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Lippische Landes-Zeitung Online , 05.11.2024 :

Horn-Bad Meinberger bedroht SEK-Polizisten mit Messer - dieses Urteil spricht das Gericht

05.11.2024 - 17.29 Uhr

Janet König

Horn-Bad Meinberg. Eigentlich richtete sich der SEK-Einsatz gegen seine drei Söhne, er brachte aber auch den Vater vor Gericht: Da ein 55-Jähriger bei einer Hausdurchsuchung in den frühen Morgenstunden des 5. April 2023 ein Messer gegen die einschwärmenden Beamten richtete, hat sich der Horn-Bad Meinberger nun vor dem Amtsgericht Detmold wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verantworten müssen. Er wurde freigesprochen, teilt Amtsgerichtsdirektor Michael Wölfinger mit.

Der angeklagte Horn-Bad Meinberger, den Sicherheitsbehörden genau wie seine Söhne der rechtsextremen Szene zuordnen, soll an dem besagten Morgen gegen 6 Uhr geglaubt haben, bei dem SEK-Einsatz würde es sich um einen Überfall von linksextremen Aktivisten handeln. "Er hatte wohl die Erwartung, dass ihn die Antifa auf dem Zettel hat", erklärt Wölfinger. Während der Beweisaufnahme vor dem Amtsgericht Detmold habe sich letzten Endes nicht feststellen lassen, dass der Angeklagte die Polizei tatsächlich erkannt und absichtlich bedroht hatte.

SEK wollte die Waffen sicherstellen

Der SEK-Einsatz richtete sich nach Angaben des Amtsgerichtsdirektors mittels Durchsuchungsbeschluss gegen die dort lebenden und bereits mehrfach in den Fokus der Ermittler geratenen Söhne. Wenige Wochen zuvor waren bei einer Durchsuchung in Detmold und Horn-Bad Meinberg bereits etliche legale Waffen gefunden worden. Bei der erneuten Hausdurchsuchung hatte das Sondereinsatzkommando unter anderem die bereits bekannten Waffen - und mögliche weitere - im Sinne der Gefahrenabwehr sicherstellen wollen. Gegen die drei Brüder war damals wegen einer Gewalttat in Detmold ermittelt worden. Inzwischen sind sie deshalb verurteilt.

Bei dem Prozess gegen den Vater sagten mehrere Polizeibeamte sowie die Ehefrau des Angeklagten aus. Die Beobachtungen der Zeugen gingen offenbar auseinander. Laut Wölfinger gab es keine eindeutigen Hinweise darauf, dass der Angeklagte die Polizisten erkannt hatte, zumal die Lichtverhältnisse nicht optimal gewesen seien. "Mein Mandant ist von einer Explosion wach geworden, hat ein Messer genommen und traf dann unten auf dunkle Gestalten", sagt sein Rechtsanwalt Hendrik Schnelle.

Zwar sollen die Beamten "Polizei" gerufen haben, dies habe der 55-Jährige den vermeintlichen "Eindringlingen" allerdings in dem Moment nicht abgekauft, heißt es. Zumal die Polizei selbst ihn wohl vor einiger Zeit vor einem möglichen Angriff durch eine linksextreme Gruppe gewarnt haben soll, bestätigt Schnelle.

Der Angeklagte soll dann mit dem langen Messer abwartend vor den Beamten gestanden haben. Weil er trotz mehrfacher Aufforderung das Messer nicht abgelegt habe, wurde der Hausbewohner laut Gericht mittels Taser niedergestreckt. Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft beantragten am Ende einen Freispruch.

Söhne stehen ebenfalls vor Gericht

Damit ist der SEK-Einsatz aber noch nicht abgehakt. Einer seiner damals anwesenden Söhne muss sich wegen derselben Hausdurchsuchung kommende Woche ebenfalls vor dem Amtsgericht Detmold verantworten. Ihm wird vorgeworfen, sich bei dem SEK-Einsatz widersetzt und in eine Gewehr-Flinte gegriffen zu haben, sagt Wölfinger. Der Prozess wird am 14. November verhandelt.

Einer seiner Brüder sitzt bereits am Donnerstag, 7. November, auf der Anklagebank. Der 18-Jährige soll mit drei anderen Mitangeklagten in einem Detmolder Park ein verbotenes Lied einer bekannten Neonazi-Band gehört und mutmaßlich den Hitlergruß gezeigt haben. Parallel zum Prozess ist auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Gerichtsgebäudes eine Demonstration aus Solidarität mit Betroffenen rechter Gewalt angemeldet. Die Polizei rechnet mit 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, heißt es.

Bildunterschrift: Das Foto zeigt einen SEK-Einsatz im lippischen Extertal.

