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Nachrichten , 01.02.2017 :

Tages-Chronologie von Mittwoch, 1. Februar 2017

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Mittwoch, 1. Februar 2017


Am 27. Januar 2017 gedachten Schülerinnen sowie Schüler verschiedener Jahrgangsstufen an den Birger-Forell-Schulen in Espelkamp am Internationalen Holocaust-Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus.

Am 2. Februar 2017 berät der Ortsausschuss Schötmar darüber, einen Teil der Neuen Straße in Schötmar in "Hermann-Katz-Straße" umzubenennen - wie vom Heimat- und Verschönerungsvereins vorgeschlagen.

Im April 2008 lehnte der - Hauptausschuss - der Stadt Bad Salzuflen die Umbenennung der "Otto-Künne-Promenade", benannt nach einem willfährigen und engagierten "Diener des NS-Staates", mehrheitlich ab.

Am 16. Februar 2017 lädt der "KULTurVEREIN Bielefeld e.V." zu einem "Portraitkonzert Szymon Laks - Ein jüdischer Komponist aus Polen zwischen Paris und Auschwitz" in die Synagoge Beit Tikwa (20.00 Uhr) ein.

Am 4. Februar 2017 lädt das "Forum Jacob Pins" zur Führung durch die Ausstellung im Adelshof in Höxter ein, die über Jacob Pins sowie das Schicksal der jüdischen Bürgerinnen und Bürger von Höxter informiert.

Für den 1. Februar 2017 war ab 15.00 Uhr ein Treffen der "Frauengruppe" der "Kreisgruppe Herford-Stadt" der "Landsmannschaft Schlesien", Mitglied im revanchistischen BdV, im Herforder BdV-Raum angekündigt.

Am 28. Februar 2017 beginnt vor der 10. Großen Strafkammer des Landgerichts Bielefeld der Prozess um den Brandanschlag am 14. September 2015 auf eine Flüchtlingsunterkunft in Eisbergen noch einmal neu.

Am 19. Dezember 2016 berichtete das Mindener Tageblatt in der Online-Ausgabe, dass Geflüchtete eines Heimes in Porta Westfalica-Eisbergen "jede Nacht von hupenden Autos aus dem Schlaf gerissen werden".

Am 10. Dezember 2016, gegen 18.00 Uhr, wurden unweit einer Flüchtlingsunterkunft in Porta Westfalica-Eisbergen Schüsse abgegeben - der Polizeiliche Staatsschutz geht hier von einer Schreckschusswaffe aus.

Am 28. Oktober 2016 verwies das Amtsgericht Minden den Prozess um den Anschlag vom 14. September 2015 auf ein Flüchtlingsheim in Eisbergen ans Landgericht Bielefeld ("Verdachts des versuchten Mordes").

Am 4. Oktober 2016 begann vor dem Amtsgericht Minden ein Prozess gegen vier Personen an, da sie am 14. September 2015 Molotow-Cocktails - gegen eine Asylunterkunft - in Eisbergen geworfen haben sollen.

Am 4. Dezember 2015 klagte die zuständige Staatsanwaltschaft Bielefeld vier Personen an, da sie am 14. September 2015 zwei Molotow-Cocktails gegen eine Asyl-Unterkunft in Eisbergen geworfen haben sollen.

Am 14. September 2015 warfen drei Männer und eine Frau in Porta Westfalica-Eisbergen, zwei brennende Molotow-Cocktails, gegen eine Asyl-Unterkunft - einer prallte am Zaun ab, der andere traf die Hauswand.

In der Nacht zum 1. Februar 2017 wurde die Feuerwehr um 3.14 Uhr zu dem Brand in einem islamischen-bosnischen Gemeindezentrum - an der Ziegelstraße in Bielefeld gerufen - der Staatsschutz OWL ermittelt.

Für die NRW-Landtagswahl am 14. Mai 2017 kandidiert Johannes Willi Knaup für die "Liberal-Konservative Reformer" (LKR) als stellvertretender Landesvorsitzender auf Listenplatz 3 der rechtspopulistischen Partei.

Für den 22. Februar 2017 (19.00 Uhr) ist ein "Stammtisch" des extrem rechten Kreisverbandes Paderborn der Partei "Alternative für Deutschland" in einer - nicht benannten - Gaststätte in Paderborn angekündigt.

Am 11. Januar 2017 luden der AStA der Universität Paderborn sowie die DSP Paderborn zu einer "Debatte zur Bundes- und Landtagswahl 2017" auch mit Markus Roscher vom extrem rechten AfD-Kreisverband ein.

Am 23. September 1998 beteiligte sich Markus Roscher, stellvertretender Bundesvorsitzender des extrem rechten "Bundes freier Bürger", an einer Berliner Demonstration gegen den Bau des Holocaust-Mahnmals.

