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Detmolder Kurier ,
19.07.2024 :
Besonderes Zeugnis jüdischer Geschichte
Umfassende Informationen zur Detmolder Hofsynagoge ab sofort online
"Die Detmolder Hofsynagoge muss als bedeutendes Kulturdenkmal erhalten bleiben!" So lautet die Überschrift der neuen Internetseite www.hofsynagogedetmold.de, die ab sofort online ist. Verantwortlich für die Homepage ist ein breites Aktionsbündnis Detmolder Bürgerinnen und Bürger, sowie Gruppen und Institutionen, wie beispielsweise die Lippische Landeskirche, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe e.V. oder das Forum offenes Detmold.
Unter den drei Menüpunkten "Informationen zur Geschichte", "Aktueller Rechtsstreit" und "Chronologie / Aktionen" finden sich sachliche Informationen und Links zu wissenschaftlichen Beiträgen zu dem denkmalgeschützten Haus, das als besonderes Zeugnis jüdischer Geschichte in Detmold ausgewiesen ist. Die Hofsynagoge aus dem Jahr 1633 in Detmold wurde 1988 als vermeintliches Gartenhaus in die Denkmalliste der Stadt Detmold aufgenommen. Erst durch die bauhistorische Forschung der LWL-Denkmalpflege und die Auswertung von archivalischen Quellen im Stadtarchiv Detmold und im Landesarchiv NRW konnte nachgewiesen werden, welches stadtgeschichtliche Kleinod sich an der Bruchmauerstraße 37 befindet. Das so entdeckte Bethaus gilt als frühester Beleg für den Typ einer freistehenden Hofsynagoge in Nordwestdeutschland.
Der Eigentümer möchte das Denkmal abreißen lassen, einen Parkplatz bauen und befindet sich in einem Rechtsstreit mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Detmold. Immer wieder werden die wissenschaftlichen Nachweise angezweifelt und "so sahen wir die Notwendigkeit mit abgesicherten und seriösen Informationen ein Gegengewicht zu Fake-News und Polemik zu setzen", erklären die Initiatoren der Homepage ihre Motivation und Zielsetzung. "Gleichzeitig möchten wir damit einen Beitrag leisten für den Erhalt der Hofsynagoge als Gedenk- und Lernort jüdischen Lebens in Detmold. Wir werden die Seite fortlaufend aktualisieren und auch Aktionen und Veranstaltungen dort veröffentlichen. Schauen Sie mal vorbei unter www.hofsynagogedetmold.de!", so die Initiatoren abschließend.
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Am 19. September 2024 verhandelt das Oberverwaltungsgericht (OVG) NRW eine Klage vom Szene-Anwalt Hendrik Schnelle auf Erteilung einer baurechtlichen Abbruchgenehmigung für die Hofsynagoge in Detmold.
Am 12. Juni 2024 wurde die Webseite "Die Detmolder Hofsynagoge" mit wissenschaftlichen Informationen zur Geschichte, von der "Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V." freigeschaltet.
Am 18. Mai 2022 wies das Verwaltungsgericht Minden eine Klage des Szene-Anwalts Hendrik Schnelle, auf Erteilung der Abbruchgenehmigung für die Hofsynagoge (1633) in der Bruchmauerstraße 37, Detmold, ab.
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www.hofsynagogedetmold.de
www.gfcjz-lippe.de
www.jg-hf-dt.de
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