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3 Veranstaltungen - Nachrichten , 17.10.2017 :

Tages-Chronologie von Dienstag, 17. Oktober 2017

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Veranstaltungskalender:



- Dienstag, 17. Oktober 2017 um 19.30 Uhr -


Jüdischer Liederabend


Veranstaltungsort:

Alte Synagoge Petershagen
Goebenstraße 5
32469 Petershagen

www.synagoge-petershagen.de


Karsten Troyke (Gesang, Gitarre) und Daniel Weltlinger (Violine) präsentieren jüdische Lieder zusammen mit Child Survivor Sara Bialas-Tenenberg.


Veranstalterin: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden ( Westfalen) e.V.

www.gcjz-minden.de


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- Dienstag, 17. Oktober 2017 um 19.30 Uhr -


Vortrag von Rainer Stuhlmann: "Wir weigern uns, Feinde zu sein" - Das andere Gesicht Palästinas und Israels


Veranstaltungsort:

Haus Münsterberg
Hornsche Straße 38
32756 Detmold


Der Referent, Pfarrer i.R. Rainer Stuhlmann, war fünf Jahre Studienleiter für die Freiwilligen in "Nes Ammim", einem christlichen Dorf im Norden Israels. Er ist viel herum gekommen auf beiden Seiten des Grenzzauns und erzählt von Menschen, die sich um Dialog, Gerechtigkeit und Frieden bemühen.


Moderation: Pfarrerin Bettina Hanke-Postma.


Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Religionen im Gespräch" der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V. in Kooperation mit der Lippischen Landeskirche, der Evangelischen Studierendengemeinde in Detmold / Lemgo (ESG) und dem Katholischen Bildungswerk Lippe.

www.gfcjz-lippe.de


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- Dienstag, 17. Oktober 2017 um 20.00 Uhr -


Konzert: Früchte des Zorns - www.fruechtedeszorns.net


Veranstaltungsort:

AJZ Bielefeld
Heeper Straße 132
33607 Bielefeld

www.ajz-bielefeld.de


- Einlass: 20.00 Uhr / Beginn: 21.00 Uhr


"Früchte des Zorns" ist eine Band, ein linksradikales Kollektiv. Unsere Musik ist die Poesie der Subversion. Unser Gesang ist der Gesang der Verweigerung, der Revolte und des Aufbruchs.

Unsere Lieder sind voll Wut, Trauer und Sehnsucht nach einem besseren Leben.

Wir wollen uns nicht mit den Verhältnissen arrangieren. Wir wollen das Schöne und Lebendige, jetzt, sofort und ohne Kompromisse.

Wir wollen die soziale Revolution, und es ist nichts peinlich daran, darüber zu reden und davon zu träumen.


Mit "fallen oder fliegen" haben Früchte des Zorns ein Album veröffentlicht, in dem sie an Themen und Reflexionen vorangehender Alben anknüpfen, in die Tiefe gehen und dennoch ihr Spektrum erweitern und auch musikalisch weiterentwickeln. Ihr akustisches Set besteht aus Geige, Gitarre, Bratsche, Posaune, Glockenspiel, Schlagzeug und viel Gesang. Auch wenn sie nicht die lauteste Band sind, haben ihre Lieder eine große Eindringlichkeit.

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Dienstag, 17. Oktober 2017


Am 19. Oktober 2017 spricht Dr. Jochen Rath, Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek, in der VHS Bielefeld zum Thema "Bürokratie und Ideologie - Die Verwaltung als Verfolgungsinstrument im NS-Alltag".

Am 9. November 2017 erinnern die - "Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V." - und die Stadt Detmold, mit einem Konzert ("Irgendwo auf der Welt"), an das Novemberpogrom von 1938.

Am 3. November 2017 lädt die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V., zu dem Vortrag von Prof. Elad Lapidot: "Aus Israel in Berlin - Grundzüge einer neuen Bewegung" - in Detmold ein.

Am 17. Oktober 2017 lud die "Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe" zum Vortrag: "Wir weigern uns, Feinde zu sein - Das andere Gesicht Palästinas und Israels", von Rainer Stuhlmann ein.

