www.hiergeblieben.de

2 Veranstaltungen - Nachrichten: Pr. Oldendorf: Politik sponsert - ungeniert - weiter "Kölle Druck" , 14.09.2017 :

Tages-Chronologie von Donnerstag, 14. September 2017

_______________________________________________


Veranstaltungskalender:



- Donnerstag, 14. September 2017 um 19.00 Uhr -


Vortrag von Eric Hattke: Horrorstadt? Dresden - zwischen Albtraum und Alltag


Veranstaltungsort:

Kleines Theater am Weingarten
Königswall 97
32423 Minden


Dresden - das sächsische Kleinod im Herzen Europas. Dichter, Maler und Denker priesen einst die Schönheit dieser Stadt, eines der Top-Touristenziele Deutschlands.

Mittlerweile gehen andere Bilder als Frauenkirche oder Zwinger um die Welt: seit Ende 2014 demonstrieren fast wöchentlich Anhänger der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes", kurz Pegida, gegen Asylmissbrauch, lügende Politiker, Rundfunkgebühren und ziemlich alles, was die bürgerliche Seele in Aufruhr versetzen kann.

Statt Eierschecke und Stollen hetzen nun pöbelnde Schreier in einem Bundesland mit einen der niedrigsten Anteile von Migrantinnen und Migranten der Republik gegen alles Fremde. Was macht dies mit einer Stadt? Mit ihrem Selbstverständnis? Mit ihren Bürgern? Mit ihrer Politik?


Eric Hattke, gründete mit Gleichgesinnten Ende 2014 als Reaktion auf die fremdenfeindlichen Demonstrationen ein Netzwerk, dem mehr als 100 Organisationen angehörten, dessen Sprecher er war.

Es wurden verschiedensten Projekte verwirklicht, um mehr als nur dagegen zu sein. Wegen seinem Engagement wurden er und seine Familie angefeindet, mehrere Morddrohungen und Einschüchterungsversuche folgten.

Heute ist Eric Hattke Botschafter der Region Sachsen einer bundesweiten Initiative und Vorsitzender des Dresdner Vereins Atticus e.V.


Eine Veranstaltung der Volkshochschule Minden in Kooperation mit dem Lokalen Aktionsplan Minden:

www.lap-minden.de


-----------------------------------------------------------


- Donnerstag, 14. September 2017 um 19.00 Uhr -


Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945: Vortrag von Jakob Saß: Auftragskunst und Massenmord: Adolf Haas als KZ-Kommandant in Niederhagen / Wewelsburg und Bergen-Belsen


Veranstaltungsort:

Kreismuseum
Burgwall 19
Filmraum
33142 Büren-Wewelsburg

www.wewelsburg.de


Ein erfolgloser Bäcker und aufstrebender SS-Führer. Ein brutaler Lagerkommandant, der erst das Konzentrationslager Niederhagen / Wewelsburg und dann das berüchtigte Lager in Bergen-Belsen aufbaute und leitete. Ein Kunstliebhaber, der einigen Häftlingen das Leben rettete, während er mehr als 3.000 Häftlinge sterben oder ermorden ließ: Das alles war Adolf Haas (1893 -1945).


In seinem Vortrag erläutert Jakob Saß, Zeithistoriker aus Berlin wie ein SS-Mann mit schlechter Schulausbildung bis zum KZ-Kommandanten aufsteigen konnte, welche Motive ihn antrieben und wie Haas vermutlich die letzten Kriegstage verbrachte.

_______________________________________________


www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Donnerstag, 14. September 2017


Am 15. September 2017, 16.45 Uhr, findet auf dem Herforder Friedhof "Ewiger Frieden" - die Gedenkfeier mit einer Kranzniederlegung, zum 73. Jahrestag der Hinrichtung des Metallarbeiters Heiko Ploeger - statt.

Am 3. Juli 2017 erschien im "Wallstein-Verlag" von Katja Kosubek: "Genauso konsequent sozialistisch wie national - Alte Kämpferinnen der NSDAP vor 1933", als eine Quellenedition 36 autobiographischer Essays.

Am 17. September 2017 zeigt die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. Bielefeld, den Film "Wir sind Juden aus Breslau", im Beisein des Regisseurs Dirk Szuszies, im Neue Kamera Filmtheater.

Am 10. September 2017 lud der Bielefelder "Förderverein Projekt Wäschefabrik e.V." - zum Fest, 20 Jahre Museum Wäschefabrik mit der Ausstellungseröffnung "Posa ... was?" zum Tag des offenen Denkmals ein.

Am 12. September 2017 wurde in der Synagoge Beit Tikwa in der Jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld, die Ausstellung: "Nashim: Jüdische Frauen in Deutschland" (2016) des Fotochronisten Rafael Herlich eröffnet.

Am 21. Oktober 2010 starb Dimitrij Pawlowitsch Orlow, der am 9. Oktober 1942, im Kaukasus, in deutsche Gefangenschaft geriet und im Stammlager 326 (VI K) in Stukenbrock-Senne Zwangsarbeit leisten musste.

Von 1839 bis 1941 wurde der Jüdische Friedhof in Höxter belegt - am 16. April 1943 waren die Grabsteine noch erhalten - nachfolgend wurde er durch den Garnisonskommandanten, nahezu vollständig, verwüstet.

Am 12. November 2017 erhält der Paderborner Historiker Dr. Martin Dröge vom "Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens - Abt. Paderborn e.V." den - "Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis" - für 2017.

Am 28. September 2017 wird vor dem OLG Stuttgart das "Altermedia"-Verfahren gegen Jutta Valentin aus Lage, Ralph Kästner ("Bildung einer kriminellen Vereinigung") und Irmgard T. und Talmara S. fortgesetzt.

Am 14. September 2017 begann am OLG Stuttgart der "Altermedia"-Prozess gegen Jutta Valentin (Lage), Ralph Kästner, Irmgard T., Talmara S.; abgetrennt wurde das Verfahren gegen Uwe P., der nicht erschien.

Am 29. Dezember 2016 erhob die Bundesanwaltschaft Anklage gegen Jutta V., und vier weitere Personen, wegen des "Verdachts der Bildung einer rechtsterroristischen kriminellen Vereinigung" u.a. ("Altermedia").

Am 5. Dezember 2016 wurde der am 10. März 2016 - gegen Auflagen außer Vollzug gesetzte - Haftbefehl ("Altermedia") gegen die Neonazistin Jutta V. aus Lage - auf Antrag der Bundesanwaltschaft, aufgehoben.

Am 10. März 2016 wurde der am 28. Januar 2016 erlassene Haftbefehl ("Altermedia-Deutschland") gegen die Neonazistin Jutta V. (Lage), auf Antrag der Bundesanwaltschaft gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.

Am 28. Januar 2016 ordnete der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof für die Neonazistin Jutta V. (aus Lage), die der neonazistischen Internet-Plattform "Altermedia" angehören soll, die Untersuchungshaft an.

Am 27. Januar 2016 wurde die 47 Jahre alte Administratoren Jutta V., aus Lage, welche als Rädelsführerin (Bundesanwaltschaft) der neonazistischen Internetplattform "Altermedia" angehören soll, festgenommen.

Am 11. September 2017, um 19.00 Uhr, lud der extrem rechte "Kreisverband Minden-Lübbecke" der "AfD" zum Treffen mit Eugen Schmidt - "Russlanddeutsche für die AfD NRW" - in das Bürgerhaus, in Espelkamp.

