Deister- und Weserzeitung ,
07.11.2005 :
Dem Ziel näher gekommen / Benefizkonzertes für Wiederaufbau der Hamelner Synagoge
Hameln (sbr). Mit Spenden möchte die Gemeinde um Rachel Dohme ihr hochgestecktes Ziel erreichen. "Wir sind auf einem guten Weg", erklärt sie vor über 500 Gästen in ihrer Begrüßung anläßlich des "Benefizkonzertes für den Wiederaufbau der Hamelner Synagoge" im Weserbergland-Zentrum. Unter den zahlreichen Gästen konnte die Mitbegründerin der jüdischen Reformgemeinde Hameln neben Oberbürgermeister Klaus Arnecke auch Christa Bruns als Vorsitzenden des Vereins für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit sowie den Superintendenten Philipp Meyer und weitere Vertreter aus Kirche und Politik begrüßen.
Den musikalischen Reigen eröffneten Rachel Dohmes Tochter Rebekka sowie die Rabbiner-Studentin Alina Treiger mit "Schnerele Perele" , nachdem in einem kurzen Gebet der Opfer der Judenvernichtung im Dritten Reich gedacht worden war.
Das gesungene Gebet "Eli Eli", in dem Gott darum gebeten wurde, einige Dinge nie vergehen zu lassen, interpretiert von der Gesangsgruppe "Shalom" oder das schwungvolle "Sisu Et Jeruschalaim" ließen den Funken zum Publikum gleich zu Anfang des Konzertes überspringen. Spätestens als die fünf Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Hameln, Faina Pelts, Nadja Pesok, Mark Ovsiewitsch, Uwe Wolandowitsch und Valerij Fridman "Hallelujah", das Lied, mit dem Israel 1979 den Grand Prix gewann, anstimmten, war es den Künstlern gelungen, auch den letzten Zuhörer mit den mitreißenden Melodien zum Klatschen und Mitsingen zu animieren.
Angesichts der ausgelassenen Stimmung im Saal mochte man kaum glauben, dass man sich erst in der "Aufwärmphase" des Konzertes befand, wie Moderatorin Jasmin Anderten ausführte. Einen Konzerthochgenuss bescherte das Duo "Chalil". Peter Müntel und Ralf Winkelmann verzauberten mit den Klängen ihrer Oboe und Konzertgitarre die Zuhörer unter dem Motto "Klezmer meets Classic". Tanja Kune - Alon, Magdalena Koller und Wilhelm Grote bildeten die Gruppe "Jabboq" und wünschten der Jüdischen Gemeinde mit ihren Liedern "Gottes Beistand beim Bau der Synagoge". Auch sie verzichteten, wie alle anderen Künstler auch, auf ihr Gage. Am Ende des gelungenen Konzertes, das es geschafft hatte, über die Musik den Zuhörern das Judentum näher zu bringen, erinnerte Rebekka Dohme mit einem Friedenslied an den am 4. November 1995 ermordeten israelischen Politiker Itzhak Rabin. In der Hoffnung auf Frieden in Israel stimmte sie "Schila Schalom" an.
Zum großen Finale versammelten sich alle Künstler noch einmal im Kerzenschein der Menorah auf der Bühne und sangen und tanzten gemeinsam mit dem Publikum "Sim Shalom". Durften bei der "Reise nach Jerusalem" des Duos "Chalil" noch alle Gäste sitzen bleiben, so bedankte sich das Publikum nach dem Finalemit donnerndem Applaus und stehenden Ovationen bei den Interpreten. Rachel Dohme und Pressesprecher Dieter Vogelhuber waren überwältigt von der großen Resonanz auf das Benefizkonzert und sagten anschließend übereinstimmend: "Wir sind restlos glücklich und nicht nur unserm großen Ziel, sondern auch den Menschen ein Stück näher gekommen."
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