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Veranstaltung - Nachrichten , 14.09.2018 :

Tages-Chronologie von Freitag, 14. September 2018

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Veranstaltungskalender:



- Freitag, 14. September 2018 um 19.30 Uhr -


Lesung mit Marion Meier: Im Teuto versteckt und überlebt: Dr. Sommers Bielefelder Jahre als Martin Goldstein 1927 - 1947


Veranstaltungsort:

Haus Münsterberg
Hornsche Straße 38
32756 Detmold

www.gfcjz-lippe.de


Die Lesung wird musikalisch umrahmt von der Saxophonistin und Musikpädagogin Gitta Schäfer.


Jede und jeder in einem bestimmten Alter kannte ihn: Den Sexualaufklärer Dr. Jochen Sommer aus der "Bravo". Aber nur wenige kannten den Mann hinter dem Pseudonym, den Arzt, Psychologen und Religionslehrer Dr. Martin Goldstein, der im Bielefelder Westen geboren wurde, dort aufwuchs und der sich vor den Nationalsozialisten im Teutoburger Wald verstecken musste, denn Goldstein war nach der Terminologie der braunen Machthaber "Halbjude".

Dr. Martin Goldstein ist als Dr. Sommer in Deutschland mit seiner Rubrik in der Jugendzeitschrift "Bravo" zu einem bedeutenden Aufklärer geworden. Generationen von Teenagern ebnete er den Weg in eine befreite, selbstverständliche Sexualität. Für die Sexualpädagogik ist das Wirken von Martin Goldstein ein Meilenstein mit einem nicht zu unterschätzenden Beitrag zu demokratischer Erziehung. Nach seinem Tod 2012 erhielt er in großen überregionalen Zeitungen würdigende Nachrufe.

Die Bielefelder Journalistin Marion Meier hat sich in ihrem 2013 herausgegeben Buch "Im Teuto versteckt und überlebt" auf die Spuren des berühmten Arztes und Psychologen begeben und erzählt von ihren Gesprächen mit dem Mann hinter dem Pseudonym Dr. Sommer. Martin Goldstein verdeutlicht in dieser Biographie, wie Verfolgung und Rassismus den Alltag einer deutschen Großstadt zur NS-Zeit prägten. Dabei gelingt ein Mahnmal, das uns den Wert gelebter Toleranz beeindruckend in Erinnerung ruft.


Marion Meier, die in tagelangen Interviews mit Martin Goldstein die Geschichte seiner Bielefelder Jahre aufzeichnete, liest aus ihrem Buch.


Marion Meier: Im Teuto versteckt und überlebt: Dr. Sommers Bielefelder Jahre als Martin Goldstein 1927 - 1947; Verlag: tao.de, 27. August 2013, ISBN-10: 3955291979, ISBN-13: 978-3955291976.


Veranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V. in Kooperation mit der Buchhandlung "Kafka & Co". Karten gibt es in der Buchhandlung.

www.kafka-detmold.de

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Freitag, 14. September 2018


Am 13. September 2018 teilte das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW mit, dass die Zahl der Besuche in den 28 NS-Gedenkstätten im Jahr 2017 um 7,9 Prozent auf 356.000 angestiegen sei.

Für den 15. September 2018 wird in der Alten Synagoge Petershagen eine Lesung "Jenny und Ruth - Zwei jüdische Autorinnen aus OWL" mit Alexia Kantis, und Klezmer-Musik von Lothar Henkenjohann beworben.

Am 14. September 2018 stimmten die Bezirksvertretung Gadderbaum (mehrheitlich) dafür, ein Verfahren, zur Umbenennung, des nach einem NS-Arzt benannten "Richard-Wilmanns-Weg" in Bielefeld, einzuleiten.

Am 21. Juli 2018 insistierte, unter anderem, die Arbeitsgemeinschaft Bund der "Euthanasie"-Geschädigten und Zwangssterilisierten, den "Richard-Wilmanns-Weg" in Bielefeld - nach Dorothea Buck umzubenennen.

Am 13. September 2018 legte Tjark Bartels, Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont, im Rahmen einer Delegationsreise nach Israel einen Kranz in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem (Jerusalem) nieder.