Ab dem 1. Februar 2017 heißt die bisherige Fraktion "Allianz für Fortschritt und Aufbruch" (ALFA) - die mit zwei Mandaten im Rat der Stadt Paderborn vertreten ist - aktuell "Liberal-Konservative Reformer" - "LKR".

Mit Stand 1. Februar 2017 waren alle 100 Plätze in der - "Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige" ("UfA") - in Büren belegt, bestätigte die zuständige Bezirksregierung Detmold auf eine Anfrage des WDR.

Am 24. Januar 2017 kündigte das Innenministerium von NRW an, dass die "Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige" (UfA) in Büren angesichts der steigenden Zahlen ausgebaut und erweitert werden solle.

Im Jahr 2016 wurden mehr als 600 Asylsuchende - laut der zuständigen Bezirksregierung in Detmold aus Nordafrika, den Westbalkan-Staaten und Afghanistan - aus der Abschiebehaftanstalt Büren abgeschoben.

Im Zeitraum vom 15. Mai 2015 bis zum 20. November 2016 wurden insgesamt vier versuchte Suizide und neun Fälle der Selbstverletzung in der "Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige" Büren registriert.


www.juedische-gemeinde-bielefeld.de

www.jacob-pins.de

www.mobile-beratung-owl.de

www.bgr-paderborn.de

www.gegenabschiebehaft.de

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Neue Westfälische 14 - Lübbecke (Altkreis), 01.02.2017:
Swing-Jugend gegen Gleichschritts-Marschmusik

Lippische Landes-Zeitung, 01.02.2017:
Erinnerung an jüdischen Fabrikanten

Lippische Landes-Zeitung, 01.02.2017:
Bielefelder widmen sich Szymon Laks

Neue Westfälische 01 - Bielefeld West, 01.02.2017:
"Simon Laks war ein Freigeist"

Höxtersche Zeitung / Westfalen-Blatt, 01.02.2017:
Führung im Pins-Forum

Radio Westfalica, 01.02.2017:
Brandanschlag Ende Februar vor Gericht

Hertz 87,9 - Campusradio für Bielefeld, 01.02.2017:
Brand in muslimischem Kulturzentrum

Radio Bielefeld, 01.02.2017:
Staatsschutz ermittelt nach Feuer im bosnisch-islamischen Kulturzentrum

WDR-Nachrichten aus Westfalen-Lippe, 01.02.2017:
Brandanschlag in Bielefeld?

Westfalen-Blatt Online, 01.02.2017:
Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen

Neue Westfälische Online, 01.02.2017:
TV-Star Christian Ulmen twittert gegen Paderborner AfD-Kandidaten

Radio Hochstift, 01.02.2017:
Für mehr Platz in Bürener Abschiebehaftanstalt

WDR-Nachrichten aus Westfalen-Lippe, 01.02.2017:
Abschiebehaftanstalt Büren voll belegt mit Asylbewerbern

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Neue Westfälische 14 - Lübbecke (Altkreis), 01.02.2017:

Swing-Jugend gegen Gleichschritts-Marschmusik

Am Evangelischen Schulzentrum: Auschwitz-Gedenktag an den Birger Forell-Schulen mit mehreren Andachten begangen / Über den Widerstand Jugendlicher in der Nazi-Zeit informiert

Espelkamp (nw). Seit 1996 wird jedes Jahr der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen, so auch an den Birger-Forell-Schulen. Es liegt in der Verantwortung von Schule, den Tag und die Geschehnisse in Erinnerung zu behalten, auch wenn unsere Generationen nicht die Schuldigen waren, damit sich solche Verbrechen wie unter der Nazi-Tyrannei nicht wiederholen. Daher gestalteten die Lehrer Christian Sümening, Sabine Matthäus und Nikolaus Hass mehrere Andachten zu dem Thema in der Schulaula.

In der Andacht für die Jahrgangsstufen 5 und 6 boten Christian Sümening und Nikolaus Hass viel Wissenswertes über das Schicksal von Anne Frank und die Schulzeit von Kindern im Dritten Reich sehr anschaulich dar. Einige Schüler wussten schon ein wenig über diese Themen und die Zeit des Nationalsozialismus. Alle lauschten den Erzählungen mit gespannter Aufmerksamkeit und sehr viel Konzentration.

Die 7. Klassen hörten wichtige Einzelheiten über das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Mit Hilfe von Bildern und sehr lebendigen Schilderungen erklärten die beiden Lehrer, wie die Vernichtung der Häftlinge in Auschwitz ablief. Viele Schüler reagierten sehr betroffen und nachdenklich, stellten aber auch viele Fragen.

In der Stufe 8 beschrieb Christian Sümening das Schicksal von Jugendlichen, die sich nicht der Gleichmacherei der Nationalsozialisten anpassen wollten. Sie wurden unter anderem als schwer Erziehbare in so genannten Jugendstraflagern inhaftiert, zum Beispiel in Moringen bei Göttingen.

