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Nachrichten , 03.10.2024 :

Tages-Chronologie von Donnerstag, 3. Oktober 2024

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Pressespiegel überregional


Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 03./04.10.2024:
Deutlich mehr antisemitische Straftaten

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Tages-Chronologie von Donnerstag, 3. Oktober 2024


Am 3. Oktober 2024 publizierte "Freischar Westfalen" ein Bengalo-Video vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica mit einem Banner: "3.10. Ost und West als Volk vereint - Nie wieder Kommunismus".

Am 21. September 2024 publizierte das "Recherche Kollektiv OWL" einen Artikel über die (extrem rechte) Gruppe "Freischar Westfalen" - um Daniel Kokott, Leopoldshöhe - um diese aus der Anonymität zu holen.

Am 21. September 2024 machte das "Recherche Kollektiv Ostwestfalen" mit "Freischar Westfalen - Rechte Aktivisten aus OWL eifern Identitärer Bewegung nach" den Aktionismus von dieser rechten Gruppe publik.

Am 15. September 2024 publizierte "Freischar Westfalen" ein Video, wo auf dem obersten Deck, vom "Go Parc"-Parkhaus in Herford Pyrotechnik entzündet, ein Banner ("Eure Vielfalt wollen wir nicht!") entrollt wird.


https://rkowl.blackblogs.org/2024/09/21/freischar-westfalen-rechte-aktivisten-aus-owl-eifern-identitaerer-bewegung-nach

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 03./04.10.2024:
Rechte Aktivisten machen Stimmung

Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 03./04.10.2024:
Bielefeld: Rechte Aktivisten machen Stimmung

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Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 03./04.10.2024:

Rechte Aktivisten machen Stimmung

Die "Freischar Westfalen" ist eine Kleinstgruppe vermummter Männer, die mit Bengalo-Videos und rechten Parolen gegen Ausländer hetzen

Jens Reichenbach

Bielefeld / Herford. Mit der Bildsprache von Fußballfans im Stadion (Bengalo-Fackeln und Spruchband) haben rechte Aktivisten in den letzten Monaten immer wieder ihre rechten Parolen in der Region für ihre Sozialen Medien inszeniert. Vorm Bielefelder Rathaus, unterm Hermannsdenkmal, an der B 66 bei Oerlinghausen oder am 15. September auch in Herford, wo sie mit Sturmhauben maskiert ihre ausländerfeindliche Protestnote von einem Parkhausdach entrollt haben.

Anlass für die jüngste Aktion war das Bekanntwerden einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Herford. Zwei Iraker sitzen deshalb in U-Haft. Die Polizei ermittelt aber auch gegen die rechte Gruppe wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz (unangemeldete politische Demo) sowie gegen das Sprengstoffgesetz (die Bengalos). Die Gruppe nennt sich "Freischar Westfalen".

Einer der Köpfe kommt aus Querdenker-Gruppe "Bielefeld steht auf"

Die drei oder vier Maskierten zünden auf ihren Kurzvideos stets Rauchfackeln (oder Bengalos) und skandieren dann Kampfbegriffe der extremen Rechten wie "Widerstand" oder "Remigration" oder protestieren gegen das Verbot der Zeitschrift "Compact". Die Polizei ermittelt gegen unbekannt. Das linksextreme und antifaschistische "Recherche Kollektiv Ostwestfalen" (RKOW) hat sich jetzt der Gruppe angenähert.

Der Name entstamme der nationalistischen Freischärler-Bewegung der 1920er Jahre. Die paramilitärischen Einheiten kämpften damals im Auftrag der Reichsregierung gegen linke, kommunistische und anarchistische Bewegungen, wie es vom RKOW heißt, und es zeigt, in welcher Tradition sich die rechten Bengalo-Aktivisten sehen. Doch sie agitieren bisher nur in ausländer- und queerfeindlicher Form.

Den Recherchen des Kollektivs zufolge ist einer der Köpfe der neuen Gruppe ein Mann aus Leopoldshöhe, der bereits seit Jahren an der Spitze der verschwörungsideologischen Querdenker-Gruppe "Bielefeld steht auf" agiert - eine Mischung aus Corona-Leugnern und Verschwörungsgläubigen. Ein Foto zeigt den Leopoldshöher mit einem T-Shirt der Identitären Bewegung. "Bielefeld steht auf" hatte sich mit der Corona-Pandemie 2021 in Bielefeld gegründet, hat aber mit Ende der Pandemie stark an Zuspruch verloren, sich aber dennoch nie aufgelöst. Geblieben ist ein harter Kern.

