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Die Glocke ,
19.11.2005 :
(Beelen) Information und Diskussion / Rechtsextremismus und Rassismus ernst nehmen
Beelen (lar). Rechtsextremismus und Rassismus gehören - leider auch in Beelen - zum Alltag. Dass dies jedoch nicht tatenlos hingenommen werden muss, wurde am Donnerstag im Rahmen einer Informations- und Diskussionsveranstaltung der Beelener Initiative "A.G.R. - Aktiv gegen Rassismus" deutlich.
Bürgermeisterin Elisabeth Kammann eröffnete die Veranstaltung und gleichzeitig die Plakatausstellung "Sgraffiti - Plakate gegen Rechts", die die Jugendlichen von Münchener Veranstaltern ausgeliehen haben. Kammann gab zu bedenken: "Rechtsextremismus ist längst nicht mehr nur ein Gespenst, das sich aus der Vergangenheit speist. Rechtsextreme Parteien feiern bei Wahlen Erfolge, und jugendliche Gewalttäter mit rechtsextremen Überzeugungen machen durch rohe Gewalt auf sich aufmerksam."
Knapp, aber doch sehr informativ zeigte Jörg Weltzer die geschichtliche Entwicklung von Rechtsradikalismus in den vergangenen Jahrzehnten auf. Er informierte über Vorkommnisse im Kreis Gütersloh und in anderen Orten und lenkte seinen Blick auf Widerstände, die sich dort formiert hatten. Er lieferte Belege dafür, dass Vertreter des Rechtsradikalismus und Rassismus ihre Aktivitäten in den Kreis Warendorf verlegt hätten. "Hier gibt es noch wenig Widerstand, da für viele diese Erscheinungsformen neu sind, und die Tragweite noch nicht erfasst und erkannt wird", betonte Weltzer. Anhand von Folien erläuterte der Referent Symbole und typische Kleidung der Rechtsradikalen und stellte Zeitungsmaterial der rechten Szene vor.
Damit sich Beelener über die Symbole, Zeichen und die Kleidungsriten informieren können, will die Initiative "Aktiv gegen Rassismus" versuchen, mit einem Infostand auf dem Beelener Weihnachtsmarkt vertreten zu sein. Dass sich die Jugendlichen die Solidarität der Erwachsenen wünschen und sie auch brauchen, war ein weiteres klares Fazit des Abends.
19./20.11.2005
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