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Lippische Landes-Zeitung , 18.09.2019 :

Juden, Christen und Muslime

Lemgo. Am Freitag, 20. September, gibt es um 19 Uhr im Gemeindehaus St. Marien an der Stiftstraße das Ein-Mann-Schauspiel von Charles Lewinsky "Ein ganz gewöhnlicher Jude - Bilanz seines Lebens" zu sehen. Aufgeführt wird es von Michael Jakobsohn aus Hannover. Der Gottesdienst in der Reihe "Profile" am Sonntag, 22. September, um 10 Uhr in der evangelisch-lutherischen Kirche St. Marien, Stiftstraße 23, steht unter der Überschrift "Du aber, der du ein wilder Ölzweig bist! Juden - Christen - Muslime". Die Predigt hält Pastor Matthias Altevogt. Die Lemgoer Malerin Christel Aytekin stellt ein Bild zum Thema vor, Landeskantor Volker Jänig spielt Orgel.

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"Ein ganz gewöhnlicher Jude - Bilanz seines Lebens"

Emanuel Goldfarb ist Journalist. Goldfarb lebt in Deutschland. Goldfarb ist Jude. Eine Einladung, vor einer Schulklasse über das Judentum zu sprechen, wird für ihn zum Anlass, eine Bilanz seines Lebens zu ziehen. Seine Ehe mit einer Katholikin - gescheitert. Weil er, obwohl Atheist, möchte dass der gemeinsame Sohn beschnitten wird. Einer der vielen Widersprüche, mit denen er nicht klar kommt. Sein Leben schwankt zwischen Anpassung und trotziger Betonung der jüdischen Tradition, eine fortwährende Suche nach dem eigenen Selbstverständnis und dem Selbstverständnis einer nachgeborenen Generation von entwurzelten, vertriebenen und getöteten Juden, für die Deutschland, trotz allem was passiert ist, wieder eine Heimat geworden ist.

Als nach dem Holocaust in Deutschland lebender Jude will Goldfarb nichts weiter sein als ein ganz gewöhnlicher Mensch, ein ganz gewöhnlicher Jude. Doch die Gesellschaft drängt ihn in die Rolle des Außenseiters, weniger durch antisemitische Vorurteile als vielmehr durch demonstrativ bekundete Juden-Freundlichkeit.

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