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Lippische Landes-Zeitung , 06.02.2024 :

Mahnwache gegen Rechte

Detmold (jow). Etwa 120 Menschen haben sich am Montagabend auf dem Marktplatz getroffen, um dort gegen die "Spaziergänge" der Rechten, die dort seit Beginn der Coronavirus-Pandemie montagabends immer starten, Flagge zu zeigen. Eduard Schneider hatte zu dieser Mahnwache eingeladen. Anfangs seien es noch allgemein Unzufriedene gewesen, die sich zu den "Spaziergängen" getroffen hätten. "Heute sind es um die 30 stramme Neonazis", sagte er. "Aber ihr seid nicht in der Mehrheit! Der Marktplatz gehört der Demokratie", rief er unter Applaus der Zuhörer. Eine Handvoll Rechte seien etwas vorher da gewesen, hieß es aus der Gruppe um Schneider, sie hätten sich aber schnell wieder verkrümelt.

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- Montag, 5. Februar 2024 von 17.30 bis 18.30 Uhr -


Genug spaziert! - Mahnwache gegen Neonazis und die "Alternative für Deutschland"


Veranstaltungsort:

Marktplatz
Rund um den Donopbrunnen
32756 Detmold


Detmold setzt erneut ein Zeichen: Wir akzeptieren kein rechtes Gedankengut, auch nicht in den so genannten "Spaziergängen". Wir stehen ein gegen die Verbreitung von Hass und Propaganda und für ein solidarisches, respektierendes Miteinander.

Dafür ruft das Detmolder Bündnis "Zusammen gegen Rechts - AfD und rassistische Hetze stoppen!" zu regelmäßigen, bei der Versammlungsbehörde angemeldeten, Mahnwachen auf dem Marktplatz, dem Startpunkt der "Spaziergänger", auf.

Immer montags von 17.30 bis 18.30 Uhr.

Hintergrund: Wenn die AfD und Neonazis "spazieren gehen"

Immer am Montagabend versammeln sich auf dem Marktplatz in Detmold Menschen zum "Spazieren gehen". Manche sind Mitglieder in extrem rechten Parteien wie "Die Heimat" (zuvor: NPD), AfD oder "die Basis"; andere sind "Reichsbürger", die behaupten, Deutschland sei weiterhin ein durch die Alliierten besetzter Staat, oder auch Mitglied im völkischen "Thule-Seminar". Weitere waren bis zum Verbot aktiv in der rassistischen "Artgemeinschaft" und in der Nachfolgestruktur der "wegen Wesensverwandtschaft zum Nationalsozialismus" 2009 ebenfalls verbotenen "Heimattreuen Deutschen Jugend" (HDJ).

Die aktuell etwa 30 Personen umfassende Gruppe leistet nach ihrem Verständnis "Widerstand". Denn: "Detmold geht spazieren" wird grundsätzlich (mit einer Ausnahme zum "100. Spaziergang") nicht bei der Polizei angemeldet. An diese Menschen zu appellieren, Neonazis auszuschließen, wäre sinnlos: Es ist ein weitgehend geschlossener Personenkreis ausschließlich aus extrem rechten Zusammenhängen.

Mit von der Partie ist oft der ehemalige Leiter der HDJ-"Einheit Hermannsland", der zuvor als "Gauführer Westfalen" der in der Nachfolge der "Hitler Jugend" und des "Bundes Deutscher Mädel" stehenden "Wiking-Jugend" fungierte und unter anderen wegen Sprengstoffbesitzes und Propaganda für eine verbotene Organisation vorbestraft ist. 2004 hatte der Verfassungsschutz gewarnt, dass er gemeinsam mit Kameraden Wehrsportübungen ausübte.

Regelmäßig sind auch Mitglieder des völkisch-nationalistisch ausgerichteten Stadtverband Detmold der AfD bei den illegalen "Spaziergängen" dabei. Auch im Kreis Lippe steht die Partei offensiv hinter der rassistischen Forderung "Remigration jetzt!". Führende Kader der Detmolder AfD demonstrieren auch anderenorts Schulter an Schulter mit polizeibekannten militanten Neonazis.

Wir wollen mit unseren Mahnwachen zeigen, dass extrem rechte Weltanschauungen und neonazistische Vertreibungsfantasien keine Akzeptanz finden, bei keiner Gelegenheit.

Wir sagen: bis hierher und nicht weiter!


Veranstalterin: Bündnis "Zusammen gegen Rechts - AfD und rassistische Hetze stoppen!"

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Am 5. Februar 2024 fand mit 26 Personen um Jörg Reckmeyer, Reinhold Gwiasda, Jürgen Alhäuser, Viktor Hübner, Rolf-Arno Maertzke und Ewald Schrey die 111. Demonstration von "Detmold geht spazieren" statt.

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