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6 Veranstaltungen - Nachrichten , 27.01.2024 :

Tages-Chronologie von Samstag, 27. Januar 2024

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Veranstaltungskalender:



- Samstag, 27. Januar 2024 von 11.00 bis 13.00 Uhr -


Rundgang zu den Lebens- und Arbeitsorten der Häftlinge der Außenlager des KZ Neuengamme an der Porta Westfalica


Treffpunkt:

Parkplatz Kaiserhof
Freiherr-vom-Stein-Straße 1
32457 Porta Westfalica


Der Verein "KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica e.V." bietet Über-Tageführungen zu den Arbeits- und Unterbringungsorten der KZ-Häftlinge an. Aufklärung der Öffentlichkeit und Schaffung einer Gedenkstätte sind die Ziele des Vereins.

In der Führung erhalten die Teilnehmenden an den Orten des Geschehens fundierte Informationen über die drei Außenlager mit der Untertageverlagerung Dachs 1 im Jakobsberg und das Leiden der KZ-Häftlinge, die in den Lagern an der Porta Westfalica unter grausamen Bedingungen zur Arbeit gezwungen wurden und in erschütterndem Ausmaß Hunger, Krankheiten und Gewalt ausgesetzt waren. Durchgeführt werden diese Führungen des Vereins durch hierfür speziell qualifizierte Gästeführer, die sich eingehend mit der Thematik auseinandergesetzt haben und kontinuierlich auch im Hinblick auf wissenschaftlich gesicherte Fakten weitergebildet werden.

Die Rundgang führt vom Kaiserhof aus über die Weserbrücke zu den ehemaligen Arbeitsorten der Häftlinge am Jakobsberg. Der Rundgang endet am Mahnmal am Grünen Markt in Hausberge. Da es ein Stück des Weges den Jakobsberg hinauf und wieder hinunter geht, sollten die Teilnehmenden trittsicher auf Wanderwegen sein und gutes Schuhwerk tragen. Der Vorplatz der ehemaligen Untertageverlagerung Dachs 1 wird im Rahmen dieser Führung besucht, nicht eingeschlossen ist jedoch eine Besichtigung der Anlage im Innern des Jakobsberges.

Für die Führungen des Vereins wird gern eine Spende entgegengenommen, da die Arbeit des Vereins sehr kostenintensiv ist im Hinblick darauf, im Jakobsberg in der ehemaligen Untertageverlagerung Dachs 1 regelmäßig für die Öffentlichkeit Führungen durchführen zu können und dort langfristig eine Gedenkstätte einzurichten. Über die Arbeit des Vereins informiert die Internetseite:

www.gedenkstaette-porta.de.

Eine Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich, aber aus organisatorischen Gründen erwünscht, um die Teilnehmerzahl einschätzen zu können. Eine Mitteilung über die Teilnahme kann gesendet werden an:

rundgaenge@gedenkstaette-porta.de


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- Samstag, 27. Januar 2024 um 12.00 Uhr -


Demonstration: Schulter an Schulter gegen Faschismus! - Rechtsruck und rassistische Hetze stoppen!


Auftaktkundgebung:

Tönnies-Wellensiek-Platz
32257 Bünde


Veranstalterinnen:

Villa Bünde
Alevitische Gemeinde Bünde e.V.
Verein International Bünde e.V.
Initiative 9. November Bünde
Parents for Future - Gruppe Bünde-Kirchlengern
St. Josef-Kirche Bünde
Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bünde
Bündnis gegen Rechts im Kreis Herford


www.facebook.com/9NovemberBuende


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- Samstag, 27. Januar 2024 um 12.00 Uhr -


Mahnwache: "Für ein Leben in Freiheit - Abschiebehaft abschaffen!"


Veranstaltungsort:

Abschiebehaftanstalt Büren
Stöckerbusch 1
33142 Büren


Im Januar 1994 wurden zum ersten Mal in Büren Menschen allein zum Zwecke der Abschiebung inhaftiert. Büren ist seitdem ein Synonym für die unmenschliche Abschiebepraxis der Bundesrepublik geworden. Aus diesem Anlass findet am 27. Januar 2024 um 12.00 Uhr eine Mahnwache vor dem Tor des Gefängnisses unter dem Motto "Für ein Leben in Freiheit - Abschiebehaft abschaffen!" statt.