Auch im zehnten Jahrgang wurde deutlich gemacht, dass es in Deutschland Jugendliche gab, die mit Hitlers Regierung nicht einverstanden waren. Widerstand formierte sich beispielsweise im Bereich der Musik. Die "Swing-Jugend" (Anhänger des Jazz) stellte der Gleichschritts-Marschmusik der Nazis ihre eigene Musik und Weltanschauung gegenüber und musste dafür auch Verfolgung, Haft und Einweisung in Lager in Kauf nehmen.

Zum Schluss der Andachten warben Christian Sümening und Nikolaus Hass für das Recht des Menschen auf ein selbstbestimmtes Leben. Musikalisch umrahmt wurden die Andachten von Sabine Matthäus und Nikolaus Hass mit Liedern der jüdischen Religion, die auch in Synagogen und an jüdischen Festtagen zu hören sind.

Bildunterschrift: Gedenktag: An den Birger Forell-Schulen gab es mehrere Andachten. Das Foto zeigt Sabine Matthäus und Nikolaus Hass während der musikalischen Umrahmung.

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Lippische Landes-Zeitung, 01.02.2017:

Erinnerung an jüdischen Fabrikanten

Umbenennung: Der Heimat- und Verschönerungsverein schlägt vor, dass ein Teilstück der Neuen Straße in Schötmar den Namen von Hermann Katz tragen soll / Jetzt ist der Ortsausschuss gefragt

Von Stefan Backe

Bad Salzuflen-Schötmar. Der Ortsausschuss Schötmar kann in seiner Sitzung am morgigen Donnerstag ein Novum beschließen. Folgen die Mitglieder einem Antrag des Heimat- und Verschönerungsvereins Bad Salzuflen, würde erstmals eine Straße in der Großgemeinde nach einem ehemaligen jüdischen Mitbürger benannt.

Die Hermann-Katz-Straße - so der Vorschlag - soll laut Heimatverein künftig jenen Teil der Neuen Straße in Schötmar bezeichnen, der jenseits der Schülerstraße liegt. Genau hier befand sich nach Angaben des Vorsitzenden Dr. Stefan Wiesekopsieker über viele Jahre die Bürsten- und Besenfabrik Hermann Katz & Co., die ein wichtiges Teilstück des einst florierenden Industriestandorts Schötmar darstellte.

Die jüdischen Eigentümer, Hermann und Emmy Katz, geborene Silberbach, konnten sich kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs im August 1939 nach England retten, ihr Sohn Werner war im Jahr zuvor mit einem der so genannten Kindertransporte ebenfalls nach England in Sicherheit gebracht worden. Er lebt heute 89-jährig in London und dürfte vermutlich der letzte überlebende Schötmaraner Jude sein, erklärt Dr. Stefan Wiesekopsieker. "Leider verblasst die Erinnerung an diese Schötmaraner Familie immer mehr", bedauert der Historiker. Geblieben sei nur die Fabrikantenvilla (Schülerstraße 17), die unter Denkmalschutz steht, sowie das dahinterliegende frühere Bürogebäude, das heute als Wohnhaus genutzt wird. Die Fabrikgebäude wurden kürzlich abgerissen, um einer Reihenhausbebauung Platz zu machen.

Der Vorstand des Heimat- und Verschönerungsvereins ist der Ansicht, dass die Erinnerung an die Familie Katz - wegen ihrer Bedeutung für den Ort, aber auch vor dem Hintergrund ihres Schicksals - dauerhaft bewahrt werden sollte. "Vernon (Werner) Katz würde die Umbenennung lebhaft begrüßen und hat sich ausdrücklich für eine Benennung nach seinem Vater ausgesprochen", schreibt Dr. Wiesekopsieker in seinem Antrag. Zudem verweist er darauf, dass das betroffene Teilstück, das sich in weiten Teilen parallel zur früheren Katz`schen Fabrik erstreckt, auch früher schon einen eigenen Namen hatte. Damals hieß sie schlicht Wiesenstraße.

Der Ortsausschuss Schötmar tagt am Donnerstag, 2. Februar, ab 17 Uhr im Rathaus, Raum Millau.

Hauptausschuss hat das letzte Wort

Der entscheidende Ausschuss für die Benennung von Straßennamen ist in Bad Salzuflen der städtische Hauptausschuss. Gilt es eine neue Straße offiziell zu betiteln, wird allerdings zuerst der jeweilige Ortsausschuss um seine Meinung gefragt. Dessen Mitglieder geben dann eine entsprechende Empfehlung ab. Ein erster Vorschlag, wenn neue Straßennamen zu vergeben sind, kommt in der Regel von der Stadtverwaltung. Auf diese Weise soll versucht werden, eine gewisse Einheitlichkeit zu erzielen - beispielsweise im Neubaugebiet Südfeld, wo viele Straßen nach Blumen oder Getreidesorten benannt worden sind. Mitunter verteilt die Stadt allerdings auch Willkommensgeschenke an größere Investoren. Als der Speditionsriese Dachser sein Logistikzentrum 2003 auf die Grüne Wiese in Lockhausen verlegt hat, wurde die Zufahrt nach dem Firmengründer Thomas Dachser benannt.

