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Deister- und Weserzeitung , 14.11.2005 :

(Hameln) Gemeinsames Erinnern als Friedensstifter / Zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag / OB fordert zu Achtung vor allen Menschen auf

Hameln (CK). Hameln hat sich gestern an das dunkelste Kapitel seiner Geschichte erinnert. Bei der zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag am Münster, an der auch Vertreter der Reserveoffiziere, der Marinekameradschaft und der britischen Pioniere teilnahmen und die vom Posaunenchor der Martin-Luther-Gemeinde umrahmt wurde, stellte Oberbürgermeister Klaus Arnecke die rhetorische Frage nach dem "Warum"?

Das wiederholte Erinnern habe bisher noch keinen weiteren Krieg verhindert, so der OB, allerdings seien gemeinsame Erinnerungen trotzdem manchmal die besten Friedensstifter. Und auch wenn die Nachkriegsgeneration ohne Schuld sei, so müsse doch auch sie sich diesem Kapitel stellen. Arnecke: "Das sind wir den Opfern schuldig. Wir brauchen den Blick zurück, um unsere Verantwortung zu erkennen und Konsequenzen für unser Handeln daraus abzuleiten. Und dieser Blick schließt auch das Schicksal der Zwangsarbeiter ein."

Der Volkstrauertag, so Arnecke weiter, sei ein Tag der Trauer über das, was Menschen Menschen antun und wohin Vorurteile und Verblendung, Gewalt und Gleichgültigkeit führen könnten. Und er sei ein Tag der Mahnung. "Er ruft zur Achtung vor den Menschen auf, vor dem Leben eines jeden einzelnen, gleich, welcher Herkunft oder welchen Glaubens", so das Stadtoberhaupt weiter. Damit sei der Volkstrauertag nicht nur ein Tag für die Toten, sondern auch für die Lebenden. Das Nachdenken über Krieg und Terror fordere alle auf, sich für Frieden und Freiheit einzusetzen.


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