Im Januar 1994 wurde erstmalig die ehemalige NATO-Kaserne im Bürener Wald genutzt, um Menschen einzusperren, die nicht als Strafe, sondern allein zum Zweck der Abschiebung inhaftiert wurden. Seitdem sind dort mehrere zehntausend Menschen inhaftiert worden, nur um sie einfacher außer Landes zu bringen. Seit der Gründung im Mai 1994 besuchen Betreuerinnen und Betreuer des Vereins Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren regelmäßig die Inhaftierten.

"Wir sind immer wieder erschüttert über das große Unrecht und Leid in der Abschiebehaft", so Frank Gockel, Pressesprecher des Vereins Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren. "50 Prozent der Inhaftierten, die wir begleitet haben, wurden nachweisbar zu Unrecht inhaftiert. Haft macht krank: Viele Menschen sind verzweifelt, haben Angst vor der Abschiebung und verstehen nicht, warum sie überhaupt im Gefängnis sind." Nach Gockels Aussagen erlebt der Verein immer wieder, dass die Haft zu massiven Gesundheitsproblemen führt und dass Betroffene wegen der Erlebnisse vor und während der Inhaftierung psychisch krank und angeschlagen aus der Haft entlassen werden. Da in Büren keiner wegen einer Straftat inhaftiert ist, ist es aus Sicht des Vereins unverständlich, warum die Haftbedingungen teilweise sogar schärfer als in Strafhaft sind.

Es ist unbekannt, wie viele Menschen hinter den Mauern der Abschiebehaft Büren in den letzten 30 Jahren ihr Leben lassen mussten. Dem Verein sind mindestens fünf Todesfälle bekannt, eine offizielle Statistik gibt es nicht. Zudem wird keine Statistik darüber geführt, wie viele Menschen Suizidversuche und Selbstverletzungen unternommen haben.

Der Verein kritisiert das überzogene Sanktionssystem in der Abschiebehaft Büren. Fesselungen, Fixierungen, Schlafentzug durch 15-minütige Lebendkontrollen, Isolationshaft und Unterbringung in besonders gesicherten Hafträumen kommen in Büren regelmäßig vor. "Gerade vulnerable Personengruppen und kranke Menschen fallen diesen Maßnahmen zum Opfer - Menschen, die zum Teil direkt aus der Psychiatrie inhaftiert wurden oder die in ausländischen Gefängnissen gefoltert wurden. Statt diese Menschen in ihrer verzweifelten Situation helfend zu unterstützen, werden Sie gerade dadurch traumatisiert", so Gockel.

Der Verein setzt sich für die Rechte der Inhaftierten ein und lehnt Abschiebehaft generell ab. "Wer wie wir seit 30 Jahren die Missstände in der Abschiebehaft sieht, muss feststellen, dass Abschiebehaft systematisch die Grundrechte und die Würde der Menschen verletzt. Abschiebehaft gehört abgeschafft!", resümiert Gockel.

Der Verein Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren lädt zu einer Mahnwache unter dem Motto "Für ein Leben in Freiheit - Abschiebehaft abschaffen!" am 27. Januar 2024 um 12.00 Uhr vor den Toren der Abschiebehaft Büren, Stöckerbusch 1, ein. Er erinnert damit an das viele Unrecht, was die Inhaftierten hinter den Gefängnismauern erleben mussten und weiterhin erleben.


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- Samstag, 27. Januar 2024 um 14.00 Uhr -


Demonstration: "Nie wieder ist jetzt!"


Auftaktkundgebung:

Rathausplatz
33602 Bielefeld


Am 27. Januar 2024 jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 79. Mal. Mehr als eine Million Menschen sind allein in Auschwitz zwischen März 1942 und November 1944 mit einem beispiellosen Vernichtungswillen ermordet worden. Der Name Auschwitz steht heute als Zeichen für den nationalsozialistischen Vernichtungswahn.

Der 27. Januar wurde erst im Jahr 1996 in Deutschland als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus gesetzlich verankert und im Jahr 2005 von den Vereinten Nationen zum Internationalen Gedenktag erklärt.

Der Gedenktag dient dazu, das Bewusstsein für die Grausamkeiten der Shoah zu schärfen. Er erinnert an die Opfer, fordert aber auch künftige Generationen zur Wachsamkeit gegenüber Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus auf.