Am 28. Juli 2017 hat der Kreiswahlausschuss, für den Bundestagswahlkreis Minden-Lübbecke I (Wahlkreis 134) sechs Vorschläge - dabei auch Jürgen Sprick (aus Petershagen-Buchholz) für die "AfD" - zugelassen.

Am 17. August 2016 berichtete der WDR Köln, dass Rainer Höke ("Kölle Druck GmbH") - Herausgeber des amtlich erscheinenden Stadtmagazins "Preußisch Oldendorfer Rundblick" - ein extrem rechter Verleger ist.

Am 6. Juli 1995 verurteilte das Landgericht Dortmund Rainer Höke - "Kölle Druck GmbH" - ob: "Beihilfe zu Paragraph 86" in zwei Fällen, zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe sowie einer Geldbuße (5.000 DM).

Am 19. Dezember 1993 wurden bei - "Kölle Druck GmbH" in Preußisch-Oldendorf - ein PC sowie Disketten sichergestellt - die zur Herstellung der neonazistischen Vierteljahresschrift "Bauernschaft" benutzt wurden.

Am 8. Dezember 1993 wurden auf einem Postamt in Preußisch-Oldendorf insgesamt 3.165 Exemplare der neonazistischen Vierteljahresschrift "Die Bauernschaft" ("4/93") des Thies Christophersen beschlagnahmt.

Am 28. Juli hat der Kreiswahlausschuss Höxter, für den Wahlbezirk Höxter - Lippe II - acht Vorschläge für die Bundestagswahl (am 24. September 2017) - darunter auch Norbert Senges für die "AfD" - zugelassen.


www.zellentrakt.de

www.gcjz-bielefeld.de

www.museum-waeschefabrik.de

www.juedische-gemeinde-bielefeld.de

www.foto-herlich.de

www.stalag326.de

www.jacob-pins.de

www.altertumsverein-paderborn.de

www.mobile-beratung-owl.de

_______________________________________________


Artikel-Einträge in der Datenbank:


Neue Westfälische - Herforder Kreisanzeiger, 14.09.2017:
Gedenken an Heiko Ploeger

Westfalen-Blatt / Haller Zeitung, 14.09.2017:
Was Hitler attraktiv für Frauen machte

Westfalen-Blatt / Haller Zeitung, 14.09.2017:
Heute im Lokalteil / Großer Andrang bei Lesung

Neue Westfälische - Bielefeld West, 14.09.2017:
Film über Breslauer Juden erneut zu sehen

Neue Westfälische - Bielefeld West, 14.09.2017:
Ort der stehengebliebenen Zeit

Westfalen-Blatt / Bielefelder Zeitung, 14.09.2017:
Chronist jüdischen Lebens

Neue Westfälische - Schloß Holte-Stukenbrock, 14.09.2017:
Handstock erzählt vom Soldatenleben

Neue Westfälische - Schloß Holte-Stukenbrock, 14.09.2017:
Schloß Holte-Stukenbrock: Ein Stock erzählt Geschichte(n)

Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 14.09.2017:
Für ein Graubrot

Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 14.09.2017:
Heute im Lokalteil / Handstock mit Hakenkreuz

Neue Westfälische - Höxter (Kreis), 14.09.2017:
Tor erstrahlt in neuem Glanz

Neue Westfälische - Höxter (Kreis), 14.09.2017:
Lokales: Stadt restauriert Tor am jüdischen Friedhof

Westfalen-Blatt / Westfälisches Volksblatt, 14.09.2017:
Altertumsverein belohnt Historiker

Radio Lippe, 14.09.2017:
Lagenserin vor Gericht

www.nw.de/blog-luebbecke, 14.09.2017:
Bürgerprotest gegen die AfD - eine ganz schwache Vorstellung

Neue Westfälische - Lübbecke (Altkreis), 14.09.2017:
NW-Blog: Schwacher Protest gegen die AfD

Neue Westfälische - Lübbecke (Altkreis), 14.09.2017:
Politik stimmt für Jubiläumsbuch

Westfalen-Blatt / Höxtersche Zeitung, 14.09.2017:
"Den Bürgern Ängste und Sorgen nehmen"

_______________________________________________


Neue Westfälische - Herforder Kreisanzeiger, 14.09.2017:

Gedenken an Heiko Ploeger

Herford (nw). Zum Gedenken an den am 15. September 1944 hingerichteten Metallarbeiter Heiko Ploeger und zur mahnenden Erinnerung an den nationalsozialistischen Terror, laden Arbeit und Leben im Kreis Herford DGB / VHS, der Deutsche Gewerkschaftsbund, Kreisverband Herford, und das Kuratorium "Erinnern, Forschen, Gedenken" zur Gedenkfeier mit Kranzniederlegung ein.

Die Gedenkfeier startet am Freitag, 15. September, um 16.45 Uhr auf dem Friedhof "Zum ewigen Frieden" in Herford. Im Anschluss erfolgt die Kranzniederlegung. Worte des Gedenkens sprechen Andreas Rödel, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Herford, und Friedel Böhse, Vorsitzender des DGB Kreisverbandes Herford.

Die Kranzniederlegung wird begleitet von einem musikalischen Beitrag des Gewerkschafts-Chors Herford. Zudem tragen Schüler der Gesamtschule Friedenstal in Kooperation mit dem Kuratorium, Gedichte gegen Krieg und Verfolgung vor.

Heiko Ploeger hörte während des Zweiten Weltkriegs ausländische Rundfunksender, was im Nationalsozialismus verboten war. Er wurde daraufhin verhaftet, zum Tode verurteilt und hingerichtet.

_______________________________________________


Westfalen-Blatt / Haller Zeitung, 14.09.2017:

Was Hitler attraktiv für Frauen machte

Riesen-Andrang bei der Lesung aus Katja Kosubeks Buch über "Alte Kämpferinnen" der NSDAP

Von Klaudia Genuit-Thiessen

Halle (WB). Mit solch einem Andrang bei den "Alten Kämpferinnen" hat keiner gerechnet: 150 Interessierte wollten am Dienstag die Lesung von Historikerin Dr. Katja Kosubek (46) im Haller Bürgerzentrum anhören. Doch weil im Vorfeld nur 25 Karten verkauft worden waren und einige Tische aufgestellt waren, kamen 50 Leute nicht mehr herein.

Susanne Debour vom Kulturbüro der Stadt verwies auf die Möglichkeiten, Karten vorher zu ordern. So kurzfristig sei es kaum möglich umzudisponieren, sagte sie. Gleichwohl hoffte sie, dass es eine Chance gibt für eine Wiederholung der Veranstaltung in Halle. Zudem wird Katja Kosubek das Buch - "Genauso sozialistisch wie national!" - Alte Kämpferinnen der NSDAP vor 1933 - kommende Woche in Bielefeld vorstellen: am Donnerstag, 21. September, um 19 Uhr im Historischen Museum im Ravensberger Park 2.

Noch immer treibt die alte Frage nach den Ursachen nachfolgende Generationen um

Wer in Halle einen Sitzplatz in der Remise ergattert hatte - notfalls auf einem der Tische -, den nahmen die Autorin und drei Mitstreiterinnen mit auf eine Reise in das Jahr 1934. Denn damals hatte der US-Soziologe Theodore Abel zu einem Aufsatzwettbewerb aufgerufen. Erhalten blieb deshalb "ein historischer Schatz", den die Haller Historikerin für ihre Doktorarbeit gehoben hat: 36 autobiographische Essays aus der Frühzeit des Nationalsozialismus.