Am 14. Oktober 2017 sprach Christoph Schwarz, Vorsitzender, Förderverein "geraubte Kinder - vergessene Opfer e.V.", auf die Einladung des Fördervereins Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) Senne e.V., hin.

Am 17. Oktober 2017, 13.00 Uhr war eine Fahrt nach Nieheim ("Menne`s Schaukäserei") und Erwitzen der "Frauengruppe" der "Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen" (im "Kreisverband Herford") beworben.

Am 19. Oktober 2017 spricht Karsten Wilke in der Freien Waldorfschule Minden, zu "Lifestyle, Zeichen und Codes der extremen Rechten", Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold.

Für den 23. November 2017 ist vor dem Landgericht Detmold ein Berufungsprozess, gegen die notorische Antisemitin Ursula Haverbeck-Wetzel aus Vlotho wegen Volksverhetzung (Holocaust-Leugnung) terminiert.

Am 16. Oktober 2017 verurteilte das Amtsgericht Berlin-Tiergarten die, mehrmalig vorbestrafte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel aus Vlotho, wegen Volksverhetzung zu sechs Monaten Freiheitsstrafe.

Am 28. August 2017 reduzierte das Landgericht Verden im Berufungsverfahren (Amtsgerichts Verden vom 21. November 2016) gegen Ursula Haverbeck-Wetzel aus Vlotho, das Urteil auf zwei Jahre Freiheitsstrafe.

Am 17. Februar 2017 wurde die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel wegen Volksverhetzung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten (wiederum ohne Bewährung) vom Amtsgericht Detmold verurteilt.

Am 21. November 2016 wurde Ursula Haverbeck-Wetzel aus Vlotho wegen mehrfacher Volksverhetzung in der "Stimme des Reiches", vom Schöffengericht Verden zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Am 11. Oktober 2016 wurde die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel, vor dem Amtsgericht Bad Oeynhausen wegen Volksverhetzung in vier Fällen wiederum zu einer (elfmonatigen) Haftstrafe verurteilt.

Am 2. September 2016 wurde die (vorbestrafte) Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel aus Vlotho vor dem Amtsgericht Detmold wegen Volksverhetzung zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt.

Am 30. Januar 2016 leugnete die 87-jährige Ursula Haverbeck-Wetzel aus Vlotho auf einer Veranstaltung des "Hoffmann-von-Fallersleben-Kreis", in einer Gaststätte in Berlin-Lichtenrade abermals den Holocaust.

Am 12. November 2015 wurde die 87-jährige Ursula Haverbeck-Wetzel aus Vlotho, von einem Hamburger Amtsgericht wegen Volksverhetzung in zwei Fällen zu zehn Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt.


www.vhs-bielefeld.de

www.gfcjz-lippe.de

www.geraubte-kinder.de

www.stalag326.de

www.mobile-beratung-owl.de

www.aul-herford.de/index.php?id=395

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Westfalen-Blatt / Bielefelder Zeitung, 17.10.2017:
Die Verwaltung in der NS-Zeit

Lippische Landes-Zeitung, 17.10.2017:
Vorträge und ein Konzert

Lippische Landes-Zeitung, 17.10.2017:
Gesichter Israels

Neue Westfälische - Schloß Holte-Stukenbrock, 17.10.2017:
Vergesst die Kinder nicht

Mindener Tageblatt, 17.10.2017:
Rechtsextremen Einfluss erkennen

Blick nach Rechts, 17.10.2017:
Unverbesserliche Holocaust-Leugnerin

Radio Herford, 17.10.2017:
Weitere Haftstrafe für Haverbeck

Radio Westfalica, 17.10.2017:
Haverbeck wieder schuldig gesprochen

Mindener Tageblatt, 17.10.2017:
Sechs Monate Haft

Westfalen-Blatt, 17.10.2017:
Schon wieder verurteilt

Neue Westfälische, 17.10.2017:
Holocaust-Leugnerin (88) zu Freiheitsstrafe verurteilt

die tageszeitung, 17.10.2017:
Die alte Dame und der Hass

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Westfalen-Blatt / Bielefelder Zeitung, 17.10.2017:

