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3 Veranstaltungen - Nachrichten , 13.09.2018 :

Tages-Chronologie von Donnerstag, 13. September 2018

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Veranstaltungskalender:



- Donnerstag, 13. September 2018 von 18.00 bis 21.00 Uhr -


Vierte Demokratie-Konferenz des Lokalen Aktionsplans Minden mit Schwerpunktthema "Die Neue Rechte"


Veranstaltungsort:

Weser-Kolleg Minden
Martinikirchhof 6a
32423 Minden

www.weser-kolleg.de


Programm der Konferenz:

www.lap-minden.de/wp-content/uploads/2018/08/Einladungsschreiben-Demokratiekonferenz-2018_-22.08.2018.pdf


Der Lokale Aktionsplan Minden, vertreten durch die Stadt Minden und "Minden - Für Demokratie und Vielfalt e.V." laden zur vierten Demokratie-Konferenz ein.

Die diesjährige Konferenz bietet wieder Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch und zur Begegnung für alle Akteurinnen und Akteure des Mindener Bündnisses für Demokratie. Eingeladen sind alle Mindenerinnen und Mindener, die sich für Demokratie und Vielfalt in ihrer Stadt engagieren und interessieren.

Inhaltlich steht dieses Mal das Thema "Die Neue Rechte" im Mittelpunkt. Dafür konnte der Historiker und Publizist Dr. Volker Weiß für einen Vortrag gewonnen werden. Dr. Weiß setzt sich seit Jahren mit der neurechten Szene in Deutschland auseinander und ordnet sie kenntnisreich in einen historischen Zusammenhang ein.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Wer gute Ideen und Interesse hat, der kann sich per E-Mail an: lap-minden@ewe.net bis zum 10. September 2018 anmelden.


Die Veranstaltung wird über das Bundesprogramm "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.


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- Donnerstag, 13. September 2018 um 19.00 Uhr -


Offenes Treffen von Seebrücke Bielefeld - Für sichere Häfen und solidarische Städte


- www.facebook.com/seebrueckeBi/

- http://sb-bi.apgw.de/


Veranstaltungsort:

Welthaus Bielefeld e.V.
August-Bebel-Straße 62
33602 Bielefeld

www.welthaus.de


Offenes Organisationstreffen der Bewegung "Seebrücke" in Bielefeld. Wir planen mögliche Aktionen, um die Solidarität mit der Seenotrettung zu zeigen oder auch den Druck auf die Politik zu erhöhen.


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- Donnerstag, 13. September 2018 um 19.30 Uhr -


Vortrag von Rabbiner Prof. Dr. Dr. Walter Homolka: Untergang und Erneuerung - Liberales Judentum in Deutschland. Wir sind da!


Veranstaltungsort:

Synagoge Beit Tikwa
Detmolder Straße 107
33604 Bielefeld

www.juedische-gemeinde-bielefeld.de


Walter Homolka (Ph.D. King’s College London, Ph.D. University of Wales Trinity Saint David, D.H.L. Hebrew Union College - Jewish Institute of Religion New York) geboren 1964, ist Rabbiner, Rektor des Abraham Geiger Kollegs an der Universität Potsdam und Professor für Jüdische Religionsphilosophie der Neuzeit, Schwerpunkt Denominationen und interreligiöser Dialog, an der School of Jewish Theology der Universität Potsdam.

Zugleich ist er geschäftsführender Direktor der School of Jewish Theology. Er ist Chairman der Leo Baeck Foundation, Mitglied im Gesprächskreis Juden und Christen beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken und Vorsitzender des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES). Seit 2017 ist er Vorsitzender der Union progressiver Juden in Deutschland K.d.ö.R.


Ein Vortrag in Kooperation mit der Union progressiver Juden in Deutschland im Rahmen des Jubiläumsprogramms "10 Jahre Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld Beit Tikwa an der Detmolder Straße" vom 13. September bis zum 3. Oktober 2018.

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Donnerstag, 13. September 2018


Am 13. September 2018 ist mit der Homepage "Jewish Places", die derzeit 8.500 aktuelle und historische Daten verzeichnet, die erste interaktive Karte zu jüdischem Leben in Deutschland an den Start gegangen.

