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Neue Westfälische online ,
03.01.2006 :
(Bielefeld) Polizeibeamte sollen Passanten zusammengeschlagen haben / Gericht will Klarheit mit Ortstermin schaffen
Bielefeld (lnw). Im Prozess gegen zwei Bielefelder Polizeibeamte, die einen Passanten zusammengeschlagen haben sollen, will sich das Gericht per Ortstermin Klarheit verschaffen. Ziel sei, die Sichtverhältnisse am Tatort zu prüfen. Danach soll der Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung entweder mit den Plädoyers oder aber neuen Beweisanträgen fortgesetzt werden.
Die 33 und 38 Jahre alten Beamten in Zivil sollen im Mai 2005 den 34-Jährigen geschlagen und getreten haben, der ihnen angeblich Drogen angeboten hatte.
Im Bielefelder Bahnhofsviertel hatten die Beamten nach eigener Darstellung außerhalb ihrer Dienstzeit eine Party mitgefeiert.
Nachdem sie das Fest verlassen hatten, habe sie der angeblich betrunkene 34-Jährige angesprochen. Er soll die Beamten belästigt und angerempelt haben. Die Polizisten stellten nach ihrer eigenen Darstellung ihren Kontrahenten nach einer kurzen Verfolgungsjagd zu Fuß, warfen ihn zu Boden und hielten ihn fest, bis uniformierte Kollegen eintrafen und den Mann festnahmen.
Mehrere Zeugen stellten die Ereignisse vor Gericht jedoch ganz anders dar. Die Polizisten hätten brutal auf den am Boden liegenden Mann eingetreten, sagten ein Taxifahrer und zwei seiner Fahrgäste, die ebenso wie zwei Kriminalbeamte das Geschehen beobachtet hatten.
Die beschuldigten Polizisten behaupteten dagegen, sie hätten das angebliche Opfer nur gegen Arme und Beine getreten, um seinen Widerstand zu brechen und ihn festhalten zu können.
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