Die Verwaltung in der NS-Zeit

Bielefeld (WB). Im Begleitprogramm zur Ausstellung "Leben nach dem Überleben" lädt die VHS für Donnerstag, 19. Oktober, in die Ravensberger Spinnerei ein. Um 19 Uhr spricht Jochen Rath, Leiter des Stadtarchivs, über "Bürokratie und Ideologie - Die Verwaltung als Verfolgungsinstrument im NS-Alltag".

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Lippische Landes-Zeitung, 17.10.2017:

Vorträge und ein Konzert

Detmold (jow). Gleich zu mehreren Veranstaltungen lädt die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ein. Darin geht es um Israel und jüdische Komponisten.

"Wir weigern uns, Feinde zu sein", heißt ein Vortrag von Pfarrer i. R. Rainer Stuhlmann, der am heutigen Dienstag das andere Gesicht Palästinas und Israels zeigt. Der Referent hat fünf Jahre in einem christlichen Dorf im Norden Israels gelebt. Beginn ist um 19.30 Uhr im Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38.

Unter den Titel "Blicke auf Israel" möchte der Verein mit einer Reihe von Beiträgen zur aktuellen Situation im Land starten. Erster Termin ist Freitag, 3. November. Um 19.30 Uhr spricht im Haus Münsterberg Elad Lapidot, Professor für Philosophie und Jüdische Studien an der Freien Universität Berlin zum Thema "Aus Israel in Berlin. Grundzüge einer neuen Bewegung". Er wird das Phänomen, dass zur Zeit so viele junge Menschen aus Israel nach Berlin ziehen, näher beleuchten.

Im Anschluss an das Gedenken zur Reichspogromnacht geht es am Donnerstag, 9. November, ab 19 Uhr um jüdische Komponisten der 1920er und 30er Jahre. Monika Rey wird singen und Eva Schüttler Klavier spielen. Eintrittskarten für das Konzert gibt es in der Tourist-Information im Rathaus.

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Lippische Landes-Zeitung, 17.10.2017:

Gesichter Israels

Kreis Lippe / Detmold. Um den palästinensisch-israelischen Konflikt geht es heute von 19.30 Uhr an im Haus Münsterberg in Detmold (Hornsche Str. 38). Pfarrer i.R. Rainer Stuhlmann referiert in der Reihe "Religionen im Gespräch". Sein Thema: "Wir weigern uns, Feinde zu sein - Das andere Gesicht Palästinas und Israels". Er war fünf Jahre Studienleiter für die Freiwilligen in "Nes Ammim", einem christlichen Dorf in Israel, und erzählt von Menschen aus beiden Völkern, die sich um Dialog, Gerechtigkeit und Frieden bemühen.

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Neue Westfälische - Schloß Holte-Stukenbrock, 17.10.2017:

Vergesst die Kinder nicht

Geraubt: Bis zu 200.000 Mädchen und Jungen aus Europa werden von den Nazis in Erziehungsanstalten verschleppt, sollen "eingedeutscht" werden / Einige überleben nicht

Von Kristoffer Fillies

Schloß Holte-Stukenbrock. "Zu den schlimmsten Verbrechen, die Menschen anderen Menschen antun, gehört es, wenn man ihnen die Kinder raubt", sagt Christoph Schwarz. "Die Nazis haben dieses Verbrechen zehntausendfach auf ihren Raubzügen durch Europa getan." Damit diese Kinder - deren Heimat und Familie sie entrissen wurden - nicht vergessen werden, hat der Freiburger Lehrer Christoph Schwarz 2013 den Verein "Geraubte Kinder, Vergessene Opfer" gegründet. Zum Vortrag in der Dokumentationsstätte Stalag 326 auf dem heutigen Gelände der Polizeischule in der Senne brachte er einige dieser Leidensgeschichten mit.

