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Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung , 27.01.2024 :

Tausende demonstrieren gegen AfD

Die Organisatoren rechneten mit 500 Teilnehmern, am Ende kamen 3.000 / Das "Bündnis gegen Rechts" setzte auf einem gut gefüllten Berliner Platz ein Zeichen gegen Rechtsextremismus

Philipp Kersten

Gütersloh. Zigtausende Menschen demonstrieren in vielen Städten Deutschlands dieser Tage gegen Rechtsextremismus. Die Dalkestadt macht da keine Ausnahme. Unter dem Motto "Wir sind mehr" versammelten sich am Freitag nach Polizeiangaben rund 3.000 Demonstranten auf dem Berliner Platz, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und die AfD zu setzen. Damit folgten wesentlich mehr Menschen dem Protest-Aufruf als vorher angenommen. Ursprünglich hatten die Organisatoren mit etwa 500 Teilnehmern gerechnet.

Organisiert wurde die Kundgebung vom Gütersloher "Bündnis gegen Rechts". "Ich bin wirklich gerührt, dass so viele Menschen trotz des schlechten Wetters hier zusammengekommen sind", sagt die Lokalpolitikerin der Grünen und Mitorganisatorin der Demonstration, Gitte Trostmann. Die Demonstration sei friedlich und ohne negative Vorkommnisse verlaufen. Die Polizei bestätigte auf Nachfrage Trostmanns Beschreibung des Demo-Verlaufes.

In ihrer Rede betonte sie, dass Gütersloh ein Ort der Vielfalt sei. Es gehöre zum Grundverständnis, dass alle Menschen gleich welcher Herkunft im Kreis Gütersloh ein Zuhause haben. Neben Trostmann sprachen noch neun weitere Redner auf dem Berliner Platz.

Unter anderem die Landtagsabgeordneten Wibke Brems (Grüne), Raphael Tigges (CDU) und Thorsten Klute (SPD). Letzterer fand gleich zu Beginn seiner Rede deutliche Worte. "Die AfD tritt immer aggressiver auf und immer mehr Menschen wird klar: Die AfD ist keine Alternative für Deutschland. Sie ist eine Gefahr für Deutschland." Weitere Redner und Rednerinnen schlossen sich dem an.

"Wer politische und ethnische Säuberungen unseres Landes fordert, tritt unsere Verfassung mit Füßen", sagt die Gewerkschafterin und stellvertretende Vorsitzende des DGB in Nordrhein-Westfalen, Anke Unger, und verwies dabei auf die jüngsten Artikel des Recherche-Zentrums Correctiv. "Diese Enthüllungen erinnern an die dunkelsten Zeiten in unserer Geschichte", fügt sie hinzu. Doch genau dieses braune Gedankengut und diese "Deportationsfantasien" reichen tief in die AfD hinein, so die Gewerkschafterin.

Zwischen den aktiven Politikern hielt auch die ehemalige Bürgermeisterin Maria Unger (SPD) eine kurze Rede. "Wir sind eine weltoffene Stadt mit einer starken Willkommenskultur. Ihre wesentlichen Eigenschaften sind Solidarität, Freiheit, Gerechtigkeit, das Miteinander, der Respekt und die Toleranz. Dafür setzen wir uns ein."

Unger erinnerte in ihrer Rede an einen Aufmarsch von Rechtsextremen im Jahr 2006 in Gütersloh. Damals habe es starken Gegenprotest gegeben. "Seitdem ist es nie wieder zu einem rechtsextremen Aufmarsch in Gütersloh gekommen", erinnert Unger. Gemeinsam habe die Stadtgemeinschaft daran gearbeitet, Gütersloh zu einem Zuhause für die Menschen gleich welcher Herkunft zu machen. Das solle auch so bleiben, so die Altbürgermeisterin.

Auslöser der Proteste sind die Enthüllungen des Recherche-Zentrums Correctiv über ein Treffen von Rechtsextremisten. Der frühere Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, hatte bei dem Treffen nach eigenen Angaben über "Remigration" gesprochen.

Wenn Rechtsextremisten den Begriff verwenden, meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll - auch unter Zwang.

Bildunterschrift: Rund 3.000 Demonstranten hatten sich gestern Abend auf dem Berliner Platz in der Gütersloher Innenstadt versammelt.

Bildunterschrift: Gitte Trostmann (v. l.), Stefan Schneidt, Wibke Brems und Raphael Tigges am Rande der Demo.

Bildunterschrift: Die kleine Theda leistet ebenfalls Widerstand.

Bildunterschrift: Die Schilder der Demonstranten auf dem Berliner Platz transportierten unmissverständliche Botschaften.

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Am 27. Januar 2024, 11.00 bis 17.00 Uhr, bewirbt die "Reichsbürger"-Gruppe "Königreich Deutschland" im "Raum Bielefeld / Gütersloh" ein "KRD-Info-Seminar Basis und Aufbau" vom "KRD"-Projekt "Leucht-Turm".

Am 26. Januar 2024 nahmen geschätzt etwa 3.000 Menschen, an der Demonstration vom "Bündnis gegen Rechts im Kreis Gütersloh" vor allem gegen die völkisch-nationalistische "Alternative für Deutschland" teil.

Am 23. Januar 2024 publizierte "Die Glocke" in ihrer Online-Ausgabe, auf Anfrage, dass dem Polizeilichen Staatsschutz für OWL (Polizeipräsidium Bielefeld), in der Stadt Gütersloh 67 "Reichsbürger" bekannt sind.

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27./28.01.2024

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