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Gütersloher Zeitung / Neue Westfälische ,
18.01.2006 :
(Gütersloh) "Das ist der Durchbruch" / Deutscher Soldatenfriedhof in Rshew: Behörden genehmigen Umbettungen der Toten
Gütersloh/Rshew (ram/NW). Die Verständigungsarbeit mit Rshew steht vor einem Durchbruch: Die russischen Behörden haben nach langem Tauziehen und vielen intensiven Gesprächen den 2002 vom damaligen Twerer Gouverneur ausgesprochenen Einbettungsstopp (wir berichteten) für den deutschen Soldatenfriedhof in Rshew nun zurückgenommen.
Die Nachricht kam telefonisch sowie per Fax vom rührigen Leiter des Moskauer Büros des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Wolfgang Strojek: Voraussichtlich im Mai wird – zeitlich koordiniert mit dem Besuch einer Veteranen- und Angehörigenreise des Kuratoriums in Rshew – feierlich die Einbettung der Sarkophage der bisher exhumierten deutschen Soldaten erfolgen.
Weiteren Einbettungen (im begrenzten Rahmen) steht nach Absprachen zwischen Stadtverwaltung Rshew, dem Gouverneur in Twer, dem Russischen Außenministerium und der Deutschen Botschaft in Moskau nunmehr nichts mehr im Wege. Der Vorstand des Kuratoriums Rshew reagierte mit Freunde und Erleichterung: "Das ist der Durchbruch, auf den wir lange gewartet haben und der uns zu einem Stück Normalität zurückbringt", so Kuratoriumssprecher und Leiter des Verler Drostehauses Karl-Josef Schafmeister. "Ich nehme an, dass an dieser Reise des Kuratoriums vom 28. Mai bis zum 4. Juni eine größere Zahl von Veteranen und Angehörigen, vielleicht auch ehemalige Teilnehmer der bisherigen Jugendlager teilnehmen werden."
Dann ergibt sich für die Teilnehmer des im Sommer geplanten diesjährigen deutsch-russischen Jugendlagers (22. Juli bis 5. August) viel zu tun, denn die neuen Grabanlagen müssen instand gesetzt und bepflanzt werden. Das Lager wird 2006 zum ersten Mal von Thomas Scheck und Susann Strojek geleitet werden.
Die Teilnehmer der deutsch-russischen Jugendlager der vergangenen Jahre konnten wegen des Einbettungsstopps nicht immer zufrieden stellend dort arbeiten. Sie gruben im Jahre 2004 jedoch 14 Birken vom Wolgaufer aus und pflanzten sie auf dem Friedhof in einer Allee der Freundschaft – jeweils zwei Birken für jedes bisherige Jugendlager. Ab Sommer 2006 wird nun nach Ende des Einbettungsverbots gemeinsam an neu angelegten Deutschen Kriegsgräbern gearbeitet.
Anmeldungen und Information für die Angehörigenreise beim Drostehaus in Verl, Telefon (05246) 8988; Informationen und Anmeldungen zum Jugendlager beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Essen oder über das Drostehaus.
lok-red.guetersloh@neue-westfaelische.de
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