Zum Beispiel die Kindheit von Kostja Pablowitsch Harelek. Ein Propagandafilm von 1941 zeigt, wie der damalige Reichsführer SS, Heinrich Himmler, den Jungen auf einer Inspektionsreise in Weißrussland zur "Eindeutschung" auswählt. Kostja wird nach Deutschland verschleppt, und in einer "Nationalpolitischen Erziehungsanstalt" assimiliert. Er erhält den Namen Konstantin Gerelek, und jedes halbe Jahr lässt sich Himmler über die Entwicklung des Kindes unterrichten.

Himmler ging davon aus, dass vereinzelt nordisches Blut auch in den Adern feindlicher Völker fließe. Deshalb, so führte er in zahlreichen Reden aus, habe es oberste Priorität, "rassisch wertvolle Blutsträger" auch aus den besetzten Gebieten im Osten Europas "herauszusieben".

Unter den bis zu 200.000 geraubten Kindern aus Polen, Norwegen oder der damaligen Sowjetunion waren einige dabei, die sich gegen die Arisierung wehrten. "Die kamen dann gleich ins KZ, viele sind dort getötet worden", sagt Referent Schwarz. Jedes geraubte Kind wurde vor der Eindeutschung von Ärzten und Psychologen untersucht. "Die Jungen und Mädchen, bei denen eine Erbkrankheit festgestellt wurde oder die aus anderen Gründen nicht passten, wurden aussortiert und kamen in Verwahrlager." Auch dort starben mehrere hundert Kinder und Jugendliche an den schlechten Bedingungen und der Zwangsarbeit.

Christoph Schwarz erzählt die Leidensgeschichten der Opfer. Aber auch von den Taten der Täter. "Der Nazi-Arzt Fritz Cropp, der an der Selektierung der Kinder und an der Euthanasie mitwirkte, und wegen seiner Karriere in der NS-Zeit nach Ende des Krieges vom Landesentnazifizierungsausschuss in Oldenburg als "politisch nicht tragbar" eingestuft wurde, hat bis zu seinem Lebensende eine stattliche Ministerialbeamten-Pension erhalten." Zur Verantwortung sei er nicht gezogen worden, so Schwarz.

Von Kostja Pablowitsch Harelek verliert sich die Spur nach 1944. "Vielleicht ist er gestorben, vielleicht lebt er heute noch und schweigt", sagt Schwarz. "Viele der geraubten Kinder haben lange Zeit geschwiegen oder schweigen noch immer. Andere waren zu jung und wissen gar nicht, dass sie geraubt wurden. Wir vom Verein versuchen, diese Menschen zu finden. Damit ihre Geschichten nicht vergessen werden."

www.geraubte-kinder.de

Mehr Raum für das Erinnern

Das Konzept für eine neue Ausstellung zu Kinder im Stalag 326 soll Ende des Jahres stehen.

An dem Projekt arbeiten die Historiker und Dokumentationsstätten-Mitarbeiter Oliver Nickel, Jens Hecker und Victoria Evers.

Für 2018 müsse dann der geeignete Raum für die Ausstellung gefunden werden, sagt Historiker Jens Hecker.

Überlegungen zu diesem Ort seien derzeit noch nicht spruchreif. Es bedürfe aber der finanziellen Hilfe des Landes NRW.

Bildunterschrift: Vor der Dokumentationsstätte: Der Historiker Jens Hecker (l.) hält ein Plakat mit Infos zur Leidensgeschichte des Jungen Nikolaj Monaschko, der im Stammlager 326 interniert war. Christoph Schwarz kennt die Erfahrungen geraubter Kinder in der NS-Zeit.

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Mindener Tageblatt, 17.10.2017:

Rechtsextremen Einfluss erkennen

Minden (mt/hy). "Lifestyle, Zeichen und Codes der extremen Rechten" ist der Titel eines Vortrags am Donnerstag, 19. Oktober, in der Waldorfschule Haddenhausen. Damit beschäftigt sich Karsten Wilke von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus. Er erklärt, wie Eltern und Lehrer rechtzeitig erkennen, wenn Jugendliche in die rechtsextreme Szene abrutschen. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr in der Haberbreede 37.

