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Vlothoer Zeitung / Westfalen-Blatt , 11.11.2005 :

(Vlotho) Kränze gegen das Vergessen / Gedenkveranstaltung am Mahnmal

Vlotho (man). Die Zahl der Menschen, die sich zum Gedenken an die Reichspogromnacht am jüdischen Friedhof treffen, wird immer größer. Bürgermeister Bernd Stute wertet dies als ein gutes Zeichen.

"Gegen das Vergessen" steht auf der Schleife des Kranzes geschrieben, der gestern von der Mendel-Grundmann-Gesellschaft am Mahnmal niedergelegt wurde. Eingeladen hatten Gesellschaft und Stadt, die ebenfalls einen Kranz beisteuerte.

Helmut Urbschat, Vorsitzender der Mendel-Grundmann-Gesellschaft, erinnerte an die damaligen Ereignisse in Vlotho, die nach der Entrechtung und Ausgrenzung der Juden einen neuen Höhepunkt erreicht hätten. Doch war auch die so genannte Pogromnacht, die in der Weserstadt am Nachmittag des 10. November stattfand, nur eine Etappe, die in der Deportation der Juden und im Holocaust endete.

Auf einem Gedenkstein sind die Namen der ehemaligen jüdischen Bürger eingemeißelt. Zur Erinnerung an ihre Schicksale wurden sie von Helmut Urbschat und Manfred Kluge vorgelesen.

"Gegen das Vergessen": Sowohl der Vorsitzende der Grundmann-Gesellschaft als auch Bürgermeister Bernd Stute sprachen in diesem Zusammenhang das Wirken des Collegium Humanum in Vlotho an. Zahlreiche Menschen hätten sich in diesem Jahr an der Demonstration beteiligt, zu der das "Bündnis gegen Rechts" aufgerufen hätte. Und es sei keine einmalige Sache, so der Bürgermeister. Mit der Mahnwache am Collegium und dem Erinnerungsgang am Samstag findet es seine Fortsetzung (siehe nebenstehenden Artikel).

Anschließend gingen die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung über den Jüdischen Friedhof. Um die Aufarbeitung der Geschichte kümmert sich die Grundmann-Gesellschaft, die die Daten von jedem einzelnen Grabstein aufnimmt. Dabei mussten sich die Friedhofsgänger darüber aufklären lassen, dass ein Grabstein in den vergangenen Monaten mutwillig stark beschädigt worden ist.


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