Bildunterschrift: Ortsgeschichte: Diese Aufnahme zeigt die Bürstenfabrik "Hermann Katz & Co." um 1938. Im Hintergrund ist die Fabrikantenvilla an der Schülerstraße zu sehen. Das Fabrikgebäude musste erst kürzlich dem Bau von Reihenhäusern weichen.

Bildunterschrift: Firmenchef: Hermann Katz hatte seinen Betrieb 1919 gegründet.

Rund 700 Straßennamen bieten Orientierung

Umbenennung: Im Zuge der Kommunalreform sind zuletzt zahlreiche Schilder geändert worden

Bad Salzuflen (bas). Wie viele Straßennamen in Bad Salzuflen existieren, ist nicht so leicht zu beantworten. Denn nicht jeder Weg trägt seine im Volksmund verliehene Bezeichnung auch offiziell. In der Stadtverwaltung gehen die Experten davon aus, dass in der Badestadt rund 700 verschiedene Namen auf Straßenschildern zu finden sind.

Ein Blick in die Geschichte zeigt dabei, dass ein Name nicht in Stein gemeißelt sein muss. Mitunter war die Halbwertszeit der Schilder sogar recht begrenzt. Das trifft vor allem auf die Herrschaft der Nationalsozialisten zu. So waren auch in Bad Salzuflen nach 1933 einige Straße nach Nazi-Größen umbenannt worden. Bekanntester Fall war die Adolf-Hitler-Straße, die sich von der Osterstraße bis zur heutigen Steege quer durch das Herz der Kurstadt zog - bis zum Kriegsende 1945.

Eine zweite Welle der Umbenennungen gab es nach 1969. Als im Zuge der kommunalen Gebietsreform zwölf eigenständige Ortsteile zu einer Stadt zusammengefasst wurden, galt es unter anderem, einige Doppelungen zu verhindern. In der Regel einigte man sich seinerzeit pragmatisch: Die jeweils längere Straße durfte ihren Namen behalten. Die anderen mussten umbenannt werden - zum Beispiel die Straße vor der Gelben Schule in der Kernstadt, die von der Kirchstraße zur Martin-Luther-Straße wurde. Und auch der Teil der Neuen Straße, über deren Umbenennung jetzt entschieden werden muss, war betroffen. Die frühere Wiesenstraße zog gegenüber ihrem Namensvetter an der Ziegelstraße den Kürzeren.

Otto Künne als Schild des Anstoßes

Umbenennung: 2008 ist ein Antrag knapp gescheitert, der Innenstadt-Promenade einen anderen Namen zu geben

Bad Salzuflen (bas). Der bislang letzte Versuch, einen Straßennamen in Bad Salzuflen zu ändern, liegt neun Jahre zurück. Nachdem alte Dokumente aufgetaucht waren, die den Ex-Chef der Hoffmann`s Stärkefabrik in die Nähe der Nationalsozialisten gerückt hatten, war damals intensiv über die Otto-Künne-Promenade diskutiert worden.

Am Ende fand sich im zuständigen Hauptausschuss der Stadt allerdings keine Mehrheit für eine beantragte Namensänderung. Lediglich SPD und Grüne hatten 2008 für eine Umbenennung gestimmt. CDU, FDP und Freie Wähler waren dagegen. Die Linken hatten gefordert, den schmalen Gang in der Nähe des Salzhofs lieber nach dem ermordeten jüdischen Ehepaar Obermeyer zu benennen. Sie waren bis 1933 hoch angesehene Kaufleute in der Badestadt, ehe ihre Familie von den Nazis nahezu vollständig ausgelöscht worden war.

Auslöser der damaligen Diskussion ist ein Salzufler Lehrer gewesen, der sich mit einem Beschwerdebrief an das Rathaus gewandt hatte. So war Otto Künne (1881 - 1958) von Stadtarchivar Franz Meyer in dessen Buch zur Salzufler Geschichte als "willfähriger Diener des NS-Staates" beschrieben worden, der "flammende Reden" auf Adolf Hitler gehalten habe. Unter anderem hatte Otto Künne den Mitarbeitern der Hoffmann`s Stärkefabrik verboten, in Firmenwagen oder im Dienstanzug bei Juden einzukaufen. Die Gegner einer Umbenennung der Promenade hatten vor allem auf die wirtschaftlichen Verdienste Otto Künnes für die Stadt verwiesen.

Bildunterschrift: Zankapfel: Die Beurteilung von Otto Künnes Lebenswerk hatte 2008 intensive Diskussionen in der Stadt ausgelöst.