Mit unserer Kundgebung am 27. Januar 2024 wollen wir nicht nur der 6 Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden sowie der Sinti, Sintizze und Roma, Romnja, Homosexuellen, politischen Gefangenen, Menschen mit Behinderung sowie derjenigen, die als "lebensunwert" erklärt wurden, gedenken. Gleichzeitig fordern wir ein entschlossenes "Nie wieder ist jetzt!" von der Gesellschaft ein

Am 7. Oktober 2023 verübte die Hamas das größte Massaker an Jüdinnen und Juden seit der Shoah. 1.200 Menschen wurden von der Terror-Bande auf brutalste Weise ermordet, vergewaltigt, entmenschlicht und teilweise bei lebendigem Leib verbrannt. 250 Menschen wurden von der Hamas in den Gazastreifen entführt. Etwa 108 Menschen befinden sich noch seit nunmehr drei Monaten in der Gefangenschaft der Hamas.

Den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken, bedeutet auch, sich entschieden gegen den heutigen Antisemitismus zu stellen. Ohne dieses entschiedene Eintreten bleibt das "Nie wieder" eine leere Worthülse.

Gerade in der heutigen Zeit, in der Jüdinnen und Juden um ihre Existenz und das Existenzrecht des einzigen jüdischen Staates kämpfen müssen, braucht es ein klares und starkes Zeichen gegen Antisemitismus und ein Bekenntnis zum Existenzrecht des Staates Israel.

Wir beobachten, dass gerade um den 27. Januar und den 9. November viele Gedenkveranstaltungen stattfinden und ein "Nie wieder" ausgesprochen wird. In den Social-Media-Kanälen werden zu diesen Gedenktagen ritualisierte Sharepics zum Gedenken geteilt und es gehört zum guten Ton, sich gegen Antisemitismus auszusprechen.

Gleichzeitig erleben wir jedoch, dass dieselben Menschen zum Massaker vom 7. Oktober 2023 schweigen und auch in Bielefeld am 27. Januar 2024 eine Demonstration stattfindet, auf der unter dem Banner der Palästina-Solidarität bereits die Shoah relativiert wurde und eine bizarre Täter-Opfer-Umkehr praktiziert wird.

Wir wollen nicht schweigen, sondern uns entschieden gegen Antisemitismus stellen.

Kommt mit uns am 27. Januar 2024 um 14.00 Uhr zum Rathausplatz.

Nie wieder ist jetzt!


Veranstalterin: Bündnis gegen Antisemitismus Bielefeld - www.bgabielefeld.wordpress.com


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- Samstag, 27. Januar 2024 von 14.00 bis 15.30 Uhr -


Jüdischer Friedhof in Lage vom 17. Jahrhundert bis heute


Treffpunkt:

Jüdischer Friedhof
Flurstraße 9
32791 Lage


Hinweise:

Die Veranstaltung ist kostenlos. Eine telefonische Anmeldung unter (05232) 95500 (VHS) ist erforderlich.

Männer werden gebeten, beim Besuch des jüdischen Friedhofs eine Kopfbedeckung zu tragen.


Begehung des Geländes mit Erläuterungen anlässlich des Holocaust Gedenktages

Im Jahr 2012 / 2013 wurden durch Grabungsarbeiten zahlreiche Grabsteinfragmente mit hebräischen Inschriften freigelegt, restauriert und wieder zu vollständigen Grabsteinen zusammengesetzt. Zwischenzeitlich sind sowohl diese, wieder ans Licht geholten sehr alten Grabsteine, übersetzt. als auch die 98 Grabsteine des bekannteren Friedhofteiles zur Flurstraße hin. Die dadurch möglichen Rekonstruktionen der Stammbäume der Familien, die in Lage gewohnt haben und hier beerdigt wurden, sind teilweise Bestandteil des Vortrages. Ebenso die Entwicklung der Jüdischen Gemeinde in Lage.

Die Referentin, Dipl.-Ing. Margarete Wißmann hat viele Jahre als Beschäftigte der Stadtverwaltung Lage den Friedhof betreut. Durch die von ihr veranlassten Grabungsarbeiten kann man nun in die Geschichte des Friedhofes bis ins 17. Jahrhundert zurückblicken.


Eine Veranstaltung der Volkshochschule Lippe-West im Rahmen der Veranstaltungen zum Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus in Kooperation mit der Stadt Lage.


www.vhs-lw.de

www.lage.de


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- Samstag, 27. Januar 2024 von 15.00 bis 17.15 Uhr -


Gedenkfeier und Poetry-Slam

Internationaler Tag zum Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft


Veranstaltungsort:

Mahnmal auf dem ehemaligen Appellplatz
des Konzentrationslagers Niedernhagen
Ahornstraße 2
33142 Büren-Wewelsburg


Im Anschluss um 16.00 Uhr werden im Burgsaal der Wewelsburg verschiedene Poetry-Slammerinnen und -Slammer sich in ihren Beiträgen mit Themen wie Rassismus, Alltagsrassismus, Menschlichkeit und Menschenrechten beschäftigen, die musikalisch umrahmt sind.


