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Westfalen-Blatt , 02.02.2017 :

Brand in Moschee

Vermutlich Anschlag in Bielefeld - Mordkommission ermittelt

Bielefeld (WB/sb). Ein durch eine Scheibe geworfener Brandsatz hat womöglich in der Nacht zu gestern ein Feuer in einer bosnisch-islamischen Moschee in Bielefeld ausgelöst. Verletzt wurde niemand. Der Imam der Gemeinde, der im Keller des Gebäudes wohnt, war von der Feuerwehr geweckt und unversehrt ins Freie gebracht worden.

Die Polizei will sich bei der Brandursache noch nicht festlegen. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagt Polizeisprecher Michael Kötter. Staatsanwaltschaft und eine 14-köpfige Mordkommission nahmen gestern die Ermittlungen auf. Nicht ausgeschlossen werden könne auch ein politisches Motiv für die Tat. Deswegen gehören auch Beamte des Staatsschutzes zur Mordkommission. Die Feuerwehr schätzt den Brandschaden auf 40.000 Euro.

Ein Anwohner hatte um 3 Uhr die Feuerwehr alarmiert. Die Einsatzkräfte bekamen den Brand schnell unter Kontrolle. Die Gemeinde mit 100 Mitgliedern, die Wurzeln im früheren Jugoslawien haben, gehört zur Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland. Gemeindevorsitzender Haris Mulic ist erschüttert: "Wir sind ganz traurig. Das Wichtigste ist aber, dass es keine Verletzten gibt."

Bildunterschrift: Spurensuche: Eine 14-köpfige Mordkommission untersucht den Brandort.


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