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1 Artikel , 24.07.2024 :

Pressespiegel überregional

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Amadeu Antonio Stiftung, 24.07.2024:
Ermordet von Neonazis: Ein Denkmal für Hans-Georg Jakobson

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Amadeu Antonio Stiftung, 24.07.2024:

Ermordet von Neonazis: Ein Denkmal für Hans-Georg Jakobson

Eine Gedenk-Initiative setzt sich seit Jahren für einen dauerhaften Gedenkort für den 1993 ermordeten Hans-Georg Jakobson und alle Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Märkisch-Oderland ein.

Von Josephine Köhne

Hans-Georg Jakobson ist am Abend des 28. Juli 1993 in der S-Bahn Richtung Berlin unterwegs. Drei stadtbekannte Neonazis wecken den Schlafenden beim Versuch, ihn auszurauben. Bei dem mutmaßlich wohnungslosen Jakobson finden sie jedoch kein Geld, woraufhin sie anfangen, ihn zu verprügeln. Zwischen den Bahnhöfen Strausberg und Petershagen Nord werfen sie ihn aus dem fahrenden Zug. Das Opfer wehrt sich, doch kommt gegen die drei Täter nicht an.

Hans-Georg Jakobson verstirbt einen Tag später im Alter von 35 Jahren im Krankenhaus an den Folgen des rechtsextremen Angriffs.

Die Tat reiht sich ein in die massive rechtsextreme Straßengewalt der so genannten Baseball-Schläger-Jahre durch die rechtsextreme Szene in den 1990ern. Seit Beginn des Jahres 1990 wurden mehr als 23 Menschen in Brandenburg durch Rechtsextreme getötet.

Ein Denkmal in Strausberg

In Gedenken an den Mord an dem mutmaßlich wohnungslosen Hans-Georg Jakobson entsteht nun endlich der erste dauerhafte Gedenkort für ein Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Märkisch-Oderland. Das ist vor allem dem unerbittlichen Einsatz der demokratischen Zivilgesellschaft vor Ort zu verdanken.

Im Herbst 2023 hat die Stadtverordnetenversammlung Strausberg unser Anliegen, ein Denkmal für Hans-Georg Jakobson auf dem Vorplatz Bahnhof Strausberg aufzustellen, positiv beschieden. Nach dem jahrelangen Einsatz für ein Gedenken an Hans-Georg Jakobson wird am 28. Juli 2024 das Denkmal am Bahnhof Strausberg eingeweiht.

Am selben Tag jährt sich der rechtsextreme Mord zum 31. Mal. Dazu wird es durch die Gedenk-Initiative eine Kundgebung geben.

Das Denkmal soll daran erinnern, dass Gewalt gegen Wohnungslose, die Abwertung sozial benachteiligter Gruppen und sozialdarwinistische Weltanschauungen in Deutschland leider nach wie vor allgegenwärtig sind. Gleichzeitig bietet es einen Platz zum Erinnern an all die Opfer rechtsextremer Gewalt.

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