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Lippische Landes-Zeitung ,
16.01.2006 :
(Detmold) Programm des Gedenkens / NS-Verbrechen vielschichtig thematisiert
Detmold (der). Der 27. Januar ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Wie berichtet, findet an diesem Tag ab 17 Uhr die zentrale Veranstaltung im Detmolder Leopoldinum statt. Doch die von den Schülern maßgeblich gestaltete Veranstaltung ist nicht das einzige Angebot, sich dieser Tage mit den deutschen Verbrechen gegen die Menschlichkeit auseinander zu setzen.
Das gesamte Programm 2006 beginnt drei Tage zuvor am 24. Januar mit der Eröffnung der Ausstellung "Schutzhaft" im Landesarchiv NRW, Willi-Hofmann-Straße 2.
"Die Handschrift meines Vaters?"
Die Ausstellung, die um 17 Uhr im Vortragssaal eröffnet wird, ist dann noch zu den üblichen Öffnungszeiten der Einrichtung bis zum 7. April zu sehen.
Am Mittwoch, 25. Januar, ließt Roman Ligocka ab 19.30 Uhr im Vortragsraum der Volkshochschule, Krumme Straße, zum Thema "Die Handschrift meines Vaters?" Ligocka beleuchtet dabei die Frage: "Verräter oder Held - wer war mein Vater?"
Das Programm am Donnerstag, 26. Januar, beginn am Morgen um 9 Uhr in der Südholzschule. Dort steht eine Kindheit im Krakauer Ghetto und auf der Flucht im Mittelpunkt: "Das Mädchen im roten Mantel". Am Abend findet um 19.30 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche am Schubertplatz das Gedenkkonzert von "cantus novus" statt. Titel: "Sprachlosigkeit und (An-)Sprechendes".
Bei der Literaturausstellung und Lesung "Die eingebrannten Jahre" stellt Therese Berger unter anderem Gedichte von Rose Ausländer vor. Termin ist am Sonntag, 29. Januar, um 11.30 Uhr im Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38.
Am Mittwoch, 1. Februar, findet ab 19.30 Uhr die Lesung "Schwarz Rot Braun" mit Ruth Damwerth statt. Veranstaltungsort ist die Stadtbücherei Detmold, Leopoldstraße 5. Wo hingegen das Konzert mit der Musikgruppe "MIZWA" am Mittwoch, 8. Februar, ab 18 Uhr stattfindet, haben die Organisatoren bislang noch nicht festgelegt. Diese Information wird soll noch nachgereicht und dann in der LZ veröffentlicht werden.
Fest steht indes, dass die Filmmatinee "Er tanzte das Leben" am Sonntag, 12. Februar, in der Filmwelt, Lange Straße 74, um 11.30 Uhr gezeigt wird. Der deutsche Dokumentarfilm aus dem Jahre 2003 zeichnet die Spuren des jüdischen Tänzers Sylvin Rubinstein und seiner Schwester Dolores nach.
"Leben lassen oder töten?"
Teil des Gesamtprogramms ist zudem die Aufführung "ES" des Landestheaters am Freitag, 24. Februar, um 20 Uhr im Grabbe-Haus mit anschließender Diskussionsrunde. In diesem Nachtcafé stehen Margret Hamm, Geschäftsführerin vom Bund der Euthanasie-Geschädigten und Zwangssterilisierten, Dramaturg Dr. Christian Katzschmann sowie die beiden Darsteller Kerstin Hänel und Markus Hottgenroth Rede und Antwort zum Thema "Leben lassen oder töten?".
Eine Podiumsdiskussion unter dem Motto "Erinnern und Verändern" ist außerdem geplant. Hierbei müssen allerdings noch der exakte Veranstaltungsort wie auch der Termin festgelegt werden. Die LZ wird über die Daten informieren.
Detmold@lz-online.de
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