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Lippische Landes-Zeitung, 01.02.2017:

Bielefelder widmen sich Szymon Laks

Lemgo (tib). Der jüdische Komponist Szymon Laks, der auf Grund des Engagements der Lemgoer Kulturinitiative "Frauen für Lemgo" wieder in Erinnerung gerufen worden war, ist nun Gegenstand eines Konzertes des Bielefelder Kulturvereins. Zuletzt hatten die "Frauen für Lemgo" noch den Dokumentarfilm "Drei Söhne" finanziell gefördert, der sich Szymon Laks widmet und in dem unter anderem die Vorsitzende der alten Garde der "Frauen für Lemgo", Teda Wellmer, zu Wort kommt.

Denn nur Teda Wellmers Engagement ist es zu verdanken, dass die Musik des jüdischen Komponisten überhaupt 1994 in Lemgo uraufgeführt wurde und seine Erinnerungen an die Bedeutung der Musik in Auschwitz aus dem Polnischen übersetzt wurden. Letztere liegen jetzt in der zweiten Auflage im Verlag Boosey & Hawkes vor.

Durch das Engagement, das von Lemgo ausging, wurde die Musik von Laks weltweit bekannt. Die Originaltonaufnahme aus der alten Hansestadt liegt heute sogar in Yad Vashem in Jerusalem, berichtet Teda Wellmer. Nun wird Laks auch im Oberzentrum Bielefeld beachtet, freut sich die Lemgoerin. Mit Unterstützung der Bisegger-Stiftung ist es dem Kulturverein Bielefeld gelungen, Melanie Kreuter (Sopran), Sebastian Foron (Violoncello) und Johannes Vetter (Klavier) zu verpflichtet, die am Donnerstag, 16. Februar, ab 20 Uhr in der Synagoge Beit Tikwa, Detmolder Straße 107, das Laks-Konzert spielen.

Die Karten für "Ein jüdischer Komponist aus Polen zwischen Paris und Auschwitz" sind für 16 Euro in der Tourist-Info im Bielefelder Rathaus zu bekommen. An der Abendkasse sind es 20 Euro.

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Neue Westfälische 01 - Bielefeld West, 01.02.2017:

"Simon Laks war ein Freigeist"

Zu Unrecht vergessen: Der jüdische Komponist Simon Laks und seine Musik stehen im Mittelpunkt eines Konzerts am 16. Februar in der Synagoge Beit Tikwa in Bielefeld

Von Anke Groenewold

Der Zufall

Im Urlaub in Südfrankreich traf Teda Wellmer, Gründerin der Kulturinitiative "Frauen für Lemgo", Anfang der 90er Jahre den französischen Altphilologen André Laks. Der erzählte, wie sehr sich seine Mutter Paulina wünsche, dass die Musik ihres Mannes Simon Laks in Deutschland gehört werde. Seitdem macht sich Teda Wellmer, Schwester der 2011 gestorbenen Schauspielerin Witta Pohl, für den 1983 in Paris gestorbenen jüdischen Komponisten und seine Musik stark. 1994 initiierte sie ein erstes Konzert, in dem Laks` "Symphonie pour Cordes" uraufgeführt wurde. Teda Wellmer regte auch das Konzert am 16. Februar in der Bielefelder Synagoge an. Wellmer ist es auch zu verdanken, dass Laks` 1948 erschienenes Buch "Musik in Auschwitz" 1998 erstmalig auf Deutsch erschien.

Der Komponist

1901 als Szymon Laks in Warschau geboren, studierte er zunächst Musik in seiner Heimatstadt, ab 1926 in Paris. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Musiklehrer, Kaffeehausgeiger und Stummfilmbegleiter. Er machte Unterhaltungsmusik auf Ozeandampfern, komponierte Filmmusik. Von den Behörden des Vichy-Regimes festgenommen, wurde er 1941 in einem französischen Lager interniert, 1942 nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Er war zunächst Geiger im Lagerorchester, schließlich dessen Leiter. Die Geschichte seines Überlebens hat er 1948 in seinem Buch "Musiques d`un autre monde" (dt.: "Musik in Auschwitz") erzählt. 1944 wurde er ins Lager Dachau überführt, nach der Befreiung durch amerikanische Truppen 1945 ging er nach Paris zurück. Ab Ende der 60er Jahre widmete er sich vor allem der Schriftstellerei und dem Übersetzen. Simon Laks starb 1983 in Paris.

