www.hiergeblieben.de

Tageblatt für Enger und Spenge / Neue Westfälische , 13.12.2005 :

(Bielefeld) Hart und laut gegen Rechts / Sechs Bands spielten beim "Antifa"-Fest

Von Nina Wüllner

Bielefeld. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. So ähnlich war auch das Antifa-Fest im AJZ aufgebaut: Zuerst wurde über die rechte Szene in Ostwestfalen diskutiert, danach gab es ordentlich Hard- und Emocore-Musik auf die Ohren.

Insgesamt sechs Bands hatten sich für den Abend angekündigt, Headliner war "Waterdown", eine Münsteraner Band, die schon diverse eindrucksvolle Konzerte in Bielefeld absolviert hat.

Eröffnet wurde der Abend von "Willschrey", hart und direkt ging es mit "A Fear Called Treason" weiter. Die Band wurde 2004 gegründet, die beiden Gitarristen Fabian und Florian waren sowohl im musikalischen Bereich wie auch im gemeinsamen "Posen" ein extrem gut eingespieltes Team. Zu den Shouts von Sänger Daniel steuerte das Gitarrenduo immer die passenden teils melodiösen, teils harten Riffs bei.

Sänger Michael von "The Heartbreak Motel" lässt Frauenherzen höher schlagen: Dem schmächtigen, kränklich aussehenden Musiker möchte man Hustenbonbons schenken und die Wange tätscheln. Auf der Bühne gaben der Punkrocker und seine Bandkollegen alles. Optisch wie auch musikalisch ist "The Heartbreak Motel" aus Recklinghausen der Prototyp einer rotzig-stylischen Punkrockband.

Düster ging es mit den Hardcore-Metal-Helden "Fall Of Serenity" weiter. Dass die "Metaller" nicht so furchterregend sind, wie sie sich auf ihrer Homepage (www.fallofserenity.com) präsentieren, bewies Gitarrist Alex Fischer, der immer wieder hüpfte, die Zunge rausstreckte; die Spielfreude zauberte ihm ein breites Grinsen aufs Gesicht.

"Laut" und "hart" sind wohl die Adjektive, die den Abend am besten charakterisieren. So ging es auch mit "Escapado" weiter. Was Sänger Helge in den Songs in die Welt hinausschrie, verstand man freilich nicht so genau, was auch kein Schaden sein musste. Bei dem Auftritt von "Waterdown" mobilisierte das Publikum noch einmal alle seine Kraft. Vor der Bühne entlud sich die geballte Energie der Konzertbesucher: Auf den zweistimmigen Gesang und die Shouts wurde enthusiastisch reagiert, gemosht und gesprungen wie verrückt. Die Energie der siebenköpfigen Band brachte das AJZ zum Beben.

Man darf sich jetzt schon auf das kommende "Waterdown"-Album freuen, die Single "My Hopelessness and Me" gab es in Bielefeld bereits zu hören. Das urbane Umfeld, die energetischen Bands verschiedener Musikrichtungen und das begeisterte Publikum machten das "Antifa"-Fest zu einem gelungenen, vielfältigen Kulturevent.


lok-red.enger@neue-westfaelische.de

zurück