Am 13. September 2018 teilte das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW mit, dass die Zahl der Besuche in den 28 NS-Gedenkstätten im Jahr 2017 um 7,9 Prozent auf 356.000 angestiegen sei.

Vom 13. September bis 3. Oktober 2018 finden im Rahmen des Jubiläumsprogramms "10 Jahre Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld Beit Tikwa an der Detmolder Straße" Auftritte in der Synagoge "Beit Tikwa" statt.

Am 12. September 2018 gab Ministerin Ina Scharrenbach bekannt - dass die 22 Jüdischen Gemeinden für Renovierungen / Neubauten bis zum Jahr 2028 44 Millionen Euro von der NRW-Landesregierung erhalten.

Am 18. Juni 2010 stimmte Erika Zemaitis - für die Partei: "Die Linke" im Rat der Stadt Herford vertreten - gegen die Unterstützung der Jüdischen Gemeinde, und lehnte einen Zuschuss zum Bau der Synagoge ab.

Am 13. März 2010 wurde die heutige Herforder Synagoge - die siebzig Jahre nach der Zerstörung während der Novemberpogrome 1938 an der Stelle der ursprünglichen Synagoge neu aufgebaut wurde, eingeweiht.

Am 16. September 2018 findet im Rahmen des Jubiläumsprogramms "10 Jahre Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld Beit Tikwa an der Detmolder Straße" dabei auch eine Führung über den Jüdischen Friedhof statt.

Am 13. September 2018 legte Tjark Bartels, Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont, im Rahmen einer Delegationsreise nach Israel einen Kranz in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem (Jerusalem) nieder.

Am 12. September 2018 unterstütze die CDU-Fraktion des Niedersächsischen Landtags in einer "Aktuellen Stunde" im großen und ganzen die Errichtung des geplanten Dokumentations- und Lernort am Bückeberg.

Am 30. August 2018 erörterte der Schulausschuss des Landkreis Hameln-Pyrmont (mit Sachstandsbericht) den geplanten Dokumentations- und Lernort Bückeberg - sowie die Situation in der Gemeinde Emmerthal.

Am 17. August 2018 beriet der Kulturausschuss des Niedersächsischen Landtags nach Unterrichtung durch die Landesregierung eine Unterstützung des "Dokumentations- und Lernort am Bückeberg in Emmerthal".

Am 27. Juni 2018 beschloss der Bundestags-Haushaltsausschuss, die als - Dokumentationszentrum sowie Lernort - geplante Erinnerungsstätte am Bückeberg, mit 725.000 Euro aus Bundesmitteln zu unterstützen.

Am 13. März 2018 stimmte der Kreistag im Landkreis Hameln-Pyrmont, mit Mehrheit, für den zukünftigen Dokumentations- und Lernort Bückeberg - die Fraktionen von CDU und "AfD" votierten gegen das Projekt.

Am 27. Februar 2018 empfahl der Ausschuss für Finanzen und Wirtschaft Kreisausschuss und Kreistag des Landkreis Hameln-Pyrmont, den Aufbau "Dokumentations- und Lernort Bückeberg gemeinnützige GmbH".

Am 22. Februar 2018 stimmten CDU / FWE im Rat der Gemeinde Emmerthal für den Antrag von der "AfD" zu dem zukünftigen Lern- und Erinnerungsort Bückeberg eine Befragung der Einwohnenden - abzuhalten.

Am 30. Januar 2018 stimmten CDU / FWE im Fachausschuss der Gemeinde Emmerthal für den Antrag der "AfD" - zum künftigen Lern- und Erinnerungsort Bückeberg eine Befragung der Einwohnenden abzuhalten.

Am 28. Dezember 2017, stellte Bernhard Gelderblom, der Leiter des Konzeptionsprojekts "Dokumentation Bückeberg", einen Entwurf eines Informationssystem der "Reichserntedankfeste", auf dem Bückeberg vor.