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Lippische Landes-Zeitung, 16./17.11.2024:

Leserbriefe / Wir fühlten uns bedroht

Von der Teilnahme an einer Gerichtsverhandlung berichtet diese Leserin.

Am letzten Oktobertag fand vor dem Amtsgericht Detmold die abschließende Sitzung im Strafverfahren gegen das Oberhaupt einer in Lippe und auch bundesweit bekannten Familie aus Horn-Bad Meinberg, die dem extrem rechten Spektrum zuzuordnen ist, statt. Die Sitzung war öffentlich.

Der Beschuldigte war angeklagt wegen Bedrohung von SEK-Beamten mit einem Messer. Neben seiner Anhängerschaft aus der extrem rechten Ecke waren auch Menschen aus dem demokratischen Spektrum anwesend, unter anderem zwei "Omas gegen Rechts". Während wir vor dem Gerichtssaal auf Einlass warteten, mussten wir uns Pöbeleien der ebenfalls wartenden Sympathisanten des Angeklagten gefallen lassen. Auch wurden wir diverse Male aus der Nähe ins Gesicht fotografiert. Kein Justizbeamter schritt ein - denn es war keiner zugegen!

Im Gerichtssaal mussten wir dann zusehen und uns anhören,wie sich der Angeklagte als Opfer inszenierte, Opfer einer "linksextremen Antifa", die ihn und seine Familie tagtäglich mit dem Leben bedrohe. Auch hier im Gerichtssaal werde er wieder vom "Schwarzen Block der Antifa" bedroht - diese sitze in der hinteren Reihe des Saales - er wies dabei in unsere Richtung. Unterstützung bekam er dabei von seinem Verteidiger, der - ebenfalls in unsere Richtung weisend - in seinem Schlussplädoyer erklärte: "Da sind die Leute vom Schwarzen Block, die meinen Mandanten bedrohen."

Wir allerdings waren diejenigen, die sich in diesem Moment bedroht fühlten. Mir ist es völlig unverständlich, wie man in einem Gerichtssaal ungerügt derartig ungerechtfertigte Verunglimpfungen ausstoßen darf, zumal in Person eines staatlich (also demokratisch) bestallten Vertreter des Rechts, das den Artikel 1 des GG zur Rechtsmaxime erhoben hat. Wir werden uns ungeachtet des rüpelhaften Verhaltens dieses Rechtsanwaltes und seiner Mandantschaft weiterhin mutig und mit all unserer Kraft diesen Menschen, die unsere Demokratie zerstören wollen, entgegen stellen.

Wir sehen es als unsere Aufgabe und unsere Pflicht an, unsere Demokratie zu schützen und uns für Menschenrechte und ein friedliches gesellschaftliches Miteinander einzusetzen. Wir werden weiterhin, auch in Gerichtssälen, genau hinsehen und ein Gegengewicht zu der üblicherweise aus Rechtsextremen bestehenden Gefolgschaft der Angeklagten bilden. Nie wieder ist jetzt und jeden Tag und besonders auch in Lippe!

Christine Lücking, Detmold

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Am 31. Oktober 2024 sagte Szene-Anwalt Hendrik Schnelle, im Prozess gegen Neonazi Andreas Hanusek, dass in der hinteren Reihe "die Leute vom Schwarzen Block, die meinen Mandanten bedrohen ... " säßen.

Am 31. Oktober 2024 wurde der Neonazi Andreas Hanusek (Fromhausen) - seit 2006, als "rechtsextremer HDJ-Aktivist bekannt" - von dem Szene-Anwalt Hendrik Schnelle, vor dem Amtsgericht Detmold verteidigt.

Am 31. Oktober 2024 sprach das Amtsgericht Detmold, in einem skandalösen Urteil den Neonazi Andreas Hanusek vom Vorwurf des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte am 5. April 2023 in Fromhausen frei.

Am 31. Oktober 2024 behauptete der Neonazi Andreas Hanusek im Amtsgericht Detmold, er habe bei der Razzia am 5. April 2023 in Fromhausen - vermummte - SEK-Beamte für die verkleidete "Antifa" gehalten.

Am 16. Oktober 2024 fand beim Amtsgericht Detmold der erste Verhandlungstag, gegen Neonazi Andreas Hanusek wegen "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte" - Tattag: 5. April 2023 in Fromhausen -, statt.

In der zweiten Juliwoche 2024 erhob die Staatsanwaltschaft Detmold diverse Anklagen gegen Falk, Thoren und Andreas Hanusek, sowie Arne Ulrich, Wolfram wie Erik Steinbiß wegen Gewalt- und Propaganda-Taten.