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Blick nach Rechts, 17.10.2017:

Unverbesserliche Holocaust-Leugnerin

Von Julian Feldmann

Zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung hat das Amtsgericht Berlin-Tiergarten die Rechtsextremistin Ursula Haverbeck-Wetzel (Jg. 1928) wegen Volksverhetzung verurteilt.

In einer Verhandlungspause platzt es wieder aus ihr heraus: In Auschwitz hätten "keine Vergasungen stattgefunden", sagt Ursula Haverbeck-Wetzel einem Fernsehreporter, "Sie brauchen doch nur die Literatur zu lesen", schiebt sie hinterher. Kurz zuvor sagte die 88-Jährige noch im Gerichtssaal, dass sie den Holocaust gar nicht leugnen würde, sondern nur Fragen stelle.

Vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten ging es am Montag um einen Vortrag von Haverbeck-Wetzel bei einer Veranstaltung des "Hoffmann-von-Fallersleben-Kreises" in Berlin-Lichtenrade am 30. Januar 2016. Vor rund 80 Neonazis hatte die glühende Antisemitin Juden als "Antivolk" bezeichnet. Im Zentrum hatte jedoch ihr Lieblingsthema gestanden: Das Leugnen von nationalsozialistischen Verbrechen. Dass Auschwitz ein Vernichtungslager war, bestritt Haverbeck-Wetzel, es seien dort "keine Millionen und auch keine Hunderttausenden" umgebracht worden. An den Gaskammern sei "nichts echt", behauptete die greise Volksverhetzerin.

Als vermeintliche "Zeugen" für ihre den Holocaust leugnenden Aussagen führte Haverbeck-Wetzel dort vor allem jüdisch-stämmige Geschichtsrevisionisten an. So zitierte sie die in der rechtsextremen Szene als "Alibijuden" beliebten Holocaust-Leugner Gerard Menuhin und Gilad Atzmon. Aber auch den rechtsextremen Antisemiten Horst Mahler führte sie an. Die "einzig mögliche Schlussfolgerung" von Haverbeck-Wetzel sei: "Den Holocaust hat es nicht gegeben." Ein Video mit dieser Aussage hatte das ARD-Magazin "Panorama" veröffentlicht.

Sechs Urteile wegen Volksverhetzung seit November 2015

Polizei und Verfassungsschutz hatten von der Veranstaltung des "Hoffmann-von-Fallersleben-Kreises" in einer Gaststätte nichts mitbekommen. Dem Berliner Verfassungsschutz war der "Hoffmann-von-Fallersleben-Kreis", der regelmäßig Veranstaltungen organisieren soll, zudem gänzlich unbekannt. Bei dem "Kreis" handelt es sich offenbar um eine Nachfolgeorganisation des NPD-nahen "Hoffmann-von-Fallersleben-Bildungswerks".

Neben Haverbeck-Wetzel war der ehemalige Chef der NPD Oberbayern, Roland Wuttke, als Referent aufgetreten. Dirk Reinecke trat bei der Versammlung im Januar 2016 als Veranstalter auf. Als Mitorganisator wurde der NPD-Bundestagskandidat Richard Miosga genannt - der letzte Vorsitzende des inzwischen aufgelösten "Fallersleben-Bildungswerks".

Seit November 2015 kassierte Haverbeck-Wetzel sechs Urteile wegen Volksverhetzung - allesamt zu Freiheitsstrafen ohne Bewährung, die jedoch bislang nicht rechtskräftig sind. In den Jahren zuvor war sie bereits wegen Volksverhetzung und Beleidigung zu Geld- und einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Zuletzt hatte das Landgericht im niedersächsischen Verden der notorischen Volksverhetzerin im August eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auferlegt.

Gegen Haverbeck-Wetzel laufen derzeit noch weitere Verfahren. So hat die Staatsanwaltschaft München II Anklage gegen sie und weitere Rechtsextremisten wegen Volksverhetzung erhoben.

