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Lippische Landes-Zeitung ,
15.04.2008 :
"Zutiefst unmenschlich" / 250 Demonstranten fordern Duldung für Familie Safojan
Detmold (epd). Rund 250 Menschen haben bei einer Demonstration am Samstag in der Detmolder Innenstadt die Forderung nach einer Bleiberechtslösung für die jesidische Familie Safojan unterstrichen.
Die Stadt Detmold habe durchaus Ermessensspielraum und könne den Aufenthalt durch eine Duldung ermöglichen, sagte der Vorsitzende des Vereins "Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren", Frank Gockel, auf einer der Kundgebungen des Demonstrationszuges.
Die Stadt habe bisher lediglich eine Duldung für die zwei erwachsenen Söhne in Aussicht gestellt unter der Bedingung, dass die Eltern ausreisten. Eine solche Forderung sei zutiefst unmenschlich, sagte Gockel. Aussagen des Ausländeramtes, wonach es keine rechtlichen Möglichkeiten gebe, bezeichnete er als Lüge. Schon eine kurzfristige Duldung aus humanitären Gründen würde es ermöglichen, dass die Söhne Arbeit finden und so die Voraussetzungen für einen dauerhaften Aufenthalt schaffen.
Der Flüchtlingsbeauftragte der Lippischen Landeskirche, Dieter Bökemeier, rief die Stadt zu mehr Zivilcourage auf, um das hier ablaufende menschliche Drama zu beenden. Courage könne man nicht nur von Menschen gegen im Bus pöbelnde Neonazis fordern: "Wir verlangen von der Stadt eine Entscheidung nicht gegen das Gesetz, aber unter bewusster Ausnutzung der legalen Möglichkeiten."
Die kurdisch-jesidische Familie Safojan, die seit 1997 in Deutschland lebt, hält sich seit Herbst 2006 im Kirchenasyl der Kirchengemeinde Detmold-Pivitsheide auf. Die Asylverfahren der Eltern sowie der Söhne wurden negativ beschieden. Nach Auffassung der Kirchengemeinde droht der Kurdenfamilie in ihrem Heimatland Armenien Gefahr. Die Jesiden sind eine religiöse Minderheit innerhalb der Volksgruppe der Kurden, die nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen in vielen Herkunftsländern verfolgt und diskriminiert werden.
Bildunterschrift: Duldung für die Safojans: Das forderten die Demonstranten, die am Samstag durch die Detmolder Innenstadt zogen.
detmold@lz-online.de
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