(Fast) jede Familie hat ein Stück eigene NS-Vergangenheit. Katja Kosubek: "Noch immer treibt die alte Frage nachfolgende Generationen um." Auch eine Vielzahl von Publikationen über den Aufstieg des Nationalsozialismus habe das Phänomen noch nicht greifen und die Frage nach seinen Ursachen nur bruchstückhaft beantworten können, sagte sie. Erst in jüngster Vergangenheit wage die deutsche Geschichtswissenschaft die Erkenntnis, "dass die Nationalsozialisten den Menschen offenbar etwas zu bieten hatten. Etwas, das sie in anderen Parteien nicht fanden ... "

Ihre Quellenedition, herausgegeben von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, geht deshalb der Frage nach, was Hitlers Nazis attraktiv machte und wer und wie den Aufstieg unterstützte. Der Erste Weltkrieg und "die Schmach" von Versailles ließen eine verlorene, tragische Generation zurück. Auch in Halle berichtete die Zeitung über zerlumpte Heimkehrer - und Schaulustige, die sich weinend abwendeten. Der jungen Demokratie trauten die Deutschen nicht über den Weg.

Aufstehen morgens um 4 Uhr, Kinder versorgen und sich engagieren für Volk und Vaterland

In Kürze: Der nationale Absturz und persönliche Schicksalsschläge bildeten einen fruchtbaren Boden für die Idee eines nationalen Sozialismus. Die "Alten Kämpferinnen", Anfang der 20er Jahre interessierten sie sich nicht für Frauenpolitik. Sie wollten Arbeitsplätze für ihre Männer, um wieder nur Hausfrau sein zu können. Und sie nahmen dabei den Antisemitismus der NSDAP einfach hin.

Da war beispielsweise die junge Mutter Helene Radtke, der Monique Bever eine Stimme gab. Vor der Vertreibung aus dem Elsass wurde sie von Franzosen gefilzt, fand sich "in dem politischen Gewoge" im Mutterland aber bald zurecht und ging ihren "nationalen Weg, den ich von meinen Eltern anerzogen bekommen hatte, weiter". Sie stand morgens um 4 Uhr auf, um vorzukochen und ihre drei Kinder zu versorgen, engagierte sich für Volk und Vaterland und fand nach einigem Suchen ihren Platz bei den Nazis. "Mit Stolz trug ich die kleine Hakenkreuz-Nadel", berichtet sie.

Auch Katja Kosubeks Nichte Ana Brickenkamp sowie Andrea Janböke-Plogmann schlüpften in die Rollen weiterer "Alter Kämpferinnen": darunter die Schülerin Erna Stoyke, die Adelige Hertha von Reuss und die Zeitungshändlerin Hedwig Eggert. Sie nähten Hakenkreuzflaggen, verarzteten SA-Leute, die bei Schlägereien verwundet worden waren, oder machten Propaganda - auch wenn die Milch überkochte.

Frauen trugen schon früh bei zum spektakulären Aufstieg der Nationalsozialisten. Einige Gründe dafür wurden vielen Zuhörern in der Remise klar.

Bildunterschrift: Drei Frauen, drei Stimmen aus dem Jahr 1934: Die Berichte der "Alten Kämpferinnen" lesen (von links) Ana Brickenkamp, Monique Bever und Andrea Janböke-Plogmann.

Bildunterschrift: Die NSDAP besaß auch für Frauen Anziehungskraft. Dr. Katja Kosubek hat Berichte von 1934 untersucht.

_______________________________________________


Westfalen-Blatt / Haller Zeitung, 14.09.2017:

Heute im Lokalteil / Großer Andrang bei Lesung

Über ein großes Interesse konnte sich die Haller Historikerin Dr. Katja Kosubek freuen. Zu einer Lesung aus ihrem Buch über "Alte Kämpferinnen" der NSDAP kamen mehr Besucher, als die Remise fassen konnte.

_______________________________________________


Neue Westfälische - Bielefeld West, 14.09.2017:

Film über Breslauer Juden erneut zu sehen

Dokumentarfilm: 14 Zeitzeugen erzählen ihre Geschichte

Bielefeld. Ausverkauft: Viele Besucher kamen am vergangenen Sonntag nicht mehr in die Vorführung des Dokumentarfilms "Wir sind Juden aus Breslau" von Karin Kaper und Dirk Szuszies. Aus diesen Grund ist eine weitere Vorführung angesetzt am Sonntag, 17. September, 15 Uhr, in der Kamera.

Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten Jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt. 14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen.

Sonntag, 17. September, 15 Uhr, Kamera, Feilenstraße 4, Karten-Telefon 64370 während der Vorstellungszeiten.

Bildunterschrift: 1938 in Breslau: Eine jüdische Schulklasse.

_______________________________________________


Neue Westfälische - Bielefeld West, 14.09.2017:

Ort der stehengebliebenen Zeit

Tag des offenen Denkmals: Das Museum Wäschefabrik feiert sein 20-jähriges Bestehen und lädt die Besucher zu einer neuen Sonderausstellung ein - diese ist immer sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet

Von Laura Woytal

Mitte. Anlässlich des Tages des offenen Denkmals feierte das Museum Wäschefabrik am Sonntag das 20-jährige Bestehen des Museums. Bei der feierlichen Jubiläumsveranstaltung am Vormittag stand zunächst die Geschichte des Museums im Mittelpunkt.

In einer kurzen Rede blickte Rüdiger Uffmann, Vorsitzender des Fördervereins, auf die Entstehung des Museums zurück. Seit der Entdeckung der stillgelegten Wäschefabrik vor knapp 30 Jahren in einem Hinterhof der Viktoriastraße, engagiere sich der Förderverein für den Erhalt der Fabrik.

Nach langen Restaurierungsarbeiten konnte das Museum dann vor 20 Jahren endlich seine Pforten für die Besucher öffnen. "In der Ausstellung können die Besucher in die Welt der Näherinnen eintauchen und die alten Maschinen, Möbel und Stoffe bewundern", beschreibt Barbara Frey, Pressesprecherin des Museums. "Es ist ein Ort der stehengebliebenen Zeit."

Dank der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer sei es möglich, seit 20 Jahren Führungen für Gruppen anzubieten und ein abwechslungsreiches Programm für Alt und Jung zu gestalten.

"Wir bekommen viele positive Rückmeldungen von den Besuchern", erzählt Frey.

Auch für die nächsten Jahre habe sich der Verein große Ziele gesetzt. Das wichtigste Projekt sei der Erhalt des Gebäudes, aber auch die Programmvielfalt des Museums solle erweitert werden.

Zur Feier des Tages wurde am Nachmittag dann noch eine neue Sonderausstellung des Museum eröffnet. Unter dem Titel "Posa ... was?" gibt die Ausstellung Einblicke in die Vielfältigkeit der Verwendung von Posamenten.

Gemeinsam mit der Geschichtswerkstatt der Volkshochschule Bielefeld habe das Museum die neue Ausstellung erarbeitet. Diese ist nun ab sofort jeden Sonntag von 11 bis 18 Uhr im Museum Wäschefabrik an der Viktoriastraße 48a zu sehen.

