|
Lippische Landes-Zeitung Online ,
20.10.2024 :
Erneuter Polizeieinsatz an der Detmolder Hofsynagoge - Mahnwache geplant
20.10.2024 - 13.07 Uhr
Seda Hagemann
Detmold. Erneut ist es an der baufälligen Hofsynagoge in der Bruchmauerstraße 37 zu einer Sachbeschädigung gekommen. Der Schaden wurde am Sonntag, 20. Oktober, entdeckt und bei der Polizei angezeigt. Die Ermittlungen sind aber mittlerweile an den Staatsschutz in Bielefeld abgegeben worden, weil erneut ein antisemitischer Hintergrund für die Taten nicht ausgeschlossen werden kann. Wann genau der Vandalismus sich ereignet hat, wie hoch der entstandene Sachschaden ist, und ob es bereits Verdächtige gibt, muss bei den Ermittlungen der kommenden Tage geklärt werden. Auf ersten Bildern, die der LZ vorliegen, ist eine komplett zerstörte Eingangstür zu sehen.
Bereits Ende September waren dort in zwei aufeinanderfolgenden Nächten Türen und Fenster des Gebäudes zerstört worden. Ein 33-jähriger Detmolder war von der Polizei in Tatortnähe angetroffen worden. Der Mann soll psychische Auffälligkeiten aufgewiesen haben. Ob der 33-Jährige auch für die erneuten Taten vom Wochenende verantwortlich sein könnte, ist unklar.
Jahrelanger Streit
Das Gebäude aus dem Jahr 1633 steht seit 1988 unter Denkmalschutz. Der Eigentümer des Gebäudes, Rechtsanwalt Hendrik Schnelle aus Detmold, will das Gebäude seit Jahren abreißen und dort einen Parkplatz errichten. Es gab bereits mehrere Gerichtsverfahren. Mitte September hatte das Oberverwaltungsgericht in Münster jedoch den Abriss der Hofsynagoge verboten.
Das Gebäude an der Bruchmauerstraße 37 soll das älteste erhaltene Synagogen-Bauwerk in Detmold sowie die älteste freistehende Hofsynagoge Nordwestdeutschlands sein.
Als Reaktion auf den erneuten Vandalismus soll es am Montag, 21. Oktober, eine stille Mahnwache geben. Dazu ruft der Aktionskreis rund um die Seite hiergeblieben.de in Absprache mit der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold auf. Die Versammlung sei angemeldet, heißt es von den Veranstaltern. Sie findet in der Zeit von 17.30 bis 17.45 Uhr statt.
Bildunterschrift: Die Polizei wird am Sonntagmorgen für eine Sachbeschädigung an die Bruchmauerstraße in Detmold gerufen.
_______________________________________________`
Mutmaßlich in der Nacht zum 20. Oktober 2024 wurde bei der Hofsynagoge in Detmold - die sich im Besitz von Szene-Anwalt Hendrik Schnelle befindet - die Holztür erneut zerstört (zuvor am 25. September 2024).
In der Nacht auf den 27. September 2024 wurden bei der Hofsynagoge in Detmold, die sich im Besitz des Szene-Anwalts Hendrik Schnelle befindet, fast alle Scheiben des denkmalgeschützten Bauwerkes zerstört.
Am 25. September 2024 (in der Abendzeit) wurde bei der Hofsynagoge in Detmold, die sich im Besitz des Szene-Anwalts Hendrik Schnelle befindet, die Kassette der Holztür - mutmaßlich mit einem Tritt - zerstört.
Am 19. September 2024 bestimmte das OVG für das Land NRW, dass Szene-Anwalt Hendrik Schnelle - als Eigentümer der Detmolder Hofsynagoge - keine Genehmigung für deren Beseitigung beanspruchen kann.
Am 19. September 2024 verhandelte das Oberverwaltungsgericht (OVG) NRW die Klage vom Szene-Anwalt Hendrik Schnelle auf Erteilung einer baurechtlichen Abbruchgenehmigung für die Hofsynagoge in Detmold.
_______________________________________________
www.jg-hf-dt.de
|