Am 16. September 2018 ist eine Kranzniederlegung am Steinkreuz "Fern doch treu" auf dem Friedhof von Brakel, durch die "Ortsgruppe Brakel und Umgebung" der "Pommerschen Landsmannschaft" angekündigt.

Für den 12. September 2018 rief das "Aktionsbündnis Rheda-Wiedenbrück gegen rechten Hass" ab 17.00 Uhr zu einer Demonstration beziehungsweise "Friedensmarsch", und einer Kundgebung gegen Rechts auf.


www.jewish-places.de

www.ns-gedenkstaetten.de/nrw.html

www.jg-hf-dt.de

www.juedische-gemeinde-bielefeld.de

www.geschichte-hameln.de

www.dokumentation-bueckeberg.de

www.initiativegedenkortbueckeberg.wordpress.com

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Neue Westfälische, 13.09.2018:
44 Millionen Euro für Synagogen-Umbau

www.hiergeblieben.de vom 8. August 2012:
Herford: Erika Zemaitis stimmte gegen Synagogen-Zuschuss

Westfalen-Blatt / Bielefelder Zeitung, 13.09.2018:
Führung über Johannisfriedhof

Deister- und Weserzeitung Online, 13.09.2018:
Bückeberg-Debatte: Keller (CDU) denkt über Rücktritt nach

Deister- und Weserzeitung, 13.09.2018:
Landtags-CDU wirbt für Bückeberg-Pläne

Neue Westfälische - Höxtersche Kreiszeitung, 13.09.2018:
Kranzniederlegung am Vertriebenen-Ehrenmal

Radio Gütersloh, 13.09.2018:
500 Menschen demonstrieren in Rheda

Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 13.09.2018:
"Wir sind mehr!" als erwartet

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Neue Westfälische, 13.09.2018:

44 Millionen Euro für Synagogen-Umbau

Sanierung: Die Landesregierung hat ein großes Investitionsprogramm für die jüdischen Gebetshäuser in NRW aufgelegt / Das Besondere daran ist, wie das Geld unter den Gemeinden aufgeteilt wird

Von Lothar Schmalen

Düsseldorf. Nach der Vernichtung des jüdischen Lebens durch die Nazis sind in den 50er- und 60er-Jahren in Deutschland wieder eine ganze Reihe von Synagogen entstanden. Weitere folgten, als viele Juden aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion nach 1990 zuzogen. Die bislang letzten beiden neuen Synagogen, die in NRW entstanden sind, stehen übrigens in Ostwestfalen. Die Synagoge in Bielefeld wurde 2008, die in Herford 2010 eingeweiht.

Vor allem die jüdischen Gotteshäuser und Gemeindezentren aus den 50er- und 60er- Jahren sind inzwischen in die Jahre gekommen. Der Umbau- und Sanierungsbedarf ist groß. Weil die Jüdischen Gemeinden in der Regel nicht über eine besonders große Finanzkraft verfügen, hat NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) jetzt ein nachhaltiges Bauprogramm für die Jüdischen Gemeinden aufgelegt. Es umfasst für die nächsten zehn Jahre insgesamt 44 Millionen Euro. In diesem Jahr stehen drei Millionen Euro zur Verfügung, die Summe wächst bis 2028 jedes Jahr um 200.000 Euro an. Die finanzielle Förderung sei "Ausdruck der Verbundenheit der Landesregierung mit den Jüdischen Gemeinden", sagte Ministerin Scharrenbach in der gerade 60 Jahre alt gewordenen Neuen Synagoge Düsseldorf bei der Vorstellung des Bauprogramms. "Wir freuen uns, dass jüdisches Leben in unserem Land wieder sichtbar vertreten ist und Heimat gefunden hat", fügte Scharrenbach, die auch Heimatministerin ist, hinzu. Hanna Sperling, die Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe, bezeichnete das Bauprogramm als "sichtbares Zeichen der Solidarität mit uns".

