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Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock , 14.03.2018 :

Dreimal im Jahr gibt’s Kultur

BdV will an der Aufarbeitung der Sozialwerks-Geschichte mitwirken

Von Matthias Kleemann

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Mit aktuell 50 Mitgliedern ist der Bund der Vertriebenen (BdV), Ortsverband Schloß Holte-Stukenbrock, zwar ein eher kleiner dafür aber umso regerer Verein. Denn immerhin knapp 30 Mitglieder kamen zur Jahreshauptversammlung am vergangenen Sonntagnachmittag im Gasthof Zur Post.

Und bei kulturellen Veranstaltungen, die der Verband etwa dreimal im Jahr ausrichtet, sind es noch einmal deutlich mehr. So kamen zum Heimatabend im Mai vergangenen Jahres 71 Gäste, zur traditionellen Adventsvesper im Dezember 81 und zum Schlesiertag im September sogar 91 Personen.

"Das schafft wohl kaum ein anderer Verein in dieser Stadt", meint deswegen auch Schriftführer Bringfried Schubert stolz am Sonntag während seines Jahresberichtes, "dass mehr Gäste als Mitglieder zu solchen Veranstaltungen kommen".

Die Hälfte der Mitglieder zählt zur Landsmannschaft der Schlesier, der Rest verteilt sich auf Ostpreußen, Pommern, Sudetenland und Mitteldeutschland. Auch einige Westfalen und Norddeutsche sind Mitglied im BdV-Ortsverband. Neben den schon erwähnten Kulturveranstaltungen war das wichtigste Ereignis eine Kranzniederlegung an der Gedenkstätte der in der Senne verstorbenen Vertriebenen auf dem Friedhof St. Achatius in Stukenbrock-Senne am 20. Juni, dem nationalen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung.

Diesen Gedenktag gibt es seit dem Jahr 2014, der BdV-Ortsverband hat ihn im vergangenen Jahr zum ersten Mal in dieser Form begangen. Auch in diesem Jahr ist eine Kranzniederlegung geplant, sagt Vorsitzender Hans Lebersorger, und natürlich sind alle Mitglieder zu dieser Feierstunde eingeladen.

Ferner sind erneut wieder drei kulturelle Veranstaltungen geplant. Der Heimatabend am Donnerstag, 24. Mai, beschäftigt sich diesmal mit der ehemaligen Provinz Pommern, der Schlesiertag soll am Donnerstag, 27. September stattfinden, und die Adventsvesper findet, wie üblich, am dritten Adventssonntag, 16. Dezember, statt.

Außerdem wolle man sich an der Aufarbeitung der Geschichte des Sozialwerks beteiligen, sagt Lebersorger. Der Vorstand wolle sich in Kürze mit den maßgeblichen Vertretern der Gedenkstätte Stalag 326 in Verbindung setzten, um darüber zu sprechen, wie sich der BdV-Ortsverband einbringen kann. Immerhin sind unter den 50 Mitgliedern noch einige, die nach ihrer Vertreibung im Sozialwerk gelandet sind und dort vorübergehend gelebt haben.

Die Vorstandswahlen ergaben keine großen Veränderungen. Hans Lebersorger bleibt Vorsitzender, Horst Dieter Schmelzer ist jetzt sein Stellvertreter. Schmelzer bekleidet gleichzeitig das Amt des stellvertretenden Schriftführers und des Pressewarts. Dieter Militschke führt weiterhin die Kasse, seine Stellvertreterin ist Sigrid Schmelzer. Schriftführer ist Bringfried Schubert. Herbert Bergmann und Alfred Scholz wurden zu Beisitzern gewählt. Günter Scharbert wird im kommenden Jahr die Kasse prüfen. Im erweiterten Vorstand kümmern sich Johannes Reinhold, Lilo Volkmer und Horst Dieter Schmelzer um das Kulturprogramm. Bringfried Schubert hat sich aus dem aktiven Kulturausschuss des Verbandes zurückgezogen.

Johannes Reinhold zum Ehrenmitglied ernannt

Zum Dank für seine "jahrzehntelange aktive Unterstützung" der Kulturarbeit des BdV-Ortsverbandes hat der Vorstand am Sonntag Johannes Reinhold mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Reinhold habe schon in den frühen Nachkriegsjahren mit seiner Mutter und seinen Geschwistern aktiv und maßgeblich die Geschicke des BdV-Ortsverbandes Liemke und auch des Ortsverbandes der heutigen Stadt Schloß Holte-Stukenbrock mitgestaltet, sagt Vorsitzender Hans Lebersorger. Das tat er insbesondere auf musikalische Weise. Seit 1956 war er aktiver Sänger im gemischten Chor des BdV, 1968 übernahm er das Dirigat des Chores. Nach dessen Auflösung dirigierte er die Singgruppe Reinhold. Nicht nur stimmlich, auch mit seinem Akkordeon hat Reinhold viele BdV-Veranstaltungen bereichert. Zusammen mit seinem Bruder, Professor Walter Reinhold gestaltet er bis heute den musikalischen Teil der Adventsvespern.

Bildunterschrift: Johannes Reinhold (Mitte) ist zum Ehrenmitglied des BdV-Ortsverbandes ernannt worden. Darüber freuen sich während der Jahreshauptversammlung am vergangenen Sonntagnachmittag auch die Vorstandsmitglieder Hans Lebersorger, Bringfried Schubert, Dieter Militschke, Lilo Volkmer, Horst Dieter Schmelzer und Sigrid Schmelzer (von links).


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