www.hiergeblieben.de

Zeitung für den Altkreis Lübbecke / Neue Westfälische , 07.01.2006 :

Im Haus der Geschichte / Ausstellung "Flucht, Vertreibung, Integration" mit Espelkamper Exponaten

Von Hans Kracht

Espelkamp/Bonn. Ausstellungen sind für Gerd Spangenberg nichts Ungewöhnliches. Der Espelkamper Stadtarchivar hat schon an einigen mitgewirkt. Nun war er geladener Gast einer ganz besonderen Ausstellung, die er als Vertreter der Stadt Espelkamp im Haus der Geschichte in Bonn erleben durfte. Und er konnte mit dem Bundespräsidenten Horst Köhler und dessen Gattin mit einem Glas Sekt zur Eröffnung anstoßen.

"Flucht, Vertreibung, Integration", heißt die Ausstellung, die bis April in Bonn zu sehen ist. Sie setzt den Schwerpunkt auf Flucht und Vertreibung deutscher Bevölkerung infolge des vom nationalsozialisitischen Deutschland entfesselten Weltkrieges.

Der chronologische Rahmen dieser Ausstellung ist jedoch weiter gespannt: Zwangsumsiedlungen und Vertreibungen seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa werden exemplarisch beleuchtet.

Über die unmittelbaren Vorgänge von Flucht und Vertreibung hinaus dokumentiert die Ausstellung im Haus der Geschichte in Bonn die komplexen Integrationsprozesse der Flüchtlinge und Vertriebenen sowie die weitere Entwicklung in der Bundesrepublik und in der einstigen DDR.

Und da hat Espelkamp ja bekanntlich mit einigen geschichtlichen Besonderheiten aufzuwarten. So verwundert es nicht, dass die Stadt in dieser Ausstellung vertreten ist: mit der Urkunde der Verleihung der Stadtrechte von 1959 und mit dem Espelkamp-Buch von Dr. Ruby Simon "Geschichte lebendig 1945 - 1959 – Es begann in Hallen und Baracken".

Zu den ausgestellten Exponaten zählen ferner Urkunden und Akten über die Planung Espelkamps sowie der Entwurf einer Vereinbarung zwischen dem evangelischen Hilfswerk und dem Land Nordrhein-Westfalen, der 1949 zur Gründung der Aufbaugemeinschaft führte. Und schließlich gibt es ein Zeitungs-Extrablatt zum bekannten Tappert-Film "Denn wo ein Wille ist ... " über die junge Industriestadt, die die erste und einzige Neustadtgründung nach dem Zweiten Weltkrieg in Norddeutschland war.

Gerd Spangenberg hat diese Exponate der Bonner Stiftung zur Verfügung gestellt. Und die revanchierte sich mit einer Einladung. Besonders beeindruckt hat den Stadtarchivar die vom tschechischen Schriftsteller Pavel Kohout gehaltene Einführungsrede. Auch die musikalischen Beiträge des deutsch-polnischen Jugendorchesters sind ihm in bester Erinnerung geblieben.

Die Ausstellung "Flucht, Vertreibung, Integration" ist noch bis zum 17. April im Haus der Geschichte in Bonn zu sehen, Anschließend wird sie im Deutschen Historischen Museum in Berlin gezeigt und abschließend bis Ende April 2007 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig präsentiert werden.

Vielfältige Informationen über die Ausstellung gibt es im Internet unter der Adresse

www.hdg.de

07./08.01.2006
lok-red.luebbecke@neue-westfaelische.de

zurück