Das Bauprogramm hat das Land mit den vier jüdischen Verbänden in NRW vereinbart: dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden Nordrhein (15.000 Mitglieder in acht Gemeinden), dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe (7.000 Mitglieder in zehn Gemeinden), der Synagogen-Gemeinde Köln (4.000 Mitglieder) und dem Landesverband progressiver jüdischer Gemeinden in NRW (600 Mitglieder in drei Gemeinden). Das Besondere: Die vier Verbände vereinbaren unter sich, wer wie viel Geld aus dem Programm für seine Umbau- und Sanierungsprojekte bekommt.

Den größten Anteil des Bauprogramms erhält zunächst eine Gemeinde des kleinen Landesverbands der progressiven Juden. Die frühere evangelische Kirche des ehemaligen Flüchtlings-Durchgangslagers in Unna-Massen wird zur neuen Synagoge der Jüdischen Gemeinde Unna umgebaut. Insgesamt 2,4 Millionen Euro kostet das Projekt, zwei Millionen Euro davon fließen - über vier Jahre gestreckt - aus dem neuen Bauprogramm des Landes. Ein vergleichbares Projekt also wie der Umbau der früheren Paul-Gerhardt-Kirche zur Synagoge der Jüdischen Gemeinde in Bielefeld. Allerdings gab und gibt es in Unna nicht den Streit, der den damaligen Eigentumswechsel in Bielefeld begleitet hatte, berichtet Alexandra Khariakova, die Vorsitzende der Gemeinde in Unna.

Größere Summen erhalten der Synagogen-Standort in Düsseldorf am Paul-Spiegel-Platz. In Köln muss unter anderem das Kita-Gebäude der Jüdischen Synagogen-Gemeinde saniert werden. 19.000 Euro für ein kleineres Bauprojekt fließen nach Bielefeld. Hier soll der Eingangsbereich der Synagoge "Beit Tikwa" umgebaut werden.

"Beit Tikwa" Bielefeld 10 Jahre alt

Am 21. September 2008 wurde die Synagoge "Beit Tikwa" der Jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld eingeweiht, die durch den Umbau einer ehemaligen evangelischen Kirche entstanden war.

Dieses Jubiläum wird mit einem dreiwöchigen Festprogramm gefeiert. Es startet heute um 19.30 Uhr mit einem Vortrag des Rabbiners Walter Homolka zum Thema "Untergang und Erneuerung - Liberales Judentum in Deutschland. Wir sind da!".

Höhepunkte der Feierlichkeiten sind ein festlicher Gottesdienst am Freitag, 21. September, um 19 Uhr und der Tag der offenen Synagoge am Mittwoch, 4. Oktober, 14 Uhr.

Infos: www.juedischegemeinde-bielefeld.de

Bildunterschrift: 2010 eingeweiht: Die Herforder Synagoge. Es war der bislang letzte Neubau einer Synagoge in NRW.

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www.hiergeblieben.de vom 8. August 2012:

Herford: Erika Zemaitis stimmte gegen Synagogen-Zuschuss

Am 7. August 2012 gab Erika Zemaitis, als Mitglied im Herforder Stadtrat im Juni 2010 europaweit in die Schlagzeilen geraten, ihren Austritt aus der Partei "Die Linke" bekannt. Darüber berichten heute, am 8. August 2012, das Westfalen-Blatt und Radio Herford.

Kein Alleinstellungsmerkmal der NPD

Über einen Zuschuss zum Bau der Synagoge stimmte am 18. Juni 2010 der Rat der Stadt Herford ab. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen, allerdings stimmte ein Stadtratsmitglied gegen die Unterstützung der Jüdischen Gemeinde - wörtlich: gegen das "Partikularinteresse einer Religionsgemeinschaft". Die Gegenstimme kam aber nicht etwa von der (im Stadtrat nicht vertretenen) NPD, sondern von der Abgeordneten der Partei "Die Linke", Erika Zemaitis.