Bildunterschrift: Inzwischen sechs Urteile wegen Volksverhetzung kassiert: Ursula Haverbeck-Wetzel.

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Radio Herford, 17.10.2017:

Weitere Haftstrafe für Haverbeck

Die Vlothoerin Ursula Haverbeck hat eine weitere Verurteilung auf ihrem Konto. Diesmal sprach ein Amtsgericht in Berlin die 88-jährige Holocaust-Leugnerin für schuldig. Gegen das Urteil von einem halben Jahr Freiheitsstrafe ohne Bewährung legte Haverbeck sofort wieder Berufung ein. In knapp einem Monat steht sie wieder vor Gericht. Dann werden gleich zwei Berufungen verhandelt. Die Vlothoerin war in Prozessen wegen Volksverhetzung zu Haftstrafen von acht beziehungsweise zehn Monaten verurteilt worden. Abgesessen hat sie davon noch keinen Tag.

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Radio Westfalica, 17.10.2017:

Haverbeck wieder schuldig gesprochen

Die Vlothoerin Ursula Haverbeck hat eine weitere Gefängnisstrafe auf ihrem Konto. Diesmal sprach ein Amtsgericht in Berlin die 88-jährige Holocaust-Leugnerin für schuldig. Gegen das Urteil von einem halben Jahr ohne Bewährung hat Haverbeck sofort wieder Berufung eingelegt. Die Vlothoerin ist in mehreren Prozessen wegen Volksverhetzung schon zu mehrmonatigen verurteilt worden. Abgesessen hat sie davon noch keinen Tag.

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Mindener Tageblatt, 17.10.2017:

Sechs Monate Haft

Ursula Haverbeck leugnet weiter den Holocaust

Vlotho / Berlin /dpa/bb). Die notorische Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck (Collegium Humanum in Vlotho) ist erneut wegen Volksverhetzung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Sechs Monate Haft verhängte das Amtsgericht Berlin-Tiergarten am Montag.

Die 88-Jährige habe im Januar 2016 auf einer Veranstaltung in Berlin-Lichtenrade geäußert, dass es den Holocaust nicht gegeben habe und "nichts echt" sei an den Gaskammern des Konzentrationslagers Auschwitz. Der Angeklagten sei eine gewisse Uneinsichtigkeit zu attestieren, so das Gericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Haverbeck hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und den Prozess als nicht nachvollziehbar bezeichnet. Die ihr vorgeworfenen Äußerungen seien Zitate aus einem Buch, das sie vorgestellt habe. Ihr Anwalt monierte unter anderem, dass eine Strafverfolgung seiner Mandantin wegen ihrer Äußerungen zum Holocaust ein Verstoß gegen das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung seien. Haverbeck wiederholte in einer Prozesspause vor dem Saal: "In Auschwitz hat keine Vergasung stattgefunden."

Eine Filmsequenz von 22 Sekunden führte nun zur Verurteilung. Die Angeklagte habe nicht zitiert, befand das Gericht nach mehrstündiger Verhandlung. "Es war ihre eigene Rede." Haverbeck habe auch gewusst, dass sie diese Äußerungen nicht tätigen durfte.

Nur zweieinhalb Monate zuvor sei sie in Hamburg als Holocaust-Leugnerin zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Für Haverbeck spreche, dass es aktuell keine neuen Ermittlungsverfahren gegen die Angeklagte gebe und sie sich trotz ihres Alters dem Prozess gestellt habe.

Seit 15 Jahren müssen sich immer wieder Strafgerichte mit Äußerungen der Seniorin befassen. 2004 wurde sie erstmals wegen Volksverhetzung verurteilt und erhielt eine Geldstrafe. Gestern hatte die Staatsanwaltschaft eine Strafe von neun Monaten Gefängnis gefordert. Der Verteidiger verlangte Freispruch. Haverbeck erklärte unmittelbar nach der Urteilsverkündung, dass sie "natürlich" in Berufung gehen werde.

