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Rheinische Post Online , 21.10.2024 :

Polizeieinsatz an der Hofsynagoge in Detmold - Tür komplett zerstört

21.10.2024 - 16.08 Uhr

Staatsschutz ermittelt

Detmold. An einem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude in Detmold ist es am Wochenende zu einer Sachbeschädigung gekommen. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Die Polizei ermittelt nach einer Sachbeschädigung an der unter Denkmalschutz stehenden Hofsynagoge in Detmold. Der Schaden an der Eingangstür sei am Sonntag (20. Oktober) entdeckt worden, hieß es von der Polizei. Nach Informationen der "Lippischen Landes-Zeitung" ist die Tür komplett zerstört worden. Der Staatsschutz der Bielefelder Polizei ermittelt, da ein antisemitischer Hintergrund in diesem Fall nicht ausgeschlossen werden könne. Nach Angaben einer Polizeisprecherin war es bereits in den vergangenen Wochen an der alten Hofsynagoge und im Umfeld zu mehreren Sachbeschädigungen gekommen.

Die Synagoge aus dem Jahr 1633 steht unter Denkmalschutz. Erst im September hatte das Oberverwaltungsgericht in Münster den Status bestätigt und eine Abrissgenehmigung abgelehnt. Das Urteil ist aber bisher nicht rechtskräftig.

Der Besitzer des Gebäudes, ein von der rechten Szene frequentierter Strafverteidiger, will die Synagoge, die eine der ältesten in Norddeutschland ist, abreißen lassen, um auf dem Gelände Parkplätze für seine Mandanten bauen zulassen. Der Anwalt legte nach Angaben des OVG Beschwerde dagegen ein, dass eine Revision gegen das Urteil nicht zugelassen wurde. Sollte er damit Erfolg haben, würde sich das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig mit dem Streit beschäftigen.

Der Anwalt erklärte im Sommer gegenüber unserer Redaktion, er halte weiter an den Plänen fest, das Haus abzureißen und dort Parkplätze zu errichten. Gespräche mit der Stadt über deren Kaufinteresse gebe es nicht. Auf die Frage, wie er einen möglichen Imageschaden bewerte, den ein Abriss vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und der damit einhergehenden Verantwortung hervorrufen könnte, schrieb er lediglich: "Alberne Fragen beantworte ich nicht." Die Zuschreibung, er tummele sich seit mindestens zwei Jahrzehnten in der rechten Szene, bezeichnete er als objektiv falsch. Der Strafverteidiger hatte in der Vergangenheit bekannte Rechtsextreme, darunter eine Kontaktperson zur NSU-Terroristin Beate Zschäpe, verteidigt.

Bei der Polizei wurde als Reaktion auf die Sachbeschädigung für den Abend eine Mahnwache mit 50 Teilnehmenden vor der Synagoge angemeldet. Auch die Jüdische Gemeinde Herford-Detmold unterstützt das Vorhaben. (dw/dpa)

Bildunterschrift: Blick auf die Hofsynagoge in Detmold.

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Mutmaßlich in der Nacht zum 20. Oktober 2024 wurde bei der Hofsynagoge in Detmold - die sich im Besitz von Szene-Anwalt Hendrik Schnelle befindet - die Holztür erneut zerstört (zuvor am 25. September 2024).

In der Nacht auf den 27. September 2024 wurden bei der Hofsynagoge in Detmold, die sich im Besitz des Szene-Anwalts Hendrik Schnelle befindet, fast alle Scheiben des denkmalgeschützten Bauwerkes zerstört.

Am 25. September 2024 (in der Abendzeit) wurde bei der Hofsynagoge in Detmold, die sich im Besitz des Szene-Anwalts Hendrik Schnelle befindet, die Kassette der Holztür - mutmaßlich mit einem Tritt - zerstört.

Am 19. September 2024 bestimmte das OVG für das Land NRW, dass Szene-Anwalt Hendrik Schnelle - als Eigentümer der Detmolder Hofsynagoge - keine Genehmigung für deren Beseitigung beanspruchen kann.

Am 19. September 2024 verhandelte das Oberverwaltungsgericht (OVG) NRW die Klage vom Szene-Anwalt Hendrik Schnelle auf Erteilung einer baurechtlichen Abbruchgenehmigung für die Hofsynagoge in Detmold.

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