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19.10.2024 :
Pressespiegel überregional
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Übersicht:
Der Tagesspiegel Online, 19.10.2024:
Aufmarsch im Nordosten Berlins / Neonazis zogen durch Marzahn-Hellersdorf
Südwestrundfunk, 19.10.2024:
Polizei ermittelt wegen ausländerfeindlicher Gesänge in Freiburger Wohnheim
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Der Tagesspiegel Online, 19.10.2024:
Aufmarsch im Nordosten Berlins / Neonazis zogen durch Marzahn-Hellersdorf
19.10.2024 - 19.54 Uhr
Neonazis waren am Sonnabend in Marzahn-Hellersdorf unterwegs. Die vorwiegend jungen Männer protestierten damit gegen eine Demonstration aus dem linken Spektrum. Zu der kamen laut Polizei etwa 1.000 Menschen.
Von Julius Geiler
An der ersten Neonazi-Demonstration in Berlin seit vier Jahren nahmen sehr viel weniger Personen teil als angekündigt. Statt der angemeldeten 400 Demonstranten zogen am Sonnabend weniger als hundert Teilnehmer durch den Bezirk Marzahn-Hellersdorf.
Wie bereits bei den bundesweiten rechtsextremen Störaktionen gegen Christopher Street Days im Sommer stach besonders das junge Teilnehmerfeld hervor. Unter den Demonstranten befanden sich zahlreiche Jugendliche und Minderjährige, einige mit Springerstiefeln und Glatze.
Aufgerufen hatten vor allem neu gegründete rechtsextreme Gruppierungen wie "Jung und Stark" und "Deutsche Jugend Voran" (DJV), auch einzelne sächsische Neonazis waren vor Ort.
Gegen 15 Uhr wurde die Versammlung am S-Bahnhof Springpfuhl mit den Worten "Willkommen in der schönen Reichshauptstadt" eröffnet. Unter "Ost, Ost, Ostdeutschland"-Rufen und der Parole "Bambule, Randale, Rechtsradikale" setzte sich die Masse kurz darauf in Richtung Raoul-Wallenberg-Straße in Bewegung.
Im Demonstrationszug waren Reichsfahnen zu sehen, ebenso Kleidung der rechtsextremen Kleinstpartei "Der III. Weg". Immer wieder wurde das so genannte "White Power"-Zeichen gemacht.
Die Polizei schützte unter anderem eine Geflüchtetenunterkunft auf dem Weg der Neonazis.
Passanten und einzelne passierende Autofahrer reagierten mit "Nazi raus"-Rufen auf die Demonstranten. Gegen 16 Uhr erreichte die Demo den S-Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße, wo sich zeitgleich etwa tausend Teilnehmer einer linken Demonstration versammelten.
Die linke Demo trägt den Titel "Patriarchat sterben lassen - Antifaschistisch kämpfen". Sie startete kurz nach 17 Uhr am S-Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße und sollte durch die Marzahner Hochhaussiedlungen ebenfalls zum S-Bahnhof Mehrower Allee führen. Die weniger als 100 Neonazis liefen mit weitem Abstand hinter den etwa 1.000 Teilnehmern.
"Es reicht nicht, im Herbst mit einem Pumpkin Spice Latte im "The future is feminist"-Shirt gemütlich auf dem Sofa den Fall des Patriarchats herbei zu manifestieren", hieß es im Aufruf der linken Demonstration. Ein "Pumpkin Spice Latte" habe noch kein Patriarchat zu Fall gebracht. Stattdessen wolle man sich die Straße nehmen, auch um "den Faschos nicht das Spielfeld" zu überlassen.
Dass die Neonazis durch Marzahn-Hellersdorf laufen, dürfte kein Zufall sein: In den vergangenen Monaten war es insbesondere dort immer wieder zu politisch motivierten Straftaten aus dem rechtsextremen Bereich gekommen. Einige Berliner Kader der im Sommer neu gegründeten Organisation DJV wohnen in dem Bezirk.
Viele der teilweise sehr jungen Neonazis gelten als gewaltaffin. Das Berliner Landeskriminalamt hat in den vergangenen Monaten nach Tagesspiegel-Informationen zahlreiche so genannte Gefährderansprachen mit Akteuren von "Deutschen Jugend Voran" und "Jung und Stark" geführt.
Bildunterschrift: Die Polizei schützte unter anderem eine Geflüchtetenunterkunft auf dem Weg der Neonazis.
Bildunterschrift: Die Neonazis tragen ein Banner mit der Aufschrift "Stoppt den linken Terror".
Bildunterschrift: Zur linken Demonstration sammelten sich die Teilnehmer am Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße.
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Südwestrundfunk, 19.10.2024:
Polizei ermittelt wegen ausländerfeindlicher Gesänge in Freiburger Wohnheim
19.10.2024 - 15.05 Uhr
Von Thomas Hermanns
Bei einer Party in einem privaten Wohnheim sollen Bewohner ein Lied mit rassistischen Sprüchen gesungen haben. Der Vorfall wurde erst mit Verspätung gemeldet. Polizei und Staatsschutz ermitteln.
Mehrere Menschen sollen bereits Ende September zu dem bekannten Lied "L`Amour toujours" von Gigi D’Agostino lautstark rassistische Parolen gesungen und vereinzelt den Hitlergruß gezeigt haben, berichtete die Polizei. Es soll sich demnach um Studierende und Bewohner eines Wohnheims handeln. Nach Informationen der "Badischen Zeitung" handelt es sich dabei um das private Studierenden-Wohnheim "The Fizz" in der Habsburgerstraße.
Der Vorfall wurde erst in der vergangenen Woche der Polizei durch Hinweisgeber gemeldet. Die Beamten konnten mehrere Personen identifizieren. Nun ermittelt der Staatsschutz und sucht weiter nach Zeugen der nächtlichen Veranstaltung. Vernehmungen gab es bisher noch nicht, sagte ein Polizeisprecher.
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