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Lippische Landes-Zeitung , 06.01.2006 :

Gemeinschaft gefragter denn je / Vertriebene aus Horn-Bad Meinberg und Schlangen kooperieren

Schlangen/Horn-Bad Meinberg (upf). Sie halten zusammen, auch wenn die Egge dazwischen liegt. Nachdem der Hornsche Ortsverband im Bund der Vertriebenen ohne funktionsfähigen Vorstand ist und damit auch die Aktivitäten brach liegen, lassen die Schlänger ihre Freunde nicht im Stich: "Es geht weiter", sagt Paul Vogel, Vorsitzender des BdV-Ortsverbands Schlangen.

Das Problem in Horn entstand nach dem Tod des amtierenden Vorsitzenden Kurt Blandau - der Ortsverband ist derzeit ohne Führung. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung im November brachte auch nach Stunden keine Lösung, dafür wurde überlegt, wie man mit dem Ortsverband Schlangen zusammenarbeiten kann. "Wir haben angeboten, dass wir die Freunde aus Horn zum Beispiel bei Veranstaltungen mit einbinden", sagt Vogel, der bei der Versammlung dabei war. Das bedeute, dass der Ortsverband Horn weiter existiere, zwar nur auf dem Papier, "aber er funktioniert noch, das ist positiv", so Vogel.

"Ortsverbände sind weniger geworden"
Paul Vogel

Insbesondere der "Heimat-Treff" im Burgkeller - seinerzeit von einer Gruppe ehrenamtlicher Helfer um Gerda Wenzel ins Leben gerufen - sei jetzt die Keimzelle der Zusammenarbeit. Ein Mal im Monat treffen sich dort die Vertriebenen aus Horn und Umgebung, um bei Kaffee und Kuchen die Erinnerung an die Heimat im speziellen und die Geselligkeit und Gemeinschaftsgefühl im allgemeinen zu pflegen - es soll eine Schnittstelle zwischen den Hornschen und den Schlängern sein.

Ebenso bekommen, wie Vogel erklärt, die Hornschen Einladungen zu den Veranstaltungen in Schlangen, etwa den regelmäßigen Reiseberichten mit Diavorträgen oder dem Tag der Heimat. Vogel: "Es wäre ja auch schade, wenn wir denen nicht unsere Unterstützung anbieten würden, um über den Heimat-Treff hinaus Bdv-Gemeinschaft zu ermöglichen." Der Schlänger Vorsitzende räumt ein, dass das Alter der Mitglieder durchaus ein problematischer Faktor ist. "Die Ortsverbände sind mit der Zeit weniger geworden." Schlangen sei zwar noch der größte lippische Ortsverband im BdV mit 125 Mitgliedern, habe aber in den vergangenen drei Jahren selbst 25 Mitglieder eingebüßt. Es sei schwer vorhersehbar, wie lange die Verbände noch erhalten blieben.

Was Vogel jedoch als erfreulich betrachtet: es gebe zunehmend jüngere Menschen, die sich den Heimatvertriebenen verbunden fühlten und den Verbänden beiträten - "weil sie finden, dass unsere Anliegen unterstützt werden sollen. Und das ist aus meiner Sicht auch eine Wertschätzung unserer ostdeutschen Heimat."


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