Am 12. September 2018 unterstütze die CDU-Fraktion des Niedersächsischen Landtags in einer "Aktuellen Stunde" im großen und ganzen die Errichtung des geplanten Dokumentations- und Lernort am Bückeberg.

Am 30. August 2018 erörterte der Schulausschuss des Landkreis Hameln-Pyrmont (mit Sachstandsbericht) den geplanten Dokumentations- und Lernort Bückeberg - sowie die Situation in der Gemeinde Emmerthal.

Am 17. August 2018 beriet der Kulturausschuss des Niedersächsischen Landtags nach Unterrichtung durch die Landesregierung eine Unterstützung des "Dokumentations- und Lernort am Bückeberg in Emmerthal".

Am 27. Juni 2018 beschloss der Bundestags-Haushaltsausschuss, die als - Dokumentationszentrum sowie Lernort - geplante Erinnerungsstätte am Bückeberg, mit 725.000 Euro aus Bundesmitteln zu unterstützen.

Am 13. März 2018 stimmte der Kreistag im Landkreis Hameln-Pyrmont, mit Mehrheit, für den zukünftigen Dokumentations- und Lernort Bückeberg - die Fraktionen von CDU und "AfD" votierten gegen das Projekt.

Am 27. Februar 2018 empfahl der Ausschuss für Finanzen und Wirtschaft Kreisausschuss und Kreistag des Landkreis Hameln-Pyrmont, den Aufbau "Dokumentations- und Lernort Bückeberg gemeinnützige GmbH".

Am 22. Februar 2018 stimmten CDU / FWE im Rat der Gemeinde Emmerthal für den Antrag von der "AfD" zu dem zukünftigen Lern- und Erinnerungsort Bückeberg eine Befragung der Einwohnenden - abzuhalten.

Am 30. Januar 2018 stimmten CDU / FWE im Fachausschuss der Gemeinde Emmerthal für den Antrag der "AfD" - zum künftigen Lern- und Erinnerungsort Bückeberg eine Befragung der Einwohnenden abzuhalten.

Am 28. Dezember 2017, stellte Bernhard Gelderblom, der Leiter des Konzeptionsprojekts "Dokumentation Bückeberg", einen Entwurf eines Informationssystem der "Reichserntedankfeste", auf dem Bückeberg vor.

Im Zeitraum vom 14. bis 16. September 2018 fand das "13. Lesertreffen" von Meinolf Schönborns (1955) Neonazi-Postille "Recht und Wahrheit" ("RuW") im Hotel "Hufhaus" in Ilfeld (Landkreis Nordhausen) statt.

Am 14. September 2018, um 12.00 Uhr demonstrierten ungefähr vierzig Menschen auf dem Marktplatz in Blomberg gegen das Sterben von Flüchtlingen im Mittelmeer, und die Kriminalisierung von Seenotrettung.


www.ns-gedenkstaetten.de/nrw.html

www.synagoge-petershagen.de

www.facebook.com/synagoge.petershagen

www.euthanasiegeschaedigte-zwangssterilisierte.de/wp-content/uploads/2018/07/offener-brief-umbenennung-Richard-Wilmanns-Weg-bielefeld-21-07-18.pdf

www.euthanasiegeschaedigte-zwangssterilisierte.de

www.geschichte-hameln.de

www.dokumentation-bueckeberg.de

www.initiativegedenkortbueckeberg.wordpress.com

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Neue Westfälische, 14.09.2018:
NS-Gedenkstätten sehr stark besucht

domradio.de, 14.09.2018:
NS-Gedenkstätten in NRW verzeichnen Besucherrekord

Mindener Tageblatt Online, 14.09.2018:
Lesung mit Musik

Deister- und Weserzeitung, 14.09.2018:
Landrat legt Kranz an Holocaust-Gedenkstätte nieder

Deister- und Weserzeitung, 14.09.2018:
Keller denkt über Rücktritt nach

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Neue Westfälische, 14.09.2018:

NS-Gedenkstätten sehr stark besucht

Düsseldorf (KNA). Die 28 NS-Gedenkstätten in NRW haben eine Rekordnachfrage. Die Zahl der Besucher stieg im vergangenen Jahr um 7,9 Prozent auf 356.000, wie das Kulturministerium mitteilte. 2015 waren es 278.000 Besucher bei damals27 Gedenkstätten. "Wir dürfen den Schrecken des Nationalsozialismus nie vergessen", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Kulturministerium, Klaus Kaiser.

