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Bielefelder Tageblatt (MW) / Neue Westfälische ,
30.12.2005 :
(Bielefeld) Kosovo auf keinen Fall ein Urlaubsland
Über eine Mahnwache des Flüchtlingsrates, mit der dieser auf das Schicksal geduldeter Flüchtlinge aufmerksam machen wollte, berichtete die NW am 10. Dezember. Hierzu hatte es bereits einen Leserbrief gegeben. Auf diesen, aber auch die Flüchtlingsproblematik allgemein beziehen sich die folgenden Schreiben:.
"Die Problematik, Menschen (Flüchtlinge) in Deutschland zu dulden und das über Jahre, ist sicherlich zu überdenken. Wer sich hier eingelebt hat, speziell Kinder, will nicht in ein Bürgerkriegsland zurück. Denn das Kosovo ist auf keinen Fall ein Urlaubsland, in dem wieder viele Touristen sicher Urlaub machen können. Es sei denn, sie gehören der Bundeswehr an und tragen Waffen. Der Sozialstaat explodiert unter seinen Kosten, das ist wahr. Aber diese Kosten verursachen "wir" alle. Und dass das Land NRW pleite ist, verdanken wir unfähigen, verantwortungslosen und lobbyistischen Politikern und nicht Familien aus dem Kosovo. Ihr ganzer Brief hätte auch kurz gefasst heißen können: Ausländer möchten bitte Deutschland verlassen. Das hätte wirklich moralischen Mundgeruch."
Stefan Koth
Bielefeld
"Nach dem Zweiten Weltkrieg war eine der wichtigsten Aufgaben der Alliierten, die Millionen entwurzelter Menschen zurück in die Heimat zu bringen – Repatriierung. Heute wird die Rückführung in die Heimat als Bedrohung empfunden – seltsam! Dabei war den Kriegsflüchtlingen vom Balkan von vornherein klar, dass die Aufnahme in der Bundesrepublik als Schutzmaßnahme vor Kriegsschäden nur vorübergehend war. Das Gejammer ist nicht nachvollziehbar. Die EU hilft beim Wiederaufbau im Kosovo. Man kann das Elend im Kosovo nicht beseitigen, indem man es nach Deutschland exportiert!"
Bernd Fichtner
Bielefeld
lok-red.bielefeld@neue-westfaelische.de
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