Der Experte

Frank Harders-Wuthenow arbeitet für den Musikverlag Boosey & Hawkes, der die Kompositionen von Simon Laks herausgibt. Er bedauert, dass Laks` Musik kein Bestandteil des europäischen Musiklebens mehr ist, und, wenn überhaupt, "nur" auf Gedenkkonzerten gespielt wird. "Laks war in den 20er, 30er Jahren die Speerspitze der Avantgarde" und habe für die besten Musiker Frankreichs komponiert. Doch nach Krieg und Shoah war für den Auschwitz-Überlebenden nichts mehr beim Alten. "Laks, in den 30er Jahren noch Teil eines Establishments, gehörte als Vertreter des Néo-classicisme in der Nachfolge Maurice Ravels und Karol Szymanowskis nun zur Welt von gestern", so Harders-Wuthenow, der in der Ära des Intendanten Heiner Bruns Musikdramaturg am Bielefelder Theater war. Apropos Musiktheater: Laks` heiterer Operneinakter "Die unerwartete Schwalbe" ist für Harders-Wuthenow eines der Hauptwerke des 20. Jahrhunderts. Musikalisches Leitmotiv der Oper ist ein französisches Chanson. "Simons Laks stellte sich nicht die Frage nach E- und U-Musik", sagt Harders-Wuthenow.

Jazz-Einflüsse

Johannes Vetter, Kirchenmusikdirektor und Chorleiter, hat das Konzert in der Synagoge konzipiert und wird die Sopranistin Melanie Kreuter und den Cellisten Sebastian Foron am Klavier begleiten. "Geistreich, intelligent und elegant sind seine Werke zwischen den Weltkriegen", sagt Vetter, "gebrochen die Musik nach 1945, gezeichnet vom Versuch anzuknüpfen an die Zeit, in der die Welt noch in Ordnung schien". Er schwärmt von reifen und ergreifenden Personalstil Laks`. Die Cellosonate, die er und Foron aufführen werde, habe Jazz-Einflüsse und sei "Unterhaltungsmusik at its best, Laks war ein Freigeist". Dessen Witz und Esprit lobt auch Cellist Foron, der selbst ein findiger "Entdecker" vergessener Komponisten wie Karel Reiner und Marie Jaëll ist: "Es gibt keinen Grund, warum Laks` Musik nicht gespielt werden sollte."

Herausforderung

Die Sopranistin Melanie Kreuter sagt, dass sie einen gewissen Druck spürt, als Deutsche in einer Synagoge auf Jiddisch zu singen. "Das gibt mir kein gutes Gefühl." Die Perfektionistin erarbeitet die jiddischen und polnischen Lieder mit Menschen, die diese Sprachen beherrschen. "Singen ist auch Kommunikation", sagt sie. Wie sie die Musik von Simon Laks bewertet? "Wunderschön und ausgesprochen wert, aufgeführt zu werden."

Sopranistin Melanie Kreuter, die dem Ensemble des Bielefelder Theaters angehört, wird französische, polnische und jiddische Lieder von Simon Laks singen. Sebastian Foron und Johannes Vetter spielen Laks` 1932 uraufgeführte Sonate für Cello und Klavier. Hinzu kommen Werke von Mieczysław Weinberg, Hanns Eisler, Henry Purcell, Johann Sebastian Bach sowie Lieder von Viktor Ullmann, bearbeitet für Cello und Klavier.

Das Konzert am Donnerstag, 16. Februar, 20 Uhr, in der Synagoge Beit Tikwa, Detmolder Str. 107., veranstaltet der Kulturverein Bielefeld mit Unterstützung der Bisegger-Stiftung.

Karten im Vorverkauf gibt es bei der Bielefelder Tourist-Info im Rathaus, Tel. 516999.

Bildunterschrift: War Musiker auf einem Ozeandampfer: Der Komponist Simon Laks.

Bildunterschrift: Begeistert von der Musik des Simon Laks: Melanie Kreuter (v. l.), Frank Harders-Wuthenow, Johannes Vetter, Teda Wellmer und Sebastian Foron.

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Höxtersche Zeitung / Westfalen-Blatt, 01.02.2017:

Führung im Pins-Forum

Höxter (WB). Die nächste Führung im Forum Jacob Pins ist am Samstag, 4. Februar, um 11 Uhr. Die Teilnehmer haben Gelegenheit, Holzschnitte, Zeichnungen und Gemälde von Jacob Pins zu sehen, die während der Winterpause ausgestellt sind. Anlässlich des Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz sind auch zwei Exponate der Paderborner Künstlerin Christine Steuernagel aufgestellt worden: Masken und ein Paravent mit Schildern, in die die Namen der Vernichtungslager eingeätzt sind.

Neben der Geschichte des bis in das 13. Jahrhundert zurückreichenden Adelshofs Heisterman von Ziehlberg mit seinen reichen bauhistorischen und archäologischen Schätzen sind auch die Geschichte der Juden in Höxter, ihr Leben und ihr Schicksal im Dritten Reich Inhalt des Rundganges.

