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Deister- und Weserzeitung , 13.03.2018 :

"Wir sind schon ziemlich verzweifelt"

Gedenktafel in Lüders Park zum dritten Mal verunstaltet / Lessing wurde Opfer der Nazis

Von Philipp Killmann

Hameln. Wie er aussah, ist auf der Gedenktafel in Lüders Park am Alten Hallenbad nicht mehr zu erkennen; der Text über das Leben von Theodor Lessing wurde verunziert. Die Tafel wurde beschmiert, zerkratzt, beklebt. Zum Bedauern des interessierten Passanten - und der Hamelner Bibliotheksgesellschaft.

Schaden wird begutachtet und soll behoben werden

"Das ist das jetzt das dritte Mal, dass die Tafel verunstaltet wurde", teilt Bernd Bruns, der Vorsitzende der Bibliotheksgesellschaft, auf Anfrage der Dewezet mit. Bis dahin war ihm die erneute Verunstaltung noch gar nicht bekannt gewesen.

"Wir sind schon ziemlich verzweifelt", sagt er angesichts dieser Zerstörungswut. Er sagt aber auch: "Die Tafel soll erhalten bleiben." Der Schaden werde begutachtet und dann mit dem Vorstand geschaut, wie er sich beheben lässt.

2013 hat die Bibliotheksgesellschaft die Tafel installiert. Sie erinnert an Theodor Lessing (1872 - 1933), der einen Teil seiner Jugend in Hameln verbracht hat. Lessing wohnte von April 1891 bis September 1892 bei der Witwe Lüder, unweit des heutigen Lüder Parks, um am Schiller-Gymnasium sein Abitur abzulegen. Später arbeitete er als Hochschullehrer in Hannover. Er gilt als Pionier der Volkshochschulbewegung.

Am 30. August 1933 wurde der jüdische Intellektuelle von den Nazis in Marienbad ermordet.

Bildunterschrift: Die Tafel in Lüders Park, mit der Theodor Lessing gedacht wird: beschmiert, zerkratzt, beklebt.


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