Ungefähr 3.900 Menschen waren zwischen 1939 und 1945 im Konzentrationslager in Wewelsburg inhaftiert, mindestens 1.285 von ihnen starben hier infolge der unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen. Am 2. April 1945 befreiten amerikanische Soldaten das Konzentrationslager.


Eine Veranstaltung des Vereins Gedenktag 2. April in Wewelsburg - Verein wider das Vergessen und für Demokratie e.V. in Kooperation mit dem Kreismuseum Wewelsburg.


www.gedenktag-2-april.de

www.wewelsburg.de

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Pressespiegel überregional


Jüdische Allgemeine Online, 27.01.2024:
Gedenken / Auschwitz-Überlebende trauern um Opfer der Hamas-Massaker

Jüdische Allgemeine Online, 27.01.2024:
Deutschland / Hunderttausende demonstrieren gegen Rechts

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Samstag, 27. Januar 2024


Am 27. Januar 2024 nahmen in Bünde geschätzt etwa 1.000 Menschen an der Demonstration "Schulter an Schulter gegen Faschismus! - Rechtsruck und rassistische Hetze stoppen!", vor allem gegen die "AfD" teil.

Am 27. Januar 2024 nahmen nach Polizeiangaben 400 Menschen, an der von Heinz Ketteler organisierten Kundgebung "Harsewinkel gegen Rechts" vor dem Rathaus teil - und protestierten gegen die Partei "AfD".

Am 27. Januar 2024 organisierte die "Reichsbürger"-Gruppe "Königreich Deutschland", in Halle-Künsebeck (Täuschung des Vermieters) ein "KRD-Info-Seminar Basis und Aufbau" vom "KRD"-Projekt "Leucht-Turm".

Am 27. Januar 2024 (11.00 bis 17.00 Uhr) bewarb die "Reichsbürger"-Gruppe "Königreich Deutschland" im "Raum Bielefeld / Gütersloh" ein "KRD-Info-Seminar Basis und Aufbau" vom "KRD"-Projekt "Leucht-Turm".

Am 26. Januar 2024 nahmen geschätzt etwa 3.000 Menschen, an der Demonstration vom "Bündnis gegen Rechts im Kreis Gütersloh" vor allem gegen die völkisch-nationalistische "Alternative für Deutschland" teil.

Am 23. Januar 2024 publizierte "Die Glocke" in ihrer Online-Ausgabe, auf Anfrage, dass dem Polizeilichen Staatsschutz für OWL (Polizeipräsidium Bielefeld), in der Stadt Gütersloh 67 "Reichsbürger" bekannt sind.

Am 27. Januar 2024, dem Holocaust-Gedenktag, wurden bei einer Anti-Israel-Demonstration in Bielefeld - mit annähernd 300 Teilnehmenden - auch antisemitische Parolen - wie "Stoppt den Kindermord!" gerufen.

Am 27. Januar 2024 postete die "AfD"-Rechtsaußen-Politikerin Sabine Reinknecht aus Bad Salzuflen: "Vor zwei Jahren alle ungeimpften Nachbarn zur Deportation melden und heute gegen die ... " auf "Facebook".


www.facebook.com/9NovemberBuende

www.harsewinkel.de

https://m.facebook.com/p/B%C3%BCndnis-gegen-Rechts-im-Kreis-G%C3%BCtersloh-100063697740805

www.bgabielefeld.wordpress.com

www.mbr-owl.de

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 27./28.01.2024:
Tausende demonstrieren gegen AfD

Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 27./28.01.2024:
Gütersloh: 3.000 demonstrieren gegen Rechtsextremismus

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Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 27./28.01.2024:

Tausende demonstrieren gegen AfD

Die Organisatoren rechneten mit 500 Teilnehmern, am Ende kamen 3.000 / Das "Bündnis gegen Rechts" setzte auf einem gut gefüllten Berliner Platz ein Zeichen gegen Rechtsextremismus

Philipp Kersten

Gütersloh. Zigtausende Menschen demonstrieren in vielen Städten Deutschlands dieser Tage gegen Rechtsextremismus. Die Dalkestadt macht da keine Ausnahme. Unter dem Motto "Wir sind mehr" versammelten sich am Freitag nach Polizeiangaben rund 3.000 Demonstranten auf dem Berliner Platz, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und die AfD zu setzen. Damit folgten wesentlich mehr Menschen dem Protest-Aufruf als vorher angenommen. Ursprünglich hatten die Organisatoren mit etwa 500 Teilnehmern gerechnet.