Stadtverband der Partei "Die Linke" solidarisierte mit Erika Zemaitis

Der gesamte Herforder Stadtverband der Partei "Die Linke", stellte sich nach öffentlicher Kritik hinter das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten. In einem Kommentar vom 2. Juli 2010 unter dem zynischem Titel "Für kulturelle Vielfalt und Gleichbehandlung" hieß es wörtlich:

"Innerhalb der Arbeitsgruppe Haushalt erarbeitete Erika Zemaitis diesen Standpunkt mit den Mitgliedern des Stadtverbandes der Linken. Eine andere Beschlusslage, wie von der Kreissprecherin behauptet, hat es nicht gegeben. Auch darf die Kritik an Inge Högers Beteiligung an der zum Teil durch islamistische Gruppen organisierten "Free-Gaza"-Mission nicht dadurch kompensiert werden, dass die Herforder Synagoge als pro-jüdisches "Gegenargument" instrumentalisiert wird. Politisch stehen die Probleme in keinem Zusammenhang."

Synagoge 70 Jahre nach Zerstörung wieder aufgebaut

Die Synagoge Herford ist der Sitz der Jüdischen Kultusgemeinde Herford-Detmold. Die heutige Synagoge wurde erst 70 Jahre nach der Zerstörung während der Novemberpogrome 1938 an der Stelle der ursprünglichen Synagoge an der Komturstraße in der Herforder Neustadt wieder aufgebaut. Sie wurde am 13. März 2010 eingeweiht, an dem Festakt war unter anderem Charlotte Knobloch, die damalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, beteiligt.

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Westfalen-Blatt / Bielefelder Zeitung, 13.09.2018:

Führung über Johannisfriedhof

Bielefeld (WB). Unter dem Titel "Christliche und jüdische Bestattungskultur" bieten Friedhofsverwaltung im Umweltbetrieb und Jüdische Kultusgemeinde an diesem Sonntag eine Führung über Johannisfriedhof und Jüdischen Friedhof an. Martina Hollmann und Paul Yuval Adam erläutern Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Weltreligionen im Umgang mit Trauer und Beerdigung. Treffpunkt ist um 12 Uhr an der Friedhofskapelle auf dem Johannisfriedhof. Die zweistündige Führung ist kostenlos, Männer müssen auf dem Jüdischen Friedhof eine Kopfbedeckung tragen.

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Deister- und Weserzeitung Online, 13.09.2018:

Bückeberg-Debatte: Keller (CDU) denkt über Rücktritt nach

13.09.2018 - 16.10 Uhr

Aussagen von Christdemokraten im Landtag "sehr befremdlich"

Emmerthal. Der Emmerthaler CDU Gemeindeverbandsvorsitzende Rolf Keller schließt nicht aus, sein Amt wegen der Debatte um den Lern- und Dokumentationsort Bückeberg zur Verfügung zu stellen. Der Kommunalpolitiker aus Börry begründet seine Überlegungen damit, dass Christdemokraten auf Landes- und Bundesebene die Pläne für den früheren Austragungsort der NS-Propagandaveranstaltung "Reichserntedankfeste" mehr oder weniger offen verstärkt unterstützen würden.

Von Christian Branahl

"Ich habe durch mein hervorragendes Wahlergebnis bei der letzten Kommunalwahl für Emmerthal eine große Verantwortung erhalten", teilt der Kritiker der Bückeberg-Pläne mit, der mit seiner ablehnenden Haltung dazu viele Einwohner hinter sich wisse. "Dieser Verantwortung will ich gerecht werden, dazu muss ich nicht Vorsitzender der CDU Emmerthal bleiben." Den letzten Ausschlag für seine Erklärung gaben nun die Äußerungen von Dirk Toepffer als Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. Zwar hat Toepffer im Landtag eingefordert, das Ergebnis einer Bürgerbefragung und die Meinung der Einwohner in die weitere konzeptionelle Planung einzubeziehen, dennoch zeichne sich eine grundsätzliche Zustimmung ab, vermutet Keller. Die Aussagen des Fraktionsvorsitzenden sehe er "als sehr befremdlich". Auf Betreiben der SPD habe der Bund - und damit mit der CDU in der Regierungsverantwortung - innerhalb von nur drei Wochen für die Bückeberg-Pläne über 700.000 Euro bewilligt. Bei inzwischen 1,5 Millionen Euro Projektkosten handele es sich überwiegend um Steuergelder, die dringend benötigt würden für die Infrastruktur in Emmerthal. Keller bekräftigt, dass das Ergebnis einer Einwohnerbefragung "für uns verbindlich" sei. Der Christdemokrat: "Alles andere entblößt die demokratischen Grundsätze."

