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Leipziger Volkszeitung , 05.01.2006 :

(Borna) Kollektiver Gegenstoß

Borna. In die Bemühungen gegen das Vorhaben des Vereins "Gedächtnisstätte", in Borna die umstrittene Gedenkstätte für die deutschen Opfer des Zweiten Weltkrieges anzusiedeln, sind mittlerweile mehrere Gremien eingeschaltet. Anwälte prüfen akribisch, welche juristischen Schritte eingeleitet werden können. Jetzt wird auch der Verkäufer des Grundstückes in der Röthaer Straße - der Bergbauverwalter LMBV - in der Sache aktiv. Der Sprecher des Unternehmens in Berlin, Uwe Schönhuber, bestätigte gestern: "Wir haben Rechtsanwälte mit der Prüfung beauftragt, wie der Kaufvertrag rückabgewickelt werden kann."

Details zu den Prüfungsergebnissen wolle man nicht nennen, um sich "rechtliche Möglichkeiten zu bewahren".

Dass das Zurückrudern schwierig wird, wissen auch die Rechtsaufsichtbehörde im Regierungspräsidium Leipzig (RP), das Landratsamt des Kreises Leipziger Land und die Stadt Borna, die sich mit Angaben zu Details allesamt bewusst zurückhaltend zeigen. Von LMBV-Kreisen wird indes eingeräumt, dass die Tatsache, dass das Grundstück über eine Auktion veräußert wurde, die Angelegenheit noch komplizierter mache.

Kreischefin Petra Köpping erklärte gestern:"Wir ziehen alle an einem Strang und sortieren neue Erkenntnisse. Zu welchem Ziel wir dabei kommen, bleibt abzuwarten. Man muss alle Seiten beleuchten - das braucht Zeit." Auch RP-Sprecherin Jana Klein bestätigte die Zusammenarbeit zwischen Kreis, Bergbauverwalter LMBV und ihrem Haus.

Die Stadt Borna prüfe aktuell, ob die vom Ausschuss erteilte Baugenehmigung aufgehoben werden kann. "Dazu wird auch der Eigentümer angehört", erklärte Bornas Bürgermeister Eberhard Kupfer. Auch die LMBV wolle das Gespräch mit Ludwig Limmer, der das Gelände Anfang März bei einer Auktion erwarb, suchen.

Wie die Landrätin informierte, hat der Kreis finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, die es Initiativen in kirchlichen Jugendgruppen ermöglicht, Projekte gegen Rechtsextremismus zu starten. Eine entsprechende Anfrage sei von Jugendpfarrer Andreas Bergmann gestellt worden. Köpping: "Auch mit den Schulen wird über das Thema gesprochen. Wir wollen neben unserer Aufgabe als Verwaltung auch politisch dafür sorgen, dass sich zu Problemen wie Rechtsextremismus bekannt wird."

Thomas Lieb


chefredaktion@lvz.de

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