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Vlothoer Zeitung / Westfalen-Blatt ,
14.11.2005 :
Hoffnung auf eine friedliche Zukunft / Würdevolle Gedenkfeier zum Volkstrauertag mit 300 Bad Oeynhausenern
Von Sandra Vogt
Bad Oeynhausen (WB). Lob gab es von allen Seiten. Für die offizielle Gedenkfeier zum Volkstrauertag hatten die Organisatoren einen würdevollen Rahmen gefunden. 300 Bad Oeynhausener dokumentierten mit ihrer Teilnahme den Wunsch nach einer friedlichen Zukunft, einer Kultur des Erinnerns und die Absicht, den Volkstrauertag weit vom Image des Heldengedenktages fernzuhalten.
"Würdevoll" war das Wort, das für Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann die Veranstaltung am besten beschrieb. "Es ist das eingetreten, was ich mir erhofft hatte", erklärte er, dessen Eindruck Pfarrer Bernhard Silaschi bestätigte. "Eine würdige Veranstaltung, die wir nächstes Jahr wiederholen werden." Auch Sabine Köhler, Religionslehrerin der Gesamtschule, fand positive Worte. Ihre Schüler seien von der Veranstaltung bewegt gewesen: "Alle haben hinter der Sache gestanden." Die Schüler hatten während des Gottesdienstes Gedichte vorgetragen und einen Abriss der Ereignisse des letzten Weltkrieges gegeben. Musikalisch umrahmt wurde die Feier in der Kirche durch Kantor Harald Sieger an der Orgel und Musikschulleiter Kuno Holzheimer an der Posaune.
Während der Gedenkfeier hatten Gesamtschüler und Gymnasiasten Steine mit den Namen von Konzentrationslagern und zerbombten Städten am Gedenkbrunnen für die Opfer der Judenverfolgung und am "Henke-Denkmal" hinter der Auferstehungskirche niedergelegt. Am Denkmal, nicht am "Roland" wie anfangs geplant, hatten am Vormittag bereits Altstädter Schützen und die Löschgruppe ihren Kranz in einer eigenen Veranstaltung niedergelegt. Rund 40 Teilnehmer waren hierzu erschienen. In einer Ansprache hatte der Oeynhausener Trauersprecher Gerd Rothe den "Toten der verheerenden Weltkriege" gedacht. Nicht dabei waren die Neustädter Schützen, die sich zuvor von der Veranstaltung distanziert hatten.
Nach den Querelen der vergangenen Woche und der Durchführung von zwei getrennten Veranstaltungen wollen Bernhard Silaschi und die Organisatoren der Gedenkfeier für das kommende Jahr wieder das Gespräch mit den Altstädter Schützen suchen. "Mit uns wird der Volkstrauertag allerdings nie wieder den Anklang eines exklusiven Heldengedenktags bekommen", stellte Pfarrer Silaschi während des Gottesdienstes in der Auferstehungskirche klar. Dennoch sei man bereit, neuen Gesprächen den Weg zu ebnen. "Unser Ziel ist es, alle Parteien wieder mit einzubeziehen", sagte Silaschi.
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