Bildunterschrift: Ursula Haverbeck neben ihrem Anwalt Wolfram Nahrath.

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Westfalen-Blatt, 17.10.2017:

Schon wieder verurteilt

Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck (88) in Berlin vor Gericht

Berlin / Vlotho (WB/bex). Die notorische Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck aus Vlotho ist gestern erneut wegen Volksverhetzung verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten verhängte eine sechsmonatige Haftstrafe ohne Bewährung. Die heute 88 Jahre alte Haverbeck soll am 30. Januar 2016 auf einer Veranstaltung des rechtsextremen "Hoffmann-von-Fallersleben-Kreises" in einer Gaststätte in Berlin-Lichtenrade den Holocaust geleugnet habe. Die Angeklagte wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete den Prozess als nicht nachvollziehbar. Sie sagte, die ihr vorgeworfenen Äußerungen seien Zitate aus einem Buch, das sie dort vorgestellt habe. Im Prozess gezeigte Filmaufnahmen eines Journalisten widerlegten dies laut Gericht jedoch. Demnach äußerte Haverbeck, dass "nichts echt" sei an den Gaskammern in Auschwitz und dass dort "keine Millionen und auch keine Hunderttausende umgebracht" worden seien. Nach dem Urteil kündigte Haverbeck umgehend Berufung an.

Gegen sie waren in den vergangenen Jahren deutschlandweit ähnliche Prozesse geführt worden. Zuletzt verhängte das Landgericht Verden (Niedersachsen) im August zwei Jahre Haft, weil sie die Nazi-Verbrechen in Abrede gestellt habe. Bislang ist jedoch kein Urteil rechtskräftig. Am 23. November steht Haverbeck erneut in Detmold vor Gericht. In dem Berufungsprozess vor dem Landgericht geht es um zwei Verurteilungen des Amtsgerichts zu acht Monaten auf Bewährung und zehn Monaten Haft ohne Bewährung wegen Volksverhetzung. Der Prozess war für Juni geplant. Haverbeck hatte sich krank gemeldet.

Bildunterschrift: Ursula Haverbeck mit ihrem Anwalt Wolfgang Nahrath in Berlin.

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Neue Westfälische, 17.10.2017:

Holocaust-Leugnerin (88) zu Freiheitsstrafe verurteilt

Volksverhetzung: Die Vlothoerin besucht eine Veranstaltung in einer Gaststätte in Berlin-Lichtenrade / Dort erklärt sie, dass in Auschwitz "keine Millionen und auch keine Hunderttausende umgebracht" worden seien

Vlotho / Berlin (brm). Die notorische Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck aus Vlotho ist vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen Volksverhetzung zu sechs Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Auch kündigte die 88-Jährige noch im Gerichtssaal Berufung gegen das Urteil an.

Haverbeck wurde vorgeworfen, in Berlin auf einer öffentlichen Veranstaltung in Berlin-Lichtenrade im Januar letzten Jahres geäußert zu haben, dass es den Holocaust nicht gegeben habe und "nichts echt" sei an den Gaskammern des Konzentrationslagers Auschwitz. In der Gaststätte hatte die Holocaust-Leugnerin laut Angeklagte auch behauptet, dass in Auschwitz "keine Millionen und auch keine Hunderttausende umgebracht" worden sein. Der Prozess dauerte mehr als vier Stunden. Als Beweis wurde auch ein Filmmitschnitt der Veranstaltung gezeigt.

Am 23. November muss sich Ursula Haverbeck vor dem Landgericht Detmold ebenfalls wegen Volksverhetzung verantworten. Bei zwei Prozessen vor dem Amtsgericht Detmold war sie zu Freiheitsstrafen von acht und zehn Monaten verurteilt worden. Gegen beide Urteile hatte sie Berufung eingelegt. Diese Berufungen sollen nun im November verhandelt werden.

