbrock-Senne


- Während der Gedenkveranstaltung sind vor und auf dem Friedhof von allen Besucherinnen und Besuchern die gesetzlichen Hygiene- und Abstands-Regelungen einzuhalten.


15.00 Uhr: Niederlegung von Kränzen und Blumen am Obelisken

15.30 Uhr: Worte der Mahnung und des Gedenkens von Prof. Eugen Drewermann


Gedanken des Arbeitskreises Blumen für Stukenbrock für die Mahn- und Gedenkveranstaltung zum Antikriegstag 2020

75 Jahre nach der Befreiung - Alles für den Frieden!

"Und sorget Ihr, die Ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibt, Frieden zwischen den Menschen, Frieden zwischen den Völkern", lautet die Mahnung von Stukenbrock, dem Ort, wo im Stalag 326 VI/K 65.000 sowjetische Kriegsgefangene in der Zeit zwischen 1941 und 1945 zu Tode gequält und im nahegelegenen Sennesand verscharrt wurden. Heute befindet sich dort einer der größten Friedhöfe für sowjetische Kriegsgefangene in Deutschland.

75 Jahre sind seit der Befreiung am 2. April 1945 vergangen. Diesem Jahrestag gebührt eine besondere Beachtung.

Nach dem Ende des Kalten Krieges in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es eine große Chance für eine dauerhafte Friedenssicherung und eine gute Zusammenarbeit mit Russland. Sie blieb leider ungenutzt. Während der Warschauer Pakt aufgelöst wurde, dehnte sich die NATO bis an die Grenzen Russlands, Bjelorusslands und der Ukraine aus.

Im Artikel 26 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland heißt es:

"Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen."

Diese Verpflichtung gilt für alle Bürgerinnen und Bürger in unserem Lande!

Dennoch marschierten in diesem Frühjahr zu einem Manöver deutsche Soldaten gemeinsam mit ihren NATO- und EU-Partnern an die Grenzen Russlands. Diese Grenzen zu überwinden war 1941 das Ziel der Wehrmacht. Es endete mit deren bedingungsloser Kapitulation.

Gestoppt wurde das als "Defender-Europa 2020" bezeichnete Manöver nicht durch eine verantwortungsvoll handelnde Bundesregierung, sondern durch das Corona-Virus. Dieses Manöver richtete sich eindeutig gegen Russland.

Wir fragen: Sind sich die Initiatoren dieser Aufmärsche wirklich der möglichen Folgen bewusst?

Die Sowjetunion hat in dem von Deutschland angezettelten II. Weltkrieg über 27 Millionen Menschen verloren. Dazu gehören auch die 65.000 in Stukenbrock Gestorbenen. Dieses Land, das für unsere Befreiung die größten Opfer brachte, war westlich von Moskau durch die Kriegshandlungen weitestgehend verwüstet worden.

Für die Menschen dort bedeuten diese Aufmärsche an ihren Grenzen eine erneute Bedrohung.

Nun will das Bundesverteidigungsministerium für die Luftwaffe 135 neue Kampfflugzeuge kaufen, darunter solche, die die in Büchel stationierten US-Atomwaffen tragen und abwerfen können. Damit erhöht sich die Gefahr, dass von Deutschland aus und mit Bundeswehr-Beteiligung ein Atomkrieg geführt werden kann. Bedauerlicherweise hat Deutschland den Atomwaffenverbotsvertrag der UNO nicht unterzeichnet.

Wir fordern mit den 88 Stadt- und vier Landesparlamenten, mit dem SPD-Co-Vorsitzenden Walter-Borjans und der Friedensbewegung, dass endlich die US-Atomwaffen aus Deutschland abgezogen werden.

Fünfundsiebzig Jahre nach dem Ende des II. Weltkrieges ist es endlich an der Zeit, die Mahnung von Stukenbrock zur Leitlinie allen politischen Handelns zu machen.

Wir setzen uns ein

- für einen dauerhaften Frieden mit allen Völkern,

- für den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland,

- für die Kürzung des Rüstungsetats, um Mittel für zivile Zwecke frei zu bekommen,

- für eine konsequente Ahndung jeglicher Nazismus- und Kriegsverherrlichung.

Wir werden am Samstag, dem 5. September 2020, entsprechend der gesetzlichen Möglichkeiten, auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof in Stukenbrock der Toten gedenken und unsere Erwartungen zum Ausdruck bringen.


Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock e.V.

www.blumen-fuer-stukenbrock.eu

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Redebeitrag der Initiative 9. November Bünde

Liebe Freundinnen und Freunde!

Wir als Initiative 9. November Bünde begrüßen euch ganz herzlich im Namen aller aufrufenden Organisationen und möchten uns bei allen bedanken, die hier und heute ein starkes Zeichen für eine solidarisches Miteinander in dieser Stadt und überall setzen werden.

Heute ist der Anlass für uns, auf die Straße zu gehen, die bevorstehende Kommunalwahl, zu der in Bünde - als einzige Kommune im Kreis Herford - mit der AfD eine Partei antritt, die im Kern für Rassismus, Antisemitismus und ein durch und durch reaktionäres Weltbild steht. Dagegen stehen wir zusammen!

Doch unsere Ziele müssen über diesen Anlass hinausgehen. Der Widerstand gegen reaktionäre und faschistoide Strukturen beginnt nicht heute und er wird heute nicht enden.

Vor fast genau 48 Jahren, am 17. September 1978, protestierten 500 Menschen auf dem Marktplatz gegen den Parteitag der NPD, der an diesem Tag im "Schützenhof" in Ennigloh stattfand.

Und bereits 1949 gingen auf Initiative der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes in dieser Stadt über 2.500 Menschen gegen den Freispruch für Nazi Bültermann auf die Straße, der maßgeblich an den Pogromen am 9. und 10. November 1938 in Bünde beteiligt war.

Und auch die NSDAP selbst traf hier auf Widerstand. Besonders in Südlengern entfernten Antifaschistinnen, Antifaschisten Propagandamaterial der Nazis und wurden dabei mehr als einmal gewaltsam von Faschisten angegriffen.

Wir alle wissen, dass reaktionäres Denken in dieser Gesellschaft nie verschwunden war. Die Erscheinungsformen mögen sich ändern, von Alt-Nazis wie Bültermann, die unbehelligt weitermachen konnten, über Stiefel-Nazis in den 80er und 90er Jahren, den rassistischen Mob von Hoyerswerda oder Rostock-Lichtenhagen, bis hin zu denjenigen, die heute die Shoah als "Fliegenschiss auf der deutschen Geschichte" verharmlosen wollen oder mit "Reichsflaggen" von einem Führer träumen.

Das Gedankengut bleibt hingegen dasselbe, und es mündet in faschistischem Terror. Wir wollen heute auch erinnern an die Ermordeten des Oktoberfest-Attentats, von Mölln und Solingen. An die Toten von Hanau, an die Opfer des NSU und an all die anderen, die im Namen einer menschenverachtenden Ideologie ermordet wurden.

In Bünde finden sich ihre Spuren in der ganzen Stadt in der Form von Stolpersteinen, und ihr Gedenken ist für uns Verpflichtung, niemals den Schwur von Buchenwald zu vergessen:

"Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel."

Damit verbinden wir die Hoffnung und die Zuversicht, dass diese Demonstration heute in diesem Geist in den kommenden Monaten und Jahren eine Fortsetzung finden wird in vielfältigem Widerspruch gegen alle Formen von Antisemitismus, Rassismus und Sexismus, und dass wir alle zu jeder Zeit eintreten werden: Für eine solidarische Gesellschaft!

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www.facebook.com/9NovemberBuende


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