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Deister- und Weserzeitung, 13.09.2018:

Landtags-CDU wirbt für Bückeberg-Pläne

Fraktionschef setzt aber auch auf Meinung der Einwohner / "Wir müssen die Menschen vor Ort nicht fürchten"

Von Christian Branahl

Emmerthal / Hannover. Die CDU im niedersächsischen Landtag hat sich für den geplanten Lern- und Dokumentationsort Bückeberg als Austragungsstätte der NS-Propagandaveranstaltung Reichserntedankfeste ausgesprochen. "Wir müssen uns auch künftig für eine aktive Gedenkstättenarbeit in Niedersachsen einsetzen", sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Toepffer anlässlich der Aktuellen Stunde am Mittwoch. "Es ist daher gut und richtig, gerade jungen Menschen deutlich zu machen, mit welchen Mitteln Nationalsozialisten die Menschen in ihren Bann gezogen und für ihre menschenverachtende Politik missbraucht haben, damit wir nicht wieder auf eine Politik der großen Gesten und der lauten Worte hereinfallen."

Hintergrund bildete ein Antrag der CDU zum "Tag der Heimat 2018 - Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen". Damit erinnerte im Landtag Toepffer eigentlich an die große Integrationsleistung der Vertriebenen und Spätaussiedler in Niedersachsen, wobei er zu einer ehrlichen Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte aufrief. Wer seine Heimat verstehen wolle, müsse sich auch mit den Ursachen geschichtlicher Veränderung auseinandersetzen, meint Toepffer, der sich selbst vor einigen Wochen vor Ort am Bückeberg informiert hatte: Über die Größe einer solchen Gedenkstätte könne man sicher streiten, so der Fraktionsvorsitzende laut Mitteilung. "Wer den Menschen in Emmerthal allerdings erzählt, dass es auf ihre Meinung zur Ausgestaltung der Gedenkstätte nicht ankommt, der riskiert, sie in die falsche Richtung zu treiben", ging er auf die geplante Einwohnerbefragung zum Lern- und Dokumentationsort ein. Toepffer: "Wir müssen die Menschen vor Ort nicht fürchten."

Anja Piel als Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen im Landtag hat sich bei Toepffer nach der Rede für die deutliche Positionierung bedankt, wie sie unserer Zeitung mitteilt. "Die Erklärung des CDU-Fraktionsvorsitzenden für die Entwicklung einer Dokumentationsstelle am Bückeberg ist ein wichtiges Signal", erklärt die heimische Abgeordnete, von der ein Antrag zur finanziellen Unterstützung der Bückeberg-Pläne durch das Land stammt. Piel: "Und auch wenn ich es in dieser Klarheit eher erwartet hätte, so freut es mich dennoch, dass es jetzt mit Unterstützung aus Hannover weitergehen kann. Es ist eine Chance in schwierigen Zeiten, Schülerinnen und Schülern am Beispiel vor Ort die schleichende demokratiefeindliche Wirkung von Propaganda zu vermitteln." Ulrich Watermann von der SPD begrüßte ebenfalls die Aussagen der CDU, die sich nun "offenkundig dazu bekennt", die Pläne umzusetzen.

Über den Antrag der Grünen ist noch nicht entschieden worden, obwohl es zuletzt hieß, den Plänen wohlwollend gegenüberzustehen. Zuletzt hatte sich der zuständige Kultusausschuss Ende August zu dem Thema durch das Innen- und Landwirtschaftsministerium (zuständig für das Domänengelände des Bückeberges) unterrichten lassen. Er bat das Kultusministerium laut Protokoll um weitere Informationen in der Sitzung am 9. November über den "dann aktuellen Sachstand hinsichtlich der Konzeption des Dokumentations- und Lernortes".

