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Leipziger Volkszeitung ,
28.12.2005 :
(Borna) "Gedächtnisstätte" erwartet Bedenkenlosigkeit
Borna. Der Verein "Gedächtnisstätte", der auf dem einstigen Gelände des Bergbauverwalters LMBV in der Röthaer Straße in Borna eine Gedenkstätte für die deutschen Opfer des Zweiten Weltkrieges errichten will (LVZ berichtete), hat das erste Mal öffentlich zu den aktuellen Entwicklungen Stellung genommen.
In einem Schreiben an die Leipziger Volkszeitung nennt der heutige Vorsitzende des Vereins, Wolfram Schiedewitz, die Verbindung des Vereins mit "Vokabeln wie 'Rechtsextremismus' oder 'Neonazi'... sachlich nicht begründet".
Polizeidirektion Westsachsen und sächsischer Verfassungsschutz bestätigten nach umfassenden Recherchen Verbindungen des Vereins zu rechtsextremen Kreisen. Anfang der 90er Jahre war der Verein unter anderem von Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel und Ritterkreuzträger Hajo Herrmann gegründet worden.
Diplom-Ingenieur Schiedewitz, mit eigenem Büro im Süden Hamburgs, verweist stattdessen auf die satzungsgemäße Aufgabe des Vereins, "eine würdige Gedächtnisstätte für die Opfer des Zweiten Weltkrieges durch Bomben, Verschleppung, Vertreibung und in Gefangenenlagern" zu errichten. Der Verein schätze "sich glücklich", dass der Eigentümer des Geländes in der Röthaer Straße, Ludwig Limmer, den Platz für das Denkmal zur Verfügung stellt. Schiedewitz kündigt an, dass die Arbeiten an der Gedächtnisstätte bald vollendet würden. Der Verein "erwartet, dass zu der aus Witterungsgründen unterbrochenen und im neuen Jahr wieder aufzunehmenden Bautätigkeit keine rechtlichen oder sonstigen Bedenken erhoben werden", so Schiedewitz.
Thomas Lieb
chefredaktion@lvz.de
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