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Radio Westfalica, 01.02.2017:

Brandanschlag Ende Februar vor Gericht

Der Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Porta Westfalica-Eisbergen beschäftigt bald das Landgericht Bielefeld. Der Prozess gegen drei Männer und eine Frau startet Ende Februar. Sie sind wegen versuchten Mordes angeklagt. Die vier sollen vor rund anderthalb Jahren zwei Molotow-Cocktails gebaut und auf die Flüchtlingsunterkunft geworfen haben. Zwei der Täter hatten das auch schon in einem ersten Prozess vor dem Mindener Amtsgericht zugegeben. Sie wollten damit ein Zeichen gegen Flüchtlinge setzen. Verurteilt wurden sie aber nicht. Die Richterin kam nach ihrer Aussage zu dem Schluss, dass nicht nur eine Verurteilung wegen schwerer Brandstiftung, sondern wegen versuchten Mordes infrage kommt und gab den Fall ab. Jetzt muss das Landgericht alles nochmal neu aufrollen.

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Hertz 87,9 - Campusradio für Bielefeld, 01.02.2017:

Brand in muslimischem Kulturzentrum

In einem muslimischen Kulturzentrum in Bielefeld hat es heute Nacht gebrannt. Nach WDR-Angaben sei das Feuer um 3 Uhr von einer Anwohnerin entdeckt worden. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell unter Kontrolle bringen, es kam nur zu geringen Sachschäden. Allerdings ermittelt jetzt der Staatsschutz, weil ein Brandanschlag als Ursache bisher nicht ausgeschlossen werden konnte. Das Gebäude wird von bosnischen Muslimen als Moschee genutzt.

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Radio Bielefeld, 01.02.2017:

Staatsschutz ermittelt nach Feuer im bosnisch-islamischen Kulturzentrum

Nach dem Brand in einem islamisch-bosnischen Gemeindezentrum an der Ziegelstraße ermittelt jetzt, neben dem Staatsschutz in Bielefeld, auch eine Mordkommission. Ein Passant hatte um viertel nach drei am Morgen die Feuerwehr gerufen, weil er durch die zerbrochene Scheibe einen Feuerschein gesehen hatte. Die Feuerwehrleute konnten den schlafenden Imam aus dem Keller des Hauses unversehrt ins Freie retten. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden beträgt 40.000 Euro.

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WDR-Nachrichten aus Westfalen-Lippe, 01.02.2017:

Brandanschlag in Bielefeld?

01.02.2017 - 14.56 Uhr

In der Nacht zum Mittwoch (01.02.2017) hat es in einem islamischen Kulturverein in Bielefeld gebrannt. Weil das Feuer möglicherweise gelegt worden ist, ermittelt der Staatsschutz.

Das Feuer war gegen drei Uhr von einer Anwohnerin entdeckt worden. In dem Gebäude ist unter anderem der Moschee-Raum eines Bosniakischen Kulturvereins untergebracht.

Verletzt wurde bei dem Brand niemand und auch das Gebäude blieb weitgehend verschont, allerdings wurde das Inventar der islamischen Gemeinde beschädigt.

Mordkommission ermittelt

Weil sich während des Brandes ein Mensch in den Räumen des Kulturzentrums aufhielt und außerdem eine Gefahr für die Anwohner im Nachbarhaus nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde bei der Polizei Bielefeld noch am Vormittag ein 14-köpfige Mordkommission eigesetzt, die jetzt ermittelt.

Politisch motivierter Anschlag?

Am Vormittag waren Brandermittler der Polizei und der Staatsschutz vor Ort, um Spuren zu sichern. Einen politisch motivierten Brandanschlag haben die Behörden bislang nicht ausgeschlossen.

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Westfalen-Blatt Online, 01.02.2017:

Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen

Staatsschutz ermittelt nach Feuer in bosnisch-islamischem Kulturzentrum

Bielefeld (WB/sb). Nach einem Brand in einem islamischen-bosnischen Gemeindezentrum an der Ziegelstraße in Bielefeld hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Verletzt wurde niemand.

Auch der Staatsschutz werde eingeschaltet, da ein politischer Hintergrund nicht von vornherein auszuschließen sei, sagte Polizeisprecher Michael Kötter am Mittwochmorgen. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte er dem Westfalen-Blatt.

Die Feuerwehr wurde um 3.14 Uhr zu dem Brand gerufen. Ein Passant hatte durch eine zerbrochene Scheibe des Hauses einen Feuerschein erkannt. Im Gemeindesaal im Erdgeschoss geriet unter anderem ein Sofa in Brand.

Im Keller des Hauses fanden Feuerwehrleute den schlafenden Imam des Bosniakischen Kulturvereins, den sie unversehrt ins Freie bringen konnten. Zudem wurden 18 Bewohner eines angrenzenden Gebäudes sicherheitshalber geweckt. Sie mussten das Haus aber nicht verlassen. Die Feuerwehr schloss den Einsatz gegen 5.15 Uhr ab. Jetzt ermittelt der Staatsschutz. Zudem untersuchen Brandsachverständige am Mittwoch den Ort.

Die Feuerwehr schätzt den Schaden auf etwa 40.000 Euro.

"Wir sind traurig über den Vorfall, aber auch froh, dass niemand verletzt wurde", sagte Haris Mulic, Vorsitzender der Gemeinde, im Gespräch mit dem Westfalen-Blatt.