Führungen

Führungen für Gruppen sind nicht nur während der Öffnungszeiten möglich.

Außerhalb der Öffnungszeiten geht es jederzeit nach Anmeldung - eine Führung dauert 90 Minuten.

Ein Termin kann telefonisch über 60464 oder per E-Mail info@ museum-waeschefabrik.de vereinbart werden.

Bildunterschrift: Es ist wie eine Zeitreise: Rüdiger Uffmann vom Förderverein zeigt die historischen Nähmaschinen in der Ausstellung.

_______________________________________________


Westfalen-Blatt / Bielefelder Zeitung, 14.09.2017:

Chronist jüdischen Lebens

Der Fotochronist jüdischen Lebens in Frankfurt am Main, Rafael Herlich, hat mit seiner Ausstellung "Nashim: Jüdische Frauen in Deutschland" eine Hommage an die Weiblichkeit geschaffen. Seine Fotos sind in einer Ausstellung zu sehen, die am Dienstagabend in der Synagoge Beit Tikwa an der Detmolder Straße eröffnet wurde. Die Ausstellung ist heute und morgen von 10 bis 15 Uhr geöffnet, am 18. und 19. September und vom 25. bis 27. September von 10 bis 16 Uhr, sowie am 28. September von 10 bis 17. Uhr.

_______________________________________________


Neue Westfälische - Schloß Holte-Stukenbrock, 14.09.2017:

Handstock erzählt vom Soldatenleben

Historie: Es handelt sich um feinste Handwerkskunst, die Teil einer neuen Ausstellung werden soll / Weil es sich um ein Stück aus der NS-Zeit handelt, war es lange in einem Keller verschwunden

Von Sabine Kubendorff

Schloß Holte-Stukenbrock. Leningrad, Sablino, Saizewo, Kaitolowo, Kowrowo. Stationen eines Schloß Holters, der für Hitler im Russlandfeldzug kämpfen musste, überlebt hat und noch vor Kriegsende in die Heimat zurückkehren konnte. Das alles und noch viel mehr erzählt ein Handstock aus Holz, in den die Städtenamen eingraviert sind. Feinste Handwerkskunst. Wenn es nach Heimatforscher Günter Potthoff geht, müsste er in der neuen Ausstellung der Gedenkstätte Stalag 326 gezeigt werden.

Der Handstock hat fast 70 Jahre lang in einem Keller gelegen, bis sich eine 95 Jahre alte Schloß Holterin entschlossen hat, sie Günter Potthoff zu geben. Er sammelt seit Jahrzehnten Material aller Art über das Lager für sowjetische Kriegsgefangene, das Stalag 326 in Stukenbrock-Senne. Der Handstock wurde von einem der Kriegsgefangenen geschnitzt.

Das hat die alte Dame Günter Potthoff erzählt. Und dass sie begonnen habe, den Keller in ihrem Haus unweit des Holter Schlosses aufzuräumen, weil sie wohl nicht mehr lange leben werde. Sie starb vier Wochen nach dem Gespräch.

Den Handstock hatte Potthoff seinerzeit der Gedenkstätte als Leihgabe überlassen und jetzt aber vorübergehend zurückbekommen mit der Bitte, mehr über die Bedeutung der unbekannten Städtenamen herauszufinden. "Kein Problem", sagt Günter Potthoff. "Ich hatte gerade Besuch aus Weißrussland."

Das hat die Recherche ergeben:

Sablino ist der Name einer Eisenbahnstation am Fluss Sablinka.

Saizewo, das ist ein weit verbreiteter Name. Es gibt mehr als 40 Dörfer und Siedlungen, die so heißen, unter anderem nahe Leningrad und Kaliningrad.

Kaitolowo war ein Dorf im Gebiet von Leningrad, das 1942 im Krieg vernichtet und nicht wieder aufgebaut wurde.

Kowrowo ist ebenfalls ein weit verbreiteter Name. Unter anderem gibt es eine Siedlung im Gebiet von Leningrad und ein Dorf nahe Moskau.

Über den Namen und direkt unter dem Griff des Handstocks ist der Reichsadler mit Hakenkreuz eingraviert. Das ist wohl der Grund, weshalb er so lange im Keller verborgen blieb.

Der sowjetische Kriegsgefangene, der ihn vor mehr als 70 Jahren schnitzte, hatte damals in der Holter Eisenhütte direkt gegenüber dem Schloss zusammen mit etwa 50 anderen Soldaten Zwangsarbeit geleistet.

Aufruf: Alteingesessene sollen nach Material aus und über Stalag suchen

Sie alle nutzten damals ihre schmale Freizeit, um bei Privatleuten zu arbeiten und mit Lebensmitteln entlohnt zu werden. Die alte Dame, die Günter Potthoff den Handstock überlassen hat, berichtete damals, dass jener ein Graubrot gekostet habe. Ein Brot aus der Backstube von August Barlmeyer, der im heutigen Holter Schloßkrug sein Geschäft hatte.

Der Handstock ist durchaus eine Besonderheit. Es seien, so Potthoff, ansonsten hauptsächlich Strohkästchen, die handwerklich wie künstlerisch begabte Kriegsgefangene gefertigt hatten und zum Teil heute in der aktuellen Ausstellung der Gedenkstätte in Stukenbrock-Senne zu sehen sind.

Diese Ausstellung, die "eine sehr kurze Übersicht über die Geschichte des Lagers" gibt, wie es der Geschäftsführer der Gedenkstätte, Oliver Nickel, formuliert, wird derzeit neu konzipiert. Sie soll größer werden mit mehreren Schwerpunkten und auch die Nachkriegsgeschichte umfassen. Details will Oliver Nickel aber nicht preisgeben. Fest stehe aber, sagt der Geschäftsführer, dass bis zur Umsetzung der Konzeption noch Jahre vergehen könnten.

Dessen ungeachtet setzt sich Heimatforscher Günter Potthoff dafür ein, dass alteingesessene Schloß Holte-Stukenbrocker der Gedenkstätte Material zur Verfügung stellen sollen. Dabei muss es sich nicht zwingend um ein so wertvolles Stück wie den Handstock handeln. Wichtig sind auch Briefe und Fotos, gerne auch Tonbandaufnahmen mit festgehaltenen Erinnerungen an die Zeit zwischen 1941 und 1945.

Es müsste auch noch allerhand Material aus der so genannten Löffelwerkstatt geben, die im Stalag eingerichtet gewesen ist (siehe Zusatztext).

Material für die Gedenkstätte sammele er gerne, sagt Günter Potthoff. Er ist in seinem Haus an der Mergelheide erreichbar unter Tel. (05207) 8395.

Bericht eines Zeitzeugen

Dimitrij Pawlowitsch Orlow war am 9. Oktober 1942 im Kaukasus in deutsche Gefangenschaft geraten. Zwei Monate später kam er in Stukenbrock-Senne an. Im Stalag 326 arbeitete der Künstler in der so genannten Löffelwerkstatt, die aber eigentlich eine Werkstatt war, in der nach Entwürfen von Dimitrij Orlow kunstvoll gearbeitete Geschenkartikel hergestellt wurden. "Die verkaufte das Wachpersonal dann, um sich zu bereichern", sagte Orlow 2005 in einem Interview mit der Neuen Westfälischen. "Wir schmuggelten heimlich einiges nach draußen. Diejenigen, die auf Höfen außerhalb des Lagers arbeiteten, tauschten das bei den Bauern gegen Kartoffeln und Brot, so dass wir etwas zu essen hatten. Das ist sicherlich der Grund, warum wir am Leben geblieben sind. Die Gefangenen, die erwischt wurden, prügelte das Wachpersonal bis zum Tode." Dimitrij Orlow, den eine enge Freundschaft mit Heimatforscher Günter Potthoff verband, verstarb im Alter von 102 Jahren am 21. Oktober 2010 in Moskau.