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domradio.de, 14.09.2018:

NS-Gedenkstätten in NRW verzeichnen Besucherrekord

Gegen das Vergessen

Mehr Menschen als sonst suchten NS-Gedenkstätten auf: Im Vergleich zum vergangenen Jahr waren es 7,9 Prozent mehr Besucher in NRW. Grund könnte die derzeit aufgeheizte politische Lage und der Rechtspopulismus sein.

Die 28 NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen verzeichnen einen Rekordnachfrage. Die Zahl der Besucher stieg im vergangenen Jahr um 7,9 Prozent auf 356.000, wie das Kulturministerium am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. 2015 waren es 278.000 Besucher bei damals 27 Gedenkstätten.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW, Alfons Kenkmann, sagte auf Anfrage, er gehe von weiter steigenden Besucherzahlen aus. Zur Begründung verwies er auf die aktuell aufgeheizte politische Lage und den Rechtspopulismus, was nach einer historischen Orientierung zwingend verlange.

Gegen das Vergessen

Der Parlamentarische Staatssekretär im Kulturministerium, Klaus Kaiser (CDU), kündigte an, demnächst alle 28 NS-Gedenkstätten im Land zu besuchen. Bei der Tour wolle er sich ein Bild von der Erinnerungsarbeit in Nordrhein-Westfalen machen, die angesichts der zunehmenden antisemitischen Taten immer wichtiger werde. "Wir dürfen den Schrecken des Nationalsozialismus nie vergessen", sagte Kaiser.

"Es ist unsere Aufgabe, den Zweiten Weltkrieg und den Völkermord an den Juden historisch verständlich zu machen und eine wache Erinnerungskultur zu schaffen."

Mord an jüdischer Familie in Dingden

Zum Start seiner Gedenkstättentour besucht der Staatssekretär nach den Angaben das Humberghaus in Dingden-Hamminkeln und die Villa ten Hompel in Münster. Im Haus in der Hohen Straße 13 in Dingden wohnte bis 1941 die jüdische Familie Humberg. Sie betrieb dort eine Metzgerei und einen Manufakturwarenladen. Die Eltern und ihre sieben Kinder wurden von die Nazis ermordet.

Das ehemalige Wohnhaus des Zementfabrikanten Rudolf ten Hompel war Sitz der Ordnungspolizei im Nationalsozialismus. Die Dauerausstellung erzählt von den Verbrechen der Ordnungspolizei im Zweiten Weltkrieg und deren Beteiligung an den Genoziden gegenüber Juden, Sinti und Roma. In dem Haus geht es auch um die Entnazifizierung nach 1945 und den Versuch einer "Wiedergutmachung" der Bundesrepublik gegenüber ehemals Verfolgten.

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Mindener Tageblatt Online, 14.09.2018:

Lesung mit Musik

Petershagen (Wes). "Jenny und Ruth - Zwei jüdische Autorinnen aus Ostwestfalen-Lippe“ heißt eine Lesung, die am Samstag, 15. September, 18 Uhr, in der alten Synagoge in Petershagen stattfindet. Der Eintritt ist frei.

Die Lesung wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Bei der Veranstaltung handelt es sich um eine Kooperation zwischen der Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen und dem Literaturzirkel OWL.

Mit der Lesereihe über die aus Paderborn stammende und nach Israel ausgewanderte Jenny Aloni (1917 bis 1993) und die Detmolderin und nach Schottland emigrierte Ruth Michaelis-Jena (1905 bis 1989) soll auf das Leben und Werk der Autorinnen aufmerksam gemacht werden. Damit wird nicht nur ein dunkles Kapitel Heimatgeschichte aufgeschlagen, sondern auch die literarische Verarbeitung vorgestellt. Zudem werden thematisch weiterführende Texte der Schriftstellerinnen präsentiert.

Die Veranstaltung setzt sich aus Kurzbiografien, Lyrik und Prosatexten zusammen, die von Alexia Kantis vorgetragen werden. Dazu kommt Klezmer-Musik des Klarinettisten Lothar Henkenjohann.

Bildunterschrift: Klarinettist Lothar Henkenjohann.