Organisiert wurde die Kundgebung vom Gütersloher "Bündnis gegen Rechts". "Ich bin wirklich gerührt, dass so viele Menschen trotz des schlechten Wetters hier zusammengekommen sind", sagt die Lokalpolitikerin der Grünen und Mitorganisatorin der Demonstration, Gitte Trostmann. Die Demonstration sei friedlich und ohne negative Vorkommnisse verlaufen. Die Polizei bestätigte auf Nachfrage Trostmanns Beschreibung des Demo-Verlaufes.

In ihrer Rede betonte sie, dass Gütersloh ein Ort der Vielfalt sei. Es gehöre zum Grundverständnis, dass alle Menschen gleich welcher Herkunft im Kreis Gütersloh ein Zuhause haben. Neben Trostmann sprachen noch neun weitere Redner auf dem Berliner Platz.

Unter anderem die Landtagsabgeordneten Wibke Brems (Grüne), Raphael Tigges (CDU) und Thorsten Klute (SPD). Letzterer fand gleich zu Beginn seiner Rede deutliche Worte. "Die AfD tritt immer aggressiver auf und immer mehr Menschen wird klar: Die AfD ist keine Alternative für Deutschland. Sie ist eine Gefahr für Deutschland." Weitere Redner und Rednerinnen schlossen sich dem an.

"Wer politische und ethnische Säuberungen unseres Landes fordert, tritt unsere Verfassung mit Füßen", sagt die Gewerkschafterin und stellvertretende Vorsitzende des DGB in Nordrhein-Westfalen, Anke Unger, und verwies dabei auf die jüngsten Artikel des Recherche-Zentrums Correctiv. "Diese Enthüllungen erinnern an die dunkelsten Zeiten in unserer Geschichte", fügt sie hinzu. Doch genau dieses braune Gedankengut und diese "Deportationsfantasien" reichen tief in die AfD hinein, so die Gewerkschafterin.

Zwischen den aktiven Politikern hielt auch die ehemalige Bürgermeisterin Maria Unger (SPD) eine kurze Rede. "Wir sind eine weltoffene Stadt mit einer starken Willkommenskultur. Ihre wesentlichen Eigenschaften sind Solidarität, Freiheit, Gerechtigkeit, das Miteinander, der Respekt und die Toleranz. Dafür setzen wir uns ein."

Unger erinnerte in ihrer Rede an einen Aufmarsch von Rechtsextremen im Jahr 2006 in Gütersloh. Damals habe es starken Gegenprotest gegeben. "Seitdem ist es nie wieder zu einem rechtsextremen Aufmarsch in Gütersloh gekommen", erinnert Unger. Gemeinsam habe die Stadtgemeinschaft daran gearbeitet, Gütersloh zu einem Zuhause für die Menschen gleich welcher Herkunft zu machen. Das solle auch so bleiben, so die Altbürgermeisterin.

Auslöser der Proteste sind die Enthüllungen des Recherche-Zentrums Correctiv über ein Treffen von Rechtsextremisten. Der frühere Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, hatte bei dem Treffen nach eigenen Angaben über "Remigration" gesprochen.

Wenn Rechtsextremisten den Begriff verwenden, meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll - auch unter Zwang.

Bildunterschrift: Rund 3.000 Demonstranten hatten sich gestern Abend auf dem Berliner Platz in der Gütersloher Innenstadt versammelt.

Bildunterschrift: Gitte Trostmann (v. l.), Stefan Schneidt, Wibke Brems und Raphael Tigges am Rande der Demo.

Bildunterschrift: Die kleine Theda leistet ebenfalls Widerstand.

Bildunterschrift: Die Schilder der Demonstranten auf dem Berliner Platz transportierten unmissverständliche Botschaften.

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Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 27./28.01.2024:

Gütersloh: 3.000 demonstrieren gegen Rechtsextremismus

Gütersloh. Zigtausende Menschen demonstrieren in vielen Städten Deutschlands dieser Tage gegen Rechtsextremismus - auch in Gütersloh. Unter dem Motto "Wir sind mehr" versammelten sich am Freitag rund 3.000 Demonstranten auf dem Berliner Platz, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und die AfD zu setzen.

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