Bildunterschrift: Seltenes Stück: Günter Potthoff zeigt den mehr als 70 Jahre alten Handstock, in den nicht nur kunstvoll Muster geschnitzt wurden, sondern auch Städtenamen.

Bildunterschrift: Nazi-Symbol: Direkt unter dem Griff des Handstocks, den ein russischer Kriegsgefangener geschnitzt hat, findet sich der Reichsadler mit Hakenkreuz. Der Soldat hatte als Entlohnung ein Graubrot bekommen.

_______________________________________________


Neue Westfälische - Schloß Holte-Stukenbrock, 14.09.2017:

Schloß Holte-Stukenbrock: Ein Stock erzählt Geschichte(n)

Günter Potthoff ist ein Sammler und Jäger historisch wertvollen Materials. Ihm wurde ein geschichtlich und handwerklich wertvolles Stück überlassen. Ein Handstock, der vom Soldatenleben in der NS-Zeit erzählt.

_______________________________________________


Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 14.09.2017:

Für ein Graubrot

Russischer Kriegsgefangener schnitzt Stock für deutschen Soldaten

Von Matthias Kleemann

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Ein Handstock, der in Kriegszeiten einem deutschen Soldaten aus Schloß Holte-Stukenbrock gehört hat, könnte eines der ungewöhnlichsten Exponate in der neuen Ausstellung der Gedenkstätte Stalag 326 werden.

Der Anblick dieses Stocks ist verstörend. Nahezu über seine komplette Länge von knapp einem Meter ist der Stock mit Schnitzarbeiten bedeckt: Ein Schachbrettmuster, Rauten, Zickzacklinien, Nadelstreifen und ein Gitter. Dazwischen die Namen russischer Städte: Leningrad, Sablino, Saizewo, Kaitolowo, Kowrowo. Und über allem, kurz unterm Knauf, ein Reichsadler mit Hakenkreuz.

Man weiß es nicht: Soll man die handwerklich saubere Schnitzarbeit bewundern, oder ist dieses Gesamtwerk angesichts des Hakenkreuzes eher gruselig?

Ganz offensichtlich hat da jemand die Stationen seines Russland-Feldzuges verewigt. Wer die Namen recherchiert, findet diese Theorie bestätigt. Einige der kleineren Orte sind tatsächlich im Krieg ausgelöscht worden, an Leningrad haben sich die deutschen Militärs allerdings die Zähne ausgebissen. Es gab große Opfer auf beiden Seiten.

Alles schon schlimm genug, aber noch verstörender wird es, wenn man erfährt, wer diesen Stock angefertigt hat: Nicht etwa der Soldat selbst, sondern ein russischer Kriegsgefangener.

Heimatforscher Günter Potthoff kennt die Geschichte. Er hat den Stock vor etwa sieben Jahren von einer Bürgerin der Stadt zur Verfügung gestellt bekommen und ihn an die Gedenkstätte weitergegeben, wo er seitdem in einem Magazin schlummerte. Nun soll er in der neuen Ausstellung gezeigt werden. Um noch etwas mehr herauszufinden, hat die Gedenkstätte Potthoff den Stock vorübergehend zurückgegeben, mit dem Auftrag, weitere Details zu recherchieren.

"Der Stock aus Eichen- oder Eschenholz ist von einem Zwangsarbeiter des Stalag angefertigt worden", sagt Potthoff. Allerdings handelt es sich dabei um einen Gefangenen, der in einer Außenstelle des Stalag untergebracht war, nämlich der Holter Hütte. "Diese Außenstelle trug die Bezeichnung "Kriegsgefangenen-Arbeitskommando R256"", berichtet Potthoff.

Hinlänglich bekannt ist, dass viele der Kriegsgefangenen kunsthandwerkliche Gegenstände angefertigt haben. Einer der letzten Überlebenden des Stalag, Dimitrij Orlow, mittlerweile auch verstorben, zu dem Potthoff persönlichen Kontakt hatte, berichtete von einer so genannten Löffelwerkstatt, in der jedoch keine Löffel, sondern Strohkörbe, Holzteller und ähnliches angefertigt wurden. Einige solcher Körbe und Schachteln sind bereits in der jetzigen Stalag-Ausstellung zu sehen. "Das haben die Aufseher dann verkauft und sich daran bereichert", vermutet Potthoff.

Es sei wohl so gewesen, dass man auch spezielle Wünsche in Auftrag geben konnte, genauso, wie man sich "einen Russen ausleihen" konnte. Im konkreten Fall des geschnitzten Stocks sei das so gewesen. Bittere Ironie: Da muss jemand die Ruhmesgeschichte einer menschenverachtenden Ideologie und die Siege des Feindes verherrlichen. Einen Lohn gab es auch: Ein Graubrot aus der Backstube des Bäckers August Barlmeyer.

Angesichts dieses Zynismus ist es wohl wenig tröstend, dass die Stalag-Gefangenen, die außerhalb des Lagers beschäftigt wurden, häufig etwas besser behandelt wurden, und dass der Stock wahrscheinlich ein echtes Einzelstück ist, das wohl einen besonderen Platz in der künftigen Ausstellung bekommt.

Aber wer weiß das schon so genau. Günter Potthoff vermutet, dass noch so einiges an Zeugnissen über das Lagerleben in privatem Besitz schlummert. Jetzt, wo der Krieg seit mehr als 70 Jahren vorbei ist und die Gedenkstätte sich daran macht, ein völlig neues Ausstellungskonzept auf die Beine zu stellen, wäre es schön, wenn von diesen unbekannten Zeugnissen noch mehr der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, meint der Heimatforscher. Und deshalb ruft er die Bürger auf, Dokumente und Gegenstände aus dieser Zeit leihweise abzugeben - unter Wahrung der Anonymität.

Wer etwas Interessantes anzubieten hat, könne sich vertrauensvoll an ihn wenden. Günter Potthoff ist telefonisch erreichbar unter Ruf 8395.

Bildunterschrift: Günter Potthoff präsentiert den Stock, hier deutlich erkennbar der Reichsadler mit Hakenkreuz, sowie der Schriftzug "Leningrad". Der Stock ist von einem russischen Kriegsgefangenen geschnitzt worden, Auftraggeber war ein deutscher Soldat.

Bildunterschrift: Hier sind Teile des Schriftzuges Sablino und Kowrowo erkennbar.

_______________________________________________


Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 14.09.2017:

Heute im Lokalteil / Handstock mit Hakenkreuz

Heimatforscher Günter Potthoff präsentiert einen Stock, der in der Ausstellung des Stalag 326 präsentiert werden wird. Er gehörte einem deutschen Soldaten und wurde von einem Kriegsgefangenen geschnitzt.

