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Radio Hochstift , 28.02.2025 :

Wieder Hass-Botschaften in Paderborner Südstadt

In der Paderborner Südstadt sind erneut Hass-Botschaften an Laternenmasten und Häuserwänden aufgetaucht. Das sorgt bei Anwohnerinnen und Anwohnern für intensive Diskussionen. Nach unseren Infos sind schon mehrere Anzeigen bei der Paderborner Polizei eingegangen.

Die Beamten aus Paderborn leiten die Erkenntnisse allerdings an den zuständigen Staatsschutz in Bielefeld weiter. Auf Aufklebern an Laternenmasten und Schmierereien an Häuserwänden werden Paderbornerinnen und Paderborner in der Südstadt von Unbekannten heftig beleidigt und bedroht - zum Teil auch mit politischem Hintergrund.

Die Serie erinnert an Vorfälle aus dem Frühjahr 2022 - damals gab es ähnliche Drohungen in der Südstadt. Auch der Staatsschutz bestätigt auf unsere Anfrage einen mutmaßlichen Zusammenhang.

Ein Täter konnte bei den Vorfällen vor knapp drei Jahren nach unseren Infos nicht ermittelt werden.

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Neue Westfälische Online, 26.04.2022:

Frauenverachtende Aufkleber in Paderborn: Jetzt ermittelt der Staatsschutz

26.04.2022 - 19.49 Uhr

Den Ausschlag gibt eine Rasierklinge, die unter einem der Etiketten in der Südstadt gewesen ist.

Lena Henning, Holger Kosbab

Paderborn. Nachdem in der Paderborner Südstadt handgeschriebene Aufkleber mit frauenverachtenden Botschaften aufgetaucht sind, hat der zuständige Staatsschutz der Polizei Bielefeld jetzt Ermittlungen eingeleitet. Den Ausschlag gegeben hat die Tatsache, dass sich unter einem der Aufkleber eine Rasierklinge befand. Überdies ist die Dimension der angebrachten Aufkleber erheblich größer als zunächst berichtet und es gibt auch nicht nur allgemeine Beleidigungen, sondern auch Gewaltaufrufe gegen eine teils namentlich genannte Person.

Die Polizei wertet den Aufkleber mit der Klinge als versuchte gefährliche Körperverletzung und hat ein entsprechendes Strafverfahren eingeleitet. Derzeit sei nur dieser eine Fall eines Aufklebers mit Rasierklinge darunter bekannt, sagt eine Sprecherin der Polizei Bielefeld auf Anfrage. Ob der Inhalt der Botschaften selbst als politische Straftat im Sinne der Volksverhetzung zu bewerten sei, stehe noch nicht fest. Das entscheide letztendlich die Staatsanwaltschaft.

Die selbstklebenden Etiketten, beschrieben in Großbuchstaben, mit vor allem frauenverachtenden Botschaften und Aufrufen zur Gewalt, sind in den vergangenen Tagen an zahlreichen Stellen in Paderborn gefunden worden, insbesondere im Bereich der Südstadt: an Straßenlaternen, Bänken, Strom- und Briefkästen. Über die Anzahl hat die Polizei keinen Überblick; "unzählige" sollen es sein. "Frauenrechte hahahaha" und "Fette Frauen sind eklig" gehören dabei noch zu den vergleichsweise harmloseren Beschimpfungen. Doch nicht nur Frauen werden angegriffen, wie der Aufkleber "Hängt die Grünen" zeigt.

Motivation ist unbekannt

Wer verteilt solche Hass-Botschaften im ganzen Stadtgebiet? Steckt Frust oder das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit dahinter? Wie ernst die Verleumdungen und Drohungen zu nehmen sind, sei nur schwer einzuschätzen, "weil wir nicht wissen, welche Motivation dahinter steckt", so die Polizeisprecherin. Zeugen werden gebeten, sich mit Hinweisen an den Staatsschutz zu wenden, Tel. (0521) 5450.

Ein Beitrag in einer Paderborner Facebook-Gruppe legt derweil nahe, dass der oder die Täter schon länger aktiv sind. Bereits Ende März veröffentlichte eine Nutzerin Fotos der handgeschriebenen Aufkleber mit ganz ähnlichen Botschaften, die sie im Bereich des Monte Scherbelino und der umliegenden Feldwege gefunden habe. Angezeigt wurden diese Fälle aber offenbar nicht, denn die Polizei habe nach eigener Aussage erst am vergangenen Donnerstag, 21. April, von den Aufklebern erfahren.

"Das ist eine ganz neue Dimension"

Ein Leser der NW berichtet, dass die Aufkleber mittlerweile überall in der Südstadt zu finden seien. "Das Ausmaß kann man sich nicht vorstellen", sagt er. Auch auf Autos seien die weißen Etiketten zu finden. Seinen Namen möchte er nicht nennen, ist er doch selbst Betroffener: Da auf einigen Aufklebern sein Name mit der Aufforderung zu Gewalt gestanden habe, hat er auch bereits Ende März zunächst eine Online-Anzeige gestellt. Am 9. April habe er dann auf Grund einer Reihe weiterer gegen ihn gerichtete Aufrufe auf Aufklebern eine persönliche Anzeige bei der Polizei nachgelegt.

Über die Gründe kann er nur spekulieren. Allerdings sei dies vor drei Jahren schon einmal vorgekommen. Damals sei neben seinem Namen vor allem der Name eines Freundes - mit ähnlichen Beleidigungen, Diffamierungen und Aufrufen zur Gewalt - auf den Etiketten zu lesen gewesen. Jetzt sei es jedoch "eine ganz neue Dimension".

Wie der anonyme Betroffene berichtet, richte sich der Hass des oder der Unbekannten vor allem gegen Linke und Frauen. Antifa- oder Pro-Feminismus-Aufkleber würden gezielt überklebt. Aber auch Menschen aus Russland würden beleidigt.

Bildunterschrift: Der Aufkleber mit einer Klinge darunter (links) klebte am Monte Scherbelino. Der Aufkleber oben rechts verherrlicht den Femizid, also die Tötung von Frauen und Mädchen auf Grund ihres Geschlechts, und solche wie der weitestgehend abgekratzte unten rechts finden sind in Teilen der Paderborner Südstadt.

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Am 28. Februar 2025 schrieb die "Neue Westfälische" über Neonazi-Etiketten in der Paderborner Südstadt, "Antifafotzen", die zu "attackieren" seien, zu einem Paderborner die Aufforderung, ihn "Ins Koma boxen".

Am 28. Februar 2025 schrieb die "Neue Westfälische" über Neonazi-Etiketten in der Paderborner Südstadt, wo Paderbornerinnen wie Paderborner mit (vollständigen) Namen, zum Teil mit Adressen genannt werden.

Wohl in der Nacht auf den 21. Januar 2022, wurden in der Paderborner Südstadt Aufkleber ("Femizid statt Feminismus", "Frauen wollen vergewaltigt werden"), unter manchen befanden sich Rasierklingen, geklebt.

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