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Nachrichten , 06.09.2024 :

Tages-Chronologie von Freitag, 6. September 2024

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Pressespiegel überregional


Mitteldeutscher Rundfunk, 06.09.2024:
Sicherheitsbehörden in Habacht / "Reichsbürger" Adrian Ursache ist wieder auf freiem Fuß

hessenschau.de, 06.09.2024:
Polizei-Großeinsatz in Hofheim / Parteitag der AfD Hessen: Kandidaten-Wahl und Protest

Rheinische Post Online, 06.09.2024:
Proteste in Essen / Kritiker stören mit "Taschenalarm" - AfD-Veranstaltung unterbrochen

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Freitag, 6. September 2024


Am 11. September 2024 laden zur Veranstaltung "Populismus und politischer Extremismus - wie schützen wir die Demokratie?" die Stadt Lemgo, das Bündnis "Lemgo hält zusammen" wie die Volkshochschule ein.

Am 6. September 2024 (19.00 Uhr) hatte der extrem rechte "Kreisverband Lippe" der "Junge Alternative", einen "Stammtisch im Raum Detmold" - "genaue Adresse wird nach Anmeldung ... mitgeteilt" - beworben.

Am 26. August 2024 kündigte der (extrem rechte) "Kreisverband Lippe" der "Junge Alternative" für den 6. September 2024 (19.00 Uhr) einen "nächsten Stammtisch im Raum Detmold" ohne Veranstaltungsort an.

Am 14. Oktober 1994 wurde die 62-jährige Alexandra Rousi in ihrem Wohnhaus in Paderborn durch einen - rassistisch motivierten - Brandanschlag ihres Nachbarn Hermann J. ("Ich zünde euch alle an") ermordet.


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www.tagesspiegel.de/politik/interaktive-karte-todesopfer-rechter-gewalt-in-deutschland-seit-der-wiedervereinigung/23117414.html

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Neue Westfälische, 06.09.2024:
Behörden prüfen Morde in OWL

Lippische Landes-Zeitung, 06.09.2024:
Populismus und Extremismus

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Neue Westfälische, 06.09.2024:

Behörden prüfen Morde in OWL

In NRW gibt es mehr rechtsextreme Tötungsdelikte als bisher angenommen / Bei einer Neubewertung von 30 Fällen spielten auch Morde aus der Region eine Rolle

Lukas Brekenkamp

Bielefeld / Düsseldorf. In NRW gab es in den vergangenen Jahrzehnten mehr Gewaltverbrechen mit rechtsextremem Motiv als bisher angenommen. Das hat eine Auswertung des Landeskriminalamtes NRW (LKA) ergeben. Auch zwei bekannte Tötungsdelikte aus Ostwestfalen standen dabei auf dem Prüfstand.

Das Projekt

Den Stein ins Rollen gebracht hat eine Neubewertung des LKA von einem spektakulären Verbrechen in Overath bei Köln, dessen Motiv nachträglich als rechtsextrem eingestuft wurde. Ein Neonazi hatte im Oktober 2003 in Overath einen Rechtsanwalt, dessen Ehefrau und Tochter erschossen. Der Anwalt hatte zuvor bewirkt, dass der verschuldete Neonazi ein Gehöft verlor, auf dem er Treffen von Rechtsextremisten veranstaltet hatte. Das Landgericht Köln hatte ihn 2004 zur Höchststrafe verurteilt und im Urteil vermerkt, dass die nationalsozialistischen Vorstellungen des Mörders bei der Tat eine Rolle gespielt haben.

Nach der Neubewertung der Morde von Overath veranlasste das NRW-Innenministerium eine Neubetrachtung von 30 zurückliegenden Gewaltdelikten zwischen den Jahren 1984 und 2020, um möglicherweise weitere rechte Hintergründe aufzudecken. Unter den Fällen waren auch zwei Morde aus OWL.