_______________________________________________


Neue Westfälische - Höxter (Kreis), 14.09.2017:

Tor erstrahlt in neuem Glanz

Jüdischer Friedhof: Weil Pfeiler und Pforte verfallen waren, wählte Dietlinde Hackenbroich-Schiff eine ungewöhnliche Methode, die Stadt um Instandsetzung zu bitten

Von Vivien Tharun

Höxter. Zum Geburtstag gibt es Geschenke. Aber ein Geschenk für einen Toten ist in diesen Breiten eher unüblich. Die Höxteranerin Dietlinde Hackenbroich-Schiff nahm den 100. Geburtstag des aus Höxter stammenden verstorbenen jüdischen Künstlers Jacob Pins zum Anlass, Bürgermeister Alexander Fischer um ein besonderes Geschenk zu bitten: "Der Bürgermeister war auf der Ausstellung zum 100. Geburtstag von Pins im Forum. Da habe ich ihn einfach angesprochen", sagt Hackenbroich-Schiff.

Sie sagte Bürgermeister Fischer, dass es ein schönes Geschenk für Jacob Pins wäre, den verfallenen Pfeiler am Eingang des jüdischen Friedhofs zu restaurieren. Und es hat geklappt - die Sollingstein-Abdeckung des mitgenommenen linken Pfeilers am Eingang wurde instand gesetzt. Diese war vor einigen Jahren herunter gefallen und gebrochen. Doch Hackenbroich-Schiff und dem Handwerker, der die Steinplatte anbrachte, fiel noch etwas anderes am Eingang auf. Also schrieb die Höxteranerin eine weitere E-Mail an Bürgermeister Fischer, in der es hieß:

"Nach seinem Tod vor fünf Jahren bin ich zurück nach Höxter gekommen"

"Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Herr Jacob Pins (verstorben) dankt Ihnen recht herzlich für Ihr Geburtstagsgeschenk: Herstellung des linken Pfeilers am Tor des jüdischen Friedhofs an der Gartenstraße! Jetzt fiel aber nicht nur dem Herrn, der die Reparatur durchführte, sondern auch dem Herrn Pins vom Himmel aus auf, dass die, eigentlich sehr schöne schmiedeeiserne Eingangspforte, auch recht mitgenommen und hinfällig aussieht! Würden Sie sich eventuell noch einmal stark machen, für ein zweites Geburtstagsgeschenk?"

Auch dieser Bitte kam die Stadt nach. "Und das sogar sehr schnell", sagt Hackenbroich-Schiff. In nur drei bis vier Wochen wurde die Pforte zum Friedhof gerichtet, neu lackiert und hat nun ein richtiges Schloss mit Schlüssel, anstatt einer rostigen Kette.

Hackenbroich-Schiff ist Fördermitglied des Forums Jacob Pins und blickt auf eine bewegte Familiengeschichte zurück. Ihre Schwiegereltern wurden von Wien ins litauische Vilnius deportiert, wo sie getötet wurden. Ihr späterer Mann sollte als Waisenkind nach London kommen und dort adoptiert werden. Doch nur sein Koffer erreichte die Adoptivmutter. Hackenbroich-Schiffs Mann musste den Zug in Richtung Fähre in den Niederlanden verlassen. Er blieb in dem Land.

Die gebürtige Höxteranerin Hackenbroich-Schiff studierte in den Niederlanden Theologie und lernte dabei auch ihren späteren Ehemann kennen. Sie blieb ebenfalls. "Vor fünf Jahren bin ich dann nach seinem Tod zurück nach Höxter gekommen", sagt sie.

Jetzt setzt sie sich für das Gedenken und politische Aufklärung gegen Antisemitismus ein.

Künstler aus Höxter

Jacob Pins kam am 17. Januar 1917 als Otto Pins in Höxter zur Welt. Sein Vater war Tierarzt, seine Mutter führte ein Bekleidungsgeschäft.

Als Adolf Hitler 1933 die Macht ergriff, ging Pins nach Stettin, um sich auf die Auswanderung nach Palästina vorzubereiten.

Obwohl Pins an Kinderlähmung erkrankte, gelang es ihm, sich als angesehener Künstlerin Israel zu etablieren.

Er spezialisierte sich auf ostasiatische Kunst, wie den japanischen Farbholzschnitt. Einen Kunststil, den er selbst beherrschte.

2002 stiftete Pins viele seiner Werke nach Höxter.

2003 wurde er zum Ehrenbürger Höxters ernannt.

Pins starb am 4. Dezember 2005 in Jerusalem.

Bildunterschrift: In neuem Glanz: Dietlinde Hackenbroich-Schiff setzte sich dafür ein, dass das Tor und der linke Pfeiler am jüdischen Friedhof repariert werden und freut sich, dass die Stadt schnell reagierte.

Bildunterschrift: Einschuss: Löcher im Gatter erinnern an die Brutalität des NS-Regimes.

_______________________________________________


Neue Westfälische - Höxter (Kreis), 14.09.2017:

Lokales: Stadt restauriert Tor am jüdischen Friedhof

Höxter. Der in Höxter geborene Künstler Jacob Pins wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Dietlinde Hackenbroich-Schiff nahm das zum Anlass, Bürgermeister Alexander Fischer um ein besonderes Geschenk im Gedenken an Pins zu bitten. Die Stadtverwaltung reagierte schneller als Hackenbroich-Schiff dachte.

_______________________________________________


Westfalen-Blatt / Westfälisches Volksblatt, 14.09.2017:

Altertumsverein belohnt Historiker

Paderborn (WV). Der Historiker Dr. Martin Dröge erhält den Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis des Paderborner Altertumsvereins. Die Jury des mit 2.500 Euro dotierten Preises würdigt damit seine Dissertation zum Thema "Männlichkeit und "Volksgemeinschaft" - Der westfälische Landeshauptmann Karl Friedrich Kolbow. Biografie eines NS-Täters". Verliehen wird die Auszeichnung am 12. November im Paderborner Rathaussaal.

_______________________________________________


Radio Lippe, 14.09.2017:

Lagenserin vor Gericht

Eine Frau aus Lage muss sich seit heute vor dem Oberlandesgericht Stuttgart verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr vor, einer der führenden Köpfe des inzwischen verbotenen Neonazi-Internetportals Altermedia-Deutschland gewesen zu sein. Insgesamt gibt es fünf Angeklagte, teilte das Oberlandesgericht mit. Laut Anklage soll die Lagenserin gemeinsam mit einem der Mitangeklagten eine kriminelle Vereinigung gegründet haben. Über das Internetportal Altermedia sollen sie dann massenhaft nationalsozialistisches Gedankengut verbreitet haben. Dabei ging es um Gewaltaufrufe gegen Ausländer oder um Hetze gegen Andersgläubige. Das Urteil wird voraussichtlich erst im Januar nächsten Jahres fallen.

_______________________________________________


www.nw.de/blog-luebbecke, 14.09.2017:

Bürgerprotest gegen die AfD - eine ganz schwache Vorstellung

14.09.2017 - 12.22 Uhr

Von Frank Hartmann

Die AfD Minden-Lübbecke und ihre Redner haben ihre Hetzveranstaltungen gegen Flüchtlinge, Muslime und alles, was sie für nichtdeutsch halten, am Montagabend im Bürgerhaus in Espelkamp fortgesetzt. Und wie reagierten die 25.000 Bürger Espelkamps, die Mitglieder der etablierten Parteien, die Jusos, die Grüne Jugend und die linke Szene aus Minden? So gut wie gar nicht. Die meisten von ihnen überließen den stillen Protest mit bunten Luftballons und ein paar handbemalten Plakaten einer Gruppe von Einwohnern, die gerade einmal 100 Personen stark war. Kinder eingerechnet.