Eigentlich war dieser Prozess bereits für Juli terminiert. Doch zu diesem Datum hatte sie dem Gericht ein ärztliches Attest präsentiert, dass den Prozess platzen ließ. Erst die amtsärztliche Untersuchung bescheinigte der Holocaust-Leugnerin die Verhandlungsfähigkeit. Im August hatte das Landgericht Verden Haverbeck zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Die Angeklagte hatte zusammen mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann das "Collegium Humanum" in Vlotho als Treffpunkt für Holocaust-Leugner und Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet geleitet. Die in den 1960er Jahren gegründete rechtsextreme Vereinigung und deren Teilorganisation "Bauernhilfe e.V." wurden 2008 vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) verboten.

Bildunterschrift: Verurteilt: Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck.

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die tageszeitung, 17.10.2017:

Die alte Dame und der Hass

Sie ist 88 Jahre alt und notorische Holocaust-Leugnerin / Nun muss Ursula Haverbeck in den Knast

Aus Berlin Konrad Litschko

Ursula Haverbeck lächelt, gibt sich fröhlichst gelaunt. Ja, sagt die 88-Jährige mit den hochgesteckten weißen Haaren und der Brosche am schwarzen Mantel: die ihr vorgeworfenen Worte könnten so gefallen sein. Es seien allerdings Zitate gewesen. Dass es den Holocaust nicht gegeben habe. Und dass es die sechs Millionen getöteten Juden unmöglich geben könne. Haverbeck aber lässt kaum Zweifel: Sie sieht es genauso.

Seit Jahren tourt sie durchs Land, um die massenhafte Juden-Vernichtung in Auschwitz infrage zu stellen. Wiederholt stand sie dafür vor Gericht. Haverbeck hat es damit zu einer Ikone der rechtsextremen Szene gebracht. Die Sprachwissenschaftlerin aus dem Nordrhein-Westfälischen Vlotho, Witwe eines NSDAP-Funktionärs, war Vorsitzende des 2008 verbotenen Collegium Humanum, eines Verbands von Holocausts-Leugnern. Jetzt aber wird es ernst: Der Rentnerin droht nun endgültig das Gefängnis.

Am Montag steht Haverbeck vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten. Im Januar 2016 hatte sie vor 80 Rechtsextremen in einer Berliner Kneipe ihren jüngsten Ausfall geliefert. Ein Videoausschnitt davon wird im Gerichtssaal gezeigt. Den versucht Haverbeck zur Bühne zu machen. "Der Holocaust wird uns als riesige Schuld aufgedrückt", klagt die Seniorin nun auch dort. Sie kenne jedoch keinen Ort, an dem sechs Millionen Juden ermordet wurden. Wer das aber, wie sie, ausspreche, werde "unschuldig" ins Gefängnis geschickt. Dafür gibt es Applaus von den angereisten Anhängern - den Richterin Anke Ploner umgehend unterbindet.

Ploner selbst lässt sich nicht beeindrucken. Ihr Urteil: sechs Monate Haft wegen Volksverhetzung, ohne Bewährung. Der Staatsanwalt hatte neun Monate Haft gefordert, Haverbecks Anwalt Wolfram Nahrath, auch er ein Rechtsextremer, plädierte auf Freispruch. Ploner attestiert Haverbeck "Uneinsichtigkeit": Nur wenige Monate nach einer vorherigen Verurteilung habe sie ihren Berliner Vortrag gehalten. Nun sei man an einem Punkt angekommen, an dem das Gericht mit Freiheitsstrafen reagieren müsse. Haverbeck verfolgt die Worte teils kopfschüttelnd, dann verabschiedet sie sich mit Handschlag von Ploner.

Erst im August war Haverbeck in einem Berufungsprozess vor dem Landgericht Verden zu zwei Jahren Haft für wiederholtes Holocaust leugnen verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Schon im November steht ein weiterer Prozess in Detmold an. So läuft alles darauf hinaus, dass Haverbeck demnächst tatsächlich ins Gefängnis wandert - trotz ihrer 88 Jahre. Angesprochen auf diese Perspektive, zuckt Haverbeck in Berlin nur mit den Schultern. "Das kann ich nicht ändern."

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