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Deister- und Weserzeitung, 14.09.2018:

Landrat legt Kranz an Holocaust-Gedenkstätte nieder

Delegation aus Hameln besucht Jerusalem

Hameln / Jerusalem. Es war ein bewegender Moment für die weit angereisten Gäste: Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels hat gemeinsam mit dem stellvertretenden Landrat Torsten Schulte, der stellvertretenden Landrätin Ruth Leunig sowie Olga Gerr, Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Hameln, im Rahmen einer Delegationsreise nach Israel einen Kranz in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem niedergelegt.

"Der Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem hat mich in besonderem Maße bewegt. Was hier zum Greifen nah dargestellt wird, also der Mord von Millionen Menschen jüdischen Glaubens, ist Teil unserer Geschichte. Heute und in Zukunft haben wir eine Verantwortung aus diesen grausamen Taten und deshalb dürfen wir nicht zulassen, dass so etwas in unserem Land erneut geschieht", betonte Bartels. Der Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus, wie er gerade wieder zu erleben sei, sei nach wie vor eine der wichtigsten Aufgaben der Politik und der Gesellschaft. Für diesen Kampf wolle er sich persönlich einsetzen, unterstrich der Landrat. "Genau aus diesem Grund ist mir beispielsweise auch die Umsetzung des Projektes Bückeberg so wichtig. Die Wurzeln dieses Ortes dürfen nicht in Vergessenheit geraten."

Die einwöchige Reise von Vertretern des Landkreises Hameln-Pyrmont nach Israel fand auf Einladung der Region Jordan Valley statt. Ziel des Besuches ist der Aufbau einer Partnerschaft, von der insbesondere junge Menschen in Form von Jugendaustauschen profitieren sollen. In einem nächsten Schritt wird eine Delegation aus der Region Jordan Valley den Landkreis besuchen, bevor dann die Rahmenbedingungen für eine Partnerschaft konkretisiert werden sollen.

Bildunterschrift: Landrat Tjark Bartels (2 v. li.) hielt sich mit einer Delegation in Jerusalem auf. Dabei wurde an der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ein Kranz niedergelegt.

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Deister- und Weserzeitung, 14.09.2018:

Keller denkt über Rücktritt nach

Bückeberg: Befremdet über Landes-CDU

Von Christian Branahl

Emmerthal. Der Emmerthaler CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Rolf Keller schließt nicht aus, sein Amt wegen der Debatte um den Lern- und Dokumentationsort Bückeberg zur Verfügung zu stellen. Der Kommunalpolitiker aus Börry begründet seine Überlegungen damit, dass Christdemokraten auf Landes- und Bundesebene die Pläne für den früheren Austragungsort der NS-Propagandaveranstaltung "Reichserntedankfeste" mehr oder weniger offen verstärkt unterstützen würden. "Ich habe durch mein hervorragendes Wahlergebnis bei der letzten Kommunalwahl für Emmerthal eine große Verantwortung erhalten", teilt der Kritiker der Bückeberg-Pläne mit, der mit seiner ablehnenden Haltung dazu viele Einwohner hinter sich wisse. "Dieser Verantwortung will ich gerecht werden, dazu muss ich nicht Vorsitzender der CDU Emmerthal bleiben." Den letzten Ausschlag für seine Erklärung gaben nun die Äußerungen von Dirk Toepffer als Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. Zwar hat Toepffer im Landtag eingefordert, das Ergebnis einer Bürgerbefragung und die Meinung der Einwohner in die weitere konzeptionelle Planung einzubeziehen, dennoch zeichne sich eine grundsätzliche Zustimmung ab, vermutet Keller. Die Aussagen des Fraktionsvorsitzenden sehe er "als sehr befremdlich". Auf Betreiben der SPD habe der Bund - und damit mit der CDU in der Regierungsverantwortung - innerhalb von nur drei Wochen für die Bückeberg-Pläne über 700.000 Euro bewilligt. Bei inzwischen 1,5 Millionen Euro Projektkosten handele es sich überwiegend um Steuergelder, die dringend benötigt würden für die Infrastruktur in Emmerthal. Keller bekräftigt, dass das Ergebnis einer Einwohnerbefragung "für uns verbindlich" sei. Der Christdemokrat: "Alles andere entblößt die demokratischen Grundsätze."

Bildunterschrift: R. Keller.

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