Bedarf es etwa eines für seine rassistischen Ausfälle bekannten AfD-Promiredners wie Alexander Gauland, damit mehr Demonstranten zusammenkommen? In Hüllhorst hat das vor knapp zwei Wochen rund 250 Menschen zur Ilex Halle getrieben, die mit Trillerpfeifen, Tröten, Pauken und Sprechchören ausdrückten, was sie von Versammlungen der Rechtspopulisten in ihrer Gemeinde halten. Obwohl ein paar von ihnen übertrieben aggressiv auftraten, hat der Protest doch deutlich gezeigt: Wir lehnen Euch ab und wollen Euch nicht bei uns haben.

Ein bunte Stadtgesellschaft muss Flagge zeigen

Natürlich kann man Widerstand sehr gut ohne Worte und Getöse zeigen. Und die Aktion ist auch lobenswert: Aber dafür, dass die AfD auf Grund ihres Super-Landtagswahlergebnisses in Espelkamp - in einem Wahlbezirk bekam sie 23,5 Prozent der Stimmen - demnächst eine Ortsgruppe gründen will, waren die knapp 100 Leute am Wilhelm-Kern-Platz deutlich zu wenig und hätten mehr Unterstützung verdient gehabt. Eine bunte Stadtgesellschaft wie die in Espelkamp, die sich aus mehr als 60 Nationalitäten zusammensetzt und friedlich zusammenlebt, muss in so einer Situation doch deutlicher Flagge zeigen.

Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit, Desinteresse, oder auch Kalkül - was immer die Beweggründe für die schwache Teilnahme an der Demo gewesen sein mögen: Die AfD wird den geringen Protest für sich ausschlachten und als Zustimmung für ihre Pläne werten. Sie ist im Landtag vertreten, sie wird in den Bundestag einziehen, und sie wird bei der Kommunalwahl im Herbst 2020 Kandidaten aufstellen, um im Espelkamper Stadtrat ihre Politik der Ausgrenzung, der Spaltung und der Hetze gegen alles Nichtdeutsche fortzusetzen.

Diesen verbalen Dreck wiederzugeben, verbietet sich

Jeder, der die widerlichen Sprüche im Bürgerhaus nicht mit angehört hat, kann sich glücklich schätzen. Man kann als Zuhörer gar nicht so heiß duschen, um den geistigen und verbalen Schmutz abgewaschen zu bekommen, mit dem die Redner phasenweise um sich geworfen haben. Sie an dieser Stelle wiederzugeben, verbietet sich. Nur so viel: Der aus Kasachstan stammende Eugen Schmidt und der im Ural geborene Dietrich Janzen, die von sich behaupten, gute, gottesgläubige Christen zu sein, haben sich am Montagabend im Bürgerhaus in Wort und Bildern mehrfach extrem unchristlich gezeigt. Wölfe im Schafspelz eben.

Sie und andere Redner der AfD betonten, ihr Deutschsein werde mit Dreck beworfen und sie wollten sich ihre Heimat nicht wegnehmen lassen. Die Antwort darauf kann nur lauten: Ihr seid es, die mit Dreck werfen, und wir lassen uns unsere Heimat nicht von Nationalisten und Rassisten wie Euch wegnehmen!

Es gibt viele Alternativen zur Scheinalternative

Ein letzter Gedanke: An der Bundestagswahl in diesem Jahr werden 42 Parteien teilnehmen. Man mag die Nase voll haben und sich für eine Protest-Stimmabgabe entscheiden. Aber es gibt genügend Alternativen für die Erst- und die Zweitstimme. Für echte Demokraten ist die AfD jedenfalls keine.

frank.hartmann@nw.de

Bildunterschrift: Wilhelm-Kern-Platz: Keine 100 Protestler kamen zusammen, um gegen die AfD zu demonstrieren und für ein buntes Zusammenleben in Espelkamp zu werben.

_______________________________________________


Neue Westfälische - Lübbecke (Altkreis), 14.09.2017:

NW-Blog: Schwacher Protest gegen die AfD

Espelkamp (fha). Vor zwei Wochen haben 250 Menschen in Hüllhorst gegen eine Veranstaltung der AfD in der Ilex Halle demonstriert - am Montagabend in Espelkamp kamen einschließlich Kindern gerade einmal 100 Protestler gegenüber dem Bürgerhaus zusammen, um ihre Ablehnung zu zeigen und sich für ein buntes Espelkamp stark zu machen. Dabei plant die rechtspopulistische Partei gerade dort die Gründung eines Stadtverbandes.

www.nw.de/blog-luebbecke

_______________________________________________


Neue Westfälische - Lübbecke (Altkreis), 14.09.2017:

Politik stimmt für Jubiläumsbuch

Haupt- und Finanzausschuss: Nur Martin Schiegnitz (Grüne) lehnte die Herstellung des Werkes zur Stadtgeschichte in der örtliche Druckerei Kölle ab

Von Joern Spreen-Ledebur

Pr. Oldendorf. Bürgermeister Marko Steiner sprach von großen Ereignissen, die ihre Schatten vorauswerfen. Noch zwei Jahre nämlich, dann stehen in Pr. Oldendorf zwei Jubiläen an. Im Jahr 2019 jährt sich die Verleihung der Stadtrechte durch den preußischen König Friedrich-Wilhelm I. (der Soldatenkönig) zum 300. Mal. Die urkundliche Ersterwähnung der Ortschaft Pr. Oldendorf jährt sich zum 1.50. Mal - die Oldendorfer befinden sich damit in guter Gesellschaft von Levern, Destel, Wehdem und Blasheim.

Zum Jubiläum der Stadtrechts-Verleihung wird ein Buch zur Stadtgeschichte erscheinen. Der frühere Stadtheimatpfleger Dieter Besserer hat bereits mehrere sehr beachtete Beiträge zu historischen Themen veröffentlicht und befasst sich auch mit dem anstehenden Oldendorfer Jubiläum. Auf ein Honorar verzichtet Dieter Besserer (die NW berichtete).

Geplant ist, dass das rund 600 Seiten starke Buch in einer Auflage von 800 Exemplaren erscheinen wird und nach derzeitigen Planungen zum Preis von rund 20 Euro verkauft wird. Die entstehenden Kosten sollen durch Spenden und den Verkauf finanziert werden; die Stadt "sponsort" das Projekt durch den Kauf von 50 Büchern.

Das geplante Buch brachte der Haupt- und Finanzausschuss nun mehrheitlich auf den Weg. Dagegen stimmte Martin Schiegnitz (Grüne), da das Buch in der Pr. Oldendorfer Firma Kölle Druck entstehen soll.

Die hatte in der Vergangenheit für Diskussionen gesorgt, da Geschäftsführer Rainer Höke auch Bücher aus Restbeständen der "Deutschen Verlagsgesellschaft" (DVG) mit Titeln wie "Vorbildliche und bewährte Männer der Waffen-SS" und "Die Armee der Geächteten" verkauft. Bis auf die Grünen hatten die anderen Ratsfraktionen damit allerdings bisher kein Problem.