CDU / FWE: Einwohner-Befragung kommt - mit Änderungen

Die Einwohner-Befragung in Emmerthal zu den Bückeberg-Plänen kommt - wenn auch mit Verspätung. Darauf hat am Mittwoch Rudolf Welzhofer, Sprecher der CDU / FWE-Gruppe im Emmerthaler Rat, hingewiesen. Am Tag zuvor hatten der Christdemokrat und Ernst Nitschke (FWE) ein Gespräch mit der Kommunalaufsicht des Landkreises zu den strittigen Punkten geführt.

"Es ging nicht darum, die Einwohner-Befragung zu verhindern", sagte Welzhofer über die Prüfung der Satzung durch den Landkreis, die Bürgermeister Andreas Grossmann (SPD) für notwendig gehalten hatte. Grossmann hatte im Vorfeld bereits Bedenken angemeldet und den Ratspolitikern empfohlen, entsprechende Änderungen vorzunehmen. Allerdings ohne Erfolg. Anschließend hatte die CDU von einem Maulkorb gesprochen - davon ist nun nicht mehr die Rede.

"CDU und FWE haben sich im Gespräch mit der Kommunalaufsicht überzeugen lassen, rechtlich notwendige Änderungen durchzuführen", erklärte Welzhofer nach dem Treffen am Vortag. Dies betreffe die Fragestellung, die umformuliert werden müsse, das Mindestalter der Befragten müsse 14 statt 16 Jahre betragen und die sachlich darzustellenden Informationen zur Befragung müssten den Vorgaben entsprechend geändert werden.

Ein Zeitplan steht noch nicht fest. Die Gruppe habe nun im Rathaus ihre redaktionellen Vorschläge eingereicht, die geprüft werden müssten, so Welzhofer. Für die geänderte Satzung müsste dann der Rat einen Änderungsbeschluss herbeiführen. Wie berichtet ist das Ergebnis einer Befragung allerdings nicht verbindlich.

Bildunterschrift: So sehen die Planer den Bückeberg, der über Wege und Informationstafeln die NS-Geschichte darstellt.

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Neue Westfälische - Höxtersche Kreiszeitung, 13.09.2018:

Kranzniederlegung am Vertriebenen-Ehrenmal

Brakel (nw). Zur Erinnerung an Flucht und Vertreibung wird die Pommersche Landsmannschaft Brakel und Umgebung am Tag der Heimat, Sonntag, 16. September, am Vertriebenen-Ehrenmal in Brakel um 14.30 Uhr einen Kranz niederlegen. Anschließend, um 15 Uhr, treffen sich die Teilnehmer zum Kaffeetrinken in der Gaststätte Tegetmeier. Der Nachmittag wird mit Liedern und Gedichten umrahmt.

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Radio Gütersloh, 13.09.2018:

500 Menschen demonstrieren in Rheda

Mit 250 Teilnehmern hatten sie gerechnet, doppelt so viele sind gekommen: In Rheda Wiedenbrück haben gestern 500 Menschen für Demokratie und Vielfalt und gegen rechten Hass demonstriert. Auf der Demo sprach unter anderem Bürgermeister Theo Mettenborg, der in seiner Rede Rassismus und fremdenfeindliche Vorurteile verurteilte. Zur Demo aufgerufen hatte das Rheda-Wiedenbrücker "Aktionsbündnis gegen rechten Hass".

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Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 13.09.2018:

"Wir sind mehr!" als erwartet

Marsch: Mit 250 Menschen hatte das "Aktionsbündnis Rheda-Wiedenbrück gegen rechten Hass" gerechnet / Gekommen sind doppelt so viele, um ein Zeichen für Demokratie zu setzen / Und den Reden zu lauschen

Von Marion Pokorra-Brockschmidt

Rheda-Wiedenbrück. Auf einer Demonstration war Luisa noch nie. Doch gestern ist die 15-Jährige mit Handballerinnen des WTV bei dem friedlichen Marsch "für Demokratie, Vielfalt und Toleranz und gegen Gewalt" mitgegangen. "Das Thema ist total wichtig und aktuell", sagte sie. Das sahen rund 500 andere Teilnehmer genau so. "Es reicht nicht, Sympathie zu fühlen, man muss sie auch zeigen", meinte Monika Nuppenau. Die 60-Jährige war aus Gütersloh gekommen.