Offenbar reicht dem Leopoldshöher der regelmäßige Demozug durch die Bielefelder Innenstadt nicht mehr aus. Im Mai 2024 initiierte er laut RKOW die Freischar Westfalen. Dabei ähnelten seine Protest-Videos sowohl in der Bildsprache als auch inhaltlich denen der rechtsnationalistischen Identitären Bewegung. Es gehe um Islam-Feindlichkeit, Nationalismus und "deutsche Heimat". Die Freischar Westfalen fordere auf X die Deportation von Migranten.

Auch die AfD fehle in diesem Umfeld nicht. Nach Angaben des RKOW habe sich auch ein Mitglied der Bielefelder AfD an Aktionen der Freischar Westfalen beteiligt. Dabei ging es im August um eine Solidarisierung mit den rassistischen Ausschreitungen in Großbritannien. Wenige Tage später ging es um Kritik an der "sicherer Hafen"-Aufnahmebereitschaft der Stadt Bielefeld. Diesmal brannten die Rauchfackeln vor dem Bielefelder Rathaus. Auch der AfD-Politiker soll regelmäßiger Besucher von "Bielefeld steht auf" sein.

Wie rechtsextrem sich die Freischar positioniert, sieht man dann an einer Aktion im September. Zusammen mit fünf Personen der Neonazi-Gruppe "Aktion Hermannsland" stehen fünf Freischar-Aktivisten mit ihren Rauchfackeln unter dem Hermannsdenkmal und skandieren "Widerstand". Sie beziehen sich auf die osmanische Belagerung der Stadt Wien im Jahr 1683 und inszenieren sich nun als neue Verteidiger Deutschlands. Das Video ist vom 12. September.

Videos können Menschen in rechte Online-Blasen ziehen

Das Recherche Kollektiv schildert weiter, dass sich der Initiator der kleinen Freischar nicht nur in der verschwörungsideologischen Szene betätige, er "versucht, sich auch in der organisierten Neonazi-Szene anzubiedern und Verbündete zu finden", heißt es weiter. Er zeige in vielerlei Hinsicht seine Begeisterung für die Identitäre Bewegung und deren Idee eines "antisemitisch geprägten Mythos eines geplanten Bevölkerungsaustausches". Auf seinem Telegram-Kanal sei der Satz zu finden: "Freikorps voran! Die Grenze brennt!"

Das RKOW resümiert am Ende der Recherche, dass das "Gefährdungspotenzial der Freischar Westfalen nicht in ihrer kleinen Personenzahl besteht". Maximal fünf Personen scheinen wiederkehrende Teilnehmer zu sein. Problematisch sei die weite Verbreitung der Videos in den Sozialen Netzwerken. "Sie tragen zur Verbreitung menschenfeindlicher Ideologien bei", heißt es. "Videos von Gruppen wie der Freischar Westfalen können Menschen, die auf der Suche nach politischer Orientierung sind, in rechte Online-Blasen und Echokammern ziehen."

Angesichts der Radikalisierung des Leopoldshöhers fordert das RKOW: "Die Bielefelder Stadtöffentlichkeit ist außerdem aufgefordert, die Demos von "Bielefeld steht auf" als das zu erkennen, was sie sind: rechte Aufzüge, die Verschwörungsgläubige mit Neonazis zusammenbringen und zu einer rechten Radikalisierung beitragen."

Bildunterschrift: Die Freischar Westfalen, eine neue rechte Gruppe inszeniert sich vermummt, mit Bengalos und rechten Vokabeln vor dem Bielefelder Rathaus.

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Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 03./04.10.2024:

Bielefeld: Rechte Aktivisten machen Stimmung

Bielefeld. Die "Freischar Westfalen" ist eine Kleinstgruppe vermummter Männer, die seit Monaten immer wieder mit Bengalo-Videos und rechten Parolen gegen Ausländer hetzen.

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