Bildunterschrift: Das Gemeindehaus, in dem der Brand ausbrach, ist an der Ziegelstraße.

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Neue Westfälische Online, 01.02.2017:

TV-Star Christian Ulmen twittert gegen Paderborner AfD-Kandidaten

01.02.2017 - 19.45 Uhr

Diskussion auf Twitter

Von Angela Wiese

Paderborn / Berlin. Das hat sich der Paderborner AfD-Direktkandidat Markus Roscher-Meinel vermutlich anders vorgestellt. Der Anwalt, der nach Angaben seiner Homepage eine Kanzlei in Berlin und eine Zweigstelle in Bad Lippspringe betreibt, hat mit einem Tweet für Gesprächsstoff gesorgt.

Markus Roscher-Meinel twitterte am Donnerstagmittag, dass er am Donnerstag eine Rechtsanwältin - Berufsanfängerin und mit der Abschlussnote 4+, wie er schreibt - einstellen wollte. Diese allerdings habe abgesagt, weil er für die AfD kandidiere. Roscher-Meinel scheint erstaunt zu sein über die Reaktion seiner Bewerberin. Diese wiederum bekommt für ihr Verhalten prominente Schützenhilfe.

Schauspieler Christian Ulmen reagiert auf den Tweet von Roscher-Meinel mit den Worten: "Respekt für eine junge Rechtsanwaltsanfängerin irgendwo in Paderborn! So geht Hoffnung." Als Christian Ulmen dann noch schreibt "Hat`s ja noch rechtzeitig erkannt und wird künftig sicher nicht mehr auf Rechtsextremisten-Check verzichten", platzt Markus Roscher-Meinel der Kragen. Er antwortet " ... dünnes Eis!". Ulmen reagiert: "SEHR dünnes Eis sogar! Obacht!".

Ulmen kassiert für seinen Tweet auch Kritik, vor allem aber erntet er Zustimmung in Form von Likes und Retweets, unter anderem von Satiriker Jan Böhmermann, dem bei Twitter über eine Million Menschen folgen. Ein User kommentiert den Tweet von Christian Ulmen mit den Worten: "Da zeigt sich doch, dass schlechte Noten kein Indikator für Intelligenz sind." Andere lauten zum Beispiel "Respekt für so eine Aktion" und "Im Kreis Paderborn leben nun mal viele gescheite Menschen".

Respekt für eine junge Rechtsanwaltsanfängerin irgendwo in Paderborn! So geht Hoffnung. https://t.co/Z8kN2c4IoD

- Christian Ulmen (@ulmentv) 1. Februar 2017

.@lawyerberlin@DonnaLttchen Hat`s ja noch rechtzeitig erkannt und wird künftig sicher nicht mehr auf Rechtsextremisten-Check verzichten.

- Christian Ulmen (@ulmentv) 1. Februar 2017

Markus Roscher-Meinel kandidiert bei der Bundestagswahl im September für die AfD als Direktkandidat für den Wahlkreis Paderborn / Gütersloh III.

Bildunterschrift: Christian Ulmen.

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Radio Hochstift, 01.02.2017:

Für mehr Platz in Bürener Abschiebehaftanstalt

Angesichts der vollen Abschiebehaftanstalt in Büren-Stöckerbusch fordert Paderborns Landrat Manfred Müller ein vorausschauendes Belegungskonzept. Aktuell werden beispielsweise auch ausreisepflichte Flüchtlinge aus dem Süden NRWs quer durch das Land nach Büren und später wieder Richtung Süden zum Frankfurter Flughafen gefahren. Um Wege zu sparen und Reserveplätze für die steigende Zahl an Abschiebehäftlingen frei zu halten, sollten diese Flüchtlinge gleich an nächstgelegene Standorte verlegt werden, so der Vorschlag.

Bildunterschrift: Abschiebehaftanstalt in Büren-Stöckerbusch.

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WDR-Nachrichten aus Westfalen-Lippe, 01.02.2017:

Abschiebehaftanstalt Büren voll belegt mit Asylbewerbern

01.02.2017 - 14.53 Uhr

Die Abschiebehaftanstalt Büren im Kreis Paderborn ist voll. Alle 100 Plätze sind belegt, bestätigte am Mittwoch (01.02.2017) die Bezirksregierung Detmold.

Abgelehnte Asylbewerber sollen deshalb jetzt vor ihrer Ausreise in anderen Bundesländern untergebracht werden. Noch Anfang Januar war die Einrichtung in Büren nur halb belegt, jetzt aber geht nichts mehr. Möglicherweise habe es inzwischen viele Neuzuweisungen aus anderen Bundesländern gegeben, so eine Erklärung des zuständigen Innenministeriums. Man werde die Einrichtung wegen des steigenden Bedarfs noch dieses Jahr deutlich erweitern.

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