In der zweiten Juliwoche 2024 erhob die Staatsanwaltschaft Detmold eine Reihe Anklagen gegen Neonazis aus völkischen Familien (Fromhausen, Berlebeck und Lippstadt) wegen Gewalt- und Propaganda-Delikten.

Am 9. September 2023 wurde in Gotha wegen des Verwendens von "Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen" (NS-"Wolfsangel") Neonazi Falk Hanusek von der Bundespolizei angezeigt.

Am 1. Juli 2023 publizierte das "Recherche Kollektiv Ostwestfalen" einen Artikel - ""Die Sturmjugend eines Volkes" - Völkische Familienbanden in OWL" -, über die völkischen "Sippen" Ulrich, Hanusek und Steinbiß.

Am 17. Juni 2023 sangen Arne Ulrich, Falk Hanusek, Erik und Wolfram Steinbiß, in einem Park in Detmold lautstark das Lied "Sturmführer", Falk Hanusek, Erik sowie Wolfram Steinbiß zeigten dabei den Hitlergruß.

Am 6. Juni 2023 bestrafte das Amtsgericht Detmold den Neonazi Thoren Hanusek aus Fromhausen wegen einer Körperverletzung (am 9. Oktober 2022 in Detmold) mit 90 Tagessätzen von je 60 Euro - 5.400 Euro.

Am 6. Juni 2023 verurteilte das Amtsgericht Detmold wegen gefährlicher Körperverletzung (am 9. Oktober 2022 in Detmold) den Neonazi Erik Hanusek (Fromhausen) zu sechs Monaten Haftstrafe (auf Bewährung).

Am 6. Juni 2023 wurde Neonazi Falk Hanusek (Fromhausen) beim Amtsgericht Detmold von Szene-Anwalt Hendrik Schnelle vertreten ("gefährliche Körperverletzung", Beleidigung am 9. Oktober 2022 in Detmold).

Am 6. Juni 2023 verurteilte das Amtsgericht Detmold Falk Hanusek zusätzlich zu der Teilnahme an einem Anti-Aggressions-Training und einer Geldstrafe von 600 Euro und ordnete zudem eine Bewährungshilfe an.

Am 6. Juni 2023 verurteilte das Amtsgericht Detmold Falk Hanusek wegen "gefährlicher Körperverletzung" und Beleidigung am 9. Oktober 2022 in Detmold zu einem Jahr Freiheitsstrafe, drei Jahre zur Bewährung.

Am 6. Juni 2023 verurteilte das Amtsgericht in Detmold - wegen Körperverletzungsdelikten am 9. Oktober 2022 in Detmold - drei Neonazis aus Fromhausen zu zwei Bewährungsstrafen, einmal zu einer Geldstrafe.

Am 5. Mai 2023 hob das Verwaltungsgericht Minden Meldeauflagen für die Ausreisen zum "European Fight Night" nach Budapest (in Eilverfahren) gegen die Neonazis Thoren, Erik und Falk Hanusek, Arne Ulrich auf.

Am 5. April 2023 publizierte die (rechtsoffene) Facebook-Seite "Wir sind Horn-Bad Meinberg (ungefiltert)" Chat-Einträge, in welchen sich mit den, von den Durchsuchungen betroffenen Neonazis solidarisiert wurde.

Am 5. April 2023 bedrohte der Neonazi Andreas Hanusek, bei - nur einer seiner Söhne Thoren, sowie Falk betreffenden - Hausdurchsuchung in Fromhausen SEK-Beamte mit einem 20 Zentimeter langem Bajonett.

Am 5. April 2023 soll der Neonazi Thoren Hanusek bei einer Razzia in Fromhausen den Anweisungen vom SEK keine Folge geleistet, auf Beamte eingetreten sowie nach der Waffe eines Polizisten gegriffen haben.

Am 5. April 2023 leisteten drei Neonazi bei Durchsuchungen in Fromhausen, Berlebeck Widerstand, "wobei in einem Fall mit einem Messer gedroht wurde", ferner gegen drei Personen "der Taser eingesetzt" wurde.

Am 5. April 2023 fanden wegen den Körperverletzungen am 9. Oktober 2022 in Detmold, bei Thoren, Erik und Falk Hanusek in Fromhausen wie Arne Ulrich in Berlebeck nochmal drei Waffen-Durchsuchungen statt.

Am 5. April 2023 fanden (wegen der Körperverletzungen am 9. Oktober 2022 in Detmold) bei vier jungen Neonazis in Fromhausen, Berlebeck erneut Durchsuchungen statt und verschiedene Waffen sichergestellt.