Mit 250 Demonstranten hatte das "Aktionsbündnis Rheda-Wiedenbrück gegen rechten Hass" gerechnet. Doppelt so viele waren vom Kirchplatz zum Rathausplatz gezogen. "Wir sind positiv überrascht und froh, dass es keine Zwischenfälle gegeben hat", resümierte Christine Spitzberg, einer der Initiatorinnen des Friedensmarsches unter dem Motto "Wir sind mehr!".

Dieses Leitmotiv betonten die Redner bei der Abschlusskundgebung oft - und bekamen Applaus von Jungen und Alten, von Politikern und Privatleuten, von Sportlern und Kirchenvertretern, von Rheda-Wiedenbrückern und Auswärtigen. Sie wollen nicht hinnehmen, "dass sich Menschen mit rechten Parolen gegen unsere Verfassung wenden", so Initiatorin Iris Hansel.

Berührt von der großen Menschenmenge, "die hier eng zusammensteht", zeigte sich Bürgermeister Theo Mettenborg. Er sagte ein striktes Nein zu Rassismus und fremdenfeindlichen Vorurteilen, betonte das Eintreten für Werte, die für ein gutes und friedliches Miteinander stehen.

Das Verbreiten von Hass-Botschaften erinnere an die dunkelste Zeit deutscher Geschichte, so Hermann Heller-Jordan. Losgelöst von Partei-Politik "müssen wir uns mit einer Stimme rechten Auswüchsen entgegen stellen".

Das forderte auch Claudia Müller. Sie ist sicher, dass es in Rheda-Wiedenbrück keine Menschenjagd gibt. "Aber auch hier wird mit Unmut über Migranten geredet." Sprache sei wichtig, wenn beispielsweise manipulative Schlagwörtern wie Asyl-Tourismus benutzt würden. "Wir sind mehr, die achtsam sind, was um uns herum passiert, die ein Potenzial in unterschiedlichen Kulturen sehen, die demokratische Rechte bewahren."

Für Imam Alammarin, der aus Syrien geflohen ist und als Englischlehrer arbeitet, ist "Rheda-Wiedenbrück ein Beispiel für ein gutes Zusammenleben, weil hier alle offen sind". Gäbe es ein Problem, er betonte den Konjunktiv, würde es mit Toleranz überwunden. "Ich hoffe, dass Rassismus hier keinen Einzug hält", blickte er auf die Zukunft.

Wie es früher in der Stadt war, erinnerte Ulla Fallner. Die 69-Jährige erzählte über ihre große Verwandtschaft, die fast ausnahmslos einen Kriegstoten zu beklagen hatte. Sie rückte als Schülerin mit anderen zusammen, "als Flüchtlinge kamen". Sie war froh, als Jugendliche im Ausland nicht mit Nazi-Deutschland konfrontiert zu werden, "sondern sogar willkommen zu sein".

Patrick Büker dankte den Organisatorinnen des friedlichen Marsches, der ein starkes Signal in und aus der Stadt sende. Ängste durch Migration müsse man ernst nehmen - darin waren sich die Redner einig. "Aber die Frage darf nicht sein, woher jemand kommt, sondern wohin er mit uns will", so Büker.

Bildunterschrift: "Rheda-Wiedenbrück ist bunt und weltoffen": Hinter diesem Transparent nehmen rund 500 Demonstranten an dem friedlichen Marsch teil.

Bildunterschrift: "Sprache lernen": Imam Alammarin floh aus Syrien.

Bildunterschrift: "Nicht nur reden": Monika Nuppenau und Alexandre du Toit.

Bildunterschrift: "Ist ein guter Zweck": Die 13-jährige Liv Kupka zeigt Mitgefühl.

Bildunterschrift: "Herz statt Hetze": Aufmerksam hören die zahlreichen Demonstranten den Rednern zu.

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