Auch beim Buch zum Stadtjubiläum haben sie das nicht. Bürgermeister Marko Steiner begrüßte im Hauptausschuss das Engagement Besserers. Das tat auch Martin Schiegnitz. Probleme haben die Grünen nach seinen Angaben allerdings damit, dass das Buch bei Kölle gedruckt werden soll. Das Problem habe man damals schon beim Amtsblatt der Stadt "Rundblick" gehabt. Lasse man nun das Buch bei Kölle drucken, befürchtet Schiegnitz ein schlechtes Bild für die Stadt. Dass die Stadt immer wieder dorthin gehe, dass sei für ihn "unverständlich", es gebe auch andere Druckereien.

In Pr. Oldendorf gebe es keine andere Druckerei, merkte Marko Steiner an. Er verwies darauf, dass Kölle auch die Zwischenfinanzierung des Buches übernehme.

Passendes Geschenk für den neuen Pfarrer

Bernd Lömker (UEB) interessierte sich dafür, bei welchen Anlässen das Buch von der Stadt als Präsent mitgebracht werde. Zu einer Goldhochzeit oder dem 100. Jubiläum des Reitervereins werde das nicht der Fall sein, meinte der Bürgermeister dazu. Es werde aber in Oldendorf ja in absehbarer Zeit einen neuen Pfarrer oder eine Pfarrerin geben, da sei es ein passendes Geschenk. Die Stadt brauche ohnehin neue Präsente, sagte Steiner.

Das Jubiläum sei ein guter Anlass für das Buch, und er begrüße, dass es in einer heimischen Druckerei entstehe, sagte Lömker dann. Jeder habe sich zum Thema Kölle-Druck äußern können, sagte Pierre Arndt (fraktionslos). Kölle habe außerdem das günstigste Angebot abgegeben. Hätte es Probleme bei der Literatur der Firma gegeben, dann wären nach Überzeugung Pierre Arndts die Behörden schon eingeschritten.

"Für mich wird das zu leichtfertig abgetan. Für mich ist es eine Frage der Haltung und nicht des günstigsten Angebots", merkte Martin Schiegnitz an. Das wolle er deutlich machen.

Was denn mit Geld sei, das über die Herstellungskosten hinaus erzielt werde, wollte Iris Pfeiff (SPD) wissen. Bürgermeister Steiner hofft, dass die Kosten wieder reinkommen. Ein Überschuss solle dem Zweck entsprechend verwendet werden - für die Bewerbung des Buches oder das Stadtjubiläum etwa.

Herbert Weingärtner (CDU) fand es "bedauerlich, dass wieder über Kölle diskutiert wird". Es sei schon genug darüber gesprochen worden. Auch sei das, was Kölle vertreibe, legal.

Bildunterschrift: Schreibt über die Stadtgeschichte: Heimatforscher Dieter Besserer vor dem Bürgerhaus am Kirchplatz.

_______________________________________________


Westfalen-Blatt / Höxtersche Zeitung, 14.09.2017:

"Den Bürgern Ängste und Sorgen nehmen"

Norbert Senges (AfD) ist Bundestagskandidat

Warburg (ski). Norbert Senges aus Warburg ist mittlerweile ein erfahrener Wahlkämpfer. Im Frühjahr war er noch als Landtagskandidat der AfD im Kreis Höxter unterwegs, jetzt geht er im Bundestagswahlkreis Höxter - Lippe II für seine Partei auf Stimmenfang.

Im Mai Landtagskandidat, im September Bundestagskandidat, kann er das den Bürgern vermitteln? "Ich tue das ja nicht für mich selbst, sondern ich stelle mich in den Dienst meiner Partei", erklärt der 55-Jährige. Er habe sich nicht nach der Bundestagskandidatur gedrängt, aber nach seinem guten Abschneiden bei der Landtagswahl seien der Kreis- und der Bezirksvorstand auf ihn zugekommen.

Für ein gutes Wahlergebnis tourt er nun schon seit Wochen durch den Wahlkreis, besucht AfD-Veranstaltungen, steht den Bürgern an Wahlkampfständen in Fußgängerzonen Rede und Antwort und versucht, die AfD-Positionen bei Podiumsdiskussionen zu vermitteln. "Das ist noch deutlich anstrengender als im Landtagswahlkampf", gibt er zu. "Ich weiß gar nicht, wie viel Tausend Kilometer ich schon gefahren bin."

Norbert Senges ist zusammen mit seinem Zwillingsbruder Werner und zwei weiteren Brüdern in einem politisch eher konservativ geprägten Haushalt aufgewachsen. Nach dem Fachabitur begann er eine Lehre als Steinmetz und Steinbildhauer, war bei den Paderborner Firmen Josef Rikus und Ochsenfahrt tätig und studierte Kunst in Kassel.

Daneben gab es immer die Musik. Seit 1983 standen "Norbert Senges und Band" auf den Bühnen in der weiten Region, und von 1995 an wurde er mit seiner Kinderlieder-Produktion, den "Sonnenfliegern", richtig populär.

Über die Musik kam er auch an die Laurentiusschule, die Teil des Heilpädagogischen Therapie- und Förderzentrums St. Laurentius-Warburg ist. "Der damalige Schulleiter Herbert Hesse suchte jemanden für die Musik und sprach mich an", erinnert er sich. Als Fachlehrer an Sonderschulen startete der Steinmetzmeister dann in eine ganz andere berufliche Richtung. "Ich war schon immer der Typ, der auf der Seite der Schwachen war", sieht er diese Entwicklung aber nicht als Bruch an. Sein Beruf fordert ihn stark, aber die Arbeit mit den behinderten Menschen gibt nach seinen Worten auch viel zurück.

Vor diesem Hintergrund kommt es nicht von ungefähr, dass ihm die Familien- und Sozialpolitik besonders am Herzen liegt. Die Familie ist für ihn die Keimzelle, die es zu fördern gilt. Und noch eines ist ihm in diesem Zusammenhang wichtig: "Es muss Schluss sein mit der Verschuldungspolitik, weil die gegen die Generationengerechtigkeit verstößt."

Auch die Bildungspolitik ist ihm ein Anliegen. Ein gut gefördertes gegliedertes Schulsystem und Investitionen in Forschung und Lehre hält er für unabdingbar.

Eine der Kernforderungen der AfD sind mehr Ausgaben für die innere Sicherheit. "Wir müssen den Bürgern die Ängste und Sorgen wirklich nehmen und nicht nur immer sagen, wir würden sie ernst nehmen", sagt Senges. Mehr Polizei und eine konsequente Anwendung der Gesetze, fordert er. Es dürfe keine gesetzlosen Räume in den Städten geben.

Herr Senges, ergänzen Sie

Martin Schulz ist für mich ...

irgendwie nicht greifbar, weil total unkonkret - und der schlechteste Herausforderer aller Zeiten.

Angela Merkel ist für mich ...

jemand, der das Grundgesetz verletzt und das deutsche Volk in die kollektive Selbstaufgabe treibt - warum auch immer ...

Leben in Warburg bedeutet für mich ...

eine gute Versorgung und vom Desenberg bis zum Diemeltal Natur pur.

Den Kreisen Höxter und Lippe fehlt es ...

an Kindern, Straßen und öffentlichen Verkehrsanbindungen.

Wenn Zuhause eine Internetverbindung über 20 Sekunden laden muss, dann ...

bringt mich das nicht um.

Die AfD ist für mich ...

die Familie mit Grundgesetztreue.

Bildunterschrift: Nobert Senges (AfD) kandidiert für den Bundestag.

_______________________________________________


zurück