Am 2. März 2023 erhob die Staatsanwaltschaft Detmold Anklage gegen die Neonazis Falk, Erik wie Thoren Hanusek (Fromhausen) wegen des Vorwurfs der schweren Körperverletzung (9. Oktober 2022 in Detmold).

Am 8. Februar 2023 bedrohte der vorbestrafte (Körperverletzung) Neonazi Thoren Hanusek (Fromhausen) am Lüttfeld-Berufskolleg in Lemgo einen Schüler, mit einem (direkt auf ihn gerichteten) Schraubendreher.

Am 8. Februar 2023 verletzte der - wegen "gefährlicher Körperverletzung" sowie Beleidigung - vorbestrafte Neonazi Falk Hanusek aus Fromhausen am Lüttfeld-Berufskolleg in Lemgo einen Schüler mit einer Gabel.

Am 14. Oktober 2022 fanden bezüglich schwerer Körperverletzungen am 9. Oktober 2022 in Detmold, bei den Neonazis Falk, Erik wie Thoren Hanusek (Fromhausen), Arne Ulrich (Berlebeck) Durchsuchungen statt.

Am 9. Oktober 2022 gegen 16.50 Uhr wurden in Detmold ("Lange Straße") zwei Männer (18,19 Jahre) aus einer Gruppe Neonazis verletzt, einer mit Schädelbasisbruch, mit Rettungswagen in ein Klinikum gebracht.

Am 2. März 2022 stellten Staatsanwaltschaft / Amtsgericht Detmold das Verfahren gegen Neonazi Andreas Hanusek (Tat am 26. Mai 2019) - wegen "Geringfügigkeit und mangelnden öffentlichen Interesses" - ein.

Mutmaßlich in der Nacht auf den 9. Januar 2022 wurden im Detmolder Ortsteil Berlebeck verschiedene NS-Symbole wie Hakenkreuze, sowie neonazistische Parolen wie "Nazi-Kiez", "Zecken umnieten" aufgesprüht.

Am 11. Mai 2021 wurde Neonazi Andreas Hanusek beim Revisionsprozess am OLG Hamm (Freispruch des Amtsgerichts Detmold vom 5. Juni 2020), von dem Szene-Anwalt Hendrik Schnelle aus Detmold vertreten.

Am 11. Mai 2021 hob das OLG Hamm den Freispruch des Amtsgerichts Detmold vom 5. Juni 2020 für den Neonazi Andreas Hanusek (Tat vom 26. Mai 2019) auf - verwies das Verfahren zurück an das Amtsgericht.

Am 11. Mai 2021 hob das OLG Hamm einen Freispruch (Anklage: "Versuchte Nötigung") des Amtsgerichts Detmold (5. Juni 2020) für einen Fromhauser Neonazi auf; verwies das Verfahren zurück ans Amtsgericht.

Am 5. Juni 2020 wurde der Neonazi Andreas Hanusek vor dem Amtsgericht Detmold, wegen des Vorwurfes der "versuchten Nötigung" am 26. Mai 2019 in Fromhausen vom Szene-Anwalt Hendrik Schnelle vertreten.

Am 5. Juni 2020 wurde der Neonazi Andreas Hanusek vom Amtsgericht Detmold, unter anderem von dem Anklagepunkt der versuchten Nötigung am 26. Mai 2019 in Fromhausen skandalöserweise freigesprochen.

Am 5. Juni 2020 wurde ein Neonazi aus Fromhausen, seit 2006 als "rechtsextremer HDJ-Aktivist bekannt" (Staatsschutz), vom Amtsgericht Detmold von dem Vorwurf der "versuchten Nötigung" u.a. freigesprochen.

Am 26. Mai 2019 fand in Fromhausen - unter der Mitwirkung der völkischen Neonazis Thoren und Andreas Hanusek - eine brutale sowie rechts motivierte Gewalttat (Körperverletzung und versuchte Nötigung) statt.

Am 26. Mai 2019 fand in Fromhausen eine rechts motivierte Gewalttat (Körperverletzung, Nötigung), unter Beteiligung eines Neonazis - laut Staatsschutz seit 2006 als "rechtsextremer HDJ-Aktivist bekannt" - statt.

Am 2. Mai 2009 wurden in Fromhausen, in einer Hütte von Neonazi Andreas Hanusek ein 10-Liter-Kanister mit entzündlicher Flüssigkeit, 4,3 Kilogramm Schwarzpulver und eine Art Luntenschnur polizeilich entdeckt.

Am 2. Mai 2009 wurden bei einer Hausdurchsuchung bei Andreas Hanusek in Fromhausen zwei Kilogramm Nitrocellulose und sieben Schusswaffen gefunden, die der Neonazi legal in seinem Besitz hatte, gefunden.

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