Das Ergebnis

Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Todesopfer durch rechte Gewalt nach der Neubetrachtung um vier auf 13 seit 1990. Unter den neuen Todesopfern befindet sich ein Obdachloser, der 1995 in Velbert von Rechtsradikalen erstochen wurde. Zudem sehen die Forscher in einem Verbrechen in Bochum 1997 ebenfalls einen rechten Hintergrund, als ein Homosexueller von einem Bekannten getötet wurde - laut Forschern wegen seiner sexuellen Orientierung.

1999 wurde in Duisburg ein Mann nach einer regelrechten Hetzjagd von drei Rechtsradikalen getötet - mit ihren Springerstiefeln traten sie ihn bis zur Unkenntlichkeit. Der Mann galt als Zufallsopfer, sei aber auch stellvertretend für die Schwachen in der Gesellschaft ausgewählt worden. Diesem Verbrechen ordnen die Experten nun einen rechtsextremen Hintergrund zu, ebenso wie der Mord an einem Punker in Dortmund 2005 - der Täter: ein 17-Jähriger aus der rechten Szene.

Neben den Fällen mit Tötungsfolge ordnete das LKA auch weitere Verbrechen, bei denen die Opfer verletzt wurden, mittlerweile dem rechten Spektrum zu.

Die Fälle aus OWL

Zwei der 30 neu betrachteten Fälle - die Experten sprechen von "Grenzfällen" - sind in Ostwestfalen zu verorten. Zum einen der Mord an Alexandra R. in Paderborn: 1994 wurde die Frau mit Wurzeln in Griechenland von ihrem Nachbarn im Mehrfamilienhaus mit Benzin übergossen und angezündet. Der 62-Jährige soll R. und ihre Familie zuvor immer wieder rassistisch beleidigt und sie auch bedroht haben. Wie aus den Daten des LKA hervorgeht, erkennen die Behörden in dem Mord an Alexandra R. kein eindeutiges rechtes Motiv - jedoch sei dieses auch nicht eindeutig "abwesend". Womöglich gebe es weitere Spezifika, heißt es in der Auswertung. Der Fall, so scheint es, bleibt also weiter ein "Grenzfall".

Der zweite Fall sorgte ebenfalls für enormes Aufsehen - bundesweit. 2014 verschwand in Herford der fünfjährige Dano, wenig später wurde seine Leiche gefunden. Die Spuren führten zu einem 43-jährigen Nachbarn der Familie. Er stand schon Jahre zuvor im Verdacht, für das Verschwinden eines Mädchens in Hannover verantwortlich gewesen zu sein - was sich später tatsächlich bestätigte.

Für beide Verbrechen wurde er zu jeweils 15 Jahren Haft verurteilt. Wieso das LKA in dem Fall ein mögliches rechtes Motiv sah, ist derweil unklar - offenbar lag es an dem Migrationshintergrund von Dano, wenngleich auch der Täter einen hat. Die Experten kamen jedoch nach der Neubetrachtung zu dem Urteil: "politisches Element / Motiv eindeutig abwesend".

Bildunterschrift: Neonazi-Demonstration in Koblenz, Rheinland-Pfalz, Deutschland, Europa.

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Lippische Landes-Zeitung, 06.09.2024:

Populismus und Extremismus

Lemgo. Unter dem Titel "Populismus und politischer Extremismus - wie schützen wir die Demokratie?" veranstalten die Stadt, die Volkshochschule und das Bündnis "Lemgo hält zusammen" am Mittwoch, 11. September, einen kostenlosen Vortrag. Er beginnt um 19 Uhr in der Aula des Marianne-Weber-Gymnasiums. Es referieren Politikwissenschaftler Professor Dr. Emanuel Richter sowie Vertreter der Polizei. Im Anschluss gibt es Gelegenheit zum Gespräch. Anmeldungen bis Dienstag, 10. September, bei der VHS unter Tel. (05231) 9778030 